Inhalt
Swami Omkarananda beantwortet Fragen:

Was bedeutet das Wort "Swami"?

Wie lange dauert es, bis man ein Meister wird?

Welchen historischen Ursprung hat der
Omkarananda Ashram? Welche Tradition?

Woran erkennt man, ob eine Organisation
Wohlergehen und Werte fördert?

Was ist der Mensch? Was ist der Kosmos?

Stellt dieses Altarbild eine Gottheit dar?

Ist Sanskrit nur eine unter vielen alten Sprachen?

Was ist Yoga?

Stufen des Bewusstseins und acht Glieder des Yoga

Wie soll man meditieren?

Erlösung?

Was bedeutet geistiges Leben?

Was ist Sünde?

Was ist Bewusstsein? Was ist seine Funktion?

Triebe und Kräfte

Vernunft und Unterbewusstsein

Gibt es gute und böse Geister im Menschen?

Wie weit sind Medien dem Einfluss
der Geister unterworfen?

Schutz gegen Alpträume

Wie denken Sie über automatisches Schreiben?

Was sind Engel?

Wie kann man seinen Glauben vertiefen?

Warum Reinheitsvorschriften, wenn Gott allgegenwärtig ist?

Was ist das Dritte Auge?

Ist die Aussage von Descartes: "Ich denke, also bin ich" richtig?

Ist Gotterfahrung über den Verstand möglich?

Führt der Weg zur höchsten Erleuchtung über
einzelne Stufen zunehmender Erkenntnisfähigkeit?

Warum erschafft der Mensch als Träger des Göttlichen negative Kräfte?

Woher kommt die Macht der Finsternis?

Göttlicher Schutz vor negativen Mächten?

Gibt es ein Fegefeuer?

Wie vollzieht sich die geistige Höherentwicklung?

Können antike Gegenstände, die vormals anderen
gehörten, schlechte Schwingungen verbreiten?

Positive Einstellung zu unterirdischen Wasseradern

Welche Beziehungen hat die Astralwelt zur Erde und zum Menschen?

Ist es gefährlich, die Chakras zu erwecken?

Jesus sagte: "Was ich tue, könnt ihr auch tun." Ist das wörtlich zu verstehen?

Jesus und indische Meister haben Wunder vollbracht. Geschieht hier Ähnliches?

Was sind Tantra, Yantra und Mantra?

Warum ist die Wissenschaft von den Mantras verloren gegangen?

Wesen und Kraft mystischer Silben

Wie findet man das persönliche Mantra?

Gibt es Mantras mit negativer Wirkung?

Ist das individuelle Selbst das Ego? Und was ist die Seele?

Umwandlung sinnlicher Empfindungen

Besteht ein Unterschied zwischen Gott als Vater oder Gott als Mutter?

Was ist die Göttliche Mutter?

Ist es möglich, in dieser Welt glücklich und problemlos zu leben?

Wie kann man Furcht und Angst überwinden?

Wie kann man Leidenden helfen?

Überwindung von Schwächen und Fehlern

Warum muss der Mensch so hart mit seinen Schwächen kämpfen?

Vergeistigung eintöniger Hausarbeit?

Warum führt der geistige Weg über
Schwierigkeiten und Hindernisse?

Besteht nicht die Gefahr, dass wir für das Elend
der Welt blind werden, wenn wir uns nur
auf das geistige Leben konzentrieren?

Gibt es irgendwo auf der Welt noch ein Land,
in dem man sich sicher fühlen kann?

Was verursacht die großen Unruhen auf der Erde?

Was können wir für den Frieden auf der Erde tun?

Was ist das Gesetz des Karma? Wie
kann man davon befreit werden?

Kann Karma übertragen werden?

Ist das Gesetz des Karmas unabwendbar?

Was versteht man unter "Hierarchie" und "Weißer Bruderschaft"?

Welche Aufgaben haben die "Sieben Strahlen"?
Welche die einzelnen Strahlen?

Wie können wir bei diesem Weg in eine Falle gehen?
Die Hierarchie wird doch von Meistern geführt.

Wer ist Jesus Christus?

Bestimmen Sterne unser Schicksal?

Eigenschaften der Planeten

Was bedeuten "mystische Vereinigung",
"mystischer Tod" und Neugeburt?

Ist Samadhi identisch mit mystischer Vereinigung?

Welcher Unterschied besteht zwischen Intuition und Inspiration?

Gibt es eine Beseeltheit der Natur?

Vorausbestimmung oder freie Willensentscheidung des Menschen?

Was ist mit der Wiederkehr Christi gemeint?

Wann tritt die Seele in den Körper des werdenden Kindes ein?

Werde ich zu Jesus kommen können, wenn ich sterbe?

Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Was geschieht beim Übergang vom Leben zum Tode?

Wie verständigen sich Seelen im Jenseits?

Gibt es ein Erinnern nach dem Tod und eine geistige Weiterentwicklung?

 

Was bedeutet das Wort "Swami"?

Antwort:

Swami*) bedeutet Meister. Wer ist ein Meister? Nicht jemand, der andere beherrscht, sondern jemand, der Herrschaft über sich selbst besitzt: über sein Leben, über seinen Körper und Geist. Er beherrscht seine Gedanken. Er ist Meister seiner Seele und Meister aller Umstände und Bedingungen des Daseins. Nichts kann ihn erschüttern, nichts kann ihn im geringsten berühren. Nichts kann ihn in Versuchung führen. Er ist souverän und über alles erhaben.

Er kennt keine Sorgen und Ängste. Todesfurcht ist ihm fremd, denn er weiß, dass er unsterblich ist. Er hat die Probleme des Lebens gelöst. Er hat das Mysterium der Existenz durchdrungen. Er kennt die Wahrheit. Er lebt in der Wahrheit. Er hat die Kraft und Stärke der Wahrheit. Sein Geist ist frei. Darum kann er ein Meister genannt werden.

Er ist ein Meister des Wissens und höchster Erkenntnis. Er ist ein Meister der Liebe. Seine Liebe ist unermesslich. Sie schließt alle Universen ein. Während er ruhig dasitzt, entsendet er Welle um Welle der Liebe und des Segens, die den gesamten Kosmos durchdringen.

Wie lange dauert es, bis man ein Meister wird?

Antwort:

Wenn du auf dem geistigen Weg schon weit fortgeschritten bist, dauert es nicht mehr lange, vielleicht nur ein paar Jahre. Es hängt davon ab, wie ernst es dir ist, dieses Ziel zu erreichen, und wieviel Disziplinen du dir auferlegst. Strebst du mit aller Kraft des Herzens und Willens danach?

Wenn ein Student oder Forscher eine außergewöhnliche, hoch begabte und geniale Persönlichkeit ist - wie lange braucht er dann, um etwas Neues zu entdecken? Es ist eine Sache von wenigen Tagen, vielleicht nur von einigen Stunden oder Minuten. Es kommt auf den Entwicklungsstand an, den er erreicht hat. Wenn jemand dem Zustand der Vollendung schon nahe ist, braucht er nicht mehr lange, um die Stufe eines Meisters zu erlangen.

Welchen historischen Ursprung hat der Omkarananda Ashram? Welche Tradition?

Antwort:

Es gibt keinen zeitlich oder räumlich bestimmbaren Anfang, keine festgelegten Richtlinien und keinen begrenzten Ausdehnungsbereich wie bei den institutionalisierten Religionen. Wenn man trotzdem einen geschichtlichen Anfang bestimmen will, müsste man ihn auf die Geburt der Schöpfung zurückführen. Die Entwicklungsgeschichte der Menschheit ist das Hintergrundgeschehen des Ashrams. Denn was ist die Natur oder die Schöpfung anderes als eine Erscheinung, eine Phase in dem Prozess, der sich unaufhörlich abspielt, um die Identität mit dem Unendlichen, mit dem Göttlichen zurückzugewinnen?

Darum habe ich auch keine Tradition im üblichen Sinn. Meine Tradition ist die Tradition der Wahrheit in eurem innersten Herzen, die Tradition des Göttlichen: keine Tradition im menschlichen Sinn. Hätte ich eine solche Tradition, dann wäre ich räumlich begrenzt. Ich würde einer Religion oder einem Glaubensbekenntnis angehören. Ich wäre nicht universal.

Ich habe also weder eine Tradition noch eine Religion als solche. Meine Religion ist die Religion der Liebe, die Religion der Wahrheit, die Religion der höchsten Wirklichkeit, die überall ein und dieselbe ist.

Woran erkennt man, ob eine Organisation Wohlergehen und Werte fördert?

Antwort:

Wenn sich eine Organisation oder Institution um einen Menschen höchster Wahrheitserfahrung bildet, um einen Menschen, dessen Wirken aus seiner unmittelbaren Gotterkenntnis hervorgeht, dessen Worte und Taten aus seiner transzendentalen Weisheit und allumfassenden Liebe fließen - dann ist das die qualitativ höchste Wohltätigkeitsorganisation der Welt. Dann ist das etwas anderes als eine Organisation, die auf menschlicher Vernunft und juristischem Scharfsinn beruht.

Das Kennzeichen einer wahrhaft menschheitsfördernden Organisation ist darin zu finden, dass ihr Mittelpunkt ein Mensch höchster Gotterfahrung und Erleuchtung ist, als Folge seiner völligen Selbstlosigkeit und absoluten, kompromisslosen Hingabe an das Göttliche.

Der Ashram ist eine harmonische Verschmelzung von sozialem Dienen am Mitmenschen und der Hinführung zu tiefgeistiger Erkenntnis und Erfahrung. Sozialdienst allein, ohne geistige Erkenntnis und Ausrichtung, bringt nichts zustande. Bloße Sozialisierung ohne höhere Orientierung führt nicht nur zur Stagnation, sondern in den Abgrund.

Alle Menschen brauchen einen Arbeits- und Verantwortungsbereich, in dem sie dienen, wachsen und sich weiter entwickeln können. Sie brauchen eine Umgebung, die geeignet ist, die besten Kräfte und Fähigkeiten ihrer Seele zu entfalten und die endlosen Werte ihres Innern zur Verwirklichung zu bringen. Wenn sie kein Ideal vor Augen haben, keinem immateriellen, hohen geistigen Ziel nachstreben, degeneriert ihr Leben. Es verliert mehr und mehr an Wert. Daraus resultieren alle unguten Handlungen.

Haben wir aber ein hohes Ideal, so trägt und erhält es uns und gibt uns Frieden. Ein solches Ideal sollte keine bloß philosophische Idee sein, sondern das Höchste: Gott selbst, die unmittelbare einzige Wirklichkeit - nicht der Gott einer Sekte oder institutionalisierten Religion, sondern Gott als universale, allumfassende Wahrheit, als Leben allen Lebens, als Grundlage aller Existenz, als anfang- und endlose Unendlichkeit.

Was ist der Mensch? Was ist der Kosmos? Wie ist das Verhältnis beider zueinander?

Antwort:

Unsere Erkenntnis über den Menschen sagt uns, dass der Mensch eine Erscheinungsform des Unendlichen ist, eine Manifestation Gottes oder der höchsten Wahrheit. Wir alle sind Wellen auf dem Ozean der Unendlichkeit.

Wenn dies unsere Ansicht über den Menschen ist, wie denken wir dann über den Kosmos? Der Kosmos bildet den Bereich unserer Erfahrung und unseres Wachsens durch Erfahrung. Jedes Universum ist das Spielfeld unseres Erlebens. Und was ist der Zweck der Manifestation eines Universums? Der Sinn und Zweck besteht darin, dass jede dieser Wellen, jedes Individuum ein Bewusstsein des unermesslichen Ozeans, ein Bewusstsein des Unendlichen, des Absoluten erlangt und dorthin zurückkehrt, von wo es einst ausgegangen ist. Der Zweck des menschlichen Daseins in dieser Welt liegt in der Erkenntnis und Entfaltung der höchsten Fähigkeiten und Möglichkeiten, die latent in ihm ruhen, durch die Verwirklichung der Wahrheit.

Das irdische Dasein ist eine Schule des Lebens, eine Hochschule, eine natürliche Erziehungsstätte für jedermann. Es ist ein grandioser Schauplatz, auf dem die Kraft der Seele zur Reife und der göttliche Kern in uns zum Durchbruch kommen kann. Wir müssen Erfahrungen sammeln, Lehren daraus ziehen und uns durch die so gewonnenen Erkenntnisse höher entwickeln. Die Erscheinung eines physischen Kosmos bildet den Hintergrund und die Voraussetzung für die geistige Entwicklung zur Vollkommenheit, für die Entfaltung unserer Intelligenz, unseres Willens, unserer Liebe und Erkenntnis, für das Wachsen unseres Sinns für Schönheit und Harmonie, für die Wahrnehmung des Unendlichen.

