Upanishad Titelbild

 

Inhalt

I
Befreiung durch Erkenntnis

II
Transformation

III
Unsterbliche Weisheit

IV
Der eine Gott in allen Religionen

 

 

ICH GRÜSSE DEN HÖCHSTEN LEHRER,
DIE WAHRHEIT,
FORMLOS, GESTALTLOS, IMMER UND EWIG DIESELBE.

ICH GRÜSSE DEN HÖCHSTEN LEHRER,
DIE WAHRHEIT,
SCHÖPFER ALLER FORMEN, GESTALTEN UND WESEN,
SPENDER VON WEISHEIT, GLÜCKSELIGKEIT UND ERKENNTNIS,
JENSEITS ALLER EIGENSCHAFTEN, WORTEN UND GEGENSÄTZEN,
JENSEITS ALLER ERSCHEINUNGEN,
DIE EINZIGE UND EWIGE,
UNVERÄNDERLICH REIN UND STILL.

ICH GRÜSSE DEN HÖCHSTEN LEHRER,
DIE WAHRHEIT,
STILLER ZEUGE UNSERER GEDANKEN UND GEFÜHLE,
DEREN WESEN RUHE UND BEWEGUNG IN EINEM IST.

ICH GRÜSSE
DIE WAHRHEIT,
DEN HÖCHSTEN LEHRER.

Vedische Hymne

 


Das innere göttliche Selbst, das ICH ist das
unwandelbare Prinzip
im Menschen.
Es ist von unendlicher Einfachheit und bildet
eine Dreiheit von
transzendenter Wirklichkeit,
transzendentem Gewahrsein
und transzendenter Freiheit.

 

 

Die Geburt einer Neuen
Heiligen Schrift:
Die Omkarananda Upanishad

Wenn die Wahrheit spricht, wird sie zur Heiligen Schrift. Trotz der Tatsache, dass bereits so viele Heilige Schriften bestehen, steht die Neue Heilige Schrift, die Omkarananda Upanishad, die wir hier und jetzt erschaffen, in ihrer Essenz in vollkommenem Einklang mit anderen vorhandenen Schriften. Die Lehre ist praktisch identisch. Auch wenn keine Hl. Schriften mehr in der Welt bestehen würden, weil sie zerstört wurden, kein Veda, keine Upanishad, keine Bibel, würden wir dennoch denselben Inhalt und Sinn all dieser Schriften neu erschaffen, nur noch umfassender und in neuer, in den alten Schriften nicht vorhandenen Schönheit - dem gegenwärtigen Zeitgeist entsprechend - in Sprache umsetzen. Deshalb nennen wir sie Omkarananda Upanishad.

Ob es sich um die alten Heiligen Schriften handelt, die mehr als zehntausend Jahre alt sind, wie die Veden, oder ob es die verhältnismässig neuen betrifft wie das Neue Testament der Bibel, das fast zweitausend Jahre alt ist, so haben alle diese Schriften ihren Ursprung in ein und derselben Wahrheit. Und diese Wahrheit war, ist und wird immer sein.

Weil diese Schriften alle aus der Wahrheit entspringen, beginnt diese Wahrheit, wo und von wem auch immer sie voll umfänglich erfahren wird, durch diesen Menschen zu wirken und findet Ausdruck im gesprochenen Wort.

Sollte diese Neue Upanishad, die Omkarananda Upanishad, noch dieses oder nächstes Jahr zerstört werden, und würde vielleicht zweitausend Jahre später ein anderer die Wahrheit erfahren, zur Wahrheit werden, so würde die Wahrheit durch diesen Menschen zum Ausdruck gelangen. Und als Folge davon würde eine neue Heilige Schrift geboren werden. Sollten aber jetzt, in diesem Jahr, in verschiedenen Ländern verschiedene Menschen tief in der Wahrheit verwurzelt sein, Menschen, deren Atem allein schon Erfahrung der Wahrheit ist, und welche die Mystiker aller Mystiker sind, dann würden gleich ein Dutzend zeitgenössische Heilige Schriften entstehen.

Zum Inhalt
Sobald Du die Wahrheit berührst und erfährst, verstehst Du alles und jedes

Was wesentlich ist, ist die Wahrheit. Sie schafft zahllose Heilige Schriften. Weil diese Schriften im Zeit-Raum-Universum entstehen, und sich innerhalb der Dimension der Zeit alles verändert, kommen und gehen auch die Heiligen Schriften. Wenn die Welt zerstört wird, verschwinden mit ihr auch alle Heiligen Schriften sowie die ganze Menschheit. Doch es wird eine neue Schöpfung entstehen, und die Wahrheit wird wieder Heilige Schriften durch solche Persönlichkeiten, in denen sie völlig selbstverwirklicht ist, projizieren.

Jene, die die Wahrheit erfahren, sind auch jene, die sie erschauen, die sie leben: leben, erschauen, erfahren ist alles eins. Es ist Bewusstsein in dynamischem Selbstausdruck in sich selbst und als Es selbst. Wenn Du die Wahrheit berührst und erfährst, verstehst Du alles und jedes.

Die Omkarananda Upanishad enthält nichts anderes, als was in der Wahrheit, als Wahrheit, von der Wahrheit und durch die Wahrheit erschaut wird. Dieser Selbstausdruck der Wahrheit in menschlicher Sprache wurde zu einer Notwendigkeit, weil sich unter den Menschen solche befinden, die nach Erkenntnis der Wahrheit forschen, die sich nach vollkommenem Glück sehnen und nach der Erfahrung wahrer Schönheit hungern. Jene noch unvollkommenen Menschen, die nach der wahren Vollkommenheit verlangen, jene mit dem Angesicht des Todes konfrontierten Männer und Frauen, die ihre Lieben und Nächsten sterben sehen und die Veränderungen an ihrem eigenen Körper wahrnehmen und die Angst vor dem nahenden Tod spüren - diese Sterblichen wollen die Unsterblichkeit erfahren. Denn viele Menschen erkennen, dass sie sehr unwissend sind. Sie werden von der Finsternis der Unwissenheit gequält und von Ängsten, Zweifeln, Sorgen und Leiden, die durch Unwissenheit bewirkt werden, beunruhigt.

Diese unwissenden Menschen, ganz gleich wie erfolgreich sie in der menschlichen Gesellschaft, in der materiellen und geschäftlichen Welt sein mögen, verlangen nach Weisheit, nach dem Licht der Erkenntnis. Aufgrund dieses Bedürfnisses drückt sich die Wahrheit durch einen Menschen, der sie erfährt, in der Sprache dieses Menschen aus. Und diese Wahrheitserkenntnis verbreitet sich ohne Rücksicht auf Form und Name und wird zur lebendigen umwandelnden und inspirierenden Kraft in der menschlichen Gesellschaft.

Alle Namen und Formen der Alten Hl. Schriften wie Shiva, Rama, Krishna, Hari, Durga, Jesus, Maria sollen auf die eine Wirklichkeit hinweisen: die raumlose, zeitlose Stille, die ewige Vollkommenheit, die Unendlichkeit, All-Gegenwart und All-Macht jenseits des Körperbewusstseins, jenseits der Zeit-Raumwelt. Es ist eine andere Bewusstseins-Dimension.

Wenn die Wahrheit von einer Persönlichkeit erfahren wird, ist die Intelligenz in diesem Menschen absolut reich und unerschöpflich an Erleuchtungen, unerschöpflich an transformierenden Ideen, unerschöpflich an göttlicher Erkenntnis. Um die Wahrheitssucher von diesen Wirklichkeiten im Hinblick auf die göttliche Wahrheit zu überzeugen, jenen Wirklichkeiten, die von einer erleuchteten Persönlichkeit erfahren, geschaut und mitgeteilt werden, kann diese auf bereits existierende Heilige Schriften hinweisen, um damit die eigenen Aussagen zu unterstreichen. Dadurch kann deren Bedeutung besser beleuchtet oder auf die Ähnlichkeit und Übereinstimmung mit ihren eigenen Aussagen aufmerksam gemacht werden.

Solche grossen Mystiker wird es in der menschlichen Gesellschaft immer geben. Immer wird es Persönlichkeiten geben, welche die Wahrheit wählen und sie verfolgen, ungeachtet der Disziplinen, die von ihnen gefordert oder welche Opfer ihnen abgenötigt werden. Sie werden trotzdem weiterfahren, die Wahrheit mit unbeirrbarer Hingabe weiter zu verfolgen, um sie zu erfahren. Die Wahrheit erfahren heisst, zur Wahrheit werden.

Zum Inhalt

Ein unzerstörbares Prinzip in einem vergänglichen Körper,
das ist der Mensch.
Ein Geist voll zeitloser Erkenntnis,
das ist der Mensch.
In seinem endlichen Wesen ist
der Schrein des Unendlichen verborgen,
in seinem wandelbaren Körper ist das sanctum sanctorum
der unwandelbaren Wahrheit.

Zum Inhalt

 

I

Befreiung durch Erkenntnis

Offenbarungserfahrung der Wahrheit

Wann immer eine Schöpfung besteht und wann immer Menschen nach Wahrheit streben, offenbart ihnen die Gottheit Ihr eigenes Wesen, Ihr eigenes herrliches Sein, sobald sie den Höchstpunkt der Wahrheitserfahrung erreicht haben. Dann sind sie für immer in der göttlichen Erfahrung fest verankert.

Man kann seine Augen nicht öffnen, ohne die göttliche Wirklichkeit zu erfahren. Man kann nichts schmecken, nichts berühren, ohne das Göttliche zu erfahren. Wenn wir atmen, erfahren wir das Göttliche, wenn wir baden, ist das Göttliche da. Nichts können wir hören, ohne diese Wirklichkeit zu erfahren. Auf nichts können wir blicken, ohne das Antlitz der Gottheit zu erblicken.

Das ganze Leben, die ganze Welt wird zum Königreich der Wahrheit. Jede Erfahrung wird eine Erfahrung der Wahrheit. Wir sind verankert in dem ewigen Leben hier und jetzt. Alle Ängste sind entschwunden. Wir sind festgegründet in der grenzenlosen Glückseligkeit hier und jetzt. Wir sind unbeeindruckt von allen äusseren Gegebenheiten. Hier und jetzt erfahren wir den Frieden, der alles Verstehen übersteigt, und der nur im Unendlichen, in uns selbst, erfahren werden kann.

Dieser Friede erstreckt sich über alle Himmel. Versuchen wir ihn einzufangen, so dehnt er sich weiter und noch weiter aus - grenzenlos. Er hat seine Mitte in unserem Herzen. Wir können unseren Körper nicht erfahren, ohne das Göttliche zu erfahren. Kein Gedanke kann sich in uns erheben, ohne die Erfahrung der Gottheit. Alle Gefühle entspringen der Erfahrung des Göttlichen. Wir erfahren die göttliche Intelligenz sowohl in unserer Intelligenz als auch in aller Materie. Wir erfahren das Göttliche in jedem Menschen, in allem, was sich bewegt und auch in allem, was unbeweglich ist. In allen Farben, in allen Blumen erfahren wir die göttliche Wirklichkeit. In allen Lebensformen erfahren wir Gott. Überall, zu allen Zeiten, in allen Umständen, an allen Orten erfahren wir Zeitlosigkeit und Raumlosigkeit. Wir sind verwurzelt im Gott-Bewusstsein, verwurzelt in der Wahrheitserfahrung.

Zerstöre die Welt - die Wahrheit bleibt. Erschaffe Millionen Welten - die Wahrheit ist da. Löse Millionen Welten auf - so ist doch noch die Wahrheit da. Zerstöre den Körper - die Wahrheit bleibt. Alles in der Welt vergeht, aber das, was in allem in der Welt enthalten ist, was in der Welt alles erhält, der Geist, die Wahrheit, das ist Deine Seele, das ist das unzerstörbare Bildnis Gottes in Dir. Das ist Dein wahres Leben. Das ist das Wesen der unveränderlichen Wahrheit. Es ist das Absolute - absolut in der Schönheit, in der Liebe, absolut in der Unsterblichkeit, absolut in allem. Das ist die Seele Deiner Seele.

