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Die Suche nach Selbsterkenntnis ist universal
Die Wissenschaft des Selbst ist die höchste Wissenschaft, die Wissenschaft aller Wissenschaften
- Wissenschaften und die Wissenschaft des Selbst
- Alle Wissenschaften sind Teilwissenschaften - sie befassen sich nur mit den Wirkungen der letzten Ursache
- Wir brauchen die höchste, die ewige, unfehlbare Wissenschaft
Die Natur der Welt, in der wir leben
- Schwere Begrenzungen des menschlichen Lebens und der rettende Ausweg
- Einheit und Existenz
- Nur durch Selbsterkenntnis erhalten wir Meisterschaft über alles
Das Wesen des Menschen und sein Platz im Schöpfungsplan
- "Das Reich Gottes ist in euch" Letztes Ziel menschlicher Existenz
- Verschiedene Bewusstseinsebenen des menschlichen Wesens
- Das wesentliche Sein des Menschen: das Selbst
- Das höchste unveränderliche Prinzip im Menschen, das göttliche Selbst
Der grosse Umwandlungsprozess des Menschen in das Göttliche
I. II.
- Einige wesentliche Phasen des Umwandlungsprozesses, der zur direkten, intuitiven Einheitserfahrung führt
- Überwindung des Geistes (mind): Umwandlung der fundamentalen menschlichen Triebe, Reinigung des Unterbewusstseins und des Unbewussten
- Jenseits moralischer Entwicklung
- Entwicklung der Erkenntnis
- Auflösung des Ego
- Letzte Phase des Umwandlungsprozesses: Geburt der spirituellen Individualität, der göttlichen Individualität
III. Höchste Erkenntnis ist die Erkenntnis des Selbst
I.
- Erkenne das göttliche Selbst im Inneren, erkenne das immanente kosmische Selbst
- Das grosse Erwachen zur Selbst-Erkenntnis
- Erkenne das Selbst in allem, das Selbst im Universum
- Der kosmische Bewusstseinszustand
- Erkenne das transzendentale Selbst, das höchste Subjekt
- Der transzendentale Bewusstseinszustand
- Dieselbe Erfahrung mit anderen Worten
- Selbsterkenntnis ist die Grundlage echter Liebe
II.
VORWORT In der Bibel steht: "Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen" (Joh. 9,32)
Erkennet die Wahrheit, die Euch befreit und erleuchtet. Die Wahrheit allein befreit uns. Was bedeutet Wahrheit, und wie erkennen wir sie?
Diese Wahrheit, von der die Bibel verlangt, dass wir sie erkennen sollen, ist die göttliche Wahrheit. Dass eine Kerze vor uns steht, kann niemand leugnen. Es ist eine Wahrheit, aber diese Art Wahrheit befreit uns nicht.
Welche Wahrheit befreit uns dann? Nur das Göttliche kann uns frei machen. So ist also das Göttliche die Wahrheit. Das Königreich Gottes ist die Wahrheit. Uneingeschränktes, bedingungsloses, zeitloses und raumloses Sein ist die Wahrheit. Das Überbewusstsein in uns ist die Wahrheit. Das allwissende, allreinigende, allmächtige göttliche Bewusstsein ist die Wahrheit. Diese Wahrheit ist unveränderlich und selbstleuchtend. Sie befreit uns.
Der göttliche Geist in uns ist Gott, ist Wahrheit, und nur diese, wenn erkannt, befreit uns. Wahrheit ist ein anderer Name für Gott. Keine Wahrheit der Erscheinungswelt, der Erfahrung, des Handelns kann uns befreien. Befreiung liegt in dem, was ewig, was unbegrenzt ist in Erkenntnis, Macht, Frieden, Freude und Vollkommenheit. Nichts anderes als das Höchste, das Erhabenste, der Urgrund unseres Seins vermag uns Befreiung zu geben. Was ist dieses unbegrenzte Sein anderes als Gott? Darum: Gott erkennen heisst die Wahrheit erkennen; die Wahrheit erkennen heisst Gott erkennen.
Die Wahrheit, mit der sich die Bibel befasst, ist keine mentale Wahrheit oder eine Wahrheit, die dem Verstand oder Intellekt entspringt, noch eine moralische, politische, soziale oder wirtschaftliche Wahrheit, sondern die unendliche, göttliche Wahrheit. Die grosse Anzahl von mentalen, moralischen, politischen, sozialen, ökonomischen Wahrheiten haben all die Jahrhunderte hindurch die Menschheit nicht befreit. Es gibt keine wahre Freiheit, keine Ganzheit, keine wahre Freude in allem, was menschlich und endlich ist. Die Freiheit, deren wir uns auf Erden erfreuen, ist zeitbedingt, äusserlich, nicht völlig befriedigend und nicht bedingungslos. Die allbefriedigende und bedingungslose Freiheit liegt nur im "Königreich Gottes" im Inneren, in Gott, im göttlichen Geist, in der Wahrheit allein. Gott allein, wenn geliebt und erkannt, kann der Menschheit Befreiung bringen.
Um wahre Freiheit, Vollendung, Freude zu gewinnen, müssen wir das Unendliche, das Göttliche erkennen und erfahren. Darum gibt uns Jesus den Auftrag: "Seid vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist." In dieser Vollkommenheit allein liegt wahre Freiheit, Freude und wahres Leben.
Jeder Mensch auf Erden besitzt die Fähigkeit und die nötige Voraussetzung, um die Wahrheit zu erkennen, die frei macht. Niemand ist ausgeschlossen von den Segnungen des Königreiches der Wahrheit.
Lasst uns die Wahrheit, die uns und die ganze Menschheit befreit, erkennen und erfahren. Nur auf diesem Weg verwirklicht sich das Reich Gottes auf Erden.
Swami Omkarananda
Die Suche nach Selbsterkenntnis ist universal
"Erkenne dich selbst - und du wirst das Universum und die Götter erkennen" Inschrift am Tempel in Delphi
Selbsterkenntnis ist das grundlegende Wesensmerkmal des Bewusstseins, des Lebens und aller Existenz. Erkenntnis ist das Höchste in der Welt. Sie tilgt die Unwissenheit, die aus vielen Formen von Begrenzungen besteht. Es gibt keine grössere Dunkelheit als die Unwissenheit über unsere Beziehungen zum Schöpfer, zur letzten Ursache. All unsere Probleme, unser Leiden, Kummer und Sorgen entstehen aus unserem inneren Mangel an Erkenntnis dieses allgegenwärtigen, allmächtigen und allwissenden Seins.
Eingefangen im Spiel unberechenbarer Kräfte, wird der Mensch mit verwirrenden Phänomenen konfrontiert und ringt darum, sie zu verstehen und zu überwinden. In diesem unaufhörlichen Lebensdrama sucht er im Grund nur ein Ziel, nämlich Glücklichsein und Befreiung aus den Begrenzungen. Selbsterkenntnis, Selbst-Verwirklichung stellen die erfolgreichste und zugleich höchst rationale Lösung dieses zweifachen Problems von Suchen und Ringen dar. Dieses Problem führt den Menschen unweigerlich zu einer raschen Erfüllung seines Suchens nach dem Ideal. Es setzt ihn unter Druck und hilft ihm dadurch, Meisterschaft über alle Kräfte zu erlangen, die ihn an der grossen Suche hindern.
Je früher wir die Wahrheit erkennen, dass das Göttliche oder das Selbst das zentrale Bewusstsein unseres inneren Wesens, die wahre Substanz unseres inneren Lebens ist, und dass unsere Rettung im täglichen Leben in der bewussten Wahrnehmung dieser göttlichen Gegenwart liegt, desto besser für uns. Das Ausmass unseres wahren, dauernden Friedens und Glücks, die Macht unserer Güte, die allumfassende Kraft unserer Liebe, der Grad an Weisheit, Grösse, an fruchtbringendem Reichtum und pulsierender Freude unseres Lebens beruhen auf dem Ausmass unseres bewussten Gewahrseins Gottes oder des Unendlichen im täglichen Leben.
Im grenzenlosen und unendlichen Frieden der Gottheit verankert, eins zu sein mit dem göttlichen Selbst, noch während wir hier auf Erden leben, eins zu sein mit der Gottheit in der ganzen Natur, dies ist unser Vorrecht, unsere Herrlichkeit und unsere Bestimmung.
Selbst-Verwirklichung zu erlangen, die alles absorbierende transzendentale Erfahrung des göttlichen Selbst, und damit eine weitreichende kreative Macht gewinnen und ein Erkennen, das alles erklärt und durchleuchtet, jenen Frieden, der alles Verstehen übersteigt, jenes Leben, das immerwährend ist, jene unbegrenzbare Vollkommenheit, die von allem unabhängige, bedingungslose tiefe Freude, das bewusste Erleben unserer Unsterblichkeit, Ewigkeit, Zeitlosigkeiit. Das ist unser Vorrecht und unser Heil. Wir sind geboren, um diese Seligkeit zu erfahren.
Die Wahrheit ist, dass der Mensch verwurzelt ist in Gott, und Gott verwurzelt ist im Menschen. Genauso kann der Mensch keine Erfahrung Gottes haben, ausser er ist in Gott, und Gott kann sich in der Welt nicht zum Ausdruck bringen, ausser durch den Menschen. Beide sind voneinander abhängig und ineinander verflochten, miteinander verbunden. Es sind die zwei Seiten ein und derselben Münze. Gleicherweise verhält es sich mit dem Leben: Das Leben ist verwurzelt in Gott, und Gott ist verwurzelt im Leben. Desgleichen die Welt: Die Welt ist verwurzelt in Gott, und Gott ist verwurzelt in der Welt. Dies zu erkennen, dazu sind wir geboren.
Selbst-Erkenntnis, Selbst-Erfahrung, Selbst-Verwirklichung stellen das höchste Ziel und die Erfüllung des menschlichen Lebens hier auf Erden dar. Der innere Drang im Menschen, sich selbst zu erkennen, sich über das, was er gegenwärtig ist, hinauszuentwickeln, der in seinem Inneren erfahrene Zwang, sich selbst zu transzendieren, der Hunger nach dem Wahren, Rechten, das die vielen, in allen Formen des empirischen Lebens einbezogenen Gegensätze aufhebt - dies sind wesentliche Funktionen, verursacht und bestimmt durch den Genius der empirischen Evolution, die der Formel der menschlichen Existenz innewohnt. Selbst-Erkenntnis ist das Ziel der Evolution des Bewusstseins im Menschen. Selbst-Erkenntnis war von jeher das höchste und alles umschliessende Ziel allen Strebens, Denkens und Tuns.
Was ist dieses Selbst, und was ist die Bedeutung seiner Verwirklichung, das Selbst, das zu erkennen die griechische Kultur uns nahelegt, und das die indische Kultur zu verwirklichen uns auffordert? Dieses Selbst ist nicht das kleine, äusserliche, physische Selbst, nicht das Emotionale des mentalen Selbst, nicht unsere psychologische Persönlichkeit, nicht ein endliches, irrendes, fehlbares, menschliches Einzelwesen. Dieses Selbst ist das unendliche Bewusstsein, das unsterbliche Prinzip, das "Königreich des Himmels". Es ist die Wahrheit aller Wahrheiten, der Gott in uns, die höchste und letzte Realität. Darum meinen wir mit Selbst-Verwirklichung oder Selbst-Erkenntnis die Erkenntnis oder Verwirklichung dieser höchsten und erhabensten Wirklichkeit in uns, welche Gott ist. Jeder Mensch, der dieses göttliche Selbst erkennt, erkennt Gott, und wer das Selbst verwirklicht, verwirklicht Gott.
Selbst-Verwirklichung ist, vom Standpunkt spiritueller Erfahrung aus betrachtet, identisch mit dem Erlangen der "Vollkommenheit des Vaters im Himmel" und besteht in unserem innigen und dynamischen Einssein mit der höchsten Wirklichkeit, die Gott ist. Diese grosse Erkenntnis hat Sokrates dahin geführt, die Selbst-Erkenntnis zum führenden Prinzip seines bewussten Lebens, seines Strebens und seiner inneren Entfaltung zu machen. Unglücklicherweise war das psychische Wesen der westlichen Welt in jenen und in späteren Jahrhunderten noch nicht bereit, das Licht, das er zu enthüllen versuchte, zu empfangen. Selbst die griechische Welt versagte darin, dem Licht dieser tiefen Weisheit, dem "Erkenne dich selbst" zu folgen und danach zu leben.
Die Wissenschaft des Selbst ist die höchste Wissenschaft, die Wissenschaft aller Wissenschaften
Wissenschaften und die Wissenschaft des Selbst Unsere moderne Wissenschaft, wie vollkommen sie auch in ihren verschiedenen Fachgebieten sein mag, ist eine sich wandelnde Wissenschaft. Neue Wahrheiten tauchen auf, um alte Wahrheiten als Irrtum zu erklären. Der von der Wissenschaft heute angehäufte Wissensbestand kann im Voranschreiten und Entwickeln der Wissenschaft morgen abgelehnt und verworfen werden. Die Wissenschaft von gestern ist nicht die Wissenschaft von heute. Wissenschaftliche Wahrheit von heute wird nicht mehr wissenschaftliche Wahrheit von morgen sein.
Wissenschaft beschäftigt sich mit erkannten Tatsachen und physikalischen Wirklichkeiten. Wahre Philosophie oder spirituelle Erkenntnis befasst sich mit höheren Tatsachen und mit den beseelenden Ursachen, mit der wahren Substanz der physikalischen Wirklichkeiten. Diese höheren Tatsachen sind nur jenen mit besonderem inneren, geistigen Rüstzeug versehenen Menschen bekannt. Es gibt die Erkenntnis der sichtbaren Tatsachen durch die physischen Sinne, und eine Erkenntnis der unsichtbaren Tatsachen durch die feineren Sinne der entwickelten Intelligenz und durch die Fähigkeiten des höheren Bewusstseins in unserem Inneren.