Jeder sehnt sich nach Reichtum und Glück, doch erlangt er meist nur vergänglichen Reichtum und vergängliches Glück, die durch äußere Umstände zerstört werden oder im Tod zurückgelassen werden müssen. Das ewige schöpferische Bewusstsein in uns hingegen ist der unvergängliche Reichtum. Es ist imstande, unzerstörbare Werte zu erschaffen. Schon im bloßen Traumbewusstsein kann der Mensch zum Beispiel ein Feuer erschaffen, das alles niederbrennt und vernichtet; doch das Traumbewusstsein selbst wird nicht zerstört.

Stellt dieses Altarbild eine Gottheit dar? Welche Bedeutung hat es für uns?

Antwort:

Das Bild entspricht der Vorstellung eines geistigen Künstlers von der Gottheit. Von alters her besteht eine solche Auffassung im erleuchteten Bewusstsein der größten, Gott hingegebenen Menschen, die mit den Dimensionen des Göttlichen als Liebe, als Schönheit, als Gnade, als Weisheit und Erkenntnis in Berührung gekommen sind. Darum hat das Göttliche in der darstellenden Kunst die Gestalt der Mutter und wird mit den Attributen des Mütterlichen verbunden. Und was ist die Mutter? Nicht ein weibliches Wesen, sondern die Verkörperung der unendlichen Liebe, der unendlichen Schönheit und unendlichen Gnade, die Verkörperung unendlicher Weisheit und Erkenntnis, der Ursprung von Kunst, Musik und Ordnung. Alle diese Eigenschaften sind in der hier dargestellten Form der Gottheit enthalten.

Wenn gefragt wird, ob der Künstler einer bestimmten Schule indischer Tradition entstammt, so muss gesagt werden, dass wir hier nicht von einer Schule sprechen können, sondern dass diese Darstellungen Ausdruck eines Aspekts der unendlichen Wahrheit sind.

Ein Bild kann auch ein Mittel zur Konzentration und Meditation sein. Du wählst dir irgendeine Form aus, die dich anspricht, die du als besonders schön empfindest und auf die du dich leicht konzentrieren kannst - etwas, das in dir Ehrfurcht, Liebe und Hingabe hervorruft und wovon du dich stark angezogen fühlst. Wenn du nicht an ein Bild denken willst, so kannst du auch eine Kerzenflamme, eine Blume, ein Meer von Licht oder ähnliches zum Gegenstand deiner Meditation wählen. Es kann auch ein Kreuz sein. Doch etwas Lebendiges, Dynamisches wäre besser. Die meisten denken an ein Gesicht oder eine Gestalt.

Wenn du ein Bild gewählt hast und dich längere Zeit voller Liebe und Hingabe intensiv darin vertiefst, begleitet dich dieses Bild überall und ist ständig vor deinem inneren Auge. Ob du zu jemandem sprichst oder dein Blick über die Mauern schweift - überall erscheint das Bild der Gottheit, auf das du dich in der Meditation konzentriert hast. Setzt du diese Übung über längere Zeit fort, bis sie sich innerlich verfestigt, so wird dieses Bild auch jedesmal, wenn du dich niederlegst und selbst im Traum erscheinen: Denn es prägt sich dem inneren Auge ein, so wie dich das Bild eines schweren Unfalls, den du erlebt hast, Tag um Tag, über Monate hinweg, verfolgt.

Der tiefere Grund, warum der Gottsucher auch über ein Bild des Göttlichen meditiert, ist, dass dieses Bild zum Brennpunkt, zum zentralen, entscheidenden Faktor werden kann, durch den die göttliche Gnade zu wirken beginnt.

Überall in der Luft ist Wasser und überall sind Sauerstoff und Wasserstoff vorhanden. Doch nur unter bestimmten Bedingungen verbinden sich beide zu Wasser. Obwohl Wasser überall vorhanden ist und den ganzen Raum durchdringt, ist es für dich ohne Nutzen, wenn du durstig bist, weil du es nicht trinken kannst. Genauso sind die kosmische Energie und die göttliche Gegenwart überall. Doch nützt dir das etwas? Kannst du einen Kontakt mit dem Göttlichen herstellen? Kannst du deiner Liebe zum Göttlichen Ausdruck verleihen? Du kannst es nicht oder nur unzureichend, weil das Göttliche allumfassend, weil Es formlos, zeit- und raumlos ist. Hast du aber ein Bild, dann wird die raumlose, zeitlose höchste Wirklichkeit durch dieses Bild für dich lebendig werden und zu wirken beginnen, auch wenn es nur einen winzigen Aspekt des Göttlichen darstellt.

Du kannst zu diesem Bild sprechen und kannst spüren, wie es dir antwortet. Du kannst das Bild lieben und ihm deine Hingabe darbringen. Du kannst im Bewusstsein leben, dass in dem Bild Allgegenwart, Allmacht, Allwissenheit verkörpert sind, dass es allhörend und allsegnend ist, dass es von unendlichem Wert ist.

Und wenn du fortfährst, dich ganz in das Bild zu vertiefen, über diese Werte zu meditieren und mit dem Bild in Gedanken zu sprechen, was geschieht dann nach einiger Zeit? In dem Maß, wie du an Reinheit, Hingabe und Geistigkeit wächst, wird sich das Bild beleben und zu dir sprechen. Durch diesen Punkt, dieses winzige Bild wird sich die göttliche Macht manifestieren und ihre Gnade beginnt zu wirken.

Jedesmal, wenn du dich dem göttlichen Bild zuwendest, ist das Herz des Göttlichen berührt. Jedes Wort, das du zu ihm sprichst, findet eine Resonanz. Das Göttliche in diesem Bild nimmt alles auf, was du sagst, und beginnt, dich auf vielerlei Weise zu führen und zu leiten. Begreifst du, wie wertvoll und hilfreich es ist, wenn du ein Bild mit einer Darstellung Gottes hast und in lebendigem Kontakt mit ihm stehst?

Du bist nicht in der Lage, dir etwas vorzustellen, das alldurchdringend und subtiler als das Allersubtilste ist. Aber du kannst dir ein Bild vorstellen und dieses Bild kann der Brennpunkt oder Mittler sein, durch den die Macht und die Gnade des Göttlichen, das Licht des Göttlichen in dein Leben Eingang finden. Durch dieses Bild werden die zerstreuten Gedanken unter Kontrolle gebracht und weilen immer beim Göttlichen.

Mit zunehmender innerer Reife und geistigem Fortschritt wird ein solches Bild immer dominierender im Leben, in der Vorstellung, im Herzen und in der Seele des Gottsuchers. Und die heiligen Mantren übertragen göttliche Kraft auf das Bild und diese Kraft beginnt durch das Bild zu wirken.

Ist Sanskrit nur eine unter vielen alten Sprachen? Oder hat es eine besondere Bedeutung?

Antwort:

Sanskrit ist nicht nur die Mutter aller Sprachen. Es ist auch die Sprache der Götter und Göttinnen - jener Wesen, die dem Reich der Engel weit übergeordnet sind. Götter sind lichtvolle Körper, reine Seelen, mit großen göttlichen Kräften und Eigenschaften. Hunderte und Tausende der größten Weisen und Menschen höchster Gotterfahrung im alten Indien*) haben von den Göttern und Göttinnen Mitteilungen in deren Sprache empfangen, und diese Sprache ist Sanskrit. Jene Gottmenschen, die in ständigem Kontakt mit den höheren geistigen Wesenheiten und Wirklichkeiten stehen, hören sie unmissverständlich Sanskrit sprechen.

Wenn dieses Universum vergeht, wird ein neues Universum erschaffen und eine neue Menschheit wird entstehen. Die ersten Menschen, die zur Erfahrung der göttlichen Wahrheit gelangen, werden zu Empfängern und damit zu Vätern des Sanskrit. Sie werden Hymnen in Sanskrit empfangen, die wie von selbst zu ihnen kommen, so wie einem Dichter schöne Worte, Formen, Ideen und Empfindungen zufließen.

Die Hymnen der Veden sind direkte Offenbarungen der erhabensten Gottheit. Sie sind die wissenschaftlichste Beschreibung des Göttlichen. In jedem neuen Schöpfungszyklus werden diese Hymnen durch die großen Erleuchteten und Propheten der Menschheit aufs Neue in Sanskrit übermittelt. Daher sind sie unvergänglich. Die darin enthaltenen Aussagen vermitteln ewiges, unwandelbares Wissen. Sie beschreiben verschiedene Aspekte der Gotterfahrung und führen zur höchsten Stufe der Erleuchtung.

Deutsche Professoren, Fachgelehrte für Philologie und Indologie haben alle Sprachen auf das Sanskrit als dem Ursprung sämtlicher jemals auf der Erde gesprochener Sprachen zurückgeführt. Sie betrachten Sanskrit als Sprache der Götter. Deshalb ist es eine zeitlose, unsterbliche Sprache. Von allen Sprachen unserer Erde ist Deutsch die dem Sanskrit wohl am nächsten verwandte Sprache, gefolgt von den nordischen Sprachen.

Was ist Yoga?

Antwort:

Yoga ist jede Disziplinierung des inneren Bewusstseins. Jede Methode, durch die wir der allmächtigen, allwissenden, allgegenwärtigen Gottheit gewahr werden, ist Yoga. Damit ist Yoga nichts anderes als ein Weg zur Gottverwirklichung. Yoga vermittelt uns Kenntnisse, die zur unmittelbaren Gotterfahrung führen können.

Yoga besteht nicht in Körperübungen, wie sie weitgehend praktiziert und als Yoga ausgegeben werden. Wenn dir die Erkenntnis dämmert, dass Yoga eine psychologische Methode zur Disziplinierung seelischer und mentaler Energien, zur Läuterung der inneren Natur des Menschen ist, dass du durch Yoga tiefe innere Ruhe und geistige Stärke erlangst, dann beginnst du Yoga zu begreifen.

Alle Übungen, die dir ermöglichen, eine Verbindung mit Gott herzustellen, sind Yoga. Jede Tat und jedes Gebet, die mit Liebe zu Gott verrichtet werden, sind Yoga. Jeder Christ, der in innigem Gebet oder in Versenkung mit Gott verbunden ist, übt Yoga. Jeder Buddhist, der sich um Erleuchtung bemüht, ist im Yoga-Zustand. Jeder Mohammedaner, der sich auf seine Weise Gott zu nähern sucht, ist auf dem Yoga-Weg. Daher ist Yoga weder christlich noch buddhistisch, weder mohammedanisch noch hinduistisch. Yoga gehört nicht Indien. Yoga gehört auch nicht Europa oder Afrika. Yoga gehört allen Ländern. Yoga gehört der ganzen Menschheit.

Nur wenige wissen, dass Yoga hundert verschiedene Aspekte hat und Hunderte von verschiedenen Disziplinen zur Beherrschung des Willens und der gesamten Psyche umfasst. Dies macht dich zu einem Wesen mit übermenschlichen Fähigkeiten. Die Kräfte des Geistes werden vervielfacht, die Sinne verfeinert, der Wahrnehmungsbereich ausgeweitet. Yoga ermöglicht Einblicke nicht nur in den feinstofflichen Bereich, sondern auch in höhere Sphären.

Yoga ist eine vollkommene Wissenschaft mit zahllosen Techniken, um die höchsten Mächte und Kräfte in uns zu erwecken. Diese inneren Kräfte wachzurufen war auch das Ziel der christlichen Mystiker. Indien ist das Land mit unzähligen Gottmenschen, Mystikern, Heiligen und Erleuchteten. Nur deshalb hat Indien mehr Methoden zur Gottverwirklichung als das Christentum, der Buddhismus und der Islam. Wenn es im Yoga also wertvolle Mittel gibt, um unser Ziel zu erreichen, dann wollen wir sie benützen.

Um die Sterne besser beobachten zu können, braucht der Wissenschaftler ein Teleskop. Mit bloßem Auge kann er Tausende und Millionen von Sternen nicht erkennen. Und was macht der Yogi? Er entwickelt die Fähigkeit inneren Sehens und Wahrnehmens. Mit dem Wachsen seiner Seelenkräfte werden seine Augen auf natürliche Weise teleskopartig. Er ist imstande, die entferntesten Dinge zu sehen. Nicht nur das: Er erkennt mit dem inneren Auge auch Dinge, die sich am nächsten Tage oder nach mehreren Jahren ereignen werden. Alle diese übernatürlichen Kräfte entwickeln sich als Ergebnis der selbst auferlegten Disziplinierung des inneren Bewusstseins.