Diese Welt gehört der Wahrheit, wird von der Wahrheit erhalten. Diese Wahrheit ist im Licht, sie ist in meinen Augen. Sie ist meine Persönlichkeit. Niemand erkennt mich. Die Wahrheit erkennt mich. Die Wahrheit ist mein Schatz, sie ist mein Leben. Ich bin unzerstörbar. Ich kenne keine Sorgen und kein Leid. Probleme existieren nicht für mich. Mein Leben ist erfüllt in der grenzenlosen Wahrheit, im grenzenlosen Sein. Mein Wesen ist Licht. Mein Wesen ist Liebe und Frieden. Mein Wesen ist Glückseligkeit. Ich sehe mich überall. Ich lebe nicht in mir selbst, ich lebe in allen Wesen und gebe mein Herzblut, um ihnen zu helfen. Ich erfahre mich überall: in meinen Feinden, in meinen Freunden, in jenen, die sich als zu mir gehörend betrachten, in den Steinen und in den Wellen, in den Wolken und im Schnee, auf den Strassen und überall in allen Umständen. Die Wahrheit wird in jedem Antlitz der Schöpfung sichtbar und erfahren.

Indem wir hier sind, sind wir überall in der Welt. Wir gehören keiner Nationalität und keiner Religion an. Alle Formen und Gestalten sind unsere Formen. Wir sind die verkörperte Liebe. Wir sind die Verkörperung grenzenlosen Friedens. Wir sind die Verkörperung der unbegrenzten Freude. Wir sind die Schatzkammer des unzerstörbaren Lebens. Wir sind die Verkörperung der Wahrheit.

Die Wahrheit ist die Wirklichkeit aller Wirklichkeiten. Sie ist die Seele meiner Erfahrung. Sie ist die Seele meines Lebens. Sie war und ist. Sie wird immer sein. Sie ist mein Schatz, mein Vater, meine Mutter. Sie erhält mich immer und wird mich immer erhalten. Sie ist Vollkommenheit und Fülle. Ich brauche nichts, ich vermisse nichts, denn nichts gibt es, was nicht schon Erfüllung gefunden hätte. Ich bin unendliche Erfüllung, Fülle in allen Begebenheiten, zu allen Zeiten, an allen Orten und in allen Situationen.

Diese Wahrheit wird zur tiefen Freude. Sie ist grenzenlose Glückseligkeit, endlose Erkenntnis. Die Wahrheit zu erkennen ist Freiheit. Das bin ich. Ich gehöre der Wahrheit, die Wahrheit gehört mir. Das ist die Wahrheitserfahrung, die vom Herzen der göttlichen Existenz geoffenbart wird, und sie strömt in jene Weisen, die in der Wahrheitserfahrung verankert sind. Alles andere ist wie ein Traum. Dieses Spiel des Lebens ist ein Gebundensein an Begrenzungen. Es ist eine Szene, ein Schauplatz, welcher die Wahrheit verbirgt. Doch kann der Mensch zum Erkennen der Wahrheit erwachen und erfahren, dass Zeitlosigkeit und Raumlosigkeit sein natürlicher Zustand ist, während die Erfahrung der Welt als Dualität mit Gut und Böse, Glück und Unglück, Freud und Leid ein unnatürlicher Zustand des Menschen ist.

Der Mensch lebt hier auf Erden, um einen Bewusstseinszustand zu erreichen, welchen man als Gott bezeichnen kann, einen Bewusstseinszustand, der ewiges Leben, vollkommener Friede, Freude und das Ziel der Evolution ist.

Zum Inhalt

Die Gottheit ist unendliches, allwissendes Gewahrsein,
zeitlos, raumlos,
auf alles reagierend.
Sie ist Bewusstsein, unbegrenzt, absolut, der Ursprung und die Grundlage aller Formen,
aller Mächte, Kräfte und Energien, aller Erkenntnis und allen Wissens.

Zum Inhalt

 

Gott ist Geist (2. Kor. 17)

Gott ist unendliches Bewusstsein. Das, was alle grossen Religionen mit «Gott» bezeichnen, enthüllt sich der tiefsten Erfahrung als die letztgültige Wirklichkeit, als die höchste Wahrheit. Es gibt nur einen Bereich, in dem wir leben, und das ist Gott. Diese unendliche Wirklichkeit selbst ist der ganze Bereich unserer Erfahrung, der einzige Bereich, den es gibt. Es ist das unermessliche Sein, voll grenzenloser Dimensionen. Es ist die allgegenwärtige Existenz, unbeschreiblich, das Wunder aller Wunder - und dennoch erfahrbar für jeden Menschen, überall und jederzeit.

Die gesamte Schöpfung ist hervorgegangen aus dem Feuer des Energie- Impulses im unendlichen Bewusstsein, aus dem Feuer der schöpferischen Intelligenz. Dieses grenzenlose Bewusstsein ist die Substanz des Universums.

Wenn wir die Welt vom Standpunkt göttlicher Erfahrung aus betrachten, erscheint das ganze All als das Göttliche Selber, als eine Erscheinungsform des Unendlichen. Sehen wir indessen auf unser Universum mit den Augen des physischen Körpers, ist es nichts weiter als ein Gebilde aus Materie, voller Beschränkungen und innerhalb enger Grenzen bestehend. Doch aus der Sicht des Göttlichen, d.h. aus der Dimension höchster Erkenntnis betrachtet, verschwindet der Mensch als Form, wie ihn die körperlichen Sinne wahrnehmen, und an seiner Stelle steht die Gottheit selbst. Überall existiert allein nur die eine Wirklichkeit, der eine Bereich, das eine absolute Bewusstsein, das einzige Sein in allen seinen Aspekten, alles durchstrahlend, allschöpferisch, allvollkommen in jeder Einzelheit - in dem wir leben, in dem wir sind. Wenn wir uns selbst von dieser Sicht aus betrachten, verschwindet die körperliche Gestalt, und an ihrer Stelle steht die göttliche Wirklichkeit. Vom Standpunkt der letzten Realität ist jeder Mensch ein untrennbarer Teil der ewigen Wirklichkeit, und dieses ist der richtige Standpunkt im Leben. Der Mensch ist Geist. Geist ist das wahrhaft Wirkliche im Menschen.

Erkenne, erschaue, erfahre diese vollkommene Wirklichkeit! Lebe entsprechend! Hier geht es nicht bloss um ein Erschauen, sondern um Sein. Hier ist Sehen und Sein identisch. Wenn Du diese Erfahrung machst, erfährst Du Dich als zeitlos und raumlos. Kehrst Du von dieser Erfahrung in den Körper zurück und wirst Dir des Körpers und der Umgebung bewusst, dann lebst Du in Übereinstimmung mit dem, was Du gesehen und erfahren hast: dass Du in Wahrheit zeit-, raumlos und körperlos bist. Du bist Dir bewusst, ein zeit- und raumloses Wesen zu sein und nicht mehr ein zeit- und raumbedingter Körper. Du bist dann nicht mehr Sklave körperlicher Bedürfnisse und Bedingungen, Sklave von Zuständen und Forderungen des Körpers. All das fällt dahin. Von jetzt an fährt der Körper fort, wohl ein Körper wie jeder andere Körper zu sein, und dennoch ist er nicht mehr derselbe. Der Geist im Inneren ist nicht mehr mit dem Körper identisch, sondern mit der Wahrheit. Die Wahrheit lebt zwar durch den Körper, aber sie erfährt ihre Körperlosigkeit, ihre Zeitlosigkeit, ihre Grenzenlosigkeit. Darum verändert sich auch das Verhalten des Körpers. Was normalerweise den Körper stört wie z.B. gegensätzliche Erfahrungen, die charakteristisch sind für diese Welt, wirken jetzt nicht mehr störend. Das, was sich verändert und was enttäuscht, verursacht Unglück und geht zugrunde. Aber das, was Du jetzt mit dieser Erfahrung in dieser veränderlichen Welt entdeckt hast, ist unveränderlich, bleibt sich immer gleich, ist allvollkommen und gleichzeitig die Quelle jedes erdenklichen Universums, jeder nur möglichen Erkenntnis, jeden Wertes, Quelle jeder Erleuchtung, eines jeden Genies, aller Musik, aller Harmonie und Vollkommenheit in ihrer Absolutheit.

Um zu dieser Erfahrung zu gelangen, lerne das Zeitlose in den von der Zeit geformten Körpern zu sehen, das unveränderliche Bewusstsein, die unveränderliche Wahrheit, die unveränderliche Wirklichkeit in den veränderlichen Dingen und Formen. Sieh in den Menschen den Geist der Wahrheit! Eine neue Schau des Lebens, der Menschen und Dinge, mit denen Du zu tun hast, ist erforderlich. Dann siehst Du etwas in ihnen, dessen sie sich nicht bewusst sind, und das ist der göttliche Geist, die Freude aller Freude, der innere Beobachter, der auch den ganzen Raum erfüllt. Erschaue in allem das Freude gebende und inspirierende Angesicht des Göttlichen!

Dann wirst Du mit dem Herzen und den Augen eines Kindes leben, lieben und schauen. Dann wirst Du ein Herz besitzen, wie das eines heiligen Franziskus von Assisi, für den der Mond nicht der Mond war, sondern eine liebende Schwester, die mit ihm gesprochen hat ihm Freude vermittelt und höchste göttliche Gefühle in ihm erweckt hat, weil er die innerste Essenz erkannt hat; eine Schwester, die für ihn gleichzeitig Gott und Christus war. Dieser Herzensreinheit bedarfst Du, dieser Güte und Grösse des Gefühls, die die Sonne Bruder nennt und in ihr das Angesicht Christi, das Herz Gottes, die Wirklichkeit schaut und mit dieser Gemeinschaft pflegt, mit ihr spricht, in ihrem Licht lebt und dieses Licht noch sieht, nachdem die Sonne schon untergegangen ist.

Kultiviere göttliche Beziehungen mit dem Geist in allen und allem, denn «Gott ist Geist». Sprich mit dem Mond als Schwester, mit der Sonne als Bruder, mit der Erde und dem Meer als Mutter und erlebe auf diese Weise die lebendige und dynamische Gegenwart des göttlichen Geistes in allem. Dann folgst Du den Spuren der Mystiker, wirst selber zum Mystiker und erfährst die Schätze des Königreiches der Wahrheit hier und jetzt.

Zum Inhalt

Die richtige innere Haltung

Wenn Güte und Herzensreinheit vorhanden sind, wirst Du ein im Licht der Wahrheit gelebtes Leben verstehen. Dann wirst Du die Omkarananda Upanishad nicht nur hören oder lesen, sondern das Gehörte und Gelesene im täglichen Leben auch anwenden. Dann wirst Du die Sonne nie mehr in der Weise sehen und erfahren, wie das andere immer noch tun. Der Anblick der Sonne wird Dich in das Bewusstsein der Gott-Gegenwart versetzen. Du wirst auch keine Frau mehr als Frau sehen, sondern als Ausdruck des göttlichen Geistes. Alle engen, kleinlichen und unnützen Gedanken fallen von Dir ab, und Deine Sicht weitet sich ins Unendliche. Die äussere Persönlichkeit und Gestalt, die körperliche Erscheinung verblasst zur Bedeutungslosigkeit. Das einzig Wichtige für Dich ist das, was im Inneren ist: eine allsehende Gottheit. Diese Gottheit oder die Wahrheit antwortet Dir, wenn Du Ihrer in jedem Lebewesen gedenkst, sei es Kind oder Greis, Mann oder Frau, guter oder schlechter Mensch, ja in der kleinsten Ameise. Gott antwortet Dir nicht weniger, weil Du Ihn in einer schlechten Person erblickst. Weder vermag die Schlechtigkeit noch die Güte einer Person den Geist in ihr schlecht oder gut zu machen. Er ist höchste Vollkommenheit und Reinheit.

Wenn Deine Intelligenz von Weisheit erfüllt ist, offenbart sich Dir etwas anderes als das, was das physische Auge sieht, und dieses Andere ist die Gegenwart der allwissenden, allsehenden, allmächtigen Intelligenz, die Quelle von allem Schönen und Vollkommenen. Diese Intelligenz ist das Geheimnis unserer Grösse, das Geheimnis unseres Verwurzeltseins im göttlichen Königreich, während wir in einer vergänglichen, problembeladenen Welt leben.

Zum Inhalt

Wir sind von einem gewaltigen Sein umfangen,

das äusserst sensitiv allem gegenüber ist, was in uns und um uns geschieht. Es weiss um unsere Vergangenheit wie um unsere Zukunft und verfügt über endlose Möglichkeiten und Kräfte, unsere Situation zu ändern, und uns jenen Frieden einzugiessen, der unser Leben zur Erfüllung bringt. Volle Erfüllung des Lebens bedeutet, dass das Licht, wenn es einmal erfahren wird, kein Streben nach Erkenntnis mehr erfordert. Wir werden zum sich selbst erhaltenden, sich selbst erleuchtenden Licht, zu einem Licht, in dem unendliche Erkenntnis wohnt und ihren Schrein hat. Wir werden zur Verkörperung unendlicher Freude. Alle Wünsche sind darin erfüllt. Wir werden uns bewusst, eine Form des Göttlichen im formlosen Göttlichen zu sein. Wir werden uns bewusst, dass das Zeit-Raum-Universum einem winzigen Fleckchen Staub zu vergleichen ist, das im unermesslichen Bewusstsein, in der zeitlosen, raumlosen Wirklichkeit seine vorübergehende Existenz hat.