Unsere Wissenschaft hilft uns auf eine grossartige Weise Satelliten oder eine Mondrakete zu konstruieren. Jedoch wird uns dadurch keine Möglichkeit gegeben, über Leid, Krankheit, Unglück und Tod zu triumphieren; dadurch können wir keine Harmonie und wahre Schönheit gestalten, keine Weisheit und Liebe zum Ausdruck bringen, auch nicht die Welt bereichern, Zeit und Raum überwinden und uns an wahrer Macht erfreuen. All dieses ist nur durch Selbst-Erkenntnis und Selbst-Erfahrung möglich. Wir leben durch das Unvergängliche. Wir sind verloren, wenn wir unser Leben auf dem Sand des Vergänglichen bauen. Die Wirkungen sind zerstörbar. Immer und ewig unzerstörbar und schöpferisch aber ist die letzte, ursachlose Ursache.
Alle Wissenschaften der Welt befassen sich mit äusseren Dingen, mit Dingen, wie sie sich unseren begrenzten Sinnen und Erkenntnisinstrumenten darbieten. Die Wissenschaft des Selbst, das Wissen um das Göttliche, um die letzte Ursache, befasst sich allein mit dem Eigentlichen, mit den Dingen an sich, mit den Dingen, wie sie ihrem innersten Wesen nach sind, mit der Wirklichkeit in den Dingen, der unwandelbaren, erhaltenden Wahrheit hinter Erscheinungen und Wirkungen; mit Dem was war, ist und immer sein wird. Die Erkenntnis als solche in bezug auf das Göttliche ist immer dieselbe, gestern, heute und morgen.
Daher ist jede Wissenschaft, die sich um diese höchste Wirklichkeit zentriert, um dieses unendliche Sein oder Selbst, das in und über allem endlichen Leben und aller Manifestation ist, die wahre Wissenschaft, die wahre Erkenntnis. Wissenschaft befasst sich mit Wahrheiten, und Gott ist die Wahrheit der Wahrheiten. Wissenschaft befasst sich mit dem menschlichen Verhalten, und Gott ist Das, was hinter dem menschlichen Verhalten ist. Wissenschaft untersucht die äussere Natur und die sichtbaren Aspekte des Universums. Gott ist das Wesen der Natur und Das, was das Sichtbare möglich macht. Wissenschaft beschäftigt sich mit der Aussenseite, mit dem, was in Erscheinung tritt und ein vergängliches Phänomen ist, und Gott ist Das, was alle Phänomene und Erscheinungen möglich macht. Somit ist jede auf das Göttliche bezogene Erkenntnis allein wahre Wissenschaft. Um diese Wissenschaft sollten daher alle sonstigen Wissensgebiete aufgebaut werden, wenn sie eine sichere Grundlage haben und der Menschheit in einer Weise nützlich sein sollen, die im Einklang mit dem Genius der göttlichen Realität ist. Wir erkennen durch das Allwissende. Wie umfassend unser Wissen auch sein mag, wir sind unwissend, wenn wir keine bewusste und lebendige Verbindung mit dem Allwissenden haben.
Da Gott uns nach seinem eigenen unzerstörbaren Ebenbild geschaffen hat und das Bewusstsein Gottes, dieses unbeschreibliche Sein, Seine unbegrenzte Macht, Sein Leben, Sein Bewusstsein in das "Königreich" in jedem von uns eingegossen hat, kann es keine Wissenschaft, kein Erkenntnissystem, keine Philosophie oder Ethik noch irgendein soziales Wirken geben, das grösser wäre als jenes, das sich mit diesem zentralen Prinzip, diesem göttlichen Selbst in jedem von uns befasst. Diese Wissenschaft aller Wissenschaften ist das geistige Gerüst zur allerhöchsten Erkenntnis. Dies ist wahre Wissenschaft. Diesem Wissen allein sollte unser Streben, Forschen und Studium dienen. Das allein ist die einzige Wissenschaft, in der wir wahren Sinn, Wert und Lebensfreude finden können, und dieses Wissen ist es auch, das zahlreiche grosse Philosophien der Welt, Schulen höheren Denkens und religiöse Erkenntnissysteme angeregt hat.
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Alle Wissenschaften sind Teilwissenschaften - sie befassen sich nur
mit den Wirkungen der letzten Ursache.Allen Wissenschaften dient das äussere Universum als Grundlage für ihre Studien. Sie beschäftigen sich mit den Wirkungen, mit der Beobachtung und experimentellen Erforschung der Aussenwelt. Somit handelt es sich um Teilwissenschaften, da sie nicht in das Wesen der eigentlichen innersten Ursache eindringen können. Ihre Arbeit beschränkt sich auf den einen oder anderen Aspekt des Phänomenalen, auf das äusserlich Wahrnehmbare der ewigen Wirklichkeit, das heisst, auf Wirkungen, die in unterschiedlichen Subtilitätsgraden von Substanz und Funktion - Materie, Leben und Geist (mind*) - von dieser ewigen Wahrheit abgeleitet sind. Der Wirklichkeitshintergrund entzieht sich immer dem Griff der Genies und der grossen Denker, da er kein Objekt ist, das vom menschlichen Geist (mind) oder dem begrenzten Intellekt erfasst werden kann. Nur dasjenige im Menschen, welches von demselben Wesen dieses Hintergrundes ist, kann allein Ihn verstehen und erkennen.
Biologie begrenzt ihre Aufmerksamkeit auf das Verständnis von Lebenserscheinungen im physischen Bereich. Die Psychologie begrenzt ihre Forschung auf menschliches Verhalten und etwas, das sie Geist, Selbst, Seele oder psychologische Funktion nennt, ohne von dessen eigentlichem Urgrund irgend welche Kenntnis zu besitzen. Die Parapsychologie wurde vor kurzem erst geboren und bleibt im allgemeinen eingefangen in die Untersuchung paranormaler Kräfte des menschlichen Geistes (mind), ohne eine Erkenntnis des wunderbaren Reichtums des höheren Bewusstseins im Menschen zu haben. Der Okkultismus* * befasst sich mit aufsehenerregenden okkulten Kräften unseres inneren psychischen Wesens, ist aber auch abgetrennt von den Wundern, die in der Unendlichkeit des Selbst, dem Königreich endlosen Friedens, der Freude und Schönheit in jedem Menschen verborgen sind.
In der Welt des Okkulten und der Parapsychologie findet sich wenig, das von wirklichem Wert für die innere spirituelle Entfaltung und für das Erlangen der supra-okkulten göttlichen Vollkommenheit sein könnte, der "Vollkommenheit des Vaters im Himmel". Okkulte und parapsychologische Forschung und Erkenntnis sind indessen wesentlich, um die Begrenzungen des psychologischen Bereiches zu korrigieren und unsere Sicht über das hinaus auszuweiten, was unseren stumpfen Sinnen verschlossen ist. Der Okkultismus hat seine ganz spezielle Rolle zu spielen, um die Illusionen jener zu zerstören, deren Denken ganz vom rein Materiellen und von der physikalischen Welt beherrscht und besessen ist. Für den geistig Strebenden ist es jedoch nicht nötig, Gedanken anderer Menschen zu lesen; es ist besser, ihn zu fragen, was er denkt. Es ist auch nicht nötig, auf dem Wasser zu gehen; besser ist es, für wenig Geld ein Boot zu mieten. Es liegt auch keine Weisheit darin, durch die Luft fliegen zu wollen, wenn man ein Flugzeug nehmen kann, um in ferne Länder zu reisen. Welcher Natur die aussergewöhnlichen Kräfte, die man gerne besitzen möchte, auch sein mögen, man wird durch sie in keiner Weise der Selbst-Erkenntnis, Selbst-Erfahrung und Selbst-Verwirklichung näher kommen. Das Wesentliche für den geistig Strebenden ist, das Selbst zu erkennen, wodurch alles andere erkannt wird, jene Macht zu besitzen, ohne die keine Macht auch nur irgendeine Existenz, irgendeinen Wert hat.
Die Erkenntnis dieses Selbst, das göttlich, unsterblich, ewig, allmächtig, allvollkommen ist, liegt ausserhalb des Bereiches jeder Spezialforschung, Praktik und Zielsetzung.
Wir brauchen die höchste, die ewige, unfehlbare Wissenschaft Es besteht ein dringender Bedarf für die Wissenschaft des wahren Lebens, die Wissenschaft des Menschen, wie er an sich ist, die Wissenschaft des erfahrenden Subjekts. Der Mensch ist tatsächlich unwissend, wie gross auch sein Wissen über die Dinge der Aussenwelt sein mag, solange ihm kein wirkliches Wissen über sich selbst, sein wahres Sein, die zentrale Wirklichkeit in sich selbst, das erfahrende Subjekt, das göttliche Selbst zuteilgeworden ist.
Jedes Erkenntnissystem, jede Wissenschaft, die sich mit einem tieferen Eindringen in das Wesen des göttlichen Selbst im Menschen befasst, ist eine wahrhaft grosse Wissenschaft. Sie gibt dem Menschen eine erlösende Erkenntnis und lässt ihn Gott ähnlich sein, nämlich göttlich im Wesen, im Charakter, in der Erkenntnis, im Frieden und in der Vollkommenheit. Wie Jesus Christus sagt: "Werdet so vollkommen, wie der Vater im Himmel vollkommen ist." Ein solches Erkenntnissystem, eine solche Wissenschaft allein würde im Einklang sein mit den zentralen Lehren der Bibel, den grossen Werken unvergänglicher Offenbarung und höchster geistiger Erfahrung.
Welche grosse Macht belebte die Persönlichkeit Jesu Christi? Weder war es Bildung, hohe Kultur, noch hohe Errungenschaften, nicht irgendeine besondere Wissenschaft, keine hohe soziale Stellung, nichts, was wir auf Erden hochschätzen, sondern ein beständiges Sich-Bewusstsein und eine beständige Erfahrung des "Vaters" in Ihm Selbst und überall sowie das Zum-Ausdruck-Bringen der Liebe und der Weisheit dieses "Vaters". Das ist es, warum die Menschheit Ihn als Licht der Welt, als Erlöser und Retter verehrt. In Ihm finden wir das leuchtendste Beispiel der Selbst-Verwirklichung oder der Erfahrung Gottes in einem solchen Ausmass, dass Er sagen konnte: "Ich und der Vater sind eins."
Jesus Christus ist die bewusste Offenbarung Gottes, und Seine Mission auf Erden bestand in der Erlösung des Menschen aus seiner menschlichen Begrenzung und der Befreiung des göttlichen Geistes oder des Selbst in ihm zur Vollkommenheit des "Vaters im Himmel". In Seinem Erbarmen hat Er alle Menschen zum Teilhaben an allen Schätzen und Herrlichkeiten des himmlischen Königreichs aufgerufen. Er hat Sein Leben nicht nur vollendetem Dienen und höchstem Opfern geweiht, sondern lehrte uns auch durch das Wort Seiner eigenen Weisheit, so vollkommen wie der Vater im Himmel zu sein. Er hat uns in neuer Frische das Letzte und Höchste an menschlicher Weisheit gegeben und bestätigt, wenn er spricht: "Suchet als Erstes das Reich Gottes, und alles andere wird euch hinzugegeben."
Wie soll uns alles andere hinzugefügt werden? Nur, wenn wir die höchste Realität, die Gott ist, suchen. Wenn wir den Ozean wählen oder gewinnen, wird uns all das, was im Ozean ist, hinzugefügt. Nur wenn wir einen Garten wählen, statt hie und da eine Frucht oder eine Blume, werden uns alle Blumen, Früchte, Pflanzen und Bäume dazugegeben. Wenn wir den Schöpfer wählen, wird uns die ganze Schöpfung, die in Ihm ist, werden uns Millionen anderer wunderbarer Dinge, die in Ihm sind, hinzugefügt. Der menschliche Geist (mind) stellt nur eine der Millionen Möglichkeiten dar, welche dieses allwundervolle Königreich des göttlichen Selbst oder Bewusstseins offenbart. Unser Geist vermag einen kleinen Himmel oder eine grosse Hölle zu schaffen, während das göttliche Selbst in uns die Unendlichkeit an Licht, Liebe, Frieden, Freude, schöpferischer Schönheit, Leben, das Ganze des allvollkommenen Königreichs des Himmels ist. Erkenne Das, und Du erkennst das universale Prinzip, mit Dem, durch Das und in Dem alles offenbar wird.
Der Schüler der integralen Wissenschaft erfährt die Welt, indem er die Wahrheit in ihr erfährt, die alles erhaltende Existenz in ihr, die alles hervorbringende, unendliche Bewusstseinskraft, Gott in ihr. Darum ist für ihn alles schön auf der Welt, sogar die abgefallenen Äste sind ihm eine Freude, weil er weiss, dass es keine Zerstörung gibt, dass sich alles im Umwandlungsprozess befindet. In all diesen Umwandlungsprozessen ist das Göttliche überaus sichtbar. Einem der integralen Wissenschaft ergebenen Menschen ist alles heilig. Kein Teil des Lebens ist vom anderen getrennt, und in keinem Teil des Lebens sieht er eine Unvollkommenheit, eine Dunkelheit oder ein Unglück, denn jeder Teil des Lebens wird emporgehoben, veredelt, beseelt, strahlend und lichtvoll gemacht. Der Schüler der integralen Wissenschaft erfährt sich selbst durch die Erfahrung der Wahrheit in sich selbst, durch die Erfahrung des Selbst, des höchsten Bewusstseins in seinem Inneren, und dieses zu erkennen heisst, die Quelle des Geistes, den Ursprung der Welt, des Lebens, den ganzen Kosmos - die Quelle von allem zu erkennen. Im Bereich dieses göttlichen Bewusstseins ist Erkennen Sein und Sein Haben. Erkennen ist Haben. Das Reich des Göttlichen zu erkennen heisst, Es zu besitzen.
Erkenne das Selbst. Suche zuerst das Königreich Gottes. Sei so vollkommen wie der Vater im Himmel. Verwirkliche das Göttliche in Dir und überall. Das heisst, dass Du die Macht aller Mächte besitzt. Verwirkliche jenes Leben, das das Leben allen Lebens ist. Erkenne jene Wahrheit, die die Wahrheit aller Wahrheiten ist. Erfahre jenes Licht, das die Sonne, den Mond, die Sterne beleuchtet, das Licht, das ewig ist, das Licht, das hinter und jenseits der Energie steht, zu der die Wissenschaft das Phänomen des Universums reduziert.