Wenn dein Herz von der Weisheit und Erkenntnis Gottes erfüllt ist, bist du ein Jnana-Yogi, ein Yogi der Erkenntnis. Der Jnana-Yogi übt sich in der Unterscheidung zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem. Er richtet sein ganzes Wesen auf die eine Wirklichkeit aus. Mystiker wie Meister Eckhart waren Yogis der Erkenntnis.

Wenn du in selbstloser Weise und voller Liebe den Weg des Dienens, der Arbeit und Selbstaufopferung gehst und alle Werke Gott übergibst, im Wissen, dass Er der allein Handelnde in dir ist, dann bist du ein Karma-Yogi.

Wenn du dein Herz und deine Seele ganz in das Licht Gottes stellst und alle Gedanken und Empfindungen mit dem Blick auf dieses Licht hin beherrschst, dann bist du ein Raja-Yogi.

Wenn du mit Hilfe gewisser Techniken versuchst, übernatürliche Kraft in dir zu entwickeln, dann bist du ein Kundalini-Yogi.

Wenn du eine mystische Neigung hast, wenn dir ein göttlicher Name zur Wiederholung gegeben wurde und wenn dir dies als Mittel dient, die Allgegenwart, Allwissenheit und Allmacht Gottes zu erfahren, dann bist du ein Mantra-Yogi.

Auch Hatha-Yoga kann als Weg zur Gottverwirklichung bezeichnet werden, aber nur wenn wir die damit verbundenen Körperübungen als Mittel zur Gottverwirklichung anwenden. Nehmen wir die geistigen Faktoren aus dem Hatha-Yoga heraus, dann ist das nicht länger ein Yoga-Weg, sondern ein System von Körperübungen. Wollte man diese Körperübungen als Yoga bezeichnen, so könnte man auch die westliche Gymnastik Yoga nennen. Benutzen wir aber westliche Gymnastik als Mittel zur Gottverwirklichung, so dürfen wir sie mit Recht Yoga nennen.

Der Alltagsmensch ist unvollkommen, voller Schwächen und Begrenzungen: hinsichtlich seiner Wahrnehmungsfähigkeit, seiner Erkenntnis, seines Glücks und Friedens. All diese Begrenzungen müssen fallen, so dass sich Seele und Bewusstsein ins Grenzenlose ausweiten können. Als Yogi hat man mehr vom Leben als ein weltlicher Durchschnittsmensch. Der Yogi erfährt tiefere und subtilere Freuden als der weltliche Mensch. Wenn Menschen Yoga ablehnen, dann darum, weil sie nichts darüber wissen.

Welche Stufen des Bewusstseins gibt es? Und was bedeuten die acht Glieder des Yoga?

Antwort:

Im Bereich der geistigen Entwicklung oder yogischen Entfaltung gibt es sieben Bewusstseinsstufen. Und es gibt acht Glieder, acht verschiedene Aspekte, Seiten oder Disziplinen des Yoga. Diese acht Disziplinen haben nicht direkt etwas mit den sieben Entwicklungsstufen zu tun. Eine der Disziplinen besteht in der Beherrschung der Gedanken und Gefühle, eine weitere in Konzentration, dann Meditation. Die letzte ist Samadhi.

Wenn man diese acht Disziplinen praktiziert, erreicht man zunächst die erste der sieben geistigen Entwicklungsstufen des Yoga. Wenn man weiter auf dem Weg voranschreitet, wird man immer weiser, immer leuchtender und immer göttlicher.

Die acht Glieder des Yoga bereiten den geistig Strebenden letztlich auf die Erreichung aller sieben Entwicklungsstadien vor. Er steigt von einer Bewusstseinsebene zur anderen, von einem Zustand geistiger Entfaltung zum nächsten empor.

Wie soll man meditieren? Soll man an Gott oder Christus denken? Oder ist völlige Gedankenleere besser?

Antwort:

Du kannst dein Denkorgan niemals völlig frei von Gedanken machen. Auch wenn es in noch so vielen Büchern geschrieben steht: Es ist eine gefährliche Halbwahrheit.

Nehmen wir an, Robert, in dem noch viel Negatives steckt, übt Meditation. Er bemüht sich, ohne Gedanken zu sein. Das ist gar nicht möglich, aber nehmen wir an, dass ihm das durch ein Wunder gelänge: Was geschieht, wenn sein Denkorgan völlig leer ist? Seine unsublimierte schlechte Natur erhebt sich und füllt die Leere aus. Damit hat Robert nichts weiter gewonnen, als dass er das Antlitz des Bösen aus seinem Unterbewusstsein erschaut.

Hätte er statt dessen über das Licht und die Liebe Gottes meditiert, wäre er erfolgreicher gewesen. Wenn seine Konzentration und Meditation über das Wesen Gottes an Reife und Erkenntnis gewinnt, taucht er tiefer und tiefer in das Licht und die Liebe Gottes ein. Allmählich wird sein Geist immer heller, sein Herz und sein Körper werden immer mehr von innerem Licht erfüllt, bis er schließlich nach vielen solcher Meditationen ganz durchgöttlicht wird, in seinem Leben und Verhalten, in seiner Sprache und in seinem Handeln. Die alte Natur ist verschwunden, sie ist vom Licht und der Liebe Gottes aufgesogen worden. Siehst du nun den Unterschied zwischen den beiden Meditationsweisen?

Wenn du über einen Gedanken an Gott meditieren willst, vertiefe dich in das Wesen Gottes, in Seine Allmacht, Seine Allwissenheit, in Seine Allgegenwart und allumfassende Liebe. Wenn deine Liebe zu Gott immer reiner und stärker wird, bis sie ganz und gar von dir Besitz ergreift und du schließlich völlig vom Gottbewusstsein absorbiert bist, hast du keinen anderen Gedanken mehr. Diese Art des Wegs, Gedankenleere zu erreichen, ist die richtige und beste.

Noch ein Wort zur Körperhaltung: Das Rückgrat sollte aufrecht und gestreckt sein und die Hände sollten einander berühren. Dadurch bleiben die bei der Meditation erzeugten Energien erhalten. Sie zirkulieren durch den Körper und bilden einen geschlossenen Kreislauf. Die Energien, die von den Fingerspitzen der einen Hand ausgehen, treten durch die andere Hand wieder in den Körper ein. Wenn die Hände nicht geschlossen sind, gehen sie verloren.

Die indische Philosophie führt uns über die Meditation zur Selbsterlösung durch Befreiung von Schuld und Karma. Die Bibel hingegen lehrt, dass wir nur durch das Blut Jesu Christi von Schuld und Sünde erlöst werden.

Antwort:

Beides bedeutet im Grunde das gleiche. Es sind zwei Seiten derselben Münze. Alles, was zu wahrer Freiheit, zur Befreiung, Erlösung und Erleuchtung führt, ist göttlich. Es ist überall das gleiche, auch wenn es in den verschiedenen Ländern und Kulturen in unterschiedliche Formen gekleidet und der jeweiligen Mentalität eines Volkes angepasst ist. Das Blut Jesu Christi bedeutet das gleiche wie die Erkenntnis Gottes oder der Wahrheit, die frei macht: frei vom Gesetz von Ursache und Wirkung, frei von Schuld und Sünde, frei von Begrenztheit und Unwissenheit.

Wer ist wirklich frei? Nur jemand, der die Wahrheit kennt. Darum sagte Jesus: "Erkenne die Wahrheit, und die Wahrheit wird dich frei machen." Wenn du die Wahrheit kennst, hast du das Blut Christi.

Was ist Jesus Christus? Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Alle drei bedeuten das gleiche: Gott. In Gott allein ist Befreiung. Darum ist Er der Weg, die Wahrheit und das Leben. Es ist kein Unterschied, ob man an Christus, an Gott oder an die Wahrheit denkt. Alle drei sind Aspekte des Göttlichen.

Es besteht letztlich kein Widerspruch zwischen dem grundlegenden Gehalt der Aussagen dieser beiden verschiedenen Religionen und Kulturen. Das Blut Christi, die Erkenntnis der Wahrheit, die Reinheit des Herzens, Erleuchtung, ein Leben nach dem Gesetz der Bergpredigt - all dies bedeutet ein und dasselbe. Es gibt letztlich keine Unterschiede. Unterschiede werden nur von denen gesehen, die kein Wissen von der Wahrheit haben - in denen Christus noch nicht lebt.

Wenn du von Jesus Christus angenommen bist, kannst du sicher sein, dass du der glücklichste Mensch der Welt bist. Dann ist die Fülle des Friedens und der Liebe, des Lichts und der Gnade in dir. Ist dein Leben aber nicht von diesen Werten erfüllt, dann bist du kein Christ, weder in Wahrheit noch dem Bekenntnis nach.

Was bedeutet geistiges Leben?

Antwort:

Ein Leben, das in Übereinstimmung mit den höchsten geistigen Merkmalen des göttlichen Bewusstseins gelebt wird, ist geistiges Leben. Geistiges Leben ist ein Leben voller Harmonie und Ausgeglichenheit, ein Leben voll inneren Glücks, voller Heiterkeit und Kraft, ein Leben im Bewusstsein unserer untrennbaren Beziehungen zum Göttlichen, im Bewusstsein unserer Unsterblichkeit und Verbundenheit mit dem Unendlichen.

Lebt man im Geistigen, so hat man den wahren Sinn und Wert des Lebens entdeckt. Man lebt ständig im Bewusstsein, dass man mit dem unendlichen Strom höchster Schönheit und Harmonie, höchster Weisheit und Erkenntnis, tiefsten Friedens und ungestörter Ordnung verbunden ist, die im Göttlichen ihren Ursprung haben.

Das Leben des geistigen Aspiranten ist anders als das Leben des Weltmenschen. Wenn ein weltlicher Mensch von einem anderen erzürnt wird, kann es sein, dass er den anderen schlägt, ihn verleumdet oder ihm zumindest harte Worte an den Kopf wirft. Der aufrichtige Gottsucher, der sich ernsthaft um Selbstdisziplin bemüht, geht bei einem Zornausbruch nicht gegen den anderen, sondern gegen sich selbst vor. Er nimmt ihn als Anlass zu größerer Selbstbeherrschung und wendet sich gegen sich selbst, gegen seine eigenen Schwächen und seine niedere Natur. Er wandelt sie um.

Der weltliche Mensch hält immer Ausschau nach Vergnügungen. Der Gottsucher hingegen hält Ausschau nach Gelegenheiten zum Dienen und Opfern. Vergnügen und Freizeit sind ein und dasselbe. Harte Arbeit und Opferbereitschaft sind ein und dasselbe.

Betrachten wir die vergnügungssüchtige Natur des Menschen: Seit den letzten zweitausend Jahren hat sich der menschliche Charakter nicht gebessert. Das hat zur Folge, dass der Mensch immer noch keinen wahren Frieden, keine Ruhe, keine echte Lebensfreude in des Wortes tiefster Bedeutung kennt. Dieser Mangel ist hauptsächlich auf das Fehlen von harter Arbeit und Opferbereitschaft für das Göttliche zurückzuführen.

Ist ein Mensch untätig oder nicht völlig in Arbeit und Dienen vertieft, machen sich leicht niedrige Tendenzen bemerkbar. Schlangen und alle wilden, heimtückischen Tiere werden nachts aktiv. Sobald die Sonne aufgeht, verschwinden sie. Wo Licht ist, gibt es keine zerstörerischen Triebe. Solange sich der Mensch dem Müßiggang hingibt, solange er keine Arbeit hat, die ihn ganz absorbiert, die seine verborgenen Fähigkeiten weckt, ihn umwandelt und verfeinert, solange ist es Nacht in ihm. Das hat zur Folge, dass alle seine niederen Tendenzen zum Vorschein kommen wie die wilden Tiere in der Nacht. Um das zu verhindern, ist der geistige Aspirant immer intensiv mit opferbereitem Dienen und harter Arbeit beschäftigt.