Zum Inhalt

Der wahrhaft
Erkennende erfährt die
sichtbare Schönheit in
der Natur und im Kosmos
als eine Reflexion
der Schönheit des Selbst,
des göttlichen Geistes
in sich selbst.

Zum Inhalt

Wenn Du in den Geist und
das wahre Wesen eines Erleuchteten, eines wahrhaften Meisters, einzudringen vermagst, wird durch seine Gegenwart
die Wahrheit sichtbar.
Er ist der Bote der absoluten, zeitlosen, unpersönlichen Wahrheit, die in seiner Gegenwart persönlich wird.
Er ist die Verwirklichung des göttlichen Geistes in einer Welt der Materie.
Der Evolutionssprozess hat in einem solchen Menschen seine Vollendung,
sein Ziel und sein Ende gefunden.

Zum Inhalt

 

Von der Form zum Formlosen

Durch eine Form kann der geistige Fortschritt zur Erfahrung des Formlosen leichter vor sich gehen. Wir können die höchste transzendente Wirklichkeit leichter erfahren, wenn wir uns dieselbe als eine Form oder Gestalt vorstellen, die wir lieben, die wir anbeten, der wir dienen, und mit der wir eine innere Beziehung haben, sei es das Selbst in uns oder der Schöpfer als das unendliche Sein, aus dem die ganze Schöpfung hervorgeht und zurückkehrt, sei es - aus der Sicht der Veden oder der Upanishaden - Brahma, Krishna; oder im Christentum Jesus der Christus oder Mutter Maria; während im Buddhismus wiederum das «Buddhawesen» das Ziel der Wahrheitserfahrung des Suchenden ist, das als geistiges Prinzip verehrt wird: «Alles ist Geist», oder im Taoismus die All-Einheit des TAO. Darum spielt es keine Rolle, welcher Religion wir angehören. Gott ist Geist, Bewusstsein. Dieses höchste Prinzip ist überall dasselbe.

Was bedeuten nun die vielen Götter in den Veden und Upanishaden? Die vedischen Mantras, die benützt werden, beziehen sich auf verschiedene Götter. Diese Götter sind nichts anderes als die verschiedenen Wirkungsweisen oder Aspekte der höchsten göttlichen Wirklichkeit, die alles ist. Das ist das ganze Geheimnis. Es sind verschiedene Kräfte, die in den vedischen Hymnen und Versen mit Götter bezeichnet werden, und denen die Menschen Namen und Gestalt gegeben haben. Brahma ist z.B. eine solche Kraft, ebenso Varuna, Indra usw., die in den Veden erwähnt werden. Sie alle existieren im Geist der unendlichen Wirklichkeit. Diese Kräfte regieren die Welt und herrschen nach bestimmten Gesetzen im ganzen Universum.

Die Weisen können in intuitiver Schau ihr Bewusstsein ausdehnen und es mit jedem Ding oder Wesen, das sie erkennen wollen, zur Einheit verschmelzen lassen. Eine solche Erfahrung aus erster Hand kann als wirkliche, als direkte Erkenntnis bezeichnet werden. Darum wissen die Weisen auch Bescheid über die verschiedenen astrologischen Kräfte und Beziehungen, und zwar direkt aus der Quelle: von den zusammenwirkenden Mächten und Kräften der Planeten selbst, die im Geist der ewigen Wirklichkeit existieren.

Es gibt viele Religionen, doch alle beziehen sich auf diese eine Wirklichkeit, auf den einen Gott, der sich durch zahllose Formen zum Ausdruck bringt. Du kannst Dich an Ihn wenden, in welcher Form auch immer Du willst: als Wahrheit, als Licht, als Vater, als Erlöser. Ob Du Christus oder Krishna, die göttliche Mutter oder den die Wahrheit erfahrenden Meister anrufst, gleichgültig, welche Form Du benützt, um Dich an diese Wahrheit, an diese Intelligenz zu wenden, sie reagiert und antwortet darauf, und Du wirst diese Wahrheit erfahren, wenn Du ernsthaft den Weg gehst; denn diese Wahrheit, diese Wirklichkeit selbst ist alles. Es gibt nur eine Wahrheit, und die ist, wie der hl. Paulus sagt, unveränderlich, immer dieselbe, heute, gestern und morgen. Alle Gebete, gleichgültig, welche Religion sie als Grundlage haben, sind ein Anruf an die eine Gottheit, um die eine Wahrheit zu erkennen. Die Wahrheit, das unendliche Bewusstsein, kann jede Form annehmen und ist immer dieselbe in jeder Religion. Die höchste unmanifestierte Intelligenz, welche sowohl Objekt als auch Subjekt unendlicher Weisheit ist, kann unser Leben als antwortgebendes Sein, als Führer und als eine beschützende Macht und Gegenwart lenken.

Das entsprechende Ergebnis hängt von unserer eigenen Intensität, Läuterung und Hingabe ab, die wir auf unserem Weg zum Ausdruck bringen. Diese innere Verbindung mit einer Form findet ihr Ende, sobald diese Form in unserer Seele geboren wird und sich uns als die ewige Wirklichkeit - ohne Name und Form - erschliesst. Dann offenbart sich durch die Form, durch die Gestalt, der wir uns zuwenden, das Formlose, Gestaltlose, das Absolute.

Um sich also rascher zu entwickeln und in jedem Gedanken, in jeder Handlung, in allen Gefühlen göttlich zu sein, um diesen illusorischen Bereich, dieses veränderliche, vorübergehende Leben in einen Bereich der Anbetung der göttlichen Gegenwart umzuwandeln, können wir durch den persönlichen Aspekt dieser höchsten Intelligenz persönliche Beziehungen mit ihr pflegen und doch der formlosen Essenz in allem und überall bewusst sein. Das erleichtert unseren Entwicklungsprozess und führt uns rascher voran.

Zum Inhalt

Der persönliche Aspekt Gottes führt Dich letztlich zum unpersönlichen Absoluten

Bist Du ein wahrhaft Gott-suchender Mensch, dann hast Du nur einen Gedanken: Gott - nur ein Gefühl: Gott.

Alle Arbeit wird für Gott, in Gott, durch Gott vollbracht. In Deinem Leben gibt es keine Selbstsucht. Alle Wünsche und Pläne verschwinden. In Dir lebt nur der göttliche Wille, die göttliche Weisheit.

Dein ganzes Tun ist auf Gott eingestellt. Alles wird aus Liebe zu Gott getan.

Bei Deiner alltäglichen Arbeit fühlst Du Dich immer mit Gott verbunden, und kein anderer Gedanke ist in Dir als der Gedanke Deiner Liebe zu Gott. Will Dich ein anderer Gedanke oder eine Versuchung davon ablenken, dann führst Du Deine Gedanken sachte wieder zurück zu dem einen Gedanken an Gott, der für Dich der Wertvollste ist, und alle ablenkenden Gedanken verschwinden. Wenn Du darum bittest, sei Dir Seiner Hilfe gewiss! Ebenso hilft das Mantra, um in Dir selbst bleiben zu können.

Alles überlässt Du Gott, um nichts anderes kümmerst Du Dich als um Gott, denn Du weisst, dass Du durch dieses liebende Überlassen den Impuls erhalten wirst, wie Du Dich in der jeweiligen Situation oder bei einer Entscheidung sowie bei Deiner täglichen Arbeit zu verhalten hast, ohne vorher darüber nachzudenken. Gott in Dir weiss besser, was zu tun ist als Du selbst, und der richtige Impuls wird zur rechten Zeit eintreten, wenn Du immer in Deinem Inneren verbleibst. Du weisst, dass der ständige Gottgedanke, das ständige Verweilen im Gedanken an Gott in Deinem Inneren ohne Ablenkung die Voraussetzung für dieses Überlassen ist.

Um Gottes willen tust Du, was Du normalerweise um deinetwillen tust. Stets unterhältst Du Dich mit Gott oder mit Deinem Selbst im Inneren. Nie vergisst Du dieses innere Gespräch mit Gott; es ist schon in Deinem inneren Wesen fest verankert, da haben keine anderen Gespräche Platz. Als wahrer Gott-Suchender kennst Du kein unnötiges Geschwätz. Alle Worte, die ein weltlicher Mensch als notwendig erachten würde, weist Du als unnötiges Geschwätz zurück, denn das meiste, was im Laufe des Tages gesprochen wird, ist unnötiges Gerede - ausser das Gespräch mit Gott. Auf diese Weise sinkst Du in das Göttliche hinein durch Loslösung von allen Gedanken, allen Gefühlen, Plänen, Wünschen, Neigungen, Abneigungen und allen unnötigen Worten. In Deinem wahrhaft Gott-zentrierten Leben ist Gott oder Dein Selbst der einzige Gesprächspartner. Du erzählst diesem Deinem Selbst alles wie einem guten Freund, ob Du froh oder traurig bist, ob Du Fehler gemacht hast, ob eine schwierige Entscheidung vor Dir liegt oder ob Du Leid erfährst - Du überlässt das Ergebnis in tiefem Vertrauen und grosser Dankbarkeit dieser göttlichen Macht. Sie wird dann für alles sorgen.

Dieser gänzliche und liebende Überlassungszustand und die innige Verbundenheit mit der göttlichen Existenz ist der sicherste Weg und die grösste Hilfe. Dein Leben ist still und ruhig geworden, und Du lebst eingehüllt in eine Wolke von innerem Glück, das ein weltlicher Mensch niemals verstehen kann.

Das ist der grosse Wert und die grosse Hilfe des persönlichen Aspekts des Unpersönlichen - des Absoluten. Es ist der Weg von der Form zum Formlosen.

Zum Inhalt

Dein Denken
bestimmt Dein Tun.
Achte auf Deine Gedanken,
Deine Handlungen
werden auf sich selbst achten.

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Die Zeugungskraft des Gedankens

Der Gedanke, die Idee, ist die Urkraft hinter aller Schöpfung. Das ganze Universum ist eine Erscheinungswelt und ist auf einen einzigen Gedanken zurückzuführen, der in der kosmischen Intelligenz erstand.

Dieser erste Gedanke im Unendlichen manifestierte sich als eine Schwingung, als Impuls, welcher aus der Ewigen Stille des göttlichen Seins hervorgegangen ist. Diese Schwingung ist unendlich höher als die der feinsten Partikel und ist so subtil, dass der menschliche Geist sie nicht registrieren kann.

Das ganze Weltall ist die verdichtete,
die stoff-gewordene Ur-Idee des göttlichen Geistes.

Reine Gedanken führen den Menschen zum Erkennen seiner Göttlichkeit. Reine Gedanken sind das Instrument, um schöpferische Kraft zu erlangen. Der Gedanke ist eine vitale, dynamische Kraft, die lebensvollste, subtilste und unwiderstehlichste Kraft, die im Universum existiert. Der Mensch als Person kann aufhören zu sein, doch seine Gedanken können niemals vergehen.

Alle Gedanken, die Du aus Deinem eigenen Sein in das All projizierst, schwingen durch den Raum und verbinden sich mit Gedanken ähnlicher Art, die von Gleichgesinnten ausgesendet werden. Und schliesslich werden alle reinen, lichtvollen Gedanken in ihrer Gesamtheit sich mit ungeheurer Macht den Gedanken der Finsternis entgegenstellen, die gegenwärtig die guten Kräfte zu überwältigen drohen. Das kann man mit «Kampf zwischen Licht und Finsternis» bezeichnen.

Diese Zeugungskraft des Gedankens gilt auch für das tägliche Leben. Alles, was Du siehst, tust, erfährst, hat seinen Ursprung in Deinen Gedanken. Jede kleine Erfahrung, ob sinnliche Erfahrung, göttliche, geistige oder psychische Erfahrung, alles entspringt den Gedanken. Wenn ein Architekt ein Haus bauen will, entsteht der ganze Plan, die Idee zuerst in seinem Kopf, seiner Intelligenz, seinem Bewusstsein. Dann erst wird er in die Tat umgesetzt. Bei einem Verbrecher entstehen die Pläne erst in seinen Gedanken. Fühlt sich jemand zum Göttlichen hingezogen, geschieht dies in Gedanken, dann erst folgt die Tat als geistige Arbeit. Alles kommt von dort, Gutes, Böses, alle Erfahrungen, die Du machst, alles, was Du erreichen willst, alles, was Du geniessen willst, alles beginnt zuerst in Gedanken, in der Intelligenz und wird erst dann in die Tat umgesetzt. In Gedanken wird man sich seiner Göttlichkeit bewusst. Ebenso kommen schlechte Taten nicht von aussen, sondern entstehen in Gedanken. Darum kann man Taten allein, Taten an sich, weder mit «gut» noch mit «schlecht» bezeichnen. Der negative oder positive Beweggrund für Taten beginnt schon in Gedanken und wird erst dann zur Tat. Alles entspringt der Intelligenz, dem Gedanken.