Die grosse Mission unseres Lebens in diesem Bereich des Wachstums und der Evolution ist hier auf Erden.
Die Basisfrage der göttlichen Wissenschaft befasst sich mit dem eigentlichen Erfahrenden, dem wahren Erkennenden, dem wahren Sehenden. Es ist Beobachten durch Bewusstsein. Der Wissenschaftler erforscht die Natur. Der göttliche Wissenschaftler versucht den Wissenschaftler selbst zu erforschen. Der Forschende in der göttlichen Wissenschaft ist die eigentliche Intelligenz und das Bewusstsein des Menschen. Diese Intelligenz fragt: "Was ist diese Intelligenz im Wissenschaftler, die in die Geheimnisse der Natur einzudringen versucht? Was ist diese entdeckende Intelligenz im Entdecker? Was ist dieses denkende Prinzip in allen denkenden Menschen?" Den Erkennenden zu suchen und zu erkennen, den wahren Erfahrenden zu erfahren, das zu erkennen, wodurch wir alles andere erfahren und erkennen, die fundamentalen Gründe aller Existenzen zu erforschen, in die wahren Quellen des Lebens einzudringen, Sinn und Zweck der menschlichen Existenz auf Erden und das Warum und Wofür des Universums zu ergründen, dies ist das Forschungsgebiet der göttlichen Wissenschaft, der Wissenschaft des BEWUSSTSEINS.
Im Hinblick auf die Hintergrundfrage, woher wir kommen und wohin wir gehen und was unser eigentliches Wesen ist, ist eine psychologische Selbsterkenntnis wertlos. Eine überpsychologische Selbst-Erkenntnis ist erforderlich. Die Entdeckung der grossen Wahrheit, dass unser Wesen seinen Ursprung im Göttlichen hat, dass das Göttliche in uns wohnt - das allein kann uns von allen Problemen des äusseren Lebens erlösen, das allein kann uns die Erfahrung von Unsterblichkeit und die "Vollkommenheit des Vaters im Himmel" geben.
Nur Menschen der Selbst-Verwirklichung, Menschen, die Gott als das Unendliche erfahren haben, sind die wahren Meister des Lebens. Ihre alles verstehende Weisheit, die in ihrer Erfahrung des unendlichen Göttlichen begründet liegt, umschliesst und transzendiert alles Wissen in jedem Bereich des menschlichen Lebens und Denkens. Sie allein erfahren die Macht aller Mächte, die Gott ist. Sie allein erfahren jenes Prinzip, das Ursprung aller Manifestation ist. Sie allein kennen die höchste, überpsychologische Wirklichkeit.
DIE NATUR DER WELT, IN DER WIR LEBENSchwere Begrenzungen des menschlichen Lebens und der rettende Ausweg Der eigentliche Name des Menschen ist Begrenzung. Er ist ein endliches Wesen, begrenzt in jeder Hinsicht, subjektiv wie objektiv. Er ist durch seine körperlich-sinnengebundene Erfahrung in einem solchen Ausmass in Beschlag genommen und steht unter einem solchen Zwang, dass er nicht weiss, woher er kommt, was er ist, was das Ziel seines Lebens ist, was Geist ist. Er ist von seinen begrenzten Erfahrungen völlig verblendet, und der Sohn Gottes, der er ist, ist tot. Das wunderbare Wesen, das er in sich selbst, in seinem Bewusstsein ist, hat er nicht begriffen. Von einer Erfahrung der einzigen grossen Wahrheit, dass in ihm unendliches Leben, dass überall das Königreich des Göttlichen ist, ist er abgeschnitten und auf irrationale Weise in menschlichem Tun befangen. Daher rührt menschliches Glücklich- und Unglücklichsein. Er ist das Opfer vieler Arten von Unwissenheit: wissenschaftliche und technische Unwissenheit, psychologische, psychische, spirituelle Unwissenheit und so fort. Was der Mensch durch seine Sinne und seinen Geist (mind) erfährt, ist eine Welt der Begrenzungen, wie sie sich aus einer Welt von Zeit und Raum, aus einem materiellen Universum, einer physikalischen Welt ergeben, in der seine Fähigkeiten und Kräfte äusserst beschränkt sind. Er denkt, er sei vernünftig und frei. Tatsächlich aber ist er überall gebunden. Sogar das Wetter macht ihn einmal unglücklich, einmal glücklich. Er hat keine Unabhängigkeit; das Wetter ist mächtiger als er. Wo ist seine Freiheit? Kann er das Wetter ändern? Die Umstände können ihn glücklich oder unglücklich machen. Er hat keine Macht über sie. Wenn Krankheiten kommen, kann er sich nicht selbst heilen. Wo bleibt seine Macht? Wenn Ärger in ihm hochsteigt, fehlt ihm die Fähigkeit, ihn unter Kontrolle zu bringen, ihn zu beherrschen. Wo ist seine Vernunft? Wo ist sein Verstand? Überall ist er Sklave von hundert Dingen und Faktoren.
In Wahrheit ist unendliches Leben in ihm. Er weist dieses unendliche Leben zurück und versinkt mit all seiner Aufmerksamkeit, mit Gefühl und Denken in seinem Körper. Er hält seinen physischen Atem für seinen wahren Atem, seinen physischen Körper für sein wahres Selbst, er hält die Körper anderer Menschen für ihr wahres Selbst. Doch so wie der Raum ständig mit ihm und um ihn ist, so ist die göttliche Gegenwart immer bei ihm, um ihn, in ihm. Er lebt im Göttlichen, ohne dass er es weiss. Er bewegt sich und atmet im Göttlichen, doch er erkennt Es nicht.
Erkenne diesen elenden, unglückseligen menschlichen Zustand der Unwissenheit, und strebe danach, wahre Weisheit, wahre Freiheit zu gewinnen. Gebrauche Deine Vernunft; lasse diese Deine Vernunft nicht beständig von Deinen Emotionen verschlungen werden. Versuche, diesem dauernden Hin- und Herpendeln von Weinen und Lachen ein Ende zu bereiten. Beschäftige Dich mit grossen Gedanken, und beginne Dich zu fragen: Was ist die Bedeutung des Lebens? Warum diese endlose Routine des täglichen Lebens? Warum bin ich nicht in der Lage, mich in jeder Stunde des Tages in Glück, Frieden und Kraft zu erhalten? Wer hat das wunderbare Universum zur Existenz gebracht? Wodurch wird es unterhalten? Woher kommt es? Warum ist es? Wer bin ich? Solche Fragen verlangen eine Antwort. Werde zu einem ernsthaften und aufrichtigen Fragenden und Untersuchenden. Erweitere Deine Selbstbetrachtungen, beginne zu suchen, und allmählich wirst Du in stetem Fortschritt die Wahrheit verstehen. Unterscheidung wird in Dir erwachen.
Alle Formen von Unwissenheit lösen sich in dem Augenblick auf, in dem die Berührung und die Vereinigung mit der innersten Essenz in uns, mit dem wahren Selbst stattfindet.
Einige Menschen erwachen allmählich, sei es aufgrund reicher Erfahrung, oder weil sie auf die Stimme grosser, weiser Menschen hören oder auch aufgrund eines Übermasses an Leiden in ihrem Leben oder infolge der Reinheit von Intelligenz und Herz, so dass der Bereich menschlicher Erfahrung versinkt und sie langsam die Dinge klar zu sehen beginnen. Sie suchen nach höherer Erkenntnis und nach Mitteln und Wegen, wie sie sich bewusst mit dieser zentralen Wirklichkeit in ihrem inneren Wesen verbinden können.
Die Erlösung aus den Begrenzungen des menschlichen Zustandes besteht darin, in unser wahres Wesen, in die Vollkommenheit unseres göttlichen Seins zurückzufinden. Die Fähigkeit, dieser Fessel menschlicher Begrenzungen zu entwachsen, sind im Menschen vorhanden. Da der Mensch in sich selbst das göttliche Sein trägt, sind die Möglichkeiten dieses göttlichen Seins auch die Möglichkeiten des Menschen. Die höheren Fähigkeiten des Bewusstseins, wie z.B. intuitive Erkenntnis, werden als Resultat der Umwandlung und Reinigung der rohen, unreifen Natur automatisch wirksam. Die Fähigkeiten, das Selbst in uns zu erkennen, die Instrumente der Erkenntnis zur Erforschung der Wunder des schöpferischen Seins, sind im Menschen selbst. Sie müssen entfaltet und vermehrt zur Wirkung gebracht werden.
Wir sind das Unendliche, das funktionell an das Endliche gebunden ist. Wir sind das Absolute, das funktionell in den Menschen eingefangen ist. Das Endliche, das Individuum, wird so lange herumgestossen und vor Rätsel gestellt, bis es eine dynamische und beherrschende Erkenntnis seiner ihm wesenseigenen Unendlichkeit, Absolutheit besitzt. Da wir strukturell mit der zeitlosen Welt in Beziehung stehen, ist ein Leben, das in seinen Zielen, seinem Planen und Streben nur auf diese wandelbare, vergängliche Zeit-Raum-Welt beschränkt bleibt, Gefahren ausgesetzt und all seiner grundlegenden Bedeutung, seines eigentlichen Wertes, seines wahren Reichtums und seiner Erfüllung beraubt.
Wenn wir es richtig betrachten, ist das Leben in all seinen Umständen, in seiner Beschaffenheit und mit seinen Einschränkungen eine Gelegenheit, um von Angesicht zu Angesicht die Wahrheit zu erschauen, eine Gelegenheit, den Sieg und die Herrlichkeit des göttlichen Geistes in den materiellen Begrenzungen offenbar werden zu lassen.
Der menschliche Zustand gleicht dem eines Träumenden, der etwa an einem Hochsommertag im Garten eingeschlafen ist. Überall ringsum ist Sonnenlicht, und er träumt, dass er sich irgendwo in einem schrecklichen Wald befindet, wo alles dunkel, wo Nacht ist. Ist es nun wahr, dass überall Nacht ist? In Wahrheit ist überall strahlender Sonnenschein. Wenn jener Mensch sich nun sagen würde: "Es ist überall Sonnenschein", sieht diese Aussage wie eine Verfälschung seiner eigenen Erfahrung aus. Ist sie jedoch tatsächlich vollkommen falsch? Angenommen, diese Behauptung: es ist überall Sonnenschein, wird zur beherrschenden Erfahrung für ihn, so wird der Druck der ihn beherrschenden Traumerfahrung diesen Traum plötzlich abbrechen, und er wird tatsächlich entdecken, dass wahrhaftig überall Sonnenschein herrscht, dass er sich nicht in einem grossen schreckenerregenden Wald, in pechschwarzer Nacht befunden hat.
Genauso ist der menschliche Zustand. Überall ist der Sonnenschein von Gottes Gegenwart und Macht, aber die Menschen sind so völlig in ihre Begrenzungen verloren, dass sie von ihren Träumen eingefangen und durch diese konditioniert sind. Wenn diese unglücklichen, unweisen, unerleuchteten Menschen, die begrenzt sind in ihrer Furchtlosigkeit, in ihrem Glück und ihrer Freiheit, begrenzt in ihrer Weisheit und Erkenntnis, ihrer Macht und ihrem Frieden, die Kunst erlernen, die Gegenwart des göttlichen Sonnenlichtes überall zu bejahen und beständig ihren Geist mit den Wahrheiten nähren, welche die Erleuchteten entdeckt haben, wenn sie ihr Herz mit grossen universalen, kosmisch weiten Gefühlen erfüllen, wenn sie sich beständig edlem, gutem Wirken weihen, wird nach einiger Zeit der begrenzte menschliche Zustand durchbrochen werden.
Einheit und Existenz Aus der ewigen, transzendentalen Wirklichkeit ging eine schöpferische Kraft hervor, die das Universum zur Existenz brachte. Diese Kraft ist der Schöpfer, Gott, der Vater des Universums. Erkenne die Ursache, und Du wirst die Wirkung erkennen. Erkenne den Schöpfer, und Du wirst die Schöpfung erkennen.
Für die stumpfen Sinne des Menschen ist alles Materie. Sie nehmen nicht die innere Wirklichkeit wahr. Sie lassen sich von äusseren Erscheinungen täuschen. Für jemanden, der wissenschaftlich gebildet ist, ist alles Energie. Wer noch schärfere Wahrnehmungskräfte besitzt, erkennt alles als Intelligenz. Für den aus höchster Vernunft lebenden Menschen, für den wahren Philosophen, für den Weisen ist alles göttliche Realität. Für den, der dem Göttlichen ergeben ist, ist alles die göttliche Gegenwart.
Die Wahrheit der Wahrheiten liegt in der Tatsache, dass überall, was immer wir sehen, was immer wir erfahren, was immer wir fühlen, nichts anderes ist, als nur das Göttliche. Denn das Göttliche ist nicht als ein Objekt einem Objekt gegenüber gegenwärtig, sondern überall die leuchtende, allsehende Gegenwart des Göttlichen "IST". Vom Standpunkt der spirituellen Erfahrung aus gesehen, sind sogar jene Zustände und Dinge, welche dem Göttlichen diametral entgegengesetzt zu sein scheinen, das Göttliche selber. Das Böse, der Irrtum und die Fehler, Unwissenheit, Dunkelheit, Unglück, Leid und Tod, alles, was der Mensch mit "negativ" bezeichnen würde, sind nichts anderes als Nebenwirkungen der Ausdrucksweisen der positiven Eigenschaften des Göttlichen. Wo dann liegt die Quelle von Böse, Unwissenheit, Unglück, Fehler, Leid, Trauer?
Für die allgemeine menschliche Erfahrung gibt es überall Gegensätze in dem geoffenbarten Universum, entgegengesetzte Kräfte, Gegensatzpaare wie Tag und Nacht, Leid und Freude, Hitze und Kälte, hart und weich, weiblich und männlich, gut und böse, Vollkommenheit und Unvollkommenheit. Bei der Elektrizität gibt es positive und negative Pole. Dualität ist ein unvermeidliches Merkmal aller endlichen Phänomene.