Betrachten wir die menschliche Natur in der christlichen Welt. Die Leute sagen, Gott habe den Sonntag als Feiertag geschaffen, und sie erschaffen für sich selbst noch den freien Samstag. Das sind schon zwei Feiertage. Viele Menschen des Westens nehmen darüber hinaus noch halbtags frei. In Industrie, in Büros und Geschäften ist man bestrebt, der Arbeit möglichst aus dem Weg zu gehen. Die Angestellten kommen zu spät. Sie kämpfen um Verkürzung der Arbeitszeit und bringen manchmal fadenscheinige Entschuldigungen vor, um der Arbeit fernzubleiben. Überall sucht die menschliche Natur nach Gewinn, ohne zu entsprechenden Opfern bereit zu sein. Überall strebt sie nach Vergnügen, Bequemlichkeit und leicht zu erringenden Vorteilen.

Und was macht der Durchschnittsmensch mit dem von Gott eingesetzten Sonn- oder Feiertag? In vielen Fällen ist das der Tag des Übels, an dem zu viel getrunken wird, an dem zu viel Zeit für Streitereien und Missverständnisse, zu viel Zeit für fragwürdige Vergnügungen vorhanden ist. Dadurch wird der Sonntag mehr zu einem Tag der Sünde als der Heiligkeit. Wo Müßiggang herrscht, wo Lust an herabziehenden Vergnügungen dominiert, da tritt Degeneration ein, da herrscht dunkle Nacht.

Für den Wahrheitssucher dagegen ist Sonntag der heiligste Tag, der Tag intensiven Selbstopferns und Dienens, der Tag intensiver Meditation. Für ihn ist das ganze Leben eine einzige Meditation, ein einziges Opfern, ein einziger Dienst für das Göttliche. Jeden Tag macht er zum Sonntag, zum höchst dynamischen Tag, an dem er alle Talente und Fähigkeiten, sein Wissen und seine Hingabe ans Göttliche in optimaler Weise einsetzt.

Was ist Sünde?

Antwort:

Jede Unvollkommenheit, alle menschlichen Schwächen, Begrenzungen und Unwissenheit sind von Übel und damit Sünde. Alles, was menschlich in uns ist, was der Materie verhaftet und in Unkenntnis über die wahre Natur der Dinge von Sinneswahrnehmungen abhängig ist, muss ausgeschaltet werden, denn es liefert uns ständig dem Irrtum, der Sünde und dem Tod aus.

Was ist Unwissenheit? Und was ist Wissen? Du weißt, dass Gott allmächtig, allwissend und allgegenwärtig ist, doch du bist dir Seiner nicht bewusst. Er ist noch nicht in deine Erfahrung eingegangen. Das ist Unwissenheit.

Lebtest du wirklich im Gottbewusstsein, dann könnte nichts deinen Frieden erschüttern. Dann wärst du von tiefem innerem Glück erfüllt. Du wärst von allem und jedem unabhängig. Nichts könnte dich ängstigen. Die Vorstellung, dass du ein Körper bist, hätte dich verlassen und damit gäbe es für dich keine Versuchungen mehr.

Doch solange der Mensch noch in Unvollkommenheit und Unwissenheit lebt, solange er nicht das Bedürfnis hat, kompromisslos den geistigen Pfad zu beschreiten, ist er weiterhin dem Kreislauf unzähliger Geburten und Tode ausgeliefert. Selbst wenn er den Saum des Gewandes Jesu Millionen Male berührte - es würde ihm keine Erleuchtung zuteil: nicht weil das Licht Christi nicht stark genug wäre, sondern weil er noch nicht bereit dafür ist.

Was ist Bewusstsein? Was ist seine Funktion?

Antwort:

Es gibt etwas Wunderbares im Menschen, das zugleich auch erfahrbar ist. Tatsächlich ist es so, dass wir von nichts in der Welt eine direkte, unmittelbare Erfahrung haben, außer von den Wundern des höchsten Bewusstseins in uns, der Wahrheit in uns. Allein davon haben wir eine unmittelbare Erfahrung. Von allem anderen ist unsere Erfahrung nur mittelbar, das heißt sie wird durch einen Mittler ermöglicht.

Wie erfahre ich euch alle? Durch die Vermittlung meiner Augen. Doch nehmen wir an, ich wäre blind geboren. Dann könnte ich euch als Gestalten und Farben nicht sehen und erfahren. Ich würde nur spüren, dass Menschen in meiner Nähe sind. Das ist alles. So betrachtet ist mein Wissen von euch indirekt. Auf die gleiche Weise ist Euer Wissen von anderen Menschen und der Umgebung indirekt oder mittelbar, denn es wird mittels der leiblichen Augen erlangt.

Angenommen deine Augen sind fehlerhaft. Dann wärst du nicht imstande, die Welt richtig zu sehen. Dein Wissen von der Welt würde entsprechend der Größe des Fehlers deines Seh- und Wahrnehmungsvermögens beeinflusst. Das gleiche trifft für alle anderen Erfahrungen zu, die durch Sinneswahrnehmungen vermittelt werden. Daraus folgt, dass wir von allen Dingen nur eine indirekte, durch ein Medium vermittelte Kenntnis haben.

Nur vom höchsten Bewusstsein in unserem Innern allein haben wir ein direktes, ein unmittelbares Wissen. Denn wir erfahren es nicht vermittels eines Organs oder Mediums.

Darum können wir sagen: Allein von Gott, von der Wahrheit, vom höchsten göttlichen Bewusstsein in uns haben wir eine direkte Erfahrung. Das ist unsere zentrale Wirklichkeit. Das ist unsere Stärke. Das ist das Geheimnis unserer Größe. Das ist das Unvergängliche und Unsterbliche in uns.

Der Mensch ist ein einzigartiges Geschöpf. Wir dürfen uns nicht durch den Anschein irreführen lassen, dass er hilflos, schwach und voller Begrenzungen sei - Grenzen des Wissens, der Macht, des Friedens, des Glücks, Grenzen seiner Erkenntnisfähigkeit und Wirkungsmöglichkeiten. Denn in ihm lebt das höchste Bewusstsein, Gott, die Quelle aller Wunder. Wenn du Ihn erkennst und erfährst, hast du grenzenloses Wissen, vollkommenes Glück, unerschöpfliche Kraft und Fähigkeiten, Genialität, höchste Erfüllung und göttliches Entzücken.

Psychologen behaupten, dass die Triebe und Kräfte des Unbewussten an die Oberfläche gebracht und ausgelebt werden sollten, damit es nicht zu Verdrängungen kommt und diese Kräfte nicht unkontrolliert durchbrechen können.

Antwort:

Die Ansicht der derzeitigen Psychologen, dass wir einige der dunklen Kräfte und Strebungen des Unbewussten zum Vorschein bringen und ihnen freien Lauf lassen sollten, zeugt von allem anderen als von tiefer Weisheit. Denken wir zum Beispiel an das Saatkorn, das in die Erde gesenkt wird. Ganz von selbst bricht die harte, rauhe Schale und die Lebenskraft im Keim beginnt sich langsam zu entfalten. Der Sprössling durchdringt die harte Erdkruste und kommt zum Vorschein. Alle im Keim vorhandenen Anlagen und Entfaltungsmöglichkeiten beginnen sich zu entwickeln und finden auf wunderbare Weise ihren Ausdruck. Stillschweigend vollzieht sich im Herzen des Saatkorns ein Prozess der Umwandlung. Die Kräfte und Energien in ihm werden in transformierter Form freigesetzt. Sie bilden die Blätter, die Blüten und Früchte der Pflanze.

Ebenso ist es beim Menschen. Was immer an Dunkelheiten, an primitiven Tendenzen und negativen Anlagen im Unbewussten vorhanden ist, kann umgewandelt und sublimiert in Genialität verwandelt werden. Es besteht keine Notwendigkeit, dass diese dunklen Kräfte auf eine grobe, unkultivierte, barbarische Weise zum Ausdruck kommen, in Form von Wut, Leidenschaft, Wollust, Gier und Verbrechen jeglicher Art. Das sind gefährliche Abnormalitäten. Es sind nicht eigentliche Ausdrucksformen des Unbewussten.

Ich glaube - und das ist für jeden leicht zu verstehen -, dass der beste Weg, mit den Kräften des Unbewussten fertig zu werden, darin besteht, ein Ideal zu haben und auf der Ebene des kontrollierbaren Wachbewusstseins die Verwirklichung dieses Ideals anzustreben. Schon diese Bemühungen dienen der Verfeinerung der unbewussten groben Energien, die zum Durchbruch drängen. Das Ergebnis dieser Sublimierung ist eine zunehmend ausgeglichene, selbstbeherrschte und in jeder Hinsicht harmonische Persönlichkeit. Darin liegt keine Abnormalität irgendwelcher Art: Sublimierung ist ein hundertprozentig normaler, heilsamer, gesunder, das Wohlbefinden und die Entwicklung fördernder Vorgang. Seine Ergebnisse sind in jedem Fall höchst erstrebenswert.

Nach Lehrmeinungen der Psychologie wird unsere Vernunft vom Unbewussten gesteuert, über das wir keine Kontrolle haben. Wie verhält es sich damit?

Antwort:

Aus Mangel an geistiger Erleuchtung durch die höchste Wahrheit sind die Psychologen - wie groß sie auf ihrem Fachgebiet auch sein mögen - einem grundlegenden Irrtum verfallen. Sie sagen: "Unsere Vernunft ist eine Projektion des Unbewussten. Das Wachbewusstsein, dem die Vernunft als Teil angehört, ist eine Projektion des Unbewussten. Das Unter- und Unbewusste im Menschen ist umfassender als das Wachbewusstsein. Sie beherrschen es und damit auch die Vernunft."

Diese Psychologen sind nicht imstande zu erkennen, dass das gesamte System der Psychologie mit seinen Thesen und Maximen von ihrer Vernunft geschaffen wurde und dass diesem System damit auch die Unzulänglichkeiten und Defekte der Vernunft anhaften, die - wie sie behaupten - nur ein hoffnungsloses Instrument in den Händen des dunklen, unergründlichen Unbewussten ist. Die Psychologen sind nicht fähig zu erkennen, dass dies ein Widerspruch in sich selbst ist.

Wie kann die menschliche Vernunft, die ihrer Meinung nach dem Unbewussten untergeordnet ist und von ihm beherrscht wird, imstande sein, eben dieses Unbewusste zu erforschen? Ein trockener Zweig an einem großen, weit ausladenden Baum kann nicht den Baum in seiner Gesamtheit verstehen. Der Saft im Baum, die Lebensessenz im Baum können einiges vom Baum verstehen, doch nicht das trockene Zweiglein. Wie kann eine Vernunft - die einem trockenen Zweig am Gesamtkörper des Unbewussten gleicht, eine Vernunft, welche für den Psychologen lediglich ein Instrument des Forschens und Erkennens ist - das gewaltige Unbewusste verstehen?

Nur durch das Höhere können wir das Niedrigere verstehen, nur durch das Größere das Geringere begreifen. Aber niemals kann das Größere durch das Geringere begriffen oder erkannt werden. Wir können nicht alles über den Planeten Erde und die ihn umgebende Atmosphäre wissen, wenn wir nur über die darauf wachsende Pflanze Bescheid wissen. Die Erde und die Atmosphäre enthalten viel größere Schätze als das, was in einer Pflanze sichtbar wird. Gibt die Pflanze vor, alles über die Erde und Atmosphäre zu wissen, so irrt sie und wird zwangsläufig Fehler begehen.

Wie kann also die Vernunft im Psychologen oder in irgendeinem anderen Menschen das Unbewusste richtig und vollständig verstehen, wenn die Vernunft zugleich ein "Werkzeug der Dunkelheit im Unbewussten" ist? Aber selbst wenn die Vernunft der Lichtseite des Unbewussten entspringt: Wie kann etwas, das nur eine Projektion, ein winziger Teil der Schöpfung ist, den Schöpfer verstehen? Wenn es keine Unabhängigkeit oder Autonomie der Vernunft gibt, dann müssen konsequenterweise der Gebrauch, den die Psychologen davon machen, wie auch ihre Berichte über die Natur des Unbewussten unrichtig sein.

Die vorgenannte Art, die eigene Natur erforschen zu wollen, ist gefährlich. Die Vernunft ist der Intelligenz zugeordnet. In ihren besten Augenblicken, wenn sie unbeeinflusst von den Kräften des Unbewussten ist, öffnet sie sich für das geistige Licht aus den höheren Sphären der Wahrheit. Vernunft kann das Unbewusste und Wachbewusstsein erst dann richtig erkennen, wenn sie nicht aus den Quellen des Unbewussten gesteuert wird, sondern offen für das Einströmen geistiger Erkenntnisse und göttlichen Lichts ist.