Nütze diese Tatsache, indem Du Deine Gedanken zur Anbetung Gottes benützt und sie zur Tat werden lässt. Ob Du das willst, hängt von Deiner inneren Verfassung ab. Lass deshalb aus Deiner Intelligenz, Deinem Bewusstsein, Deinen Gedanken mentale Gebete, mentale Geistigkeit, kosmische Anbetung zur Tat werden. Du kannst Deine Gedanken zur Tat werden lassen, indem Du Dich bemühst, Deinen Charakter einer Kontrolle zu unterziehen, um eine vollkommene Umwandlung zu erzielen, die notwendig ist für den geistigen Weg. Deine Denkänderung, die so nötig ist, um Erkenntnis zu erlangen, wird Dir dann den rechten Weg weisen, denn aus den Gedanken entspringt die Tat. Alles hängt von Dir selbst ab. Eine solche Methode, die grosse Aufmerksamkeit erfordert, erhöht die Empfindsamkeit für die göttliche Gegenwart, erhöht die Wahrnehmungsfähigkeit für die alles durchdringende Transzendenz.

Zum Inhalt

Der Weg ist breit
und gerade, doch die Menschen lieben Seitenwege und
verlieren das Ziel aus
den Augen.

Laotse

Zum Inhalt

Gott und Seine Manifestationen sind nicht zwei verschiedene Dinge. Sie sind ein und dasselbe.
In Deinem innersten Wesen bist Du potentiell Gott.

Zum Inhalt

 

Zwei Königreiche und doch zugleich Eines

Dieses Königreich, diese Welt, ist eine begrenzte Ausdrucksweise des unbegrenzten Königreichs der endlosen Wunder. Was immer auch die Begrenzungen, Schwächen, Mängel und Unzulänglichkeiten sein mögen, die wir in unserer eigenen Welt, in unserem Erkennen und in unserem Erleben in diesem Königreich der Erde und Materie, in diesem Reich der Natur, mit unserem beschränkten menschlichen Geist im Leben wahrnehmen - jenes Königreich des unbegrenzten Bewusstseins ist vollkommen. Jenes Königreich ist absolutes Erkennen, das unbeschreiblich ist in Seinem Wesen. Jenes Königreich erhält dieses Königreich. Unsere Erfahrung sowie die Erfahrung der höchsten Mystiker und die Erfahrung Christi haben uns zu verstehen gegeben, dass jenes Königreich nicht von dieser Welt ist. Aber ich möchte klarstellen, dass, obwohl uns jenes Königreich als jenseits dieser Welt, in der wir Unvollkommenheiten, Leid, Sorgen, Krankheiten, Unwissenheit, Dualität erleben, erscheint, diese Welt nicht getrennt ist von jenem vollkommenen Königreich, sondern beide sind ein einziges Ganzes. Unsere Welt der Dualität ist durchdrungen vom zeit- und raumlosen Absoluten und nicht davon getrennt. Es ist nur unsere beschränkte Sichtweise, die uns beide Welten voneinander getrennt erscheinen lässt und von zwei Aspekten des einen unteilbaren Ganzen nur einen Aspekt wahrnimmt: unsere Welt von Zeit und Raum.

Wie kann diese Welt der Gegensätze, des Missklangs, des Irrtums, des Leidens, der Krankheit und Furcht mit all ihrem Schmutz, ihren Greueln und ihrem Hader, einer Welt von Zeit und Raum, zugleich die Welt eines zeitlosen, raumlosen Seins von umwandelnder Weisheit und alles einschliessender, allheilender Liebe sein? Der Schlüssel liegt darin: Erst vom absoluten Standpunkt aus, von dem ein Erleuchteter jene Welt des unzerstörbaren, ewig gleich bleibenden, allvollkommenen göttlichen Bewusstseins erfährt, kann diese Welt richtig gesehen und wahrgenommen und als eins mit dem Absoluten erkannt werden. Das Eine wird in der Gegensätzlichkeit entdeckt, die Es zugleich transzendiert. Das erfährt eine zum absoluten Standpunkt gereifte und erwachte Seele.

Doch wie soll dieses Erkennen geschehen? Wie gelangen wir über die Erfahrung einer Welt der Gegensätze, des Leids und Elends hinaus? Wie soll sie überwunden werden?

Die äussere Welt muss im Geiste überwunden werden, damit man sich ihrer wahrhaft erfreuen kann. Das geschieht, indem wir sie durch beständiges Insichgekehrtsein von innen heraus mit klarem Geist betrachten; durch Nachsinnen über die Unendlichkeit Gottes oder des Bewusstseins mit Liebe überfluten, und den Wesensmerkmalen des schöpferischen Bewusstseins, die im inneren Königreich schlummen, Ausdruck verleihen. Nur durch die Erfahrung der inneren Welt, durch Entfaltung der Schätze des Königreichs im Inneren kann die äussere Welt richtig erkannt und dadurch überwunden werden.

Dieses innere Reich, das auch die Seele des äusseren Bereichs ist, den es transzendiert, ist der Ort, wo der Geist Christi in uns seine Stätte hat. Es ist Christus, der Heilige Geist, Gott - alle drei in Einem, das Eine in den Dreien. Für den menschlichen Verstand, der nur Teile der Wirklichkeit sieht, sind es drei, doch im inneren Bewusstsein, das die Ganzheit wahrnimmt, sind die drei Eins - die Eine totale Wirklichkeit.

Um diese Erkenntnis zu erlangen, sind gewisse Voraussetzungen erforderlich: Suche das Göttliche, das Reich Gottes zuerst! Begehre mit der ganzen Kraft Deiner Seele nichts anderes als Gott allein! Überlass alles Gott. Seine Gegenwart gibt Dir Kraft und Stärke, das Beste in Dir zu entfalten, sie befähigt Dich, aus der Liebe zu leben, mit den Augen der höheren Weisheit zu sehen und Dein Wesen ins Übermenschliche wachsen zu lassen. Auch die Früchte Deiner Meditation und Deiner Arbeit übergib Gott, und bring alles, was Du besitzt, immer wieder im Geiste Gott dar. Löse Dich innerlich von allem. Die totale Umwandlung der Persönlichkeit und der Denkweise ist die Bedingung zum Erkennen der Wahrheit.

Diese Welt wird nicht durch Machtentfaltung überwunden, nicht durch Eroberung, nicht indem man sich von Sinneserfahrungen beherrschen lässt, nicht durch Besitz, Kriege, Verurteilen oder Vorurteil, sondern durch zunehmendes Verstehen, durch das intensive Nachsinnen über die unmittelbare Gegenwart Gottes in Dir und rund um Dich her, durch die Entfaltung einer Liebe, die geistig allumfassend ist, durch den unmittelbaren Kontakt mit dem geistigen Sein - Gott genannt.

Lebe ein Leben, das Du der Wahrheit übergibst, ein Leben, das von Disziplinen bestimmt wird - von Disziplinen der Hingabe, einer Hingabe an das, was ewig ist, das, was unbedingt, absolut ist, ein Leben, das von der Macht der Erkenntnis der Wahrheit beherrscht wird, von göttlicher Erkenntnis, der ewigen, unwandelbaren und immer wahren Erkenntnis; einer Erkenntnis, die alle Religionen, alle Kulturen, alle Länder und Völker unserer Welt sowie der unsichtbaren Welten umfasst; einer Erkenntnis, die immer, überall und zu allen Zeiten Gültigkeit hat. Zu einer solchen Erkenntnis muss sich der Mensch emporentwickeln, um das göttliche Reich, in dem er jetzt schon lebt ohne es zu erkennen, zu entdecken. Durch solche Disziplinen entfaltet sich unser begrenztes Bewusstsein in immer weitere Dimensionen, um immer mehr erkennen zu können.

Der voll Erleuchtete erfährt diese Welt durch sein in die Unendlichkeit entfaltetes Bewusstsein, wie sie wirklich ist und sieht, dass beide Welten jenseits aller Unterschiedlichkeit ineinander verschmelzen. Das ist die höchste Weisheit, die ganz spontan erklärt: «Ich und der Vater sind eins.»

Unsere Welt als solche scheint diesem Zweck des Daseins und der Evolution nicht zu entsprechen. Darum spricht Jesus Christus die Worte: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt.» Doch wir haben zwei Welten der Wahrnehmung und Erfahrung: die äussere, die einem Unwissenden einen lebendigen Kontakt mit den nie versiegenden unerschöpflichen Quellen des inneren Reichs verwehrt, und die andere Wahrnehmung jener weiten, ewig währenden, allem zugrundeliegenden Welt, die wir im Inneren tragen. Jenseits unserer äusseren Intelligenz ist das göttliche Reich erfahrbar, in dem des Lebens wahrste und vollste Freude, Macht und Vollkommenheit zu finden sind. Jemand, der dieses göttliche Reich beständig erlebt, für den ist die «äussere» Welt in dieses göttliche Reich eingetaucht, das durch die verbergenden Hüllen der Erscheinungswelt hindurch offenbar wird.

Wenn uns diese höchste Erfahrung nicht zuteil wird, dann welken wir in dieser Welt der Unvollkommenheiten und des Unglücks dahin. Dieses Reich mit seinen schwerwiegenden Begrenzungen kann überwunden werden, wenn es als Entwicklungsort zum Erreichen des absoluten Standpunkts benützt wird, der uns beide Welten als das EINE wahrnehmen lässt. Dann gewinnen wir den Blick für das Zeitlose in der Zeit und für das Raumlose im Raum. Dann hat sich uns das Geheimnis des Seins erschlossen, wir haben die Begrenzungen des Verstandes durchbrochen, leben jenseits des Bereichs der Gegensätze und erfahren alles von der höchsten Schau.

Lasst uns beständig mit der Kraft, die das Göttliche selbst gibt, und mit der Sprache, die das Göttliche selbst erschaffen hat, die unendliche Wirklichkeit anbeten und verherrlichen. Alle Glorie sei der Gottheit! Möge diese Existenz in Dir zum Ausdruck gelangen. Möge der göttliche Friede Deine Erfahrung sein. Ich bin furchtlos, weil ich die Wahrheit erfahre. Ich bin frei, weil ich die Wahrheit erkannt habe.

Mögest auch Du frei sein. Erkenne die Wahrheit! Mögest auch Du furchtlos sein. Erfahre die Wahrheit! Lebe in der Wahrheit! Deine Grösse ist unermesslich in der Wahrheit. Deine Liebe ist unbegrenzt in der Wahrheit. Dein Friede, Deine Freude, Deine Harmonie, Deine Freiheit und Dein Leben sind grenzenlos in der Wahrheit. Das ist Grösse. Die ganze Welt wird eines Tages verschwinden. Aller Reichtum der Welt ist nichts als Asche. Wahrer Reichtum liegt im Gewahrsein der göttlichen Wirklichkeit in Dir selbst. Das kann erfahren werden.

Das schöpferische Bewusstsein, welches die Welt zur Existenz gebracht hat und sie erhält, ist in Dir. Es ist Deine Seele. Erkenne dies! Es ist das «Bildnis Gottes» in Dir. Es ist die göttliche Substanz, aus der Du erschaffen wurdest. Lass uns diese Gottheit, welche vor uns, hinter uns, über uns, in uns, überall ist, verehren und anbeten! Möge die Gottheit Euch allen Ihre Gnade in höchster Fülle gewähren.

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Die Wahrheit über sich
selbst ist allein wert,
erforscht und erkannt zu werden. Diese Wahrheit oder das Selbst wird
nur durch Stillsein erkannt.

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Alle Übungen und alle Bemühungen sind lediglich darauf ausgerichtet,
den Geist zum Schweigen zu bringen. Denn, wenn das Denken schweigt, offenbart sich die Wahrheit von selbst.

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Das Ziel

Lenke Deine Aufmerksamkeit auf die Wunder, die sich in Deinem innersten Bewusstsein befinden. In der inneren Welt geht es um eine Welt endlosen Entzückens, es ist eine Welt unendlichen Friedens und der Vollkommenheit, es ist eine Welt, in der alles selbsterhaltend, selbstleuchtend, selbstgenügend ist. Obschon es wahr ist, dass der Mensch auf seiner jetzigen begrenzten Ebene eine äussere Welt der Unvollkommenheit erfährt, so ist es ebenso wahr, dass in ihm eine innere Welt der Vollkommenheit existiert.