Doch betrachten wir beispielsweise eine Kerze. Ist sie gut oder ist sie böse? Mit ihrer Hilfe können wir ein Haus anzünden oder aber ein Epos schreiben, das Millionen Menschen während Jahrtausenden Freude bereitet. So kann man die Kerze also gut, zu gleicher Zeit aber auch böse nennen. Das, was wir mit "gut" bezeichnen, ist immer von etwas begleitet, was wir böse nennen. Es gibt nichts Böses, welches nicht auch irgendeine ausgleichende Eigenschaft von Gutem hat.
Wenn Licht strahlt, gibt es auch Schatten. Könnte sich Licht nicht zum Ausdruck bringen, würde es auch keinen Schatten geben. Es gibt keinen Schatten in der pechschwarzen Nacht. Schatten ist nur sichtbar, wenn sich Licht herausbildet. Wissen, Erkennen, Glück, ewiges Leben, Friede, Schönheit, Vollkommenheit, all das sind charakteristische Eigenschaften des Göttlichen. Wenn sie zu wirken und sich auszudrücken beginnen, entstehen Schatten; sich gegenüberstehende Eigenschaften werden ins Dasein gerufen. Dies ist unausweichlich und wird es immer geben in einer relativen Welt von Zeit, Raum und Kausalität mit ihren Begrenzungen. Wo sich Begrenzungen dem Licht entgegenstellen, verursachen sie Schatten. Nur das Göttliche als solches ist schattenlos. Man kann den Schatten auch mit "Teufel" und das Licht mit "göttlich" bezeichnen. Aber für Gott gibt es keinen Teufel. In dem unendlichen Bewusstsein gibt es keinen Schatten, keine Dunkelheit. Es gibt keine zweite Wesenheit in der Unendlichkeit. Vom Standpunkt der Erfahrung des Göttlichen als dem Unendlichen besteht die Welt nicht aus Unterschiedlichkeiten und der Mannigfaltigkeit der Dinge. Da gibt es nur Eines - das wunderbare, unbeschreibliche, allschöpferische, allschöne göttliche Bewusstsein, welches allein ist, Eines ohne ein Zweites. Materie, Natur oder Welt ist Erscheinung. Die wahre Realität, die Existenz, das Sein oder das göttliche Bewusstsein ist der dynamische Urgrund aller Erscheinung.
Nur jene Menschen, welche sich um Gotterfahrung, um Selbst-Verwirklichung bemühen, wachsen über das Phänomen von Gut und Böse hinaus und überwinden es. Nur ihr Leben ist absolut gut, nur da ist das Böse abwesend. Doch kann das Böse nicht vollkommen überwunden werden, ehe nicht auch das, was gut genannt wird, überwunden ist. Es kann aber weder Gut noch Böse überwunden werden, solange man sie nicht in das transzendiert, was jenseits von Gut und Böse ist, in das, was das unbegrenzte, absolute, unendliche Gute ist, und das ist Gott.
Zu keiner Zeit in der Geschichte der Menschheit waren die wissenschaftlichen Umweltbedingungen zur Wahrnehmung und Erfahrung der höchsten spirituellen Wahrheit so günstig wie heute. Nie zuvor hätte die Menschheit den nötigen Antrieb gefunden, eine kosmisch weite Persönlichkeit und eine kosmische Sichtweise, eine kosmische Vision zu entwickeln. Der Impuls war noch nicht da. In diesem unserem Zeitalter der Astronauten und Kosmonauten liefert der Begriff des Raumes eine schöne Analogie zur besseren Darlegung und zum Verständnis dieser fundamentalen spirituellen Wahrheit.
Der Raum, der namenlos, formlos, substanzlos, farblos ist, umgibt uns und hüllt uns ein, während er gleichzeitig auch in uns ist. Im Raum und durch den Raum sind wir mit allen anderen Menschen und allen Dingen verbunden. Es gibt nur einen Raum, obwohl es der Dinge und Menschen darin viele gibt. Obwohl der Raum als ein Nichts aufgezeigt wird - dennoch: wo ist alles, was wir wahrnehmen, erfahren, fühlen, verstehen, erkennen, wenn nicht im Raum? Alle Himmelskörper, die kosmische Ordnung, alle Formationen und Systeme befinden sich im Raum. Magnetische Wellen, elektrische Wellen und Ströme, jedes nur denkbare Phänomen ist innerhalb des Raumes, und doch ist der Raum in sich selbst nichts. In diesem Nichts ist alles, einschliesslich unserer selbst und unserer Erfahrungen.
So wie es nur einen Raum gibt, ist auch überall nur ein Sein: das göttliche Sein. So wie es nichts gibt, was nicht innerhalb des Raumes wäre, so gibt es auch nichts, was sich nicht innerhalb dieses subtilsten göttlichen Prinzips befände. So wie unser träumendes Bewusstsein aus sich selbst heraus seinen eigenen Raum, seine Wälder, Städte, die wunderbaren Welten, die wir im Traum und im Raum darin sehen, erschafft und entfaltet, so sind alle Welten, die wir durch unsere physischen Augen erblicken, Entfaltungen im Bewusstsein des Göttlichen.
Es gibt nur einen Geist (Spirit) im ganzen Kosmos - den göttlichen Geist. Wir alle befinden uns im Geiste Gottes, im kosmischen Geist. Wir alle sind geformt im Bewusstsein Gottes. Es gibt nur eine Intelligenz, die göttliche Intelligenz, die sich in zahlloser Mannigfaltigkeit ausdrückt. Und die verschiedenen individuellen Intelligenzen sind innerhalb dieser einen Intelligenz. Es gibt nicht viele Bewusstsein, sondern nur Eines, und dieses Eine bringt sich auf verschiedene Art in den verschiedenen Individuen in der Welt zum Ausdruck. Bald wird es als guter, bald als schlechter Mensch bezeichnet, als Frau oder als Mann. Hier wird es Kind genannt, dort wird es als Baum, als ein Stück Eisen bezeichnet, aber immer ist es dasselbe göttliche Bewusstsein. Nichts hat Existenz ausserhalb dieses Bewusstseins. Es durchpulst die ganze Natur. Es befindet sich in allen atmenden Wesen. Es ist im Schlag des Herzens, in der Zirkulation des Blutes, im Ein- und Ausatmen. Es ist in der Macht der Sprache und des Sehvermögens. Überall ist Es, innen und aussen, im ganzen Universum. Es gibt nur die eine, die höchste göttliche Intelligenz, und alle Intelligenzen sind verschiedene Formulierungen derselben Intelligenz in Sich Selbst. Im Mittelpunkt von allem und jedem ist dieses Eine, das göttliche Bewusstsein, das sich zum Ausdruck bringt durch die Blumen als Schönheit und Duft, durch das Leuchten der blinkenden Sterne oder in dem Licht, das mit den Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke bricht. Dasselbe göttliche Bewusstsein, das sich durch das Atom als unbegreifliche Kraft manifestiert, erhält zu gleicher Zeit Millionen von Universen jenseits weiter, unmessbarer Räume und drückt sich zugleich auch als Intelligenz und Liebe durch das Herz des Menschen aus.
So wie das Element Wasser sich sowohl in Form von Flüssigkeit oder Eis, wenn es gefriert, als auch in Form von Dampf, wenn es erwärmt wird, zeigt, so kann sich das göttliche Bewusstsein, welches allein i s t , ebenfalls verdichten und vergröbern und sich auf diese Weise in verschiedenen Graden von Intensität und Licht durch die verschiedenen Daseinsformen in der Welt manifestieren. Diese selben Formen können wieder zurückverwandelt werden in die Seinsweise des göttlichen Bewusstseins, so wie Eis und Dampf wieder zu Wasser werden können.
Das Absolute ist die einzige Realität. Die relativen Dinge, Erfahrungen, Objekte und das Universum, das wir sehen, sind lediglich Wirkungen, und in jedem von ihnen ist das Absolute anwesend. Das Zeitlose ist die wahre Seele und Substanz aller Zeitprozesse. Das Ungesehene und Unsichtbare ist der wahre Erhalter von allem, was sichtbar ist. Wenn wir also ein materielles Objekt sehen und unsere Aufmerksamkeit nur auf die äussere Erscheinung beschränkt ist, sind wir begrenzt, ist unser Wissen falsch, sind wir unwissend. Daher ist auch unsere Erfahrung falsch, wir leiden, sind versklavt und unglücklich. Lasst uns also Erkenntnis gewinnen und die Dinge erkennen, wie sie in sich selbst sind. Da die Existenz, das Bewusstsein in der ganzen Schöpfung, in jedem Menschen oder jedem Wesen dasselbe ist wie die Existenz, das Bewusstsein, das in uns anwesend ist, ist es dem Bewusstsein in uns möglich durchzudringen, mit der ganzen Schöpfung identisch zu werden und direkte und unmittelbare Erkenntnis von allem zu erlangen.
Das Universum, in dem wir leben, ist Gottes Universum. Es ist Gottes Welt von innen und von aussen. In einer unendlichen Anzahl von Arten und Weisen ist Er in ihr gegenwärtig. Das eine, immer gleichbleibende, ruhende, unveränderliche, unwandelbare göttliche Prinzip ist die Grundlage und Quelle der sich immer bewegenden und sich verändernden Faktoren Mensch und Natur. Der ganze Kosmos ist ein Bewusstseinsprozess. Ein Prozess des Einen, das zum Vielen wird. Ein Prozess des Transzendenten, das manifest und immanent wird. Dieses eine göttliche Sein ist die absolute Wahrheit, die letzte transzendentale Realität, die eine unteilbare absolute Existenz.
Wenn wir uns zu höheren Zuständen des kontemplativen Bewusstseins emporentwickeln, wenn unsere Liebe zu Gott überwältigend ist und allen Umständen und Versuchungen, allen Herausforderungen standhält und fortdauert, dann bricht das Licht der inneren göttlichen Seele plötzlich hervor, und wir sehen überall das Königreich des Göttlichen.
Nur durch Selbsterkenntnis erhalten wir Meisterschaft über alles Wie sehr sich auch geniale Menschen durch rein empirische Methoden um eine vermehrte Erweiterung ihres Wissens über den Kosmos bemühen mögen, sie werden uns nie wahre Einsichten in DAS bringen, was allein die Rätsel der kosmischen Manifestation lösen kann, noch viel weniger aber können sie uns jenes Glück und jenen Frieden geben, welche das Ziel unseres bewussten Lebens sind. Die Erkenntnis des Manifestierten, wie nützlich und wunderbar sie auch sein mag, ist nie wirklich wertvoll, ja sie kann ohne Erkenntnis dessen, das es hervorgebracht hat und erhält, sogar gefährlich werden. Niemals werden wir das Unmanifestierte durch intellektuelle, rationale oder empirische Prozesse erkennen, die ES manifestiert hat. Die Erkenntnis des Unmanifestierten ist nur durch das Wirken solcher Fähigkeiten zu erlangen, die dem Unmanifestierten innewohnen, mit oder auch ohne die Zweckdienlichkeit intellektueller oder rationaler Prozesse. Wir erkennen die Wahrheit durch die Wahrheit und nicht wirklich und wahrhaft durch das, was aus ihr erst entstehen konnte. Wir erkennen das Selbst durch etwas innerhalb des Selbst. Dunkelheit kann niemals das Licht erkennen, es sei denn, sie höre auf, Dunkelheit zu sein, indem sie sich zum Licht erhebt. Wir erfahren Gott wahrhaft nur durch Umwandlung unseres inneren Bewusstseins, indem wir es in das Wesen Gottes hineinverwandeln, denn Gott erkennt Sich Selbst, indem Er Gott ist. Niemals kann der göttliche Geist durch die Wahrheiten der Materie erkannt werden, während die Wahrheit des göttlichen Geistes alles über die Wahrheiten der Materie weiss, weil letztere durch den Ersteren geoffenbart werden.
Darum erkenne das Selbst in Dir, das Selbst in allem, das Selbst im Universum, das immanente und transzendente Selbst, was bedeutet: Erkenne die höchste Gottheit. Erkenntnis des Selbst zu gewinnen ist dasselbe, wie Erkenntnis unseres zutiefst innersten Göttlichen zu erlangen. Durch solch eine Erkenntnis allein wäre uns, in Übereinstimmung mit der biblischen Verheissung, die Herrschaft über Erde und Himmel gegeben.
DAS WESEN DES MENSCHEN UND SEIN PLATZ IM SCHÖPFUNGS-PLAN
,,DAS REICH GOTTES IST IN EUCH!" (Luk. 17,21) Letztes Ziel menschlicher Existenz
Gott ist die wahre Essenz und der Atem unseres inneren Wesens, Gott ist das höchste Bewusstsein in uns, das göttliche Selbst, ein Bewusstsein, in dem sich alle Schätze des Königreichs Gottes befinden, ja das selbst dieses Königreich ist.