Eine Psychologie, die auf eine Vernunft gegründet ist, die unabhängig vom Unbewussten und keine Schöpfung des Unbewussten ist, würde zu einem machtvollen Gedankensystem werden. Solch eine Psychologie würde dem menschlichen Fortschritt und der Entwicklung dienen. Sie würde der Menschheit jene Kraft und jenen Frieden bringen, nach dem sie sich sehnt.

Gibt es gute und böse Geister im Menschen?

Antwort:

Wir müssen zunächst klarstellen, was unter "bösen Geistern" zu verstehen ist. Sind damit schlechte, böse, falsche Gedanken gemeint - Gedanken, die geradezu strafwürdig und zerstörerisch sind und großen Schaden sowohl beim Denkenden als auch in seiner Umgebung anrichten? Zielt diese Bezeichnung auf das Böse im Menschen schlechthin ab? Die destruktiven Neigungen im Menschen kann man nicht als Teufel, Satan oder böse Geister bezeichnen. Es sind die unsublimierten Kräfte und Energien des Unbewussten*). Es sind grobe, tierisch-bestialische Energien, die noch nicht umgewandelt sind. Sie existieren im Unbewussten und versuchen, sich zum Ausdruck zu bringen und aktiv zu werden.

Stellen wir uns einen kultivierten Menschen mit Selbstdisziplin vor, einen Künstler oder Wissenschaftler, einen Philosophen oder geistig Strebenden, der sich ein hohes, wunderbares Ideal gesetzt hat und es zu verwirklichen versucht. Sein Geist ist ausschließlich auf sein Vorhaben konzentriert. Sein ganzes Leben ist auf die Disziplinen ausgerichtet, mit deren Hilfe er sein Ziel erreichen will. Was macht nun ein solcher Mensch, wenn die dunklen Kräfte in seinem Innern aufsteigen wollen? Er erkennt, was in ihm vorgeht und nimmt Abstand von den Kräften, die ihn zu beherrschen suchen. Er wandelt sie in positive Energien um und leitet sie in schöpferische Kanäle. Auf diese Art macht er die Kräfte des Unbewussten seinen Zwecken dienlich.

Betrachten wir weitere Fälle. Wir haben Thomas vor uns, einen groben, unerzogenen Menschen mit ungebildeten Manieren, dessen Leben, Persönlichkeit und Handeln nie einen Hauch von Kultur gespürt haben. Und nun vergleichen wir Thomas mit einem Philosophen, der hochbegabt und gebildet ist, groß und edel in seinen Gedanken und Gefühlen, voller Herzensgüte, und der mit dem Schreiben eines epochemachenden Buchs über Philosophie beschäftigt ist.

Dem primitiven Menschen bietet sich nun ein Anlass zu Gefühlswallungen. Etwas in ihm kommt plötzlich in Form von Wollust oder Jähzorn zum Ausbruch. Er gerät in Wut, zerbricht Gegenstände und schlägt jemanden. - Die gleiche dunkle Kraft versucht nun, im Philosophen durchzubrechen. Sobald sie die Ebene des Bewusstseins erreicht, fängt er sie sogleich auf und gewinnt mit höchster Konzentration die Herrschaft über diese negative Energie, bevor sie ihn beherrschen kann. Innerhalb weniger Minuten schreibt oder diktiert er dann fünf, zehn oder noch mehr Seiten Text von hohem Niveau und von solcher Bedeutung, dass diese Gedanken kommende Generationen überdauern.

Daran sieht man, wie die rohen Kräfte transformiert werden können. Im Augenblick, in dem sie die Schwelle des Bewusstseins erreichen, schlägt der kultivierte Mensch nicht auf andere ein und zertrümmert keine Gegenstände, sondern er lenkt sie in konstruktive, schöpferische Kanäle und bringt daraus etwas Wunderbares hervor.

Angenommen du bist ein Student und stehst kurz vor dem Examen. Aus irgendeinem Anlass steigen dunkle, gefährliche Kräfte aus dem Unbewussten auf, doch du sagst dir: "Morgen habe ich Examen. Ich werde mich nicht den unkontrollierbaren Kräften überlassen. Sie würden womöglich den Erfolg meines Examens gefährden!" Und du setzt dich hin, atmest tief, nimmst dein Lehrbuch zur Hand und vertiefst dich mit großer Konzentration darin. Die Gefühlsaufwallung legt sich wieder und du bist Herr deiner selbst.

Das sind einige Wege, wie man den sogenannten Teufel oder Satan oder die bösen Geister im Menschen überwindet und negative in positive Kräfte umwandeln kann.

Wie weit sind Medien dem Einfluss der Geister unterworfen?

Antwort:

Menschen, die psychisch sehr sensitiv sind, fühlen sich stark zur Welt der Geister hingezogen und werden oft Medien. Die unverkörperten Wesen oder Geister halten ihrerseits Ausschau nach einem Organ, durch das sie wirken und ihre spezifische Eigenart zum Ausdruck bringen können. Es sind Wesen, deren Körper gestorben ist und für die noch kein neuer Körper zur Geburt bereit steht. Sie streifen ziellos umher und suchen jemanden, der psychisch sehr sensitiv ist und die für sie geeigneten Voraussetzungen bietet. In einen solchen Körper treten sie ein.

Ebenso versuchen die dunklen, unbewussten, untransformierten Energien und Kräfte, die im Menschen ruhenden Triebe und Tendenzen, sich durch das Medium des Unterbewusstseins auszudrücken, sobald sich ein Anlass dafür bietet. Angenommen Thomas hat ein großes Verlangen nach Schokolade. Dieses Verlangen ruht zunächst in seinem Unterbewussten. Er gerät vorerst nicht in Versuchung, denn es ist keine Schokolade da. Doch wenn er in die Küche geht und dort eine Schachtel Pralinen sieht, kann er nicht widerstehen. Das Verlangen aus dem Unbewussten steigt in ihm auf und sagt: "Nun schnell, bediene dich!" Und Thomas gibt nach und isst die Süßigkeiten. Und so geht es weiter und weiter.

Auf die gleiche Weise machen Geister Gebrauch von einer Möglichkeit, die sich ihnen durch das Medium bietet, um ihren Wünschen und ihrem Verlangen nachzugeben. Die psychisch Sensitiven sind in hohem Maß wahrnehmungsfähig und empfänglich für Geister. Sie können für die Geistwesen leicht zu Medien werden. Solange ein Geist ein Medium benützt, ist dessen Bewusstsein ausgeschaltet.

Wie kann der Mensch sich dagegen schützen, dass niedere Geister ihn nachts im Traum quälen und Alpträume verursachen?

Antwort:

Der beste Schutz dagegen ist, wenn sich der Betroffene während des Tages, während das Wachbewusstsein vorherrscht, mit positiven, erhebenden und inspirierenden Gedanken und Empfindungen erfüllt; wenn er sich ohne müßig zu sein mit nützlichen Dingen beschäftigt und Gutes tut; wenn er inspirierende geistige Schriften liest, sich auf das Göttliche konzentriert und andere geistige Übungen macht; wenn er sich ein hohes Ziel setzt und einem Ideal nachstrebt - kurz, wenn er sich ständig bemüht, sein Bewusstsein auf eine höhere Stufe zu erheben.

Was geschieht, wenn die Zeit naht, in der niedere Geister diesen Menschen wieder quälen wollen, wenn die Umstände dafür geeignet sind und er ihr Opfer werden müsste? Diese Geister kommen zwar, nehmen jedoch Abstand von dem Betreffenden und berühren ihn nicht. Sie finden, dass das Feld nicht vorbereitet und für ihre Tätigkeit ungeeignet ist. Und sie gehen wieder und verschonen den Schlafenden.

Der beste Weg, sich nachts vor quälenden Geistern zu schützen, ist deshalb, sich tagsüber so stark und so intensiv mit erhebenden und göttlichen Dingen zu befassen, dass sie über das Wachbewusstsein hinaus noch in die Träume reichen.

Wenn jemand das Opfer solcher niederen Geister geworden ist, müssen wir ihm gut zureden und ihm sagen, dass es nur ein Traum, ein vorübergehendes Erlebnis war, dass er sich nicht darum sorgen solle, denn es ist ja nichts geschehen. Mit Hilfe der dargelegten Übungen werden diese Störungen in Zukunft aufhören.

Wie denken Sie über automatisches Schreiben? Kann es gefährlich sein? Haben Sie Literatur darüber?

Antwort:

Literatur über dieses Thema haben wir nicht. Aber es gibt sie bei spiritistischen und parapsychologischen Gesellschaften und im freien Verkauf. Automatisches Schreiben ist eine der häufig praktizierten Übungen dieser Gesellschaften. Es gibt viele spiritistische Logen, die sich eines Mediums bedienen. Ein Medium ist ein psychisch sensitiver Mensch, der sich so vollständig passiv verhält, dass sein eigener Wille und sein Bewusstsein vorübergehend ausgeschaltet sind und ein anderer Geist in ihn eintreten, durch ihn sprechen und schreiben kann.

Auf die Frage, ob automatisches Schreiben gefährlich sei, ist zu sagen: Das hängt von der Art des Geistwesens und von der geistigen Entwicklungsstufe des Mediums ab. Gehört das unverkörperte Wesen einer höheren Kategorie an und hat das Medium eine hohe geistige Reife, dann ist es nicht gefährlich.

Automatisches Schreiben kann aus zwei Quellen stammen: Es kann sowohl aus dem eigenen Unterbewussten als auch von einem fremden unverkörperten Geistwesen kommen, das sich der Hand eines Lebenden bedient. Nehmen wir einmal den letzteren Fall an. Er ist weitaus häufiger als der erstere. Eine Frau wird gegen ihren Willen von einem Geistwesen als Medium benutzt, das sich durch ihre schreibende Hand kundtut. Sie ist darüber verwirrt und weiß nicht, was sie davon halten soll, ob dies eine Auszeichnung oder eine Abnormität ist. Der Geist, der sich mit einem Namen zu erkennen gibt, beherrscht sie während des Schreibens vollständig. Ihr eigener Wille ist ausgeschaltet. Da sie nicht voraussehen kann, welches Ausmaß diese Beherrschung durch ein unsichtbares Wesen noch annehmen wird und sie nicht die Kontrolle über sich selbst verlieren will, fragt sie um Rat.

Was kann sie tun, damit sich dieser unerwünschte Gast wieder von ihr entfernt? Wie kann sie sich seiner am besten erwehren? Jede Form von Antagonismus, von Widerstand wäre fehl am Platz und würde nur das Gegenteil bewirken. Sie sollte statt dessen dieses Geistwesen immer wieder segnen und ihm gegenüber liebevolle Gedanken hegen: "Sag, was möchtest du von mir? Ich sehe, du benutzt meine Hand zum Schreiben. Ich gebe dir meine selbstlosen Dienste. Du darfst durch mich schreiben!" Gleichzeitig sollte sich diese Frau immer mehr dem Göttlichen zuwenden und sich der Gegenwart des Göttlichen bewusst sein, die sie schützt und vollkommen erfüllt. Sie sollte immer wieder der ganzen Schöpfung Glück und Frieden wünschen und Liebe gegenüber allen zum Ausdruck bringen. Solche geistigen Übungen setzen die guten, starken, konstruktiven Kräfte im Menschen frei.

Was geschieht, wenn sie diese Einstellung hat? Sie bringt sie mit allem in Einklang. Der Geist, der sie beherrscht, zieht sich mehr und mehr zurück und benutzt ihre Hand nicht mehr zum Schreiben. Damit hat sie die volle Kontrolle über sich selbst gewonnen und kann sich rückhaltlos dem Göttlichen öffnen und sich von Ihm allein führen lassen.

Es ist nicht ratsam, dass ein solches Medium meditiert, solange es innerlich noch nicht gefestigt ist und volle Kontrolle über sich hat. Denn sein passiver Gemütszustand könnte vom Geistwesen erneut benutzt werden, um in es einzutreten.

Wenn jemand merkt, dass er - wenn auch nur vorübergehend - von einer unsichtbaren Macht beherrscht wird, sollte er seine ganze Aufmerksamkeit auf das Göttliche lenken und um Schutz und Kraft bitten in der tiefen Überzeugung, dass er Hilfe erhält. Ist er in Gedanken ständig mit der allwissenden göttlichen Gegenwart verbunden, dann haben die Geister keine Macht über ihn. Sie können ihn in keiner Weise stören. Auch gegen jede Art hypnotischer Einflüsse, gegen Fremdsuggestion und Gedankenprojektionen anderer ist er geschützt. Das ist der große Wert eines starken Willens und des Glaubens an das Göttliche.