Wenn Dein ganzes Wesen erfüllt ist von einer grossen, bedingungslosen, alles einschliessenden Liebe, einer Liebe, welche alle Geschöpfe umfasst, wenn die Feuer Deines geistigen Suchens brennen, wenn die Weisheit in Dir erwacht und sich zum Ausdruck bringt, dann wirst Du Tag um Tag der göttlichen Gegenwart in Dir immer bewusster werden, einer Gegenwart, die nicht nur in Dir, sondern auch über Dir, unter Dir, um Dich her und überall ist; dann wirst Du lachen über die Wirklichkeit dieser Welt oder auch über die Wirklichkeit der okkulten und anderer Welten. Es ist wahr und undiskutabel, dass es diese Realitäten wie unsere Welt, okkulte oder andere Welten gibt, aber sie sind nur für ein bis zu einem bestimmten Grad entwickeltes menschliches Bewusstsein, eine bestimmte menschliche begrenzte Erfahrung wirklich. Sie sind vergängliche Erscheinungsformen. Wenn wir jenseits dieser Bewusstseinsebene sind, wenn wir sie transzendieren, dann bestehen weder diese Welt noch okkulte und andere Welten, noch werden diese Existenzebenen für uns sichtbar sein, denn wir werden selbst zum Meer des allschöpferischen Lichtes, wir werden zum unbegrenzten unendlichen Licht der allgegenwärtigen Gottheit. Das ist unser Ziel.

Von diesem Standpunkt des nie wechselnden, unendlichen eigenschaftslosen Gott-Bewusstseins in unserem Inneren werden die flüchtigen, vergänglichen Zustände dieses jetzigen Universums oder anderer Welten nicht mehr sichtbar, weil sie nicht wirklich existieren. Deshalb können auch die sogenannten «fliegenden Untertassen» nach denen ich gefragt wurde, nur von Interesse für die begrenzte Erfahrung der Bewohner dieser Erde sein, aber sie sind es nicht für die Gottgeborenen, die zum Himmel Strebenden, denn alles in ihnen begehrt die unendliche unbegrenzte Gottheit an sich. Alles andere ist Begrenzungen unterworfen. Gottheit allein ist unbegrenzt, unermesslich, ewig. Die gesamte Schöpfung ist nicht wichtig. Alle Welten sind lediglich Ausdrucksformen des einen schöpferischen Geistes und darum nicht von Bedeutung. Diese Erscheinungsform der Schöpfung wird erschaffen und wieder aufgelöst. Der schöpferische Geist, das schöpferische Bewusstsein hinter aller Erscheinung jedoch ist ewig und unvergänglich. Das zu erkennen ist das Ziel der menschlichen Entwicklung.

Wenn ein Mensch diese hohe Erkenntnisstufe erreicht, dann wird sein Wissen zur All-Wissenheit, sein inneres Wesen zur All-Gegenwart, in der es weder Zeit noch Raum gibt. Diese Wahrheit bewusst zu verwirklichen und bewusst als Wahrheit zu leben, ist das Ziel der menschlichen Existenz. Was dieser Entwicklung entgegensteht muss hinweggefegt werden, denn wir sind keine Wesen von Erde und Staub, keine Staubgeborenen, wir sind auch keine Naturwesen und nicht nur Bewohner dieser Erde. Wir sind in jeder Zelle unseres Wesens göttlich, und der Mensch ist dazu bestimmt, diese Wahrheit zu erfahren - im Bereich der Gefühle, der Gedanken, der Taten, seines ganzen Wesens.

Wir können auf diese Welt und auf okkulte Welten hinunterschauen, ebenso wie wir von irgendeinem Aussichtspunkt aus in die Ebene hinunterblicken können, denn die Dimensionen unseres Bewusstseins sind unendlich, unermesslich, grenzenlos.

Auf unserem geistigen Pfad werden wir von Erfahrung zu Erfahrung geführt, von einer Verwirklichung zu einer noch höheren Verwirklichung. All das können wir von Experiment zu Experiment erforschen. Ihr alle habt die Wahl, Euch in der äusseren Welt an Eure Sinne zu verlieren in dieser Welt der Unvollkommenheit, des Misslingens, des Schmerzes und des Leidens und Euch an ein begrenztes Leben anzuklammern, um dann vom Tod überrascht zu werden; Ihr könnt Eure Zeit und Eure Kräfte in der Suche nach sinnlichen Freuden vergeuden und als Folge das Alter mit allen Schwächen, Krankheiten und Unannehmlichkeiten erleben, oder Ihr könnt das Reich Gottes wählen und in dieses eintreten. Gott hat uns alle Fähigkeiten, Energien und Möglichkeiten gegeben, damit wir das Tor zu diesem Königreich in uns finden können. In jedem von uns liegt eine Welt unendlicher Vollkommenheit, und diese Welt gehört zu Eurem inneren Blut, diese Welt ist die ganze Schöpferkraft Eures inneren Wesens und Seins. In der Erfahrung dieser Welt seid Ihr unsterblich, zeitlos, all-friedvoll, all-leuchtend und all-vollkommen. In der Erfahrung der äusseren Welt seid Ihr unvollkommen, seid Ihr sterblich.

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Gross ist Eure Glorie, denn Ihr alle seid Träger des unendlichen allmächtigen Bewusstseins.

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In jedem von uns
wohnt das unzerstörbare Licht, der ewige Zeuge. Die ganze Schöpfung ist durchstrahlt vom Licht des allschöpferischen Bewusstseins.

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Höherer Bewusstseinszustand und Drogen

Uebersinnliche Erfahrungen, verursacht durch Drogen, sind gefährlich, auch wenn sie Dich momentan in einen glücklichen Zustand versetzen. Auch wenn Du glaubst, innere Harmonie gefunden zu haben und in einem höheren Zustand zu leben, so dauert das nicht lange, ehe neue Probleme auftauchen, denn in der Welt des Gemüts gibt es nichts als Chaos. Die Lösung für dieses Gemüt und für unser Leben hier auf Erden sind nicht Drogen, sondern unsere Rettung liegt in der Erkenntnis und Erfahrung unseres wahren Wesens, in der Erfahrung unserer Unsterblichkeit. Und dies ist eine innere Entwicklung und soll ganz natürlich vor sich gehen und kann nicht durch Drogen, also nicht künstlich erzeugt werden. Auch wenn diese übersinnliche Erfahrung als Geschenk zuteil würde, so wäre sie falsch und dauerte nicht an, wäre nicht richtig gewonnen, weil sie nicht erarbeitet wurde durch Umwandlung des Denkens, Läuterung des inneren Wesens durch Arbeit, durch Liebe, durch grosszügiges Denken und durch entsprechende Übungen und Disziplinen, wodurch sich das Bewusstsein in ungeahnte Weiten entfalten kann. Ein künstliches Erzeugnis mittels Drogen ist nicht das Ergebnis einer natürlichen inneren Entwicklung.

Da die Erfahrung des Lichts der Erkenntnis in uns ewig, unendlich und von allem unabhängig ist, kann diese nicht künstlich erzeugt werden. Wir können eine künstliche Sonne schaffen durch technischen Fortschritt, aber niemals können wir durch Drogen künstlich das Licht erschaffen, das unsere Seele ist. Dieses Bewusstseinslicht ist ungeborenes ewiges Licht, ein von allem unabhängiges Licht. Das zu erfahren ist das Ziel unseres Lebens. Alle Mantras und unsere verzweifelte Sehnsucht führen zu diesem Ziel, führen dazu, dieses ewige Licht zu besitzen, zu erfahren, zu geniessen, sich seiner bewusst zu werden und in Glückseligkeit und Harmonie zu leben. Von diesem Erkenntnislicht fliesst in unser Gemüt und unsere Intelligenz ein Strom von Weisheit, und damit fliesst Friede, Freude und unzerstörbares Glück in uns ein. Wir erkennen die Quelle allen Wissens, aller Wahrnehmung, aller Intuitionen, aller Offenbarungen, aller Erkenntnis und Weisheit als unser eigens wahres Selbst. Die äusseren Umstände ändern sich ständig. Das ist das Wesen des Lebens in der Welt. Aber wenn man innerlich einmal in diesem Erkenntnislicht, dem Selbst verwurzelt ist, dann ist man gerettet und wird in sich selbst zu einem Zentrum der grenzenlosen inneren Zufriedenheit, Glückseligkeit, Göttlichkeit und damit von allen Begrenzungen befreit, von allem Jammer, den uns das Leben beschert. Durch natürliche innere Entwicklung findet man zurück in seinen wahren Zustand, der wirkliches Leben ist.

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Der Mensch
hat die Welt in ihrer Wahrheit nicht erkannt.
Seine Schau hat sich
nach aussen gekehrt,
sein Geist gespalten.
Er erkennt im allgemeinen nicht,
dass diese Welt letztlich eine Welt der Wahrheit ist.

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Reines Bewusstsein, der wahre Gott

Der wirkliche Mensch

Die eine höchste Wirklichkeit - Gott - ist das wirkliche Wesen des Menschen. Es ist das uns innewohnende schöpferische Bewusstsein, ein Bewusstsein, das keine Grenzen kennt. Es ist unsere Existenz. Der Genius des Lebens liegt darin, Es zu erfahren.

Ohne dieses Bewusstsein, diese Existenz, haben wir keine auch nur denkbare Erfahrung von irgend etwas. Es mag ein Tisch hier stehen oder Musik gespielt werden, aber wir haben keine Erfahrung davon ohne Bewusstsein, ohne Existenz. Dieses Bewusstsein, diese zentrale Wirklichkeit ist die Grundlage aller Erfahrungen. Es ist unser geistiges Herz, es ist die Tiefe in uns, aus der sich unsere Intelligenz und auch die Fähigkeit zu erfahren erheben. Dieses Bewusstsein ist grenzenlos; es birgt Tiefen innerhalb von Tiefen in sich, Höhen über Höhen, es überschreitet jegliche Ausdehnung. Es ist eine dimensionslose Dimension. Das ist der wirkliche Mensch. Jener Mensch, der sichtbar ist, ändert sich ständig. Diese Existenz in uns aber bleibt unveränderlich. Alles das, was der Mensch an der Oberfläche zu sein scheint, ist begrenzt, kann umgewandelt werden und kann überwunden, transzendiert werden. All unsere Gedanken können wir entlassen und uns eine neue Denkweise aneignen und unser wahrnehmendes Bewusstsein über alle Gedankenphänomene erheben. Wir sind mehr als all diese.

In seinem grundlegenden Wesen ist das menschliche Individuum diese dimensionslose Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit ist Eines. Sie ist in allen, Sie ist der vereinende Faktor, der alle Wesen eint. In Ihr sind wir alle eins. In Ihr leben wir. In Ihr atmen wir. In Ihr arbeiten wir. Alle unsere Erfahrungen sind nur durch diese Wirklichkeit möglich. Wenn der Mensch diese Wahrheit erfährt, erkennt er sich selbst als dimensionslose Wirklichkeit, die Reines Bewusstsein ist, grenzenlos, unendlich, unermesslich.

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Unwissenheit über die wahre Bedeutung Gottes

Unsere Zeit scheint Gott gegenüber ablehnend eingestellt zu sein. Diese ablehnende Haltung entspringt der Unwissenheit hinsichtlich der tatsächlichen Bedeutung Gottes, denn Gott ist Existenz, ist Reines Bewusstsein, das unser Leben, unsere Erfahrungen und Gedanken erst ermöglicht. Wir sind von Existenz nicht zu trennen, und Existenz ist überall dieselbe. Sie ist unzerstörbar. Unsere Körper mögen sich verändern und sterben, der Kosmos mag vergehen, alles mag sich verändern, doch da ist Etwas, und dieses Etwas ist ein Etwas, das immer war, immer ist und immer sein wird.

Diese Existenz in uns, diese Wirklichkeit ist die Wahrheit und wird Gott genannt. Sie ist die Quelle unserer Schöpferkraft. Sie ist Glückseligkeit, Erkenntnis, Erleuchtung. Sie ist schöpferisches Bewusstsein. Sie ist alles.

Die falsche Haltung hinsichtlich Gott zu korrigieren sollte das tiefste Anliegen eines jeden Priesters, eines jeden Professors, eines weisen Menschen oder grossen Denkers sein, die daran interessiert sind, unparteiisch das Antlitz der Wahrheit zu suchen und diese Erkenntnis zu verbreiten.