Die Menschen sind kleinwinzige Geschöpfe auf einem wirbelnden Stück Staub, das Erde ist. Doch ist in jedem Menschen ein Prinzip, das in seinen Dimensionen den ganzen Kosmos und Raum transzendiert, ein Prinzip, das das Göttliche Selbst, das Königreich Gottes oder das transzendentale Bewusstsein genannt wird. Welch grosse Torheit wäre es, dieses zu ignorieren, zu vernachlässigen, zu verschlafen und unser Leben in Kleinlichkeit, Minderwertigkeit und mit geringer Kraft zu leben. Welch kolossale Unwissenheit wäre es, unser Leben auf ein beschränktes wissenschaftliches und mechanisches Wissen zu gründen, vollkommen unwissend über die Gottheit, die in uns wohnt, in Dunkelheit umhertappend, total blind für das innere Königreich des göttlichen Selbst in uns, und dabei unsere wahre Stärke und Lebenskraft zu verfehlen. Welche Narrheit wäre es, unserem innersten Sein entfliehen zu wollen! So wie die Stärke eines Zweiges am Baum in seiner integralen Einheit mit dem Baume liegt, so liegt unsere Stärke und unsere Glorie in unserer integralen Einheit mit der Gottheit. So wie die Stärke der Welle im Ozean liegt und nur durch die Einheit mit dem Ozean besteht, genauso verhält es sich mit uns kleinen Wellen in dem weiten, unermesslichen Ozean des unermesslichen Bewusstseins. Unsere Stärke besteht im Suchen nach Verwirklichung unserer ewigen und untrennbaren Identität und Einheit mit dem unendlichen Bewusstseinsmeer, das Gott ist. Wir werden nicht wahrhaft leben, bis wir uns der unendlichen Stärke in der Tiefe unseres Seins bewusst geworden sind: des göttlichen Selbst, des Königreichs des Himmels. Solange wir das Göttliche nicht berührt haben und nicht eine bewusste und dauernde Beziehung mit diesem göttlichen Sein erreicht haben, werden wir nicht über den Tod lachen und über Krankheit hinweggehen können, werden wir nicht in Frieden und in Freude leben können. Darum müssen wir uns der göttlichen Macht bewusst werden, der todlosen Macht, die in unserem Herzen wohnt. Bis dahin sind wir wie ein Kind, das mit einem Holzpferd spielt und in ihm ein wirkliches Pferdchen sieht, während es doch allezeit nichts anderes als ein Stück Holz ist. Genauso sehen wir die Verschiedenheiten, die Gestalten, Namen und Formen in der Welt und halten sie für die Wirklichkeit. Wir spielen mit ihnen als der Wirklichkeit, und darum leiden wir und versäumen, das Holz in ihnen zu erkennen: das Holz des Göttlichen. In unserer Unwissenheit sehen wir nicht die Substanz, sondern wir konzentrieren uns auf die Formen.
Wenn wir wach geworden sind für die wunderbare, alles durchdringende Macht des göttlichen Seins, die insgeheim in allen Formen, Gestalten und Wesen der kosmischen Welt des Werdens wirkt, wird das spirituelle Sein in unserem Inneren seine eigenen, einzigartigen Methoden anwenden und seine eigenen zwingenden und notwendigen Weisen gebrauchen, um zum Selbst-Ausdruck zu erblühen und die innere Essenz aller Formen zu enthüllen.
In jedem Menschen findet das aus sich selbst bestehende Licht des inneren Bewusstseins, dieser in seinem Wirken nie endende, fundamentale, aufwärtsführende spirituelle Prozess, diese Leitung und Führung des ganzen Lebens statt, so lange, bis jede Unterscheidung und Trennung zwischen der Gottheit und dem Selbst des Menschen aufgehoben ist, bis die Gottheit und das Selbst des Menschen bewusst ineinander wohnen, bis das ganze Leben ein Gefäss geworden ist, das den Glanz des Göttlichen in sich trägt.
Darum ist das höchste Ziel menschlicher Existenz hier auf Erden, uns des Göttlichen in uns selbst bewusst zu werden und die bewusste Erfahrung unserer Einheit - unserer untrennbaren Einheit - mit dem göttlichen Sein, diesem höchsten Bewusstsein, diesem Königreich Gottes in uns wiederzugewinnen.
Verschiedene Bewusstseinsebenen des menschlichen Wesens Der Mensch allein ist das wahre Forschungsobjekt im Universum. In ihm befindet sich ein doppeltes Element: die innere, spirituelle Identität und das äussere, sich verändernde Phänomen. Es gibt verschiedene Schichten in seinem Bewusstsein; verschiedene Bewusstseinsebenen befinden sich in seinem inneren Wesen.
Obwohl er einerseits der Tierwelt angehört und auf der physischen Ebene lebt, ist er doch nicht auf diesen von ihm bewohnten physischen Körper beschränkt. Dass er ein Naturgeschöpf ist, betrifft also nur eine Teiltatsache hinsichtlich seiner ganzen Persönlichkeit. Die physischen Sinne im Menschen sind ständig aktiv, er möchte immer etwas sehen, schmecken, hören, etwas haben. So führen sie die Seele auf chaotische Weise hierhin und dorthin. Durch die Sinne veräusserlicht sich die Seele und vergisst sich selbst. Sie hält irrtümlicherweise ihr Sinnenleben für ihr wahres Leben. Doch grundlegend ist der Mensch eine metaphysische, ontologische Wirklichkeit, ein überbewusstes Sein, eingefangen im Netz der Unwissenheit in bezug auf sein Selbst.
Das psychologische und mentale Wesen des Menschen ist ein unvollkommener Seinszustand, eine vorübergehend bestehende Struktur. Tatsächlich aber ist der Mensch etwas anderes als diese zeitbedingte Struktur. Da die wahre Grundlage allen Denkens das Bewusstsein ist, so ist also Bewusstsein die Voraussetzung aller mentalen Aktivitäten und Funktionen, die Voraussetzung des menschlichen Geistes.
Der Geist oder das Mentalorgan des Menschen ist ein bewusstes Prinzip. Bewusstsein steht hinter ihm, ist in ihm. Doch ist der menschliche Geist äusserst begrenzt, er erschöpft das Ganze des Bewusstseins bei weitem nicht, sondern ist nur eine bruchstückhafte Manifestation des unbegrenzten, weiten Ozeans des dahinterliegenden Bewusstseinsmeeres, eine kleine, matte Widerspiegelung, ein Schatten des inneren göttlichen Bewusstseins. Er ist ein Instrument dessen, was grösser ist als er, nämlich des Selbst.
So wie die physischen Sinne physikalische Gegenstände nur durch die unterstützende Aktivität des Mentalorgans wahrnehmen können, so kann seinerseits das Mentalorgan nur durch das Licht des göttlichen Selbst, des göttlichen Bewusstseins in Wirksamkeit treten. Da ein Verständnis für das Wesen des menschlichen Geistes äusserst wertvoll für den spirituellen Fortschritt ist, wollen wir hier etwas genauer darauf eingehen.
Der "Mind" oder das Mentalorgan selbst ist zusammengesetzt aus bewusstem Geist, der die Grundlage unseres Denkens und Fühlens ist und aus unterbewusstem und unbewusstem Geist. Letztere sind vom bewussten Geist verschieden. Der bewusste Geist steht darüber, steht an der Spitze, doch dringt vom Unbewussten etwas in das Bewusste ein. Das Unbewusste ist von Instinkten, Trieben und Leidenschaften erfüllt. Alle niederen Tendenzen, Erinnerungen, Eindrücke von Millionen von Jahren sind darin aufgespeichert. Es ist das Lagerhaus aller rückständigen Kräfte und Potentialitäten aus vergangenen Seinsweisen und Erfahrungen unseres Wesens, die sich nun durch die verschiedenen Tendenzen in diesem Leben ausdrücken. Bevor dieser Inhalt des Unbewussten nicht ausgeräumt ist, kann es keine Reinheit, keine Selbst-Verwirklichung geben.
Der Geist des Menschen ist ein Prinzip, das in der Welt der Dualität, in Zeit und Raum wirkt. Er ist die Ursache dafür, dass wir uns mit unserem Körper, mit den Dingen in der äusseren Welt identifizieren. Er besteht aus einer endlosen Folge von Gedanken, Einbildungen und Vorstellungen und ist eine irreführende Kraft, eine Kraft der Unwissenheit. Er ist immer eingefangen in die Wahrnehmung von Sinnesobjekten und Sinnesfreuden. Es ist der menschliche Geist, das Gemüt oder Mentaldenken, was veranlasst, dass wir uns schwach fühlen oder die Arbeit schwierig finden, oder was uns denken lässt, der andere liebe uns nicht. Es ist eben dieser Mind oder Geist, der uns misstrauisch macht, voll des Missverstehens und der Klagen sein lässt, voll eingebildeter Furcht, unnötiger Sorgen, Zweifel und Schwierigkeiten. Es ist der Geist, der hundert Gründe für uns schafft, um stolz, eitel, egoistisch, selbstsüchtig, deprimiert zu sein. Es entspricht ganz dem Wesen des Denkens oder Gemüts, von einem Gegenstand zum anderen zu springen, immer mit irgend etwas beschäftigt zu sein, mit dem einen oder anderen Gedanken, dem einen oder anderen Gefühl. Es entspricht seinem Wesen, zu mögen oder nicht zu mögen, abzuwägen, zu betrachten, zu beurteilen, Unterschiede zu machen, Standpunkte einzunehmen, Gegenüberstellungen zu machen, den einen Menschen vor dem anderen zu bevorzugen. Hin- und herzupendeln ist sein Wesen.
Täglich nimmt der menschliche Geist Tausende von Eindrücken in sich auf. Er ist äusserst sensitiv und absorbiert alle Eindrücke, die dem entströmen, was er wahrnimmt oder worüber er nachsinnt. Er sagt, dass diese bestimmte Frucht gut sei, und nimmt diesen Eindruck in sich auf. Er denkt, es schneit, und nimmt diesen Eindruck in sich auf. Was immer er sieht, weiss, fühlt, wahrnimmt, hinterlässt einen Eindruck.
So bewegt sich der Geist des Menschen im Durcheinander von Gedankenbildern wie Freunde, Nahrung, Eifersuchtsgrübeleien, Ärger; er verfällt in Gier und Hass, lässt sich von seinen Gedanken niederdrücken, wird dumpf, stumpf und düster. Dann sind es wieder lichte, fromme Gedanken, er fühlt sich erhoben und inspiriert. Der Geist (mind) identifiziert sich mit all den Gedanken und Eindrücken; der Mensch wird zu dem, woran er denkt.
Auch schöpferische Kräfte befinden sich im Geist des Menschen, die sich besonders bei Dichtern, Philosophen, Wissenschaftlern und anderen genialen Menschen offenbaren. Doch wie brilliant der Geist des Menschen auch sein mag, er bleibt doch Zustand der Begrenzung, in einem unglückseligen Zustand, einem Prinzip der Unwissenheit. Er lässt das Unendliche die Rolle des Endlichen spielen. Er trennt uns los von der unendlichen göttlichen Liebe und lässt uns in kleinen Gefühlen von Liebe oder Hass befangen sein. Er trennt uns von der unendlichen Erkenntnis Gottes und lässt uns ruhelos nach Wissen in der Aussenwelt forschen. Er lässt uns völlig das allsehende, allsegnende Göttliche Ganze voll unendlicher Vollkommenheit vergessen und uns nur der verschiedenen Menschen und Dinge bewusst sein. Er lässt uns das "Bildnis Gottes", das innere göttliche Selbst in uns, mit unserem Körper verwechseln. Wir glauben, unsere Stärke liege in der Stärke des Körpers. Ist der Körper alt und schwach, sind wir bedrückt von dem Gedanken, dass wir alt und schwach sind, während sich doch in Wahrheit in uns, als unser innerstes Sein, die grenzenlose Macht und Stärke des göttlichen Selbst befindet.
Es entspricht dem Wesen des Geistes (mind), den Menschen herabzuziehen, ihn an die Aussenwelt zu ketten, an Namen und Formen zu fesseln und ihn in der Welt von Namen und Formen gefangenzuhalten, so wie es andererseits das Wesen der Seelenkraft ist, ihn emporzuheben und ihm göttliche Schau zu gewähren, ihn zu befähigen, in die eine Essenz in allen Namen und Formen einzudringen.
Diese Seelenkraft innerhalb des psychischen Wesens des Menschen zeigt uns, dass der Mensch wesentlich nicht das ist, was er in seinem Geist (mind), in seinem Gemüt, in seinem menschlichen Herzen zu sein scheint. Er ist viel mehr als das, was in seiner Intelligenz sichtbar wird. Ein äusserst sensitives psychisches System befindet sich in ihm, welches in sich selbst das kosmische Bewusstsein trägt, das höhere, allwissende Prinzip. Es ist der Begegnungsgrund von Göttlichem und Menschlichem in uns. Es ist aus dem Licht des transzendentalen Bewusstseins in uns gebildet und steht in ursächlicher Beziehung zum denkenden Geist und den empirischen Erfahrungen des Menschen. Dieses psychische System trägt in sich selbst eine Anzahl jede Norm übersteigender Kräfte. Es ist die Quelle von Hellsehen, Hellhören, Telepathie etc.
In diesem psychischen Wesen liegt das Geheimnis des Menschen, sein Herz und seine Seele. Daraus kommen alle Bestrebungen, unsere Genialität, unsere Begabungen, Fähigkeiten, unser unsterbliches Suchen und Streben sowie das Verlangen nach Schönheit und die Liebe zur Wahrheit, unser Wunsch nicht zu sterben, sondern Unsterblichkeit zu erfahren, unsere Unzufriedenheit mit allem, was wir besitzen, und die Sehnsucht nach mehr: nach mehr Glück, mehr Frieden, mehr Liebe, mehr Schönheit.
Doch ist die psychische Seele, die individuelle Seele, nicht die höchste Seele - das Selbst - obwohl sie den physischen Tod überdauert. Sie ist nur ein geistiger Mechanismus, in welchem sich unser Bewusstsein, der unterbewusste Geist und alle psychischen Sinne befinden. Sie ist eine Entität in unserem inneren Wesen, auf die unsere äussere Persönlichkeit aufbaut und die die Basis all unserer endlichen Erfahrungen durch den Geist und den Körper ist. Um dieses Zentrum herum sind die verschiedenen Körper angeordnet: der physische, der vitale und der mentale Körper, jener der höheren Intelligenz sowie der allersubtilste: jener der göttlichen Glückseligkeit. Mit anderen Worten, die Seele ist ein Bewusstseinswirbel, in dessen Zentrum unendlicher Friede, Freude, Kraft und Vollkommenheit ist, der sich ins Unendliche erweitern sowie sich auch zu einem infinitesimal-winzigen Punkt zusammenziehen kann.
Der Mensch, so wie tatsächlich jedes Wesen, hat eine Seele, einen Mittelpunkt, in dem etwas vom göttlichen Bewusstsein anwesend ist, und dieser Brennpunkt, Seele genannt, ist wie eine Art Flamme, ist wie ein Licht, unbegrenzbar, allwissend, allvollkommen, göttlich. Das Licht der Seele ist das höhere Selbst, die Gottheit in uns. Es ist das Göttliche. Das Göttliche Selbst ist vom Wesen des Lichtes.