Versuche, dich ganz vom Göttlichen in Besitz nehmen zu lassen. Wenn du nicht vom Göttlichen besessen bist, kann ein Geistwesen leicht Zugang zu dir finden.

Was sind Engel? Welche Beziehungen bestehen zwischen uns und ihnen? Kann man mit ihnen in Verbindung treten?

Antwort:

Wenn du große Herzensreinheit besitzt, wenn deine Liebe zu Gott unaufhörlich wächst und deine Seele von starkem Licht und großer Strahlkraft erfüllt ist, wenn du frei von schlechten Eigenschaften wie Zorn, Neid, Eifersucht, Hass, Hochmut, Gier und anderen Untugenden bist, wenn etwas in deinem Herzen ständig an das Göttliche denkt, die Gegenwart des Göttlichen spürt und sich innigst nach dem Göttlichen sehnt, dann werden die Engel, diese Kräfte Gottes, zu dir hingezogen. Sie kommen und stehen dir in Zeiten der Not bei. Sie helfen dir bei deinem geistigen Wachstum und beschützen dich auf viele Arten. Sie bemühen sich, dir ihre unsichtbaren Segnungen zukommen zu lassen.

Wenn es deiner inneren Entwicklung förderlich ist, kann es sogar sein, dass sie dir erscheinen und zu dir sprechen. Vielleicht sind ihre Worte bestimmt, dich im göttlichen Sinn zu führen. Wenn es für deine geistige Entwicklung jedoch nicht notwendig ist, wirst du, auch ohne sie wahrzunehmen, Fortschritte machen.

 

Wie kann man seinen Glauben vertiefen?

Antwort:

Es gibt viele Wege: Erstens kann der Glaube durch zunehmende Herzensreinheit gestärkt und vertieft werden. Zweitens durch das Wachsen an göttlichem Wissen und an Erkenntnis. Drittens durch das Wirken der göttlichen Gnade. Viertens dadurch, dass man die Worte und Lehren der großen Weisen und Erleuchteten, die zu höchster Gotterfahrung gelangt sind, voll akzeptiert, ohne sie in Frage zu stellen. Man sollte keines ihrer Worte anzweifeln oder zurückweisen, solange man sie nicht durch eigenes Erkennen und eigene Erfahrung geprüft hat. Auch das Studium des Lebens der großen Heiligen ist ein gutes Mittel zur Vertiefung des Glaubens.

Einer der wirkungsvollsten Wege zu diesem Ziel ist, ständig an das Göttliche zu denken. Selbst wenn wir in eine Arbeit vertieft sind, muss im Hintergrundbewusstsein ununterbrochen die Verbindung mit dem Göttlichen erhalten bleiben.

Deine Seele ist wie das Fenster eines Raumes. Bedecke es mit dem Tuch der Leiderfahrung und der Einfall allen göttlichen Lichts ist blockiert. Verhülle das Fenster mit dem Tuch des Erlebens irdischer Freuden und Genüsse. Auch dies schließt das einfallende göttliche Licht aus. Wenn du Schmerzen im Bein empfindest, kann das dein ganzes Bewusstsein beherrschen. Wo ist da noch Platz für Gott? Wenn du völlig in die Betrachtung eines Gegenstands vertieft bist, dem dein ganzes Interesse gilt, wo ist da noch Raum für Gott? Wenn du dich ganz einem Vergnügen hingibst, mit all deinen Gedanken und Empfindungen nur bei diesem bist, wie kannst du zugleich bei Gott sein? Wenn dein Bewusstsein völlig deiner Umwelt zugewandt ist und du dich intensiv mit den Menschen und Verhältnissen deiner Umgebung beschäftigst, wo ist da noch Zeit und Interesse für Gott?

Den ganzen Tag über ist dein menschlicher Geist unablässig mit kleinen, nichtigen, alltäglichen Dingen angefüllt. Wie kannst du da noch sagen, du beschäftigst dich intensiv mit Gott?

Wenn du dir aber trotz aller Eindrücke - sei es Freud oder Leid, Dinge oder Umgebung - innerlich einen Zustand geistigen Bewusstseins bewahren kannst, wenn du alles bemerken und beobachten kannst, aber innerlich davon unberührt bleibst, wenn deine Verbindung mit dem Göttlichen trotz allem uneingeschränkt weiterbesteht, dann wird auch das deinen Glauben machtvoll stärken und vertiefen.

Warum nehmen Sie es so genau mit Vorschriften über Reinheit, Essen und andere Dinge, wenn doch Gott überall zugegen ist und nichts außerhalb von Gott existiert?

Antwort:

Mit solchen Überlegungen und Folgerungen sollte man äußerst vorsichtig sein. Eine der großen Gefahren für den Gottsuchenden liegt darin, ein geistiges Prinzip verkehrt auszulegen und anzuwenden. Die Allgegenwart Gottes bedeutet, dass Er überall potentiell, also anlagemäßig, aber nicht offenkundig zugegen ist. Offenkundig ist Er nur an den allerreinsten Stätten.

Dein Bewusstsein ist überall in deinem Körper, in den Nägeln, in den Knochen, in den Nerven, in allen Zellen. Können aber die Nägel die Funktion des Denkens übernehmen? Oder die Knochen? Oder sind die Finger imstande zu denken und zu urteilen? Nein, nur das Gehirn hat diese Fähigkeit oder zumindest ist es das Organ, in dem sich das Denken abspielt. Obwohl Bewusstsein überall in dir gegenwärtig ist, ist es im Gehirn in geradezu phantastischer Weise am stärksten manifestiert, am weitesten entwickelt, am wirksamsten, am hellsten und strahlendsten. - Obgleich Gott überall zugegen ist und man überall mit Ihm Kontakt aufnehmen kann, wird Er doch nur da sichtbar, wahrnehmbar und wirksam, wo Reinheit ist.

Eine andere Pervertierung geistiger Prinzipien besteht darin, wenn jemand sagt: "Ich bin in jedem. Jeder ist in mir." Und er geht hin und umarmt jeden Menschen mit dem Gedanken: "Der andere ist ich und ich bin er. Warum soll ich ihn dann nicht umarmen? Welch ein Schaden kann daraus entstehen?"

Andere behaupten: "Das gleiche höchste Selbst, das in mir ist und das in allem ist, ist auch in der Nahrung. Also sind ich und das Essen ein und dasselbe. Darum genieße ich mein Essen im Übermaß; es kann nichts Verkehrtes daran sein." Und er nimmt das als Rechtfertigung seiner Völlerei.

Wenn geistige Prinzipien derart falsch verstanden werden, kann das für den Betreffenden katastrophale Folgen haben. Er wird in Finsternis fallen und für die Entstellung und Pervertierung geistiger Prinzipien schwer bestraft werden.

Was ist das Dritte Auge?

Antwort:

Das Dritte Auge ist das Auge der Erkenntnis, der erweiterten Wahrnehmungsfähigkeit. Üblicherweise besitzt der Mensch nur die Wahrnehmungsfähigkeit der leiblichen Augen, mit denen er nur körperlich-materielle Dinge sehen kann. Er kann weder Bakterien noch Röntgenstrahlen noch die Knochen in einem anderen Menschen sehen. Dazu ist sein Auge nicht befähigt.

Ebenso steht es mit dem sichtbaren Erkennen Hunderter anderer Dinge, zum Beispiel psychologischer und feinstofflicher Art. Wir sehen nicht, was Liebe ist, was Luft oder Elektrizität ist. So gibt es zahllose Vorgänge und Erscheinungen, die wir nicht sehen, weil unsere Augen dafür nicht geschaffen sind.

Am allerwenigsten sieht der Mensch - aufgrund seiner beschränkten Wahrnehmungsfähigkeit - geistige Wirklichkeiten, die wie Liebe, Luft und Elektrizität überall vorhanden sind. Jene Kraft, die dich zum Sehen und Erkennen der subtilen Dinge befähigt, nennt man das Dritte Auge. Und darin gibt es verschiedene weitere Organe.

So wie unsere fünf Sinne fünf bestimmte Wellenlängen unterschiedlicher Frequenz wahrnehmen, so gibt es andere Wirkungsmöglichkeiten und Fähigkeiten psychischer Art, die imstande sind, verschiedene Frequenzen höherer Ebenen zu empfangen. Mit dem Dritten Auge ist jene Frequenz gemeint, die die höchste Wirklichkeit - Gott - schaut. Dieses alles umfassende Vermögen, durch das wir imstande sind, Gott zu sehen, zu erkennen und zu erfahren, ist die zentrale Kraft im Menschen. In dieser Kraft, die eine unvorstellbar hohe Frequenz hat, sind alle anderen Wellenlängen eingeschlossen. Das ist das Dritte Auge.

In okkulten Kreisen gilt das Dritte Auge bereits als Fähigkeit, Gedanken anderer zu lesen, Geister und unverkörperte Wesenheiten zu sehen und die Zukunft vorauszusagen. Doch das ist es nicht, was wir meinen. Wir meinen die Fähigkeit, die höchste geistige Wahrheit überall zu erblicken. Es ist jene Kraft der Wahrnehmung, die uns befähigt, das Göttliche in allem zu sehen und zu erfahren. In dieser Kraft sind auch alle Sinneswahrnehmungen enthalten. Durch sie kann man sehen, riechen, fühlen und wissen. Durch sie vermagst du alle Dinge zu tun. Es ist eine allumfassende Kraft. Sie kann erschaffen. Sie kann bewegen. Alle Wirkungsmöglichkeiten sind in ihr. Sie enthält die fünf Sinne in Vollkommenheit.

Diese Kraft, diese Fähigkeit, dieses Phänomen, welches wir das Dritte Auge nennen, ist nicht nur eine okkulte, psychische Wahrnehmungsfähigkeit. Sie ist von höherem Rang, ist umfassender und betrifft die Erkenntnis des Höchsten, des Göttlichen.

Ist die Aussage von Descartes: "Cogito ergo sum" (Ich denke, also bin ich) richtig?

Antwort:

Descartes schließt von der Wirkung auf eine Ursache. Es ist ein durchaus gangbarer Weg, von der Wirkung auszugehen und sie auf eine Ursache zurückzuführen. Aber daraus eine Formel zu machen, die lautet: "Weil eine Wirkung vorhanden ist, muss eine Ursache bestehen", heißt, der Wirkung eine ungebührliche Bedeutung beizumessen. Eine solche Denkweise kann ein ganzes System einer falsch begründeten Philosophie in Bewegung setzen.

Einen solchen Grundsatz aufzustellen bedeutet, den Wagen vor das Pferd zu spannen. Obgleich Descartes durch seine große Genialität zu dieser Schlussfolgerung kam, hat er dennoch die Wahrheit in allen ihren Zusammenhängen nicht verstanden.

Ich dagegen spanne das Pferd vor den Wagen. Es sollte also heißen: Ich bin, darum denke ich. Im Zustand des Tiefschlafs denke ich nicht. Dennoch existiere ich. Unter Narkose ist niemand fähig zu denken. Trotzdem ist er: er existiert auch ohne Denktätigkeit. Auch in tiefer Meditation denke ich nicht, aber dennoch bin ich. - Genauso könnte man sagen: Ich fühle, darum bin ich. Ich esse, darum bin ich. Ich laufe, darum bin ich. Es gibt im täglichen Leben viele Zustände und Situationen, in denen wir nicht denken, aber trotzdem existieren. Darum bedarf die Feststellung Descartes' der Korrektur. Es sollte heißen: Wir sind, darum denken wir!

Ich bin, ich existiere. Alles andere kommt danach. Weil ich bin, sehe ich die Welt, erschuf ich die Welt, erfreue ich mich, denke ich.

Weil ich existiere, darum kann ich denken oder unterlassen zu denken. Ich kann jeden Gedanken in mir hervorrufen oder Abstand vom Denken nehmen. Ich kann die Welt der Gedanken zerstören. Ich kann mich über die Ebene der Gedanken erheben und sie transzendieren, indem ich einen Bewusstseinszustand herbeiführe, der jenseits des Denkens liegt.

Darum ist "ich bin" das Ursprüngliche und "ich denke" das aus dem Ursprünglichen Hervorgegangene. Ich bin ist das Primäre - und damit ist die Formel von Descartes gesamthaft hinfällig.

Kann man auch über Verstand und Nachdenken zur Gotterfahrung kommen? Und was ist mit dem "Erfahrenden" gemeint?

Antwort:

Eine der wunderbarsten Methoden, um die göttliche Wirklichkeit in uns zu erkennen, ist die Frage nach dem innersten Sein in uns, die Frage: "Wer bin ich?" Einer der kürzesten und für viele besten Wege zur Erfahrung der höchsten Wirklichkeit in uns ist der Weg des analytischen Forschens und Fragens.