Wir sollten nicht die Tatsache vergessen, dass dieses Universum, welches unseren Sinnen so lebendig und gross erscheint, eine winzig kleine, armselige Projektion in dieser grenzenlosen Wirklichkeit, im Unendlichen ist. Der ganze Kosmos ist nicht einmal ein kleines Stäubchen in der unendlichen Wirklichkeit, welche im menschlichen Individuum verkörpert ist. Sie kann kontaktiert werden. Diese Wahrheit kann erfahren werden. Sie durchdringt unsere Intelligenz und alle äusseren Wirklichkeiten. Es gibt keinen Ort, wo sie nicht gegenwärtig ist. Sie ist die Quelle von allem, sie ist die Schöpferkraft des Menschen. Unsere Bestimmung liegt darin, sie zu erfahren.

Wenn wir diese Wirklichkeit berühren, berühren wir alle Zyklen der Schöpfung. Die Wahrheit ist all-umfassend. Die endlose Zukunft vor uns, die endlose Vergangenheit hinter uns sind jetzt hier, im Herzen der Wahrheit, in dieser dimensionslosen all-wunderbaren Wirklichkeit, mit der wir in jeder nur denkbaren Form in Verbindung treten können, sei es in Gedanken, im Nachsinnen, in Kontemplation, durch Beobachtung der äusseren Natur, durch künstlerische ästhetische, intellektuelle Aktivitäten, durch tägliche Arbeit - in allen Umständen des Lebens. Dieser Gott ist die uns am allernächsten seiende Wirklichkeit, Bewußtsein, Wahrheit.

Diese wunderbare Wirklichkeit hat in Sich-Selbst eine Wahrnehmung von allem, obwohl sie selbst von nichts wahrgenommen werden kann. Sie ist unendliche Erkenntnis. Die grössten Geister der Menschheit haben diese Wirklichkeit berührt und haben uns ihre Erfahrung dieser Wirklichkeit hinterlassen. Sie haben uns auch die Techniken erklärt, wie diese Wahrheit zu erfahren ist. Auch wenn sie uns keine Technik hinterlassen hätten, würde die Wahrheit in uns ihre eigenen Techniken projizieren, um uns zu helfen diese Wahrheit zu verwirklichen. Dann wird das Göttliche in uns zum Lehrer und lehrt uns.

So wie ein kleiner stiller Gedanke uns unsere unmittelbaren Probleme erklärt und dieselben löst, so wirkt in derselben Weise die Wahrheit, wenn in uns Stille und Ruhe ist, und lässt ein kleines Licht in unserer Intelligenz aufleuchten, das uns befähigt, eine Technik zu entdecken, die uns zur Wahrheitserfahrung führt.

Aufgrund dieser Wirklichkeit, dieses Bewusstseins oder dieses Gottes in uns, strebt die Menschheit nach Erkenntnis, nach Vergnügen, nach Frieden, Besitz und Schönheit, nach Wissen durch die Wissenschaften und durch das Wirken der Vernunft. Es ist der Druck der göttlichen Intelligenz in uns, welcher die Ursache all unseres Strebens nach diesen verschiedenen Werten ist, wie Schönheit durch Kunst, Vergnügen durch die Sinnesobjekte und Sinnesfreuden, oder die Suche nach Wahrheit durch unsere Bildungs-Institutionen, Wissenschaften und durch Philosophie. Das bedeutet, dass wir ein und dieselbe Wahrheit sind. Unendlich sind die Segnungen, diese Wahrheit zu erfahren.

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Denke über diese Wahrheit nach

Sogar während der Arbeit, während des Autofahrens, während der täglichen Pflichten kann ein Teil unseres Wesens über diese Wahrheit nachsinnen. Und je mehr wir darüber nachdenken, je klarer unser Verstehen hinsichtlich unserer Verbindung mit dieser Existenz, desto mehr fallen die Ängste des Lebens weg. Die Probleme des Lebens lösen sich selbst, wir haben eine neue Einstellung, eine neue Schau. Sogar die Furcht vor dem Tod verschwindet, denn wir erkennen uns selbst als Existenz. Diese Existenz kann jeden beliebigen Körper annehmen, sie kann auch ohne Körper existieren.

Ein einfacher Mensch, der sich nichts vorstellen kann unter Begriffen wie Reines Bewusstsein oder das Unendliche oder Wahrheit, kann eine Form gebrauchen oder sich die göttliche Gegenwart vorstellen, denn die Wahrheit ist alles. Reines Bewusstsein, die Existenz in uns, welche in jedermann ist, kann eine Form annehmen und in unserem täglichen Leben als Vater, als Gott, als Jesus, als Shiva, je nach unserer Vorstellung erscheinen. Die liebende Hinwendung und der Schlag des Herzens mit dem geliebten Namen machen diesen Menschen rein in seinem Wesen, befreien ihn von niederen Impulsen und halten ihn in ständigem Einklang mit der göttlichen Gegenwart. Diese höchste Existenz ist überall, ist all-wissend, all-sehend, aller Dinge Zeuge und hört den Schlag unseres Herzens mit dem geliebten Namen.

Wenn nun dieser Mensch in innerer Reinheit, Liebe und Hingabe wächst, wenn sein spirituelles Wesen und Leben sich vertiefen und reifen, nimmt diese göttliche Existenz - wie schon erwähnt - eine Gestalt an, sei es Gott-Vater oder Jesus, wenn der Betreffende sich z.B. zu Jesus hingezogen fühlt und sich Ihn vorstellt. Das reinigt und erleuchtet diesen Menschen weiterhin, so dass er auch im Schlafe fühlt, dass er mit dem Göttlichen schläft. Während des Essens hat er die Vorstellung, dass Jesus ihm gegenüber sitzt und mit ihm isst. Wenn er geht, hat er das Gefühl, dass Seine Gegenwart neben ihm geht, so wie es bei verschiedenen christlichen Heiligen der Fall war, (denken wir z.B. an Katharina von Siena). In jedem Menschen nimmt er diese Form des Göttlichen wahr. Überall sieht er dieselbe göttliche Form. Durch diesen Dauerzustand wächst er mehr in die Dimension innerer Reinheit, Erleuchtung, Weisheit hinein, bis sich die Form, mit welcher er innige Beziehungen entwickelt hat als das Innere Bewusstsein in ihm selbst enthüllt, als die höchste Existenz in ihm selbst, als das höchste Bewusstsein, das Absolute in ihm und überall.

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Bewusstsein kann jede Form projizieren

Dem göttlichen Bewusstsein ist alles möglich, weil Es unendlich ist in Seinem Potential. Es kann der Erfahrende und zugleich das erfahrene Objekt sein. Alle unendlichen Möglichkeiten sind latent in Ihm. Es kann jede Form projizieren. In den grossen Poeten projiziert Es alle Arten von Formen, Worten und Gedanken. Im Geist des Musikers projiziert Es musikalische Formen und Töne und im Geist des erleuchteten Weisen nimmt Es Sich Selbst wahr, erkennt Sich Selbst, erfährt Sich Selbst. Im Herzen einer guten Frau wirkt Es als Hingabe, Liebe, Güte, Selbstlosigkeit, Opferfreudigkeit und dienende Liebe. Und doch hat Es keine Form und keinen Namen. Es ist eine wunderbare Wirklichkeit. Im träumenden Menschen erschafft Es verschiedene Erfahrungswelten. Es erschafft Berge, Flüsse und Personen. Und doch, versuche zu analysieren und zu sehen, was da ist, ob Bewusstsein irgendeine Form oder einen Namen hat? Keine Form - keinen Namen. Und doch kann Es alle Formen projizieren.

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Das Eine Bewusstsein spaltet sich in das Viele

Dieses Bewusstsein kann das menschliche Individuum befähigen, im überbewussten Zustand Wunderbares zu erfahren. Es kann aus dem Menschen ein kreatives Geschöpf auf höchster Ebene machen. Doch in Sich Selbst scheint Bewusstsein nichts zu sein. Es birgt in sich Tiefen über Tiefen, Höhen über Höhen und kann sich in die Unendlichkeit ausdehnen.

Was immer die Vorstellungen der alten jüdischen Propheten von Gott gewesen sein mögen, diese alles durchdringende all-wissende, unendliche göttliche Existenz, das Reine Bewusstsein, hat sich ihnen und ihrer Erfahrung als Das gezeigt, das sie sich als Gott oder Gottheit vorgestellt haben. Bewusstsein kann alles erschaffen. Es kann Sich Selbst in viele Dinge aufteilen. Es kann selbst der Erfahrende und der ganze Bereich der Erfahrung sein, so wie es im Traumzustand des Menschen der Fall ist.

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Solch ein Gott ist immer mit uns

Wenn wir uns Gott als diese wundersame Wirklichkeit vorstellen, die als Wahrnehmungskraft in unseren Augen, als Gedankenkraft in unserer Intelligenz, als Kraft der Liebe in unseren Herzen und als unerschöpfliche Liebe hinter der Liebe unseres Herzens gegenwärtig ist, als die Existenz in unserer Existenz, als der Erfahrende in unseren Erfahrungen, als reines, unbeflecktes, nie schlafendes all-vollkommenes, immer dasselbe seiende Bewusstsein, dann ist solch ein Gott immer mit uns, ist all-erfüllendes Leben. Dieser Gott wird vorherrschend sein in unserem Leben, unseren Gedanken und in unseren Erfahrungen. Die Gottesleugner können in der Zukunft die Propheten Gottes sein, denn auch sie tragen diese Wahrheit in sich. Ihre Fähigkeit und Stärke, Gott zu leugnen, taucht heute aus der Wahrheit in ihnen empor, und diese Wahrheit gibt ihnen morgen die Fähigkeit über ihre gegenwärtigen Begrenzungen, die dieses Leugnen verursachen, hinauszuwachsen.

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Bedeutung des Lebens

Da die unendliche Wahrheit in Dir ist, bist Du als Pilger zur inneren Einkehr berufen. Du bist das ganze Potential des Friedens, der Freude und der Wahrheit, welche Du bewusst erfahren und im täglichen Leben offenbaren musst. Das ist die Bedeutung des Lebens.

Diese zentrale Bedeutung des Lebens sollten wir als Hintergrundwissen in uns tragen. Diese verborgene Wahrheit im Hintergrund ist die Basis all unserer Erfahrungen und die Quelle jeder seelischen und geistigen Kraft, jeder Fähigkeit.

Alles kommt und vergeht wieder, aber die Wirklichkeit in uns, die Existenz in uns kommt weder - noch verschwindet sie. Sie schläft nicht, wenn wir schlafen. Sie wacht immer und ist immer leuchtend. Sie trägt alles in sich.

Dieses schöpferische Bewusstsein ist das göttliche Reich in dem Sinne, dass Es alles in sich trägt, alle Potentiale, alle Fähigkeiten, Möglichkeiten und Mächte.

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Darum ist keine Vorstellung des Menschen von Gott die wahre Vorstellung,

wenn sie nicht die unleugbare zentrale Wirklichkeit, die Existenz, das Reine Bewusstsein in Betracht zieht. Wir sind Verkörperungen der Wahrheit. Gott ist unsere wesentliche Natur. Unendliches Glück ist unser wirkliches Potential und ist für uns hier und jetzt zugänglich - weit mehr als die Luft für unser Ein- und Ausatmen zugänglich ist. Wir können von allem getrennt werden, vom Körper, von unseren Aktivitäten, unserer Zeit-Raumwelt, aber nicht von der zentralen Existenz in uns, die Gott ist, und welche die Quelle jeder erdenklichen Veranlagung oder jeden Talents ist.

Wir erweisen uns selbst und der Welt den grössten Dienst, wenn wir uns dieser wundersamen inneren Existenz, dieses Reinen Bewusstseins in uns, das von unseren vorübergehenden Gedanken und äusseren Umständen nicht berührt wird - dieses Gottes - bewusst werden.

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Warum sagen wir Reines Bewusstsein?

Wenn der Mensch sehr mit Geldverdienen beschäftigt und geizig ist, wenn er von grossem Verlangen nach Geld erfüllt ist, wenn also Geld eine grosse Rolle in seinem Leben spielt, nennen wir ihn geldbewusst; wenn er von Sex-Gedanken und-Gefühlen beherrscht wird, nennen wir ihn sex-bewusst, wir sagen, er ist voll Sex-Bewusstsein. Verfolgt ein Mensch künstlerische Ideale und arbeitet mit künstlerischen Prinzipien, liebt er Schönheit, nennen wir ihn schönheitsbewusst. Wenn ein Mensch immer an Gott denkt, Seine Gegenwart fühlt, all seine Gedanken und seine Handlungen aus dem inneren Kontakt und der Beziehung mit diesem Gott fliessen, wird sein ganzes Leben edel und wunderbar. Dann wird er Gott-bewusst genannt.