Die Behauptung, dass die Seele eine Art Flamme, also Licht sei, kann auf folgende Art wissenschaftlich bekräftigt werden: Intelligenz ist nur durch Bewusstsein möglich. Wenn wir einen Satz lesen, erfassen wir den Sinn, verstehen wir die Worte und schliessen daraus: Ich verstehe, ich sehe klar. Wahrnehmung und Erfassen ist der Prozess des Verstehens, und Verstehen ist Licht. Alle Wahrnehmung ist nur im Licht möglich. So ist also Intelligenz, ob im guten oder im schlechten Menschen, vom Wesen des Lichtes. Intelligenz und Licht ist ein und dasselbe. Und was ist Bewusstsein anderes als der Ursprung von Intelligenz und darum die Quelle des Lichtes?
Die Seele im Menschen ist eine endliche Gestaltwerdung des Unendlichen. Sie ist das relativ Unsterbliche. Als solche ist sie nicht unsterblich, sondern nur relativ unsterblich. Diese ihre relative Unsterblichkeit oder ihr relatives Ohne-Ende-Sein erlöscht, sobald der Mensch Kontakt mit dem Absoluten, dem Unendlichen hat. In diesem Augenblick verschmilzt der Mensch mit der Erfahrung des Unendlichen. Die Begrenzungen der Seele sowie die Seele selbst sind aufgelöst, und das innere Licht wird eins mit dem Licht des Unendlichen. - Das ist die Erfüllung und Erlösung unseres Lebens, die Erlangung des höchsten und letzten Zieles menschlicher Existenz.
Das wesentliche Sein des Menschen: das Selbst In jedem Menschen lebt das allwissende, allmächtige Selbst, dessen Wesen Licht ist. Es ist unbegrenzt in seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Der Normalmensch ist absolut unwissend hinsichtlich dieses grossen Schatzes in ihm selbst, und darum tastet er suchend im Dunkel einer materiellen Welt, kämpft und ringt um Glück, während zugleich grenzenloses Glück im göttlichen Selbst in seinem Inneren ist. Er ringt um Erkenntnis, während doch immerzu ein allsehendes, all-lichtes, allwissendes Sein in ihm ist. Er kämpft und ringt um Macht in der äusseren Welt, begeht viele Fehler, wird aggressiv und fügt anderen Leid zu, um Macht zu erringen, gewinnt jedoch niemals wirkliche Macht, bis er in sich selbst die Quelle und den Mittelpunkt unendlicher Macht, den unsterblichen göttlichen Geist entdeckt hat.
Während unsere körperliche Verfassung, unser Denken und Fühlen dauernd Veränderungen unterworfen ist, geht das wahre Selbst in uns niemals verloren. Es ist alldurchdringend und doch verschieden von allem. Es ist die Quelle des Identitätsempfindens durch zahllose Umwandlungen hindurch. Es ist die eine Konstante, die in den vielfältigen Aktivitäten im Universum unveränderlich bleibt. Der Körper wurde vor einigen Jahrzehnten geboren und wird einige Jahrzehnte später sterben. Er ist Wachstum und Alter, Krankheit und Tod unterworfen, während das Selbst in uns keinem Alterungsprozess und keiner Krankheit unterliegt. Es ist zeitlos und endlos, allvollkommen und voll Allmacht.
Unser inneres Wesen kann sich vom Körper zurückziehen. Im Traum sind wir vom physischen Körper losgelöst und befinden uns im Traumkörper. Im Tiefschlaf haben wir kein körperliches Gewahrsein. Wir sind da unabhängig vom Körper. Ebenso können wir die körperliche Erfahrung transzendieren, wenn wir in eine künstlerische oder wissenschaftliche Arbeit vertieft sind. Es gibt Zustände des Bewusstseins, in welchen wir deutlich der Tatsache gewahr werden, dass wir nicht der Körper, nicht der Geist (mind), nicht die Gefühle sind.
Wenn unser Körper stirbt, gibt es ein Bewusstsein, einen Zeugen in uns, der beobachtet, wie der Körper stirbt und zu Grabe getragen wird. Was ist dieses alles bezeugende Bewusstsein, dieses Subjekt-Bewusstsein, dieses Ich-Prinzip, das absolut unberührt bleibt vom Tod des physischen Körpers? Es ist das Selbst in uns, das göttliche Sein in uns. Es ist unsterblich und ewig. Dieses muss erkannt, erfahren, verwirklicht werden.
Dieses Selbst in uns, das verschieden von allem ist, das sich von allem unterscheidet, was im allgemeinen unter dem Wort "Selbst" verstanden wird, ist der Atem Gottes, ist das Bildnis Gottes in uns. Es ist nicht der Geist (mind), weder der bewusste Geist noch das Unterbewusstsein, das die unterdrückten und untergetauchten Gedanken, Erfahrungen und Erinnerungen speichert, noch der unbewusste Geist, in dem die ganz tief untergründigen Erinnerungen, Tendenzen, Impulse, Gedanken, Einprägungen lagern.
Der Geist (mind) kann durch das innere Bewusstsein in uns beobachtet werden. Er kann kontrolliert, verändert, umgewandelt werden. Ein schlechter Mensch kann ein besserer Mensch werden, während das Selbst in uns, das Überbewusstsein, keiner solchen Kontrolle unterworfen ist. Das Unbewusste kann verändert werden, nicht aber das Überbewusstsein, das Selbst. Es ist all-vollkommen, all-leuchtend und braucht darum nicht geläutert oder verbessert zu werden. Es ist ja absolut gut und ewig all-rein. Es kann nicht mehr an Wissen erlangen, weil es absolutes Erkennen ist. Es ist unendliche Freiheit und ist der Beobachter und Beherrscher von allem. Es ist die Gottheit in der Unmittelbarkeit unserer inneren Erfahrung. Es ist das allsehende Licht Gottes in uns. Das Selbst sieht den Geist (mind), nicht aber der Geist das Selbst; es sei denn, er hörte auf, er selbst zu sein, indem er durch innere Identität mit dem Selbst zum Selbst wird.
Dieses Selbst in uns steht über der psychologischen Ebene, ohne in unsere geistigen Aktivitäten, in mentale Phänomene einbezogen zu sein. Es nimmt Abstand von ihnen und beobachtet sie. Es ist über dem Geist und jenseits von ihm, hinter den mentalen Aktivitäten. Der Geist (mind) ist ein niederes Prinzip. Obwohl er zum Selbst gehört, ist er von ihm völlig verschieden. Er ist dem Selbst gegenüber äusserlich.
Das zentrale Ich-Bewusstsein, das Selbst, kann die aufsteigenden Gedanken beobachten. Ob die Gedanken gut oder schlecht sind, berührt dieses beobachtende Bewusstsein nicht. Das Selbst in uns ist darum nicht ein Gedankenphänomen. Auch Gefühle und Emotionen ereignen sich ausserhalb des Selbst. Jenes Überbewusstsein in uns, das getrennt ist von den Gefühlen und über diesen steht, auf das Steigen und Fallen der Gefühle und Gedanken herabschaut, ihr Erscheinen und Vergehen beobachtet, jedoch seinerseits von ihnen nicht empfunden noch beobachtet oder wahrgenommen werden kann, ist das Selbst.
Gefühle und Gedanken haben einen Anfang und ein Ende, eine Geburt und einen Tod, während das göttliche Selbst, das göttliche Prinzip in uns geburt- und todlos ist. Es ist der unbeobachtete Beobachter. Es ist der Beobachter sogar auch unseres beobachtenden Bewusstseins, das bezeugende Ich-Bewusstsein und der Ur-Grund all unseres Erkennens und Erfahrens. Es ist all-rein, weil es nicht einbezogen ist in unsere Aktivitäten, unsere Verfehlungen und Unvollkommenheiten. Es ist ewig und göttlich. Dieses unveränderliche Bewusstsein in uns, das immer fortbestehende Selbst, ist das wesentliche Sein des Menschen, das ewige Subjekt. Es ist der Keimboden, dem jeder Akt der Erkenntnis entspringt und der jedes Organ und jede Fähigkeit belebt. Es ist die unvergängliche, unsterbliche Wahrheit in einem vergänglichen, sterblichen Körper. Das Unveränderliche ist die Wahrheit, nicht das Veränderliche. Wahre Erkenntnis ist nur in dem, was seinem Wesen nach unveränderlich ist.
Das höchste unveränderliche Prinzip im Menschen, das göttliche Selbst Dieses höchste unwandelbare Prinzip in uns beobachtet unser physisches Wesen und kennt das Drama unseres psychologischen Selbst. Es steht über all diesen. Es wird von unseren intellektuellen und rationalen Aktivitäten nicht berührt, sondern ist der Beobachter all dieser Prozesse. Es ist seinem Wesen nach Intelligenz. Es ist die Wahrheit. Es ist der Zeuge aller Erfahrungen und auch deren Ursache. Dennoch ist es von den Erfahrungen, die es verursacht und deren Zeuge es ist, verschieden. Es bleibt unberührt, wenn unser physischer Körper vergeht, jedoch kann niemand und nichts ohne ES existieren. Es ist das höchste, das unbefleckte Prinzip im Menschen.
Nicht was als Gegensatz einem anderen gegenübersteht, ist unser wahres Selbst, sondern DAS, welches Eines ist - ohne eine zweite zeitlose Wirklichkeit - unbeschreiblich, absolut, allvollkommen, eins mit dem Göttlichen. Das sind wir. Das müssen wir erkennen. Erkennen wir es, haben wir keine Befürchtungen und keine Angst mehr, und der Tod hat keine Bedeutung mehr für uns. Das verleiht uns höchste Stärke, höchste Erkenntnis. Das ist die Erfüllung und Erlösung des Lebens. Dieses Selbst ist das "Ich bin" in jedem Menschen.
Wenn unser Geist (mind) still, rein und leuchtend ist, sieht das Selbst, dieses höchste Bewusstsein in uns, Sich Selbst, erkennt Sich Selbst, hat Selbst-Erfahrung, Selbst-Verwirklichung. Selbst-Erkenntnis ist untrennbar von Selbst-Existenz. Es ist die einzige, wahre und direkte Erkenntnis, und alles andere folgt daraus. Es ist die Voraussetzung aller anderen Erkenntnis und die Basis allen Beweises. In allem Gewahrsein ist das Ich inbegriffen. Direkte Erfahrung, unmittelbares intuitives Erfassen ist die letzte Quelle aller Beweise.
Zusammenfassend lässt sich also sagen:
Es ist ein Ich in uns, das egoistisch und persönlich ist, das äussere Ich, das diesen oder jenen Namen trägt und der Erfahrung von Schmerz und Freude, Lob und Tadel, Gut und Böse unterliegt, das verwickelt und miteinbezogen ist in alle Begebenheiten des Lebens und sich mit ihnen identifiziert. Sodann ist da ein anderes Ich, welches das wahre Ich ist, das in nichts einbezogen ist und von allem unberührt bleibt. Das ist unser eigentliches Selbst. Es ist das Licht in unserem Bewusstsein, das Glück in unserer Seele, die Essenz unserer Existenz. Es kann nicht von uns getrennt werden. Wir selbst sind in unserem tiefsten Wesen diese unveränderliche Wirklichkeit, dieser Gott. Nicht einmal der Tod kann uns vom Göttlichen scheiden. Es ist all-rein, ewig, unendliche Freude, Macht, Friede, Erkenntnis, grenzenloses Licht, das Schönheit ist. Dieses Selbst, das Ich in uns existiert seit jeher in Gott, ist in Gott und wird weiterhin in Gott sein. Es ist die wahre "Person" in jedermann. Es ist das fortdauernd Bleibende unseres inneren Bewusstseins. Es ist das innere Gesetz der Identität in uns. Es ist das Ehrfurcht einflössende Ich bin, das in Sich selbst eins seiende und allbewusste Sein im ständigen Wechsel unserer Erfahrungen. Dieses universale Selbst wird aufgrund mentaler Unreinheiten mit dem empirischen Selbst verwechselt.
Unsere Kindheit ist vergangen, unserer Jugend sind wir entwachsen, doch in allen diesen Zeitspannen ist dieses Ich-Bewusstsein gegenwärtig, das nicht altert mit fortschreitendem Alter und sich nicht verändert bei sich ändernden Umständen. Dieses Ich- oder Über-Bewusstsein ist die Grundlage unseres Erkennens von Vergangenheit und Gegenwart. Es ist beständig und unzerstörbar. Es sah den Kosmos ins Dasein treten, und es wird auch das Ende des Kosmos beobachten. Es sieht die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft; sie sind das NUN in Ihm. Keine Zeit ist in Ihm, obwohl es alle Ordnungen von Zeit und Raum und alle Aktivitäten in sich trägt. Dies ist das Wunder des zeitlosen Selbst-Schauenden im Menschen. Es ist die Grundlage, auf welcher unser inneres und äusseres Leben aufgebaut ist. Es ist das Prinzip der Selbst-Identität in uns. Darüber hinaus können wir nicht gehen. Es ist das allerletzte Prinzip, das transzendentale Selbst, das transzendentale Bewusstsein. Es ist die absolute Existenz, Erkenntnis, Wonne. Es ist der unendliche schöpferische Bewusstseinsäther, der in sich alle Formen der Zeit, des Raumes und der Energie enthält. Es ist Erfahrung, verschieden von Wahrnehmung oder Vorstellung: Es zu sein bedeutet, es zu erkennen. Es ist das Unbedingte, das Absolute und steht daher über dem Begriff von Dualität und Gegensätzen. Es ist die höchste Gottheit. Dieses transzendentale Bewusstsin ist überall dasselbe. Es ist in allem und ist mehr als alles. Niemand und nichts hat Existenz ohne Es. Sobald das Transzendente im Universum geschaut wird, wird es zum Immanenten.