Schalte alle äußeren Eindrücke ab. Versenke dich in dein Innerstes und frage dich: Wer ist der Wissende, der Sehende, der wahre Erfahrende in mir? Wer ist der Beobachtende, der Wahrnehmende, der Zeuge all dessen, was in mir vorgeht? Du wirst erkennen: Dein Körper ist nicht der Erfahrende. Denn dein Körper ist das Objekt der Erfahrung. Wer sagt dir, dass dein Körper nicht der Erfahrende ist? Deine Intelligenz. Etwas in dir macht dir bewusst, dass du einen Körper hast, der dir berichtet: Jetzt fühlt der Körper Angenehmes, jetzt Schmerzen. Dieses Etwas ist etwas anderes als dein Körper. Es berichtet dir über ihn.

Damit hast du die erste Erkenntnisstufe erreicht. Du weißt: Etwas anderes in mir muss der Wahrnehmende sein. Das innerste Sein, die innerste Wirklichkeit ist der wahre Erfahrende. Der Körper ist nur Objekt der Erfahrung.

Der Mentalkörper - das Denkorgan einschließlich der Intelligenz - ist ebenfalls nicht der Erfahrende. Auch er ist nur das erfahrene Objekt. So wie ein Apfel nur Gegenstand der Erfahrungen, nur das wahrgenommene Objekt ist, von dem man sich beliebig distanzieren kann, so ist auch der Mentalkörper nur das Erfahrene, nicht aber der Erfahrende. Der Mentalkörper ist ein Bündel von Gedanken. Er ist das Denkprinzip im Menschen und somit das Objekt der Erfahrung. Der eigentlich Erfahrende in dir ist die höchste Wirklichkeit. Sie ist der Zeuge und Ursprung von allem.

Das, was lebt und bewusst ist, ist in Wahrheit der Erfahrende, nicht hingegen die erfahrenen Objekte wie Körper, Seele, Gemüt und Intellekt des Menschen. Der physische Körper lebt nicht aus sich selbst. Er lebt indirekt durch etwas, das nicht identisch mit ihm ist. Auch dein Auto hat scheinbar Leben: Man kann es starten, bewegen und benutzen. Aber das Auto kann nicht ohne dich leben. Du erst gibst ihm Leben. Das Auto kann sich nicht bewegen. Du bist es, der es in Bewegung setzt. So wie der Fahrer ein Auto mit Benzin füllt und Zündkerzen einsetzt, um es zu bewegen, so wie er mit dem Auto umzugehen versteht, so verhält es sich auch mit dem Erfahrenden, mit dem göttlichen Selbst in uns, in Bezug auf den Körper. Das Göttliche ist der wirkliche Lebensspender, der dem Körper Energien und alles Lebensnotwendige gibt.

Der Körper ist ebenso wie der mentale Bereich mit seinen Gedanken und der seelische Bereich mit seinen Gefühlen ein Gegenstand der Erfahrung. Von all diesen kann man Abstand nehmen und sie beobachten. Dein wahres Sein, dein göttliches Selbst, ist aber größer als all dies. Das bist du.

Wenn ich Gotterkenntnis erlange und Gott als Wirklichkeit erfahre, ist Er theoretisch zunächst das Objekt meiner Erfahrung: denn ich bin der Erfahrende. Doch ist Gott - das unendliche, absolute, göttliche Prinzip - zugleich auch der Erfahrende in mir. Darum kann ich Gott nicht als Objekt erfahren wie einen Gedanken, einen Apfel oder den Körper, wo ein äußeres Gegenüber, eine Subjekt-Objekt-Beziehung vorliegt. Ich kann Gott nur erfahren, indem ich selbst zu Gott werde - indem ich Gott bin. Das ist die Erfahrung der Einheit. Alles andere ist eine Erfahrung der Dualität.

In den Anfangsstadien des geistigen Lebens müssen wir Gott zum Gegenstand unserer Erfahrung machen, indem wir Liebe, Vertrauen und Hingabe zu Gott entwickeln. Auf den ersten Stufen brauchen wir noch ein Objekt, ein Gegenüber. Dadurch wird eine bessere Grundlage zur Erfahrung der wahren, höchsten Gottheit geschaffen - des Göttlichen, das überall und in allem ist. Diese anfängliche Subjekt-Objekt-Beziehung dient zur Reinigung und Läuterung der Seele. Sie bereitet den Pfad vor, um die höchste Gottheit wahrzunehmen und Sie selbst zu werden. Jede Art von Gotterfahrung, die wir im Anfangsstadium haben, ist nur eine anfängliche Erscheinungsform, ein Mittel und ein Weg, der zum höchsten Ziel führt. Auf diesem Weg verleiht ein bestimmtes Mantra dem Meditierenden unmittelbar Kenntnis von der höchsten, erhabensten göttlichen Wirklichkeit.

Ich erfahre Gott, indem ich selbst zu Gott werde. Ich bin bereits Gott insofern, als Gott in Wirklichkeit mein geistiges, göttliches Selbst, der Erfahrende in mir ist.

Alle anderen Dinge, mein Körper, meine Gedanken, meine Welt, gehören nicht zu meinem Selbst. Sie sind Gegenstand der Erfahrung. Daher sind sie mir untergeordnet. Auf dieser Grundlage können wir die gesamte Philosophie des Lebens und der höchsten Wirklichkeit aufbauen.

Wenn du einmal zur Erkenntnis der höchsten Wirklichkeit in dir gelangt bist, dann weißt du, dass du der über allem stehende Erfahrende, der unbeobachtete Beobachter, der zeugenlose Zeuge bist. Kann dein Körper dich, den Erfahrenden, beobachten? Nein, der Erfahrende beobachtet den Körper. Können deine Gedanken den Erfahrenden beobachten? Nein. Der Erfahrende ist der Zeuge deines Denkorgans und seiner Tätigkeiten. Kann deine Seele den Erfahrenden erkennen? Nein, denn die Seele ist selber das Objekt des beobachtenden Selbst, das wahrnimmt, ob die Seele gut oder nicht gut, großmütig oder engherzig ist. Der Erfahrende ist der, der in allen Dingen wohnt und zugleich alle Dinge transzendiert. Er ist größer als alles in dir und größer als alles außerhalb von dir.

Wer ist der Erfahrende? Welcher Art ist sein Wesen? Der Erfahrende, der Wissende, der Wahrnehmende, der Zeuge, der erhabene Seher in uns ist das Göttliche selbst. Sein Wesen ist unendliche Stille und Schönheit, unendliche Macht und Vollkommenheit. Es ist unendlicher Friede und grenzenloses Wissen.

Der Erfahrende bleibt immer im Hintergrund. Er ist Zeuge und Beobachter. Alles andere wird für ihn zum Objekt. Dieses Göttliche lebt als tiefinnerste Erfahrung in mir, als Leben meines Lebens, als Erfahrender in allen Erfahrungen, als wahrnehmendes Prinzip im Zeugen in mir. Nur solch eine Gottheit ist nach meiner Erfahrung der einzige wahre Gott.

Führt der Weg zur höchsten Erleuchtung über einzelne Stufen zunehmender Erkenntnisfähigkeit?

Antwort:

Ja, solche Stufen, solche Erlebnisse auf dem geistigen Weg bringen sich von Zeit zu Zeit in Form von großartigen lichtvollen und erleuchtenden Ideen und Gedanken zum Ausdruck. Es kann geschehen, dass du plötzlich vom Gefühl ergriffen wirst, dass du im Herzen aller Wesen wohnst und dass alle Wesen in deinem Herzen sind. Oder du fühlst auf einmal, dass eine göttliche Gegenwart neben dir steht und dich umarmt. Oder du hast plötzlich das Empfinden, dass die Welt wie Nebel oder Dunst ist, aus dem sich die ihr zugrundeliegende göttliche Wirklichkeit offenbart.

Es ist das Beste und Wunderbarste, wenn sich die geistigen Zentren im Menschen allmählich öffnen. Dann gibt es keine abnormalen oder exzentrischen Zustände und der Mensch bleibt ausgeglichen. Das allmähliche Öffnen bewirkt eine in Stufen fortschreitende systematische Entfaltung höherer Erkenntnisse und Wahrnehmungsfähigkeiten.

Die Vorstellung von einem endgültigen Stadium der Erleuchtung ist relativ. Wir können uns bereits als sehr reich an Erleuchtung schätzen, wenn wir in der Lage sind, das Göttliche überall, in allem und allen zu sehen.

Aber auch diese Stufe ist nicht endgültig. Wir können darüber hinausstreben, um das letzte Stadium zu erreichen. Im höchsten Erleuchtungszustand ist man immerwährend, Tag und Nacht, in der transzendentalen Wirklichkeit verankert. Doch ist die Entfernung von der erstgenannten zur letztgenannten Erleuchtungsstufe nicht allzu groß. Wenn wir einmal fest und dauerhaft in der ersteren gegründet sind, werden wir mit Bestimmtheit auch die letzte, höchste Erleuchtung erlangen.

Jeder Mensch trägt, ob bewusst oder unbewusst, eine Sehnsucht nach dem Göttlichen in sich. Wie kann es dann so weit kommen, dass die dunklen Kräfte in ihm Dämonen oder das Böse erschaffen?

Antwort:

Die negativen Mächte existieren, weil des Menschen Wille und seine unsublimierte menschliche Natur - die durch ihr Wünschen und Wollen, durch ihr Denken und Fühlen die bösen Kräfte erschafft - sich an den Ausdrucksformen des Negativen erfreuen. Der Mensch ist wie gefangen in diesen negativen Tendenzen; denn in seiner großen Unwissenheit beginnt er, eine besondere, unheimliche Lust an diesen zerstörerischen Tätigkeiten zu empfinden. Solange etwas von seinem persönlichen Vergnügen und seinem Willen an diese dunkle Macht gebunden und mit der Ausübung destruktiven Denkens und Tuns verknüpft ist, wird er mehr und mehr die belastenden Kräfte und Wirkungen des Negativen auf sich ziehen.

Doch diejenigen unter den Menschen, die sich der Weisheit zuwenden und sich von ihr leiten lassen, die ständig bemüht sind, die dunklen Triebe zu beherrschen, jene, die zu verstehen beginnen, dass wahre Freude und tiefstes Glück nur im Bewusstsein des Göttlichen zu finden sind und nicht im Missbrauch und der Perversion göttlicher Kräfte - für solche Menschen sind Übel und negative Mächte etwas Unwirkliches. Diese haben jede Gewalt über sie verloren und existieren nicht mehr für sie.

Keine der negativen Kräfte, keiner der Dämonen oder bösen Geister, kein Übel oder Leid, keine Ängste oder Depressionen können denjenigen angreifen oder ihm schaden, der sich ganz dem Streben nach innerer Vollendung hingegeben hat.

Woher kommt die Macht der Finsternis?

Antwort:

Das ist unerklärbar. Du solltest nicht danach fragen. Strebe nach Gotterfahrung. Dann wird dir alles Wissen über alle Dinge zuteil. Es wäre nicht gut für dich, die letzte Antwort jetzt schon zu erhalten. Warum? Weil es eine Frage ist, auf die es keine Antwort gibt. Außerdem wird sie meist aus bloßer Neugier und nicht aus tiefem Verlangen nach Erkenntnis gestellt. Wenn du die Antwort erhieltest, würde dir das nicht weiterhelfen.

Nehmen wir an, hier sei Walter. Sein Mantel hat Feuer gefangen. Er ist in höchste Gefahr geraten. Er wäre ein Narr, wenn er untätig bleiben und sich fragen würde: Wer hat meinen Mantel angezündet? Wie ist das gekommen? Was wird nun weiter geschehen? Wenn er sich mit solchen nutzlosen Gedanken beschäftigt, erfasst ihn das Feuer und verbrennt ihn. Die Weisheit würde ihm raten, sofort zur Wasserleitung zu laufen, sich darunter zu stellen und das Feuer zu löschen.

Der Hintergrund des Bösen ist ein Prinzip: das Prinzip der Begrenztheit, der Unvollkommenheit, der Verdrehung und Täuschung. In Ägypten ist es Osiris, der in Stücke gerissen wird, in Indien ist es Maya, im Christentum spricht man von Satan. Man nennt es die Kraft der Dunkelheit, weil sie uns von der Gotterfahrung trennt.

Wie kann man sich und andere vor den Einflüssen negativer Mächte schützen? Ich habe eine Schulklasse, die von jemandem negativ beeinflusst wird.