All dies sind Formen des Bewusstseins. Aber Reines Bewusstsein selbst ist nicht in irgend etwas miteinbezogen. Es ist weder Sex noch Schönheit noch dieser Gott, der erfahren wird. Es transzendiert all dieses.

Zur besseren Veranschaulichung, ein Beispiel zum Nachdenken:

Lasst uns sagen, hier ist ein Spiegel. Wende ihn zu einer Vase mit Blumen. Du siehst die Blumen im Spiegel, Du beschreibst ihn als «Spiegel mit Blumen» oder der «Blumen-reflektierende Spiegel». Nimm denselben Spiegel und halte ihn vor eine Person, dann siehst Du darin das Gesicht dieser Person. Du könntest es als Spiegelbild dieser Person beschreiben. Aber der Spiegel selbst wird durch das, was er widerspiegelt, in keiner Weise berührt, beeinflusst, befleckt oder farbig. Er wird in keiner Weise beeindruckt vom Gesicht dieser Person und wird auch nicht zu den Blumen oder zur Person, die er reflektiert. Er ist und bleibt rein.

In derselben Weise wird - wie wir schon gesagt haben - das Bewusstsein im Menschen, welches sich intensiv mit Kunst beschäftigt oder Schönheit liebt, künstlerisch- oder schönheitsbewusst genannt. Dasselbe Bewusstsein aber wird, wenn es sich mit Gedanken an Gott beschäftigt, aus denen göttliche Erfahrungen entspringen, und das menschliche Individuum dadurch in inniger Verbindung mit Gottes Frieden, Liebe und Gnade steht, Gott-Bewusstsein genannt. Aber Bewusstsein in Sich Selbst ist weder Sex noch Schönheit noch der Gott, der erfahren wird. Es transzendiert alles, bleibt rein wie ein Spiegel, zugleich aber trägt Es alles in sich. Hier ergibt sich die Möglichkeit eines Missverstehens. Dieser Gott, der von einer Person erfahren wird, ist nicht der wirkliche Gott, es ist eine Manifestation, ein Aspekt des Bewusstseins, so, wie jener Mensch ihn erfährt.

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Die wirkliche Gottheit ist Reines Bewusstsein

Es ist Eines, im Heiligen und im Sünder, im grössten Künstler und im Mörder, in Zeit und Raum und jenseits von Zeit und Raum, in den lebenden Wesen wie auch in den unbelebten Dingen. Es ist die eine Wirklichkeit, zeitlos, raumlos, all-wissend, all-schöpferisch, auf alles reagierend. Eine wunderbare Realität. Das ist Gott. Das ist der Atem unseres Atems, das ist die Grundlage unseres Wesens. Das muss erkannt werden.

Seine Intelligenz drückt sich durch unsere Intelligenz aus, und die Fähigkeiten in uns sind Seine Manifestationen und sollten in unserem täglichen Leben verwirklicht und als Liebe, Glück und Verstehen durch unser Herz geoffenbart, und als Lernen, wirkliches Wissen und Toleranz durch unsere Intelligenz zum Ausdruck gebracht werden.

Diese Existenz, dieses Reine Bewusstsein sind wir. Alles offenbart dies, wenn wir aufmerksam sind, offen in unserer Intelligenz und nicht beladen mit alten traditionellen, vorgefassten Vorstellungen und Begriffen. Es ist der zentrale Punkt unseres Wesens. In Ihm sind wir unsterblich, unzerstörbar. Es kann erfahren werden, wenn sich unser inneres Wesen vom Körper zurückgezogen hat. Es kann in kontemplativen und meditativen Zuständen bewusst erfahren werden. Es ist eine immer gegenwärtige Wirklichkeit, von der wir nicht getrennt werden können. In Ihm ist unvorstellbare Erkenntnis. Alle wissenschaftlichen Errungenschaften, die Hunderte und Tausende von Jahren später erkannt werden, sind jetzt schon sichtbar in diesem Bewusstsein. Niemand erfreut sich und lebt wirklich ausser jene, die sich fortwährend der unendlichen Bewusstseinsmacht in sich selbst und rundum bewusst sind. Lasst uns lernen, unsere Augen nach innen zu wenden, um den Reichtum des Bewusstseins zu entdecken, der tief innen, hinter unserem bedeutungslosen kleinen Geist ist. Lasst uns lernen, unsere Sicht zu erheben und auf die Sterne zu blicken, um das Eine zu suchen, das sie erschaffen hat.

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Bewusstsein ist die Substanz, aus der wir geformt sind

Das Reich Gottes ist unsere wesentliche Natur. Unsere Erfahrung von uns selbst als Mensch, als Frau oder Mann, alt oder jung, dumm oder intelligent, ist eine oberflächliche Erfahrung, die verändert, überwunden und bereichert werden kann. Ein Mensch mit Weisheit, ein Mensch der Wahrheit, ist beständig verwurzelt in Reinem Bewusstsein, in dieser inneren Existenz. Er steht über Zeit und Raum in seiner inneren Erfahrung. Er ist furchtlos, er ist überall, weil die Wahrheit überall ist. Er ist voll Weisheit und Erkenntnis, da die Existenz in ihm unendliche Erkenntnis ist.

Jeder Mensch kann diese Erfahrung erlangen, jeder kann sie machen. Diese Existenz ist uns näher als die Luft, die wir einatmen. Sie ist das Wesen unseres Wesens. Sie ist die Energie der Energien in unserer Hand.

Sie ist das Licht der Gedanken hinter unserer Intelligenz. Sie ist die subtilste Essenz hinter der selbstlosen Zuneigung und Liebe.

Der ganze Kosmos ist durchdrungen von der Schönheit des Lichtes einer wunderbaren, grenzenlosen Liebe, des Reichtums, der Freude. Wir sind im Herzen des Göttlichen, das in uns mit grösserer Wirklichkeit schlägt als das beste physische Herz. Wir leben in der Gegenwart der Wahrheit. Wir werden erhalten durch diese Essenz. Die Gottheit unendlichen Friedens, Licht, Gnade und Erkenntnis begleitet uns, wo immer wir uns hinbewegen. Wenn wir uns dieser Existenz in uns bewusst sind, dann sind wir in jeder Situation voll Erfindungskraft, voll Geistesgegenwart und meistern alle unsere Schwierigkeiten. Das Leben wird leicht und erweist sich als eine Gelegenheit für rasches inneres Wachsen und Entfalten. Alle unsere täglichen Aktivitäten gelingen, und wir werden ein Punkt für die Ausdrucksweisen des göttlichen Friedens und der Gnade.

Ein Herz, welches eine tiefe Erfahrung der zentralen Existenz oder des Bewusstseins, eine Erfahrung der höchsten Wirklichkeit hat, findet unendliche Harmonie. Wahre, dauernde und all-erfüllende Selbst-Zufriedenheit wird durch die Erfahrung des Absoluten erlangt, das als die Mitte unseres Wesens alles umschliesst, durchdringt, und das weitaus direkter erfahren werden kann als der Schlag unseres Herzens. Die Bedeutung des Lebens liegt darin, Es zu erfahren.

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Das Herz ist licht,
wenn es durch Liebe erhellt ist,
das Leben ist ein Gesang, wenn es erkennt,
dass es zu Gott gehört,
und Gott in ihm ist.

Die Vielzahl besteht nur in der
begrenzten Sicht des in Täuschung
befangenen Menschen.

BEWUSSTSEIN
ist Vielheit und Einheit in einem,
ist Höchste Wirklichkeit.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft münden in das ewige, zeitlose Jetzt.
Das Hier, das Da und Dort verlieren
sich im ewigen Hier und Jetzt der
raumlosen zeitlosen Wirklichkeit.

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Wir leben in einer ungeteilten vollständigen Welt des Geistes

Obwohl das Unendliche in jedem Punkt des Raums aktiv ist, ist es doch vollkommene Nicht-Aktivität, Transzendenz und höchster Zeuge, unberührt von all dem, was in Ihm selbst geschieht, so, wie die bezeugende Intelligenz in Dir unberührt ist von den Zuständen Deines Gemüts, Deines Geistes, Deines Körpers und der Umgebung. Das Unendliche ist unbeeinflusst, weil es alle Zustände transzendiert. Und doch ist ohne ES keine Manifestation dieses Universums möglich. Ohne diese Existenz kann es keine Welt der Erfahrung geben.

Materie und Geist scheinen so verschieden voneinander zu sein, und doch sind Materie und Geist nicht zwei verschiedene Dinge an sich, sondern ein ungeteiltes Ganzes. Es sind nur zwei Stellungnahmen derselben Sache gegenüber. Um die richtige Stellungnahme zu finden, muss uns klar werden, dass die Erscheinung «Welt» im Ur-Grund der absoluten Wirklichkeit verwurzelt und alles ein ungeteiltes Ganzes ist: Gott oder unendliches Bewusstsein in verschiedenen Strukturen. Überall gibt es nichts als Bewusstsein.

Vom absoluten Standpunkt ist Geist, Bewusstsein oder Gott allein wirklich; die Welt ist nur eine flüchtige, wechselnde, endliche Erscheinung. Doch zu gleicher Zeit gibt es noch einen weiteren Gesichtswinkel, von dem aus diese Frage auch gesehen werden sollte. Vom relativen, empirischen Standpunkt aus gesehen existiert die Welt, und ihre Realität nimmt an Dichte und Bedrohlichkeit zu, je weniger geistige Erleuchtung der Mensch besitzt, je weniger er dieses ungeteilte Ganze wahrnimmt.

Weder Westen noch Osten, weder Süden noch Norden existieren wirklich, es gibt nur einen Geist, einen Gott, eine Wahrheit, ein Bewusstsein, ein endloses Leben.

Wenn Du selbsterleuchtende Erkenntnis hast, wird Deine Intelligenz klarsichtig, und Du bist in Einklang mit aller Materie, weil Du sie als geistiges Gebilde erkennst; in Einklang mit den Vögeln, mit der Natur, in Einklang mit spirituellen Mächten im Universum und nicht eingefangen in die Welt der Formen, die wir relative Welt nennen, welche die Menschen vom Geist oder Gott getrennt wähnen. Dann erfährst Du alles als unendliches Bewusstsein. Nichts anderes gibt es als unermessliches Bewusstsein. Wenn Du das erkennst, bist Du nicht mehr versklavt von Deinen Sinnen. Das erfahre ich. Ich transzendiere die Zeit und bin nicht eingefangen in eine Welt der Formen. Tatsächlich gibt es nur eine unteilbare, vollständige Welt des Geistes, des Bewusstseins, in der wir leben.

Wenn Du von diesem Standpunkt der Einheitsschau, des Nicht-Getrenntseins, die Welt betrachtest, bist Du frei und kein Gefangener mehr von Deiner eigenen falschen Sichtweise, welche die Formenwelt getrennt vom Formlosen sieht. Dann ist diese Welt - als geistiges Gebilde - keine Illusion mehr für Dich, sondern ganz und gar die Selbstentfaltung des einen unendlichen Geistes, des einen Bewusstseins.

Wenn Du den Menschen als Geist, als Bewusstsein betrachtest, so werden sich auch Deine Gefühle zu den Mitmenschen ändern, und Deine Einstellung zu ihnen wird die beste sein.

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Du bist niemals geboren,
Du bist zeitlos,
Du warst, bevor die Schöpfung
ins Dasein kam,
Du bist im Jetzt, Du wirst immer sein. Was deine körperlichen Sinne
heute erleben, ist ein winziger
Ausschnitt aus der Vielfalt der vergänglichen Erscheinungen in der gewaltigen, unermesslichen
grenzenlosen Wirklichkeit.

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Durch «NETI, NETI» zu höchster Erkenntnis

Die unendliche Wahrheit zu erfahren ist das Ziel eines nach Erkenntnis suchenden Menschen. Die Omkarananda Upanishad spricht von einer Methode, einer Technik, die höchst erfolgreich ist, wenn man sie konsequent durchführt.

Bei jeder Wahrnehmung, jeder Erfahrung, beim Anblick eines jeden Gegenstandes oder Wunsches, der Dich vielleicht fesseln könnte, sage sofort zu Deinem Herzen, zu Deinem ganzen Wesen: «Nicht dieses, nicht dieses - neti, neti.» In Sanskrit heisst «neti, neti»: nicht dieses, nicht dieses.