"Ich bin der ich bin" spricht Gott bzw. das Selbst zu Moses. Und als die Frage nach Seinem Alter aufgeworfen wurde, antwortete Jesus Christus: "Ehe Abraham ward, bin ich". Dieses Ich bin ist und wird immer sein. Es ist formlos, zeitlos, raumlos, ewig, All-Fülle, Selbst-erkennend und all-erkennend, Selbst-bezeugend und all-bezeugend. Es ist das reine, aus Sich Selbst leuchtende, Sich Selbst enthaltende, unsterbliche Prinzip in uns. Es ist das Königreich des Himmels in uns. Darum verlangt jeder, der um Gotterfahrung ringt, auch nach Erfahrung des Selbst, denn das Selbst ist Gott und Gott ist das Selbst.
Zu dieser Erfahrung müssen wir uns empor-entwickeln. Das müssen wir werden. Das ist das Ziel der Evolution.
DER GROSSE UMWANDLUNGS-PROZESS DES MENSCHEN IN DAS GÖTTLICHE
I. Dem Menschen ist die Fähigkeit zur Selbst-Transzendierung
und Welt-Transzendierung angeborenDer normale Mensch ist so sehr eingefangen, wird so völlig verschlungen von den empirischen, materiellen, psychologischen und emotionalen Erfahrungen, er verliert sich so sehr in den Begrenzungen des Geistes (mind) und der Sinne, wird von diesen äusseren Erfahrungen so völlig absorbiert und ist daher funktionell getrennt von der inneren Wirklichkeit, dass er nicht erkennt, wie er tatsächlich von innen heraus von dem strahlenden, unendlichen Licht der Schönheit, der Intelligenz, der Weisheit, dem Geist Gottes erhalten wird. Wie die dunklen Wolken die strahlende Sonne verhüllen, so verhüllen die empirischen, psychologischen und psychischen Erfahrungen des Menschen - also seine äussere Persönlichkeit - das strahlende Licht des göttlichen Geistes in seinem Inneren. In diesem Zustand ist er tatsächlich und funktionell abgeschnitten von der Gottheit, von seinem Selbst. Dieser Zustand ist der Zustand der "Sünde", der Unvollkommenheit oder Unwissenheit. Das ganze menschliche Leben ist ein solcher Zustand der Unwissenheit. Daraus ergeben sich die Probleme, Verwirrungen und Rätsel des täglichen Lebens.
Die Befreiung von den Begrenzungen dieses menschlichen Zustandes liegt im Zurückverfolgen unserer Schritte in unsere wesentliche Natur, in die Vollkommenheit unseres göttlichen Wesens, mit anderen Worten: Die Befreiung besteht darin, Kontakt mit dem Göttlichen aufzunehmen, Es zu erkennen, in Ihm zu leben, noch während man auf Erden, in dieser physischen Gestalt lebt und sich bewegt. Die Fähigkeiten, seine Schritte aus diesem Eingefangensein in menschlichen Begrenzungen und Schwächen zurückzulenken, befinden sich im Menschen, und die Erlösung des Menschen liegt in seiner Fähigkeit, sich selbst zu transzendieren. Allein der Mensch in der ganzen Schöpfung erfreut sich dieser Fähigkeit, sich selbst und die Welt zu transzendieren.
Das transzendierende Prinzip in uns ist das Ich-Prinzip. Je mehr wir dieses Ich einzufangen versuchen, desto mehr zieht es sich in den Hintergrund zurück. Wenn wir sagen: Ich bin der Körper, so können wir sofort fragen: Wer sieht den Körper? Da ist etwas, das den Körper sieht. Was ist es? Es ist der Geist (mind), der sieht. Nun versuchen wir den Geist einzufangen. Wollen wir den Geist beobachten, dann hat sich das Ich weiter zurückgezogen und ist Zeuge des Geistes. Das Ich ist demnach nicht der Geist - ist es vielleicht die Seele? Doch das Ich nimmt auch Abstand von der Seele. Die Seele ist also auch äusserlich, wie ein Objekt unter anderen Objekten. Weiter zurücktretend, transzendiert das Ich auch die individuelle Seele. So ist dieser Vorgang eine Kette des Zurückverfolgens.
Die Fähigkeit, vom Geist (mind) und seinen Funktionen, vom Gemüt und vom Körper Abstand zu nehmen, Zeit und Raum zu transzendieren und über dem Zeitprozess zu stehen, ist dem Menschen angeboren. Vernunft ist nur eine der vielen Fähigkeiten, mit denen der Mensch begabt ist. Es befinden sich andere Fähigkeiten des höheren Bewusstseins in ihm, die in Funktion treten, wenn die Vernunft diszipliniert ist, wenn sie geläutert und von all ihren Unvollkommenheiten und Begrenzungen befreit ist; wenn als Ergebnis des Umwandlungsprozesses seiner rohen und niederen Natur durch die Disziplin der Liebe und der Hingabe an höhere Werte und Ideale, innere Reinheit erlangt wird. Dann erst können die Fähigkeiten des höheren Bewusstseins unmittelbar zum Ausdruck kommen.
So wie die Alchimisten Gold machten, indem sie gewisse Metalle zusammen mit besonderen Chemikalien tagelang in einem Schmelztiegel verflüssigten, so taucht das Gold des Göttlichen aus unserem Inneren empor, wenn alles in uns verbrannt, geläutert und verfeinert worden ist. Die innere Natur bedarf grosser, ja enorm grosser Vorbereitungen, haben wir doch die Dunkelheit und den Einfluss von Jahrmillionen gewöhnlichen Lebens hinter uns. Alle niederen Tendenzen unserer Natur müssen emporgehoben, umgewandelt, verändert und in das Licht des Göttlichen verwandelt werden, bevor die höheren Fähigkeiten des Gottbewusstseins zum spontanen Wirken gelangen können.
Das transzendentale Prinzip in uns, das Selbst, ist das Geheimnis unserer Erlösung und unserer Befreiung. Es lässt den Menschen nicht ruhen und mit nichts zufrieden sein in Zeit und Raum. Was des Menschen Seele ersehnt, ist Zeitlosigkeit und Raumlosigkeit.
Dann und wann erheben sich in der menschlichen Geschichte hohe Geister, die den Rückweg zu ihrem eigentlichen Wesen beschritten haben oder beschreiten. Da ist beispielsweise ein Salomo, ein Sokrates, ein Plotinus, ein St. Augustin, ein St. Paulus in der westlichen Welt und eine grosse Zahl von Weisen in der östlichen Welt, die bewusst ein Wissen um die Tatsache erlangten, dass ihr eigentliches Wesen der göttliche Geist ist, der sie formt und erhält.
II. Einige wesentliche Phasen des Umwandlungsprozesses,
der zur direkten, intuitiven Einheitserfahrung führtAuf dem Weg des geistigen Fortschritts und der spirituellen Evolution wird vom Menschen eine seltene Willensstärke verlangt. Selbstkontrolle ist erforderlich sowie die Fähigkeit, die Umstände, in denen man lebt, für den Zweck des inneren Wachstums und der inneren Entwicklung zu gebrauchen. Es wird eine völlige Umwandlung des ganzen inneren Wesens, ein inneres Offensein für das Licht des höheren Selbst verlangt. Es ist ein Pfad, der zur ständigen Anwendung der Vernunft aufruft und mahnt, den Geist der Unterscheidung zu üben, um zu erkennen, was wertvoll und was wertlos ist, was wahr und was unwahr, was wesentlich und was unwesentlich, was menschlich und was göttlich ist. Es ist der Pfad, auf dem die menschliche Intelligenz in das universale, alles durchdringende Bewusstsein eingeht und von dessen Licht erhellt wird.
1. Überwindung des Geistes (mind): Umwandlung der fundamentalen menschlichen Triebe, Reinigung des Unterbewusstseins und des Unbewussten.
Es gibt besondere Kräfte der Erkenntnis, Fähigkeiten im göttlichen Bewusstsein, welche aus eigenem Antrieb zur Selbst-Manifestation gelangen, wenn die Begrenzungen des Geistes (mind) überschritten, das heisst durch seine totale und radikale Umwandlung überwunden sind, so dass der Geist nicht mehr Geist, das Herz nicht mehr Herz ist im Sinne von Spielplatz irdisch-menschlicher Emotionen wie Zorn, Leidenschaft, Eifersucht, begrenzter Liebe und so fort. Wenn also unser inneres Wesen gereinigt und das Herz erleuchtet ist durch eine grenzenlose Liebe, dann offenbart das göttliche Selbst, das göttliche Bewusstsein im Inneren seine Fähigkeit zu direkter, unmittelbarer intuitiver Erkenntnis.
Um uns rasch zu entwickeln und die letzte Phase des Umwandlungsprozesses zu erreichen, müssen wir aus unserem Leben alles ausschalten, was unwesentlich, nutzlos und eine Behinderung ist. Die Hindernisse für unsere spirituelle Entwicklung sind nicht immer äusserlicher Art. Sie sind oft direkt in uns selbst. Sie steigen auf aus der niederen Natur, aus der menschlichen Natur; darum muss hier die Umwandlung stattfinden.
Während langer Zeiträume unserer Evolution haben wir uns Instinkte, Wünsche, Triebe, Neigungen, Angst, Feindseligkeit, Zorn, die Vorstellung von Sex und dergleichen angeeignet, und diese sind uns sozusagen in Fleisch und Blut übergegangen. Sie sind im Unbewussten und Unterbewussten gespeichert. Darum müssen wir jetzt darauf bedacht sein, dass unser Gottbewusstsein uns in Fleisch und Blut übergeht, alle unterbewusste und unbewusste Natur aus unserem Wesen entfernt wird und die Kräfte des göttlichen Selbst in unser Leben bringt.
Für eine rasche Umwandlung und eine introspektive Analyse des Geistes (mind) auf dem Weg des Innenmenschen ist ein tieferes Erkennen seines Wesens notwendig, sowohl seiner positiven als auch seiner negativen Aspekte.*** Hier ist das Wissen um das Unbewusste, das uns die moderne Psychologie liefert, wertvoll für den spirituellen Fortschritt, denn die dunklen, gefährlichen Kräfte und Neigungen, die sich im Unbewussten der menschlichen Psyche ansammeln und nach Selbstausdruck suchen, hat die Psychoanalyse und Tiefenpsychologie wiederentdeckt und aufgezeigt, und wer ernsthaft nach göttlicher Vollkommenheit strebt, kommt nicht darum herum, sie voll zur Kenntnis zu nehmen. Es kann auch von einigen Techniken zur Sublimierung der menschlichen Natur, wie sie von einigen der modernen Psychologen dargelegt werden, Gebrauch gemacht werden.
Die Reinigung des Unterbewussten und Unbewussten ist ein langwieriger Prozess, ist aber der Mühe wert, denn wir müssen wachsen, müssen uns entwickeln. Alles in uns muss göttlich, alles innerlich licht werden. All jene Tendenzen und Impulse in uns, die menschlich sind und der niederen psychologischen Natur angehören, müssen sublimiert und umgewandelt werden. Der Boden unserer bewussten Erfahrung wie auch der unter- und unbewussten Determinanten oder Bestimmungen unseres bewussten Verhaltens muss gesäubert und jeder Impuls aus der niederen Natur sublimiert werden. Wenn wir in moralischer Hinsicht wachsen, unsere Instinkte, Impulse und Triebe durch Vernunft beherrschen und lenken, unseren Energien neue Richtung geben und einer höheren Werteskala und höheren Idealen entsprechend leben, befähigen wir uns allmählich, den Geist (mind) zu beherrschen und nicht mehr von ihm beherrscht zu werden.
Jedesmal wenn wir unser Herz weit werden lassen, wenn wir Gefühle der Liebe, des Lichtes, der Vollkommenheit in uns wachrufen und Segen auf alle Natur, auf alle Tiere und die ganze Menschheit strömen lassen, sinken neue Gedanken und Gefühle, neue Kräfte in unser Unterbewusstes. Indem solche Eigenschaften, die man göttlich nennen kann - und somit göttliches Wesen - in uns lebendig werden, findet die Umwandlung statt. Das Unter- und Unbewusste erfährt durch die herabsteigenden Kräfte des überbewussten Geistes eine Umwandlung, so dass Reinheit wächst und neue Erkenntnis aufdämmert, ein neues Wertempfinden entsteht. Was zunächst nur theoretisch, intellektuell verstanden wurde, wird nun zu einer persönlichen inneren Erfahrung. Je mehr sich ein Mensch läutert, verfeinert, umso sensitiver, empfänglicher ist er für höhere Wahrheiten der Existenz und umso offener und durchlässiger für die Erfahrung des Selbst. Ist einmal der menschliche Geist (mind) überwunden, ist man göttlich, denn eben dieses menschlich beschränkte Denken und Fühlen, das wir Geist nennen, ist Ursache menschlicher Gebundenheit, menschlichen Leidens und menschlicher Begrenztheit. Der Mensch ohne diesen Geist (mind) ist Gott Selbst. Allerdings ist es nicht leicht, diese Herrschaft über unser Denken und Fühlen, über unseren Charakter und all unsere angeborenen Eigenarten auszuüben. Dazu bedarf es der Entwicklung hoher Heiligkeit und völliger innerer Reinheit durch Umwandlung des Unter- und Unbewussten und ständiger Erfüllung unseres ganzen Wesens mit dem Licht der Weisheit und einer ständig sich ausweitenden und vertiefenden Liebe, einer wahrhaft göttlichen kosmisch weiten Liebe, die grenzenlos ist. Und, wie gesagt, Reinheit auf allen Ebenen der Persönlichkeit ist dazu unerlässlich.