Antwort:

Stellen wir uns vor: Hier bist du, da sind deine Schüler und dort ist Herr X. X versucht, durch böse Gedanken und schwarze Magie deine Schüler negativ zu beeinflussen. Umfasse nun in Gedanken deine Schüler und ziehe im Geist einen großen, machtvollen Kreis des göttlichen Schutzes um sie. Schließe deine Augen und sage: "Diese Schüler hier sind die Kinder des Göttlichen. Ich bin die Dienerin und ebenfalls eine Tochter des Göttlichen. Ich lege über all diese Kinder eine lichte Wolke von Gottes Liebe, Gottes Gnade und Gottes Schutz." Vergegenwärtige dir diese Gedanken bildhaft und wisse, dass es so geschehen wird.

Was spielt sich nun weiter ab? Wenn sich der böse Einfluss als negativ geladene Schwingung den Kindern nähert, wird er von deinem geistigen Kreis gestoppt. Er kann nicht darüber hinweg. Die bösen Absichten erreichen deine Kinder nicht. Es ist Herrn X nicht nur verwehrt, die Kinder weiterhin zu beherrschen. Auch sein bisheriger Einfluss verflüchtigt sich. Seine bösen Gedanken, Absichten und Einflüsse, die den geistigen Wall nicht durchdringen können, kehren wie ein Bumerang zu ihrem Absender zurück. Sie treffen ihn mit voller Wucht. So groß und stark ist die Macht des Göttlichen!

Außerdem kannst du deine Schüler immer wieder der Gnade des Göttlichen empfehlen. Umhülle sie mit einer Wolke göttlichen Schutzes. Auch im Auto oder wenn immer du Zeit hast und an sie denkst, lass dein Herz sagen: "Jedes Kind in meiner Klasse ist ein Kind Gottes. Darum ist es meinem Herzen lieb. Ich bin für die mir anvertrauten Kinder Vater und Mutter. Durch Gottes Fügung bin ich ihr Lehrer, Freund und Führer. Ich bin eine Tochter Gottes. Ich will Seinen Willen an diesen Kindern erfüllen. Darum bitte ich Dich, o Herr, umhülle sie alle mit Deinem allmächtigen Schutz. Gib ihnen Kraft. Erfülle sie mit Intelligenz. Schenke ihnen Glück. Du bist all-wunderbar, Du vermagst alles."

Stelle die Kinder mit solchen Gedanken und Worten ins göttliche Licht, in die göttliche Gnade, in den göttlichen Schutz, in die Allmacht Gottes. Gott ist eine gewaltige Macht. Er ist der Macht des Bösen weit überlegen. Darum muss sie weichen.

Gibt es ein Fegefeuer? Oder ist es eine Erfindung der Theologie?

Antwort:

Das, was man als "Fegefeuer" bezeichnet, ist keine mythologische Vorstellung, keine Einbildung oder Täuschung. Es existiert wirklich.

Jeder Seele, die einen Körper annimmt, wird die große Chance zur Höherentwicklung und zur Entscheidung für den Weg des Lichts geboten. Verwirft sie diese Chance, macht sie keinen oder einen falschen Gebrauch von dem Vorzug, sich durch das Erdenleben höher zu entwickeln, so hat das unvermeidliche Folgen.

Jemand hat sich als Präsident der USA vieles zuschulden kommen lassen. Er stirbt und wird in seinem nächsten Leben zur Strafe in eine primitive afrikanische Familie hineingeboren. Wieder stirbt er und wieder kommt er in Amerika zur Welt. Er strebt nach der Präsidentenschaft, erlangt sie und begeht noch schwerere Verbrechen. Er veranlasst, dass Amerika in den Krieg in Pakistan eingreift. Drei Millionen Pakistaner werden getötet - ein unvorstellbares Grauen! Nach seinem Tod muss er sich in einer sehr primitiven Lebensform inkarnieren, in der er auf grausame Weise gepeinigt wird. Dieser Zustand ist in der Tat ein Fegefeuer.

Nach dem Tod werden Seelen mit bösen Gedanken und Neigungen entsprechend ihren Handlungen in ihrem früheren menschlichen Dasein zu Regionen des Leidens gezogen. Jene Seelen mit edler Gesinnung und Liebe zum Geistig-Göttlichen, die gute Taten vollbracht hatten, werden automatisch von himmlischen Regionen angezogen. Sie streben diesen Sphären zu, ob sie wollen oder nicht. Jede Seele findet die Ebene, die ihrer Qualifikation entspricht. Sie selbst hat die Voraussetzungen geschaffen.

Einige Seelen gehen in transzendente Welten ein und nehmen Lichtkörper an. Nicht alle kommen dahin, sondern nur solche, deren Entwicklungsstufe das Eingehen in die höheren Welten rechtfertigt. Andere Seelen müssen - ob sie es wünschen oder nicht - in jenen Bereich gehen, den die Theologie als Hölle oder Fegefeuer bezeichnet. Dort müssen sie als Folge ihrer Taten sehr viel leiden, bis sie bereuen, was sie getan haben, denn die Erinnerung daran ist sehr lebendig. In diesen Regionen zahlt die Seele ihre karmischen Schulden ab. Die göttliche Regierung geht genauso vor wie die irdische. Sie verfügt über Richter und Gerichte. Irdische Regierungen sind Abbildungen der göttlichen Regierung. Aber sie wissen es nicht.

Diese Seelen werden, wenn die Spanne des ihnen zugemessenen Leidens beendet ist, erneut auf die Erde geschickt. Sie nehmen einen Körper an, bis sie schließlich aus ihren Erfahrungen im körperlichen Dasein gelernt haben. Schritt für Schritt entwickeln sie Tugend, Güte und alle positiven Eigenschaften. Dieser Prozess wiederholt sich in endlos langer Folge, bis der Mensch Gottverwirklichung erlangt.

Wie vollzieht sich die geistige Höherentwicklung?

Antwort:

Wir müssen uns über das kleine Ich erheben, unser Bewusstsein ausweiten und uns mit allem im Kosmos identifizieren: nicht mit den Formen und Erscheinungen, sondern mit der göttlichen Essenz in allem Seienden. Tun wir das nicht, dann können wir uns nicht von den alten Gewohnheiten des Denkens, Empfindens und Erlebens befreien, die jedem seit vielen Leben anhaften. Solange wir die Schranke der alten Denkgewohnheiten nicht übersteigen, bleibt unser menschlicher Zustand bestehen.

Eine große Hilfe auf diesem Weg ist ein Mantra. Es lässt den Menschen zu einem kosmischen und überkosmischen Wesen werden. Es macht ihn zu einem tiefsinnigen Mystiker und schenkt ihm die Erkenntnis seines transzendenten, ewigen Seins.

Die eingefahrenen Gleise, die gewohnte Art zu denken, zu fühlen, zu handeln, zu erleben und zu reagieren, müssen erst zerbrochen werden. Der Mensch muss erkennen: "Ich bin die Essenz der Seele in der Sonne und im Mond. Ich bin die Seele des Ich in allen Wesen. Ich sehe und höre durch alles. Jeder Punkt des Raums ist von der Gegenwart Gottes erfüllt. Jedes Atom ist erfüllt vom Licht und der Intelligenz des Göttlichen."

Das göttliche Selbst, das im Menschen ist, ist auch im ganzen Kosmos. Überall kann Gott verehrt werden. Das sind nicht bloße Worte, Normen oder Idealvorstellungen mit dem Zweck, uns zur Vollendung zu führen, sondern eine Tatsache mystischer Erfahrung.

Falsche Vorstellungen begrenzen dich. Übe dich in der Disziplin, deine Einstellung zu dir selbst und zum Kosmos zu ändern. Entthrone Götzen und überwinde Irrtümer.

Wenn dein Wesen geläutert und deine Konzentration auf das Göttliche tief ist, fühlst du dich bei der Wiederholung eines bestimmten Mantras über alles Irdische erhoben. Der Kosmos enthüllt dir die wesentliche Substanz seiner Struktur: Licht - überall grenzenloses Licht!

Wenn du über dieses Licht nachsinnst, verschwindet es nach einiger Zeit und du erfährst ein grenzenloses Meer des Friedens. Stille, Ruhe und Glück sind Kennzeichen der höchsten Wahrheit. Du erfährst verschiedene Attribute, Aspekte und Werte des höchsten Seins.

Wenn ein reines Herz über das Göttliche meditiert, kann es geschehen, dass ihm offenbar wird, dass das gesamte Universum aus dem wundersamen, unbegreiflichen Bewusstsein des Göttlichen gebildet ist. Es ist organisch mit ihm verbunden. Das reine Herz erkennt, dass es eins ist mit Gott. Der Unterschied zwischen Gott und Mensch existiert in diesem Stadium geistiger Entwicklung nicht mehr. Solch ein Mensch kann nichts Unrechtes mehr denken oder fühlen. Er weiß nichts mehr von der Welt. Er ist eins mit dem Göttlichen.

Können antike Gegenstände, die vormals anderen gehörten, schlechte Schwingungen verbreiten?

Antwort:

Ich will dir ein kleines Geheimnis verraten, wie du dich vor schlechten Schwingungen schützen kannst.

Schließe deine Augen. Gehe in Gedanken an den Ort, wo diese Antiquitäten, Reiseandenken und Kunstgegenstände sind. Schaue sie alle der Reihe nach an und biete sie im Geist Gott als Geschenk dar. Bitte Gott, sie zu segnen. Bitte Gott, in ihnen gegenwärtig zu sein und Seine Liebe, Sein Licht und Seine Gegenwart durch diese Dinge strömen zu lassen. Lass innerlich keine schlechten Ausstrahlungen aus diesen Dingen strömen. Empfinde nichts als die wunderbaren, heilenden, Glück und Gedeihen bringenden Schwingungen Gottes. Betrachte die Dinge nicht als etwas, das dir oder der Welt gehört, sondern als Eigentum Gottes.

Fühle, dass die Schwingungen von Gottes Leben in dir, von Gottes Odem und Ebenbild in dir viel machtvoller sind als jene, die von antiken Gegenständen und anderen Objekten kommen. Fühle Gottes Gegenwart. Hülle dich in Seine Gnade und Seinen Schutz. Fühle dich ganz und gar von Gottes Allmacht umgeben und wisse, dass keine Macht der Welt dich beeinflussen und keine negative Schwingung dich erreichen kann. Deine Ausstrahlungen können von anderen Menschen wahrgenommen werden, denn es sind göttliche Ausstrahlungen, begleitet von einem göttlichen Gefühl, von göttlicher Erfahrung und göttlichem Bewusstsein.

 

Unterirdische Wasseradern unter unserem Haus üben schädigende Einflüsse aus. Was kann ich dagegen tun?

Antwort:

Es gibt viele Arten von Schwingungen, die den Menschen beeinflussen. Zunächst muss man herausfinden, ob diese Wasseradern tatsächlich vorhanden sind. Wenn dies stimmt, sollte man in ein anderes Haus ziehen. Wenn das nicht möglich ist, kann man den Boden mit einem schützenden Material bedecken.

Doch wichtiger als alle diese Maßnahmen ist deine Einstellung zu dieser Erscheinung. Lass in dir das Gefühl wachwerden, dass durch Gottes Gnade alles in Ordnung ist, dass das Wasser unter dem Haus heiliges Wasser ist, dass es deiner Gesundheit und Stärkung dient und durch göttliche Gnade dort ist. Möge dich jeder Gedanke an die unterirdischen Wasseradern an Gottes Gegenwart und an Seinen Schutz erinnern. So wird die Vorstellung von diesen Wasseradern bald keine negativen Gedanken, sondern Freude und Kraft in dir auslösen.

Sage dir immer wieder: "Diese Wasseradern sind von Gott erschaffen und darum sind sie meiner Gesundheit förderlich. Selbst wenn andere behaupten, dass ihre Gesundheit unter ihnen leidet, so sind sie für mich und meine Familie dennoch nützlich."

Wenn du diese starke Überzeugung und diesen unerschütterlichen Glauben hast, werden sich durch deinen Glauben alle Dinge zum Besten wenden.

 

Welche Beziehungen hat die Astralwelt zur Erde und zum Menschen?

Antwort:

Jeder Mensch hat einen Astralkörper, der den physischen Körper durchdringt. Wenn wir ihn im Tod verlassen, gehen wir mit dem Astralkörper in die Astralwelt ein, in die Welt der Geister.

Die Astralwelt wird von den Mantras, die wir s