Wird Dir eine hohe Stellung mit viel Macht und Ruhm angeboten, lass Dein Herz sprechen: nicht dieses, nicht dieses - neti, neti; denn all dieses ist eine Illusion, ein vorübergehendes Phänomen, nicht die wahre Wirklichkeit, nicht die Wahrheit. Selbst wenn Du grossen geistigen Fortschritt machst oder wunderbare geistige Erfahrung hast: sei noch nicht damit zufrieden und sage: neti, neti - nicht dieses, nicht dieses. Auch wenn Du eine Erfahrung von Christus hast und Christus erscheint, wisse in Deinem tiefsten Wesen, dass auch diese Erfahrung der Christusvision etwas Vorübergehendes, Unwirkliches ist. Darum sage auch dazu: neti, neti - nicht dieses, nicht dieses. So eine innere Erfahrung kann zwar den geistigen Fortschritt fördern, sofern Du nicht an ihr haften bleibst, aber sie ist nicht die Wahrheit selbst, das wahre Selbst in Dir. Und leicht kannst Du Dich verführen lassen und dabei verweilen. Darum sprich wieder: nicht dieses, nicht dieses - neti, neti, und geh weiter, immer weiter von einer Entwicklungsstufe zur andern. Selbst wenn Du schon weit fortgeschritten und eine grosse Jogin, eine grosse Heilige bist, wirst Du noch sagen: nicht dieses, nicht dieses - ich will mehr, ich bin nicht diese grosse Heilige und dieser Ruhm gehört nicht mir, ist vorübergehend, eine Illusion - neti, neti. Ich will die Erkenntnis der Wahrheit selbst. Ständig, in jeder Situation schlägt Dein Herz mit dieser vom Meister gegebenen Technik: neti, neti. Auch grosse Intuitionen, Erleuchtungszustände und Erkenntnisse, die Dir gegeben werden, befriedigen Dich nicht.

Deine Intelligenz sagt Dir z.B., Du seiest eine Frau. Doch Dein inneres Wesen sagt: Ich bin keine Frau, kein Mann, kein Kind, ich bin die ewige, ungeborene, unendliche Wahrheit, ich bin das Licht der ewigen Wirklichkeit, ein Zustand jenseits von Zeit und Raum. Im Hintergrund Deines täglichen Lebens, Deiner Erfahrung, Deines Bewusstseins ist das Wissen: nicht dieses, nicht dieses - neti, neti. Du willst jenseits dieser Erfahrung weilen. Immer spricht eine Stimme in Dir: neti, neti - nicht dieses, nicht dieses, denn Du weisst, dies ist noch nicht die Erkenntnis der Wahrheit selbst. Sollte Dir Gott begegnen und sagen, dass Du in diesem Körper tausend Jahre leben und immer jung bleiben könntest, wirst Du ebenfalls sagen: neti, neti - ich will das nicht, ich will die Wahrheit. Ich bin eine reine Flamme der unendlichen Wahrheit, ich brauche das nicht.

Auf diese Art gehst Du von einer hohen Stufe der Entwicklung zur andern und weist jede Entwicklungsstufe als ungenügend, als «nicht dieses, nicht dieses» zurück und sagst Dir: es ist eine Illusion, es ist nur eine vorübergehende Stufe. Mein wirkliches Sein ist jenseits all dieser Erfahrungen. Ich bin das unerschöpfliche, unerschaffene ewige Sein, das Licht der Wahrheit.

Ob mentale, sinnliche, göttliche Erfahrungen - welche Erfahrung das auch immer sein mag, es ist nicht die Wahrheit. Geh weiter, geh weiter. Solch geistige Erfahrungen sind nicht das Ziel als solches und können sogar den geistigen Hochmut stärken. Das Ziel ist, die unendliche Wahrheit zu erfahren und im wahren Wesen der ewigen Wahrheit zu verweilen. Das ist das Ziel dieser Technik: neti, neti - nicht dieses, nicht dieses.

Wenn Du in deinem täglichen Leben, in Deinen Erfahrungen und auch hinsichtlich Deines Besitzes nicht der Beteiligte bist, sondern immer der Zeuge, immer im Hintergrund dessen bleibst, was Du erfährst und besitzt, und diese Technik «nicht dieses, nicht dieses» anwendest, wirst Du das erkennen, was Du wirklich bist, unendliches Bewusstsein, niemals geboren, zeitloses ewiges Jetzt, das, was Christus zu Christus macht, das, was die göttliche Mutter zur göttlichen Mutter macht, die ewige Wahrheit jenseits von Zeit und Raum, jenseits der Schöpfung. Du wirst erfahren, was es bedeutet, wenn Sokrates sagt: «Erkenne Dich selbst, und Du wirst das Universum und die Götter erkennen».

In diesem Zustand gibt es keinen Gegenstand; keine verschiedenen Dinge werden erfahren. Die erfahrende Person, das, was erfahren wird und der Prozess der Erfahrung werden eins. Man erfährt eine unendliche Stille, man ist diese Stille, es gibt keine drei Dinge. Die erfahrende Person wird die Erfahrung selbst sowie der Prozess der Erfahrung. Alles verschwindet in eine ewige, anfanglose Wahrheit.

Bis Du das erfährst, diese Stufe der Entwicklung erreichst, wende diese Technik an: «neti, neti». Das ist das Geheimnis des Fortschritts. Dann weilst Du jenseits aller Erfahrungen, aller Gedanken, Gefühle, allen Schmerzes und aller Pein, jenseits aller Zustände, allen Glücks und Unglücks, jenseits der Dualität.

Der Gott- oder Erkenntnis-Suchende, der die Omkarananda Upanishad studiert, danach lebt und ständig diese Übung neben anderen Übungen übt, bleibt voll Aufmerksamkeit und ohne unnütze Gedanken in der grenzenlosen Freude, der inneren Stille und des Friedens des Unendlichen verwurzelt. Er wächst auf eine Evolutionsstufe, auf der er die innere göttliche Existenz als eine lebendige Wirklichkeit, als die höchste Dimension im Menschen wahrnimmt.

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Du lebst nicht nur
für die wenigen Jahre,
die schnell vorübergehen.
Du lebst für die Ewigkeit!

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Wenn Du der göttlichen Wirklichkeit gewahr wirst in aller Natur und in der Menschheit, im ganzen Universum
und in allem, was Du mit deinen Augen umfassen kannst, wenn dies Dein Herz bewusst erlebt in jedem Punkt des kosmischen Raums, in jeder Sekunde
deines zeitbedingten Lebens,
dann bist Du im kosmischen Bewusstseinszustand.
In diesem Zustand ist das Bewusstsein
leer von allen Gedanken, Gefühlen, Objekten: es ist vollständig frei von allen Regungen, vollständig rein und frei
von jeglichem Zeitbegriff;
ein zeitlos objektloses Bewusstsein.

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Erfahre Gott, wie er in sich selbst ist

Es ist die falsche Auffassung, welche die Menschheit von Gott hat, es ist der Mangel an direkter Erfahrung des wahren Wesens Gottes, das Versklavtsein an tote Vorstellungen und Begriffe hinsichtlich Gott, die verantwortlich dafür sind, dass die Menschheit vor einem wahren Verständnis Gottes zurückschreckt: Gott - wie Er in Sich Selbst ist.

Gott ist das Potential unendlicher Vollkommenheit innerhalb unseres psychischen, psychologischen, physischen, materiellen Gehäuses. Das unendliche Bewusstsein in uns, das absolut, unbegrenzt, unendlich, ewig ist, das ist der Gott in uns. Es ist all-sehend, all-wissend, schläft nicht, ist immer wachsam, ist unendliche Schönheit, grenzenloses Entzücken, absolute Existenz, Macht, Friede, Intelligenz und Energie.

Dieses Bewusstsein ist in Seiner Absolutheit immer in uns. Es liegt allem menschlichen Bewusstsein als das bleibend Ewige, Unveränderliche und Ungeborene zugrunde. Darum wird es das «Königreich Gottes» in uns genannt. Es ist in allen Situationen in uns und trägt in Sich auch die Möglichkeiten als «Vater im Himmel» zu erscheinen.

Was ist dieses Bewusstsein, welches in der Bibel mit «Reich Gottes» in uns bezeichnet wird? Es ist ein Bewusstsein, welches die äusserlichen, intellektuellen, emotionalen, künstlerischen, wissenschaftlichen, philosophischen Formen von Bewusstsein möglich macht, trotzdem aber zugleich in, hinter, über und jenseits von ihnen ist, indem es sie überschreitet. Alle diese Formen von Bewusstsein sind nur Wirkungen, die wiederum ihre bestimmte Ursache haben, während das unendliche, das göttliche Bewusstsein in uns, welches das wirkliche Reich Gottes ist, durch nichts verursacht wird und von nichts abhängig ist. Es ist ursachlose Ursache. Alles andere, jede andere innere Fähigkeit der Intelligenz und des menschlichen Bewusstseins wirkt kraft der Gegenwart dieses unergründbaren Bewusstseins, während Es selbst unabhängig von allen anderen Formen von Bewusstsein ist. Es ist die Gottheit in uns.

Für einen erleuchteten Menschen, der aus seinem erleuchteten Sein heraus lebt, ist die Sichtweise bezüglich des Lebens total verschieden von der Auffassung des Lebens, wie es sich einer weltlichen Sicht darstellt. Unser Bild vom Menschen ist ganz und gar erhaben, wie die innere erleuchtete Schau uns offenbart. Auch unsere Haltung zur Welt ist verschieden und unterscheidet sich total von jener des Menschen in der Welt. Was sich beständig durch uns ausdrückt, ist wahrhafte Weisheit, welche in ihrem innersten Kern die Erfahrung des Unendlichen birgt. Was auch immer die einzelnen Ergebnisse und Studien hinsichtlich des menschlichen Geistes, des Gemüts, des psychischen Wesens des Menschen, seines Lebens, seiner Tendenzen in der Welt sein mögen, so ist eines gewiss und über jeden Zweifel erhaben, dass sein inneres spirituelles Wesen voll unerschöpflicher göttlicher Kräfte ist, dass er eine zeitlose Wirklichkeit in sich trägt, die immerfort in einem Zustand verbleibt, der unberührt und unbeeinflusst ist von Zeit, Raum, Kausalgesetzen und deren entsprechenden Begleiterscheinungen.

Das Prinzip des unendlichen Bewusstseins im Menschen ist integraler Bestandteil der höchsten Gottheit. Aufgrund dieser Tatsache ist in ihm eine dauernde Sehnsucht, ein Verlangen vorhanden, die Begrenzungen, welche die Welt und das Leben ihm auferlegen, zu überschreiten. Wenn der Geist, das Gemüt, still geworden ist, das Herz offen für kosmische, allesumfassende Liebe, das Wesen geläutert ist und durch dauerndes Aufrechterhalten von hohen Gedanken und göttlichen Gefühlen, durch ständige Reflexion über die grossen Erfahrungen der grössten Geister dieser Welt, und auch durch Hingabe an die Wahrheit, Schönheit und Güte transformiert wird, dann wird ein Zustand erreicht, der den Menschen befähigt, die Wahrnehmung der äusseren Welt mit ihren Begrenzungen und Gegensätzen zu transzendieren und die Erkenntnis dieses wunderbaren Bewusstseins in seiner unendlichen Vollkommenheit - Gott, wie Er in Sich Selbst ist - zurückzuerlangen. Das ist die grossartige Bestimmung des Menschen. Das ist seine wahre innerste Grösse.

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II
Transformation

Die fundamentale Erkenntnis ist notwendig: Wer bist Du? Bevor Du zu dieser unmittelbaren Erfahrung gelangst, muss Dein ganzes Wesen umgewandelt, veredelt und geläutert werden, so dass
die höheren Mächte ungehindert in Dir
wirken können. Durch unaufhörliches Nachsinnen, Tag um Tag, Jahr um Jahr, durch unablässige Betrachtung des Wesens der unendlichen Intelligenz, wird Deine Intelligenz allmählich dieser Wirklichkeit überall gewahr werden. Allmählich werden die Grenzen der Sinne und des Geistes aufgehoben und alle Horizonte weiten sich, dann wird Dir unmittelbares Gewahrsein dieser göttlichen Wirklichkeit in der Scheinwirklichkeit der Welt zuteil.

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Evolution des Bewusstseins im Menschen durch Transformation und Denkumwandlung

In jedem Menschen ist ein all-wissendes, selbst-leuchtendes Prinzip, ein Sich Selbst- und alles-wahrnehmendes Bewusstsein. Bevor Seine Kräfte in Deinem Leben nicht zu wirken beginnen, bist Du nicht ein Mensch mit wirklichem Wissen und wirklicher Weisheit. Dieses all-gewahrseiende Bewu