Der Wert der Reinheit ist überhaupt nicht hoch genug einzuschätzen. Unter wahrer Reinheit verstehen wir nicht nur viele Formen äusserer wie innerer Reinheit, wie sie die Welt versteht, sondern die höchste Form von Reinheit, wie sie sich im Leben der grossen Weisen und Heiligen zeigt: Reinheit des Bewusstseins, eine Reinheit, die durch Loslösung des Bewusstseins aus der materiellen Umwelt und durch ständiges Verwurzeltsein im Göttlichen geboren wird; eine Reinheit, die darin besteht, keinen Eindruck aufzunehmen, sondern nur den einen Eindruck Gottes bestehen zu lassen. Reinheit im tiefsten Sinne des Wortes ist also eine Empfänglichkeit gegenüber Gottes Gegenwart und Macht in enger Verbundenheit damit unter Loslösung von allem, was unsere Sichtweise sonst gefangennimmt und blendet. Reinheit schenkt uns die Bereitschaft, die unendliche Wahrheit und Wirklichkeit zu erfahren. Reinheit ist die höchste und grösste Tugend und gewaltigste Macht der Welt, der Wohnort des Göttlichen. Darum heisst es auch in der Bibel (Mt 5,8): "Gesegnet sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen!"
2. Jenseits moralischer EntwicklungDie moralische Autorität im Menschen ist das Gewissen, die Wahrnehmungs- und Bewusstseinskraft, die das Rechte vom Unrechten unterscheidet, eine Werteskala mit Verhaltenscode aufstellt. Moralische Entwicklung ist die Voraussetzung für geistig-spirituelle Evolution, denn eine Vernunft, die sich ständig von Impulsen, Trieben und flüchtigen Launen unterkriegen lässt, und ein Herz, das nicht geläutert, sondern in das Wirken und den Genuss der Sinne eingefangen ist, sind höheren Wahrheiten gegenüber nicht offen und streben auch nicht nach höheren Werten.
Dennoch muss festgestellt werden: Auch in ethischen Handlungen finden wir noch das Wirken des persönlichen Ego, weshalb moralische Handlungen allein nicht ausreichen, denn wir müssen auch vom Wirken des Ego freiwerden. Unser Interesse muss allein dem Göttlichen gelten. Also darf das ethische Tun und Handeln im Hinblick auf andere nicht als eigentliches Lebensziel betrachtet werden. Auch wenn es gilt, das gute Tun und Wirken für andere stets beizubehalten, müssen wir uns dabei zuallererst des Göttlichen bewusst sein. Dann erst wird mehr als eine ethische Handlung daraus: Aus der ethischen Tat wird dann ein rein geistig-spirituelles Tun, in dem das Ego untergeht und nur noch Gott am Werk ist.
3. Entwicklung der ErkenntnisHand in Hand mit der Läuterung des Geistes geht der Erwerb wahrer Erkenntnis. Diese hilft, die Kräfte des Denkens zu entwickeln, zu schärfen, die Unterscheidungsfähigkeit wirksam werden zu lassen. Es trägt zur Beschleunigung des Fortschritts auf dem Pfad der geistigen Höherentwicklung bei, wenn auch die Intelligenz durch Einsicht und Weisheit bereichert wird. Eine direkte, unmittelbare intuitive Erkenntnis der Dinge ist eine natürliche Fähigkeit des Überbewusstseins, des Selbst in uns. Ein begrenzter Sinn, ein in seiner Reichweite begrenztes Erkenntnisinstrument kann jedoch niemals das Unbegrenzte erfahren, und unsere fünf Sinne und unser menschlicher Geist sind begrenzt, können also nur von einer Welt Bericht erstatten, die ihrerseits begrenzt ist. Und es handelt sich hierbei um indirekte Erfahrung, vermittelt durch Sinne und Verstand. Jede Wirklichkeit jenseits der Reichweite der körperlichen und mentalen Sinnesfähigkeiten und Aufnahmeorgane entgeht denn auch unserer Wahrnehmung und Erfahrung.
a) Instrumente der indirekten Erkenntnis: physische Sinne und Fähigkeiten des Geistes (mind)Auf der physischen Ebene sind die leiblichen Sinne nur zur Erfahrung einer physikalischen Welt befähigt. Unsere Erkenntnis, die durch die Sinne als Instrument erlangt wird, ist wie gesagt indirekt. Wenn unsere Sinne nun Mängel aufweisen, ist auch unsere Erkenntnis über die wahrgenommenen Objekte mangelhaft. Einem Fieberkranken beispielsweise schmeckt ein noch so köstliches Gericht oder Getränk nicht in gleicher Weise wie dem Gesunden. So bringt also ein fehlerhaftes Wahrnehmungsinstrument auch fehlerhaftes Erkennen mit sich, und auch dann, wenn die Sinne vollkommen in Ordnung sind, ist unser Erkennen und Wahrnehmen der Dinge dennoch nur mittelbare Erkenntnis und Wahrnehmung, insofern sie durch die Sinne hindurch, also nicht direkt, erlangt wird, und diese Sinne sind immer begrenzt in ihrer Aufnahmefähigkeit.
Auf der psychologischen und mentalen Ebene ist die gewonnene Erkenntnis ebenfalls indirekt. Verschiedene Denker haben verschiedene Meinungen über das Universum und die Natur des menschlichen Lebens. Relatives Wissen kann durch verschiedene Erkenntnisinstrumente gewonnen werden. Es besteht hier eine Abhängigkeit vom inneren Entwicklungsgrad des Einzelnen sowie von seiner sozialen Umwelt und natürlichen Befähigung. Die Erkenntnis der Aussenwelt sowie unseres eigenen Lebens, Denkens und Fühlens - ob sie nun durch das Wirken der Vernunft oder mittels anderer psychologischer Gegebenheiten wie etwa das empfindende Herz erlangt wird - ist immer indirekt und begrenzt und nicht unter allen Bedingungen universal gültig. Der Geist, der ein Bündel von Gedanken und Eindrücken ist, stellt ein begrenztes Erkenntnisinstrument dar und kann uns nur von einer begrenzten Welt berichten.
Somit sind wir also überall in eine indirekte Erfahrung eingefangen. Unseren Körper sehen wir mit Hilfe des Geistes (mind) und durch unsere Sinne. Unsere Gedanken sehen wir und unsere Gefühle nehmen wir wahr mit Hilfe einer beobachtenden Fähigkeit oder Eigenschaft des Geistes. Von nichts haben wir direkte Erkenntnis.
Um das göttliche Selbst überall zu erfahren, oder um die Welt und die vielen Dinge in ihr so, wie sie in sich selbst, ihrem eigentlichen Wesen nach sind, zu erfahren, erweisen sich die physischen Sinne und Fähigkeiten als wertlos, und ebenso auch unsere psychologischen und mentalen Fähigkeiten. Der Geist des Menschen ist da hilflos, wenn es darum geht, das Antlitz Gottes zu schauen. Wir können das Göttliche nicht auf physikalischer, physischer oder auf psychologischer Ebene erfassen oder begreifen, denn es ist unbegrenzt, absolut, zeitlos, alldurchdringend. Dieses göttliche Sein ist immateriell, nicht-physikalisch; es muss daher auf supramentale Art und Weise erkannt und erfahren werden. In der Bibel heisst es: "Gott ist Geist" - hier natürlich nicht im Sinn von menschlichem Denken und Sinnen, von "mind" - und "die Ihn anbeten, müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten".
b) Instrumente direkter Erkenntnis: Intuition und OffenbarungDa unsere Sinne und unser Geist wertlos sind, wenn es darum geht, auf dem Weg zur Selbst-Erfahrung voranzuschreiten, weil wir durch sie nur eine indirekte Erfahrung von allem haben, zwingt uns schon die Vernunft dazu, nach direkter Erkenntnis zu streben, und diese kann nur in Gotterfahrung, in Selbst-Erkenntnis, Selbst-Verwirklichung und nirgends sonst gefunden werden.
So wie das beobachtende mentale Bewusstsein in uns die inneren subjektiven Phänomene beobachten kann, wie etwa das Kommen und Gehen von Gedanken und Gefühlen, so ist ein tieferes Bewusstsein in uns, welches seinerseits das beobachtende mentale Bewusstsein beobachtet, das aber selbst von nichts beobachtet werden kann; und von dem allein haben wir direkte Erfahrung: Es ist die Existenz in uns, und eine Annäherung an diese muss durch die höheren Kräfte des Bewusstseins erfolgen.
Dieses innere, tiefere Bewusstsein, dieses eigentliche Erkennende ist die göttliche Wirklichkeit in der Seele, das 'Ich-bin', die Existenz in uns, das letztlich Erfahrende, das Selbst. Es erfährt durch Sich Selbst. Es erkennt Sich Selbst als seiend. (It knows Itself to be): Das ist direkte, identische, vollkommene, vollendete Erkenntnis. Dazu bedarf es keines Erkenntnisinstrumentes, keines Erkenntnisprozesses. Nur von Gott haben wir direkte Erfahrung. Darum ist das höchste Begehren wahrer Vernunft das Göttliche.
Im Zustand der Selbst-Verwirklichung fallen alle Begrenzungen menschlichen Bewusstseins weg. Wir sind erlöst und befreit in ein grenzenloses Bewusstsein. In diesem Zustand haben wir kein Gefühl für physikalische Zeit und physikalischen Raum, keine Vorstellung von einem Zeit-Raum-Begriff, weder auf mentaler noch auf psychologischer Ebene. Wir leben im ewigen 'Hier und Jetzt' des göttlichen Selbst, dieses letztlichen Erfahrenden, dieses beobachtenden, allbezeugenden Bewusstseins in uns, das ganz und gar Licht ist, ganz und gar Intelligenz, und nicht wie alles andere der Zeit und dem Raum unterliegt, so dass der menschliche Geist darüber auch nichts aussagen kann, weil er nicht dessen Zeuge ist.
Um diesen Zustand zu erreichen, in dem wir durch die höhere Wahrnehmungs- und Unterscheidungskraft uns des inneren Erfahrenden als der Grundlage unseres Wesens bewusst werden, müssen wir uns einer totalen inneren Transformation unterziehen, unsere Sinne zum Schweigen bringen, uns in der grenzenlosen inneren Ruhe verankern und uns bewusst von allem Äusseren wie auch Inneren loslösen. Erst dann kommen die aussergewöhnlichen Erkenntniskräfte des göttlichen Bewusstseins in uns zum Selbstausdruck; erst dann lässt das göttliche Selbst im Inneren seine Fähigkeit zu direkter, unmittelbarer intuitiver Erkenntnis offenbar werden.
Der letzte und absolute Wahrheitsbeweis ist unmittelbares, direktes Verstehen. Weder heilige Schriften noch geistige Führer können uns von aussen her dieses innerste Wissen und die Erfahrung der letzten Realität vermitteln. Diese erlangen wir ausschliesslich durch das innere Selbst in uns, das Sich Selbst erschaut, sobald der menschliche Geist völlig unbewegt, unvoreingenommen und zur Ruhe gekommen ist, wenn er also nur noch Stille und Reinheit ist. Dann kann sich intuitive Erkenntnis offenbaren.
Intuition ist die einzige Methode einer Annäherung an die göttliche Realität, die einzige Methode, um die göttliche Wirklichkeit und letzte Wahrheit zu erfahren. Sie ist der einzige Weg, auf dem das Absolute in seiner Totalität und Integrität erfahren und verwirklicht werden kann. Die endllichen, begrenzten, unvollkommenen Sinne wie auch der Intellekt können ja die Realität, die unsterblich, unendlich, alldurchdringend ist, nicht erfassen. Intuition ist von innen entspringende Erkenntnis, die unmittelbare Erkenntnis des Absoluten, direkte Schau der göttlichen Wirklichkeit, die allem zugrundeliegt. Durch Intuition wird alles klar; alle Zweifel verschwinden gänzlich und vollkommen. Im Gegensatz zu indirekter Erkenntnis ist Intuition unmittelbare Erkenntnis, direkt und integral. Nur durch Intuition ist Selbst-Verwirklichung möglich. Ohne die Entfaltung der Intuition bleiben auch die intellektuellen Fähigkeiten unvollkommen und blind für die Wahrheit hinter allen Erscheinungen.
Zum Unterschied von Vernunft ist Intuition jene Kraft in den höheren Bereichen des Bewusstseins, welche die Wahrheit der Dinge in der Unmittelbarkeit der Erfahrung wahrnimmt, als direkt erfassende Kraft des Überbewusstseins. Den vernunftgemässen Prozess der Beweisführung und Ableitung kann sie uns nicht liefern, und mittelbare Erkenntnis ist hier ausgeschlossen; dafür bringt uns Intuition eine Erkenntnis, die von gar nichts abgeleitet, die nicht-sinnlicher Natur, unmittelbar, innigstvertraut und direkt ist. Während Vernunft bei der Erkenntnisfindung auf Begriffen aufbaut und dann Schlussfolgerungen zieht, erfasst Intuition die Essenz der Dinge in aller Unmittelbarkeit. Vernunft untersucht die Oberfläche der Objekte, analysiert und kategorisiert ihre äussere Natur; Intuition dagegen erfährt das innerste Herz, die Wahrheit der Dinge. Während Vernunft über die Dinge spricht, so wie sie erscheinen, erfasst und erfährt intuitive Erkenntnis direkt das wahre, innerste Leben der Dinge. Sie lässt uns der Dinge gewahrwerden, wie sie in sich, an sich, ihrer wesentlichen Natur nach sind.
Intuition verleiht die volle transzendentale Weisheit; der Intellekt vermittelt ein Wissen um äussere Gegenstände. Intuition ist unfehlbar; der Intellekt erwägt und rätselt, glaubt und wünscht. Intuition ist ein Aufblitzen, eine Erleuchtung; der Intellekt verwickelt sich im Ringen um einen Schimmer von Erkenntnis. Intuition erhebt Zeit zur Ewigkeit, Raum zur Unendlichkeit.
Reine Vernunft führt den Menschen bis ans Tor der Intuition. Intuition widerspricht nie der Vernunft, überschreitet sie jedoch. Intuition ist das Auge der Weisheit, Intellekt das Auge der Welterkenntnis. Das Auge der Intuition öffnet sich, wenn das Herz durch Übung verschiedener geistiger Disziplinen genügend geläutert ist, der Geist bzw. Intellekt und die Sinne ihre Funktion einstellen. In der Intuition bewegt sich das Bewusstsein des Menschen aufwärts, dem Selbst und Seiner Erleuchtung entgegen.
Da Intuition eine direkte, supramentale Erkenntnis des Selbst in der Unmittelbarkeit geistiger Verwirklichung ist, findet