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Swami
Omkarananda
Gedanken
zum TagJanuar
      
      
      
      
  
1.
Tag
Unsere unmittelbaren Ziele sind es, nicht von niederen Emotionen
beherrscht zu werden, sondern sie zu beherrschen und durch höhere zu
ersetzen; mit einem Glauben zu leben, der uns sagt, dass Gott
existiert; höheres Wissen zu erwerben und zu versuchen, das Wesen der
Natur und die Wirkungsweise und Aktivitäten unseres Gemüts zu
verstehen; gemäß der mächtigen Emotion der Verehrung zu leben, die
beständig das Göttliche hier und überall verehrt, und das Leben zu
einer herrlichen Bewegung in Richtung Vollkommenheit zu machen. Von da
an werden wir zu noch höheren Stufen der Entwicklung aufsteigen,
angeführt direkt von den stärker werdenden Kräften der Seele in uns.
2.
Tag
Augen
können die Wirklichkeit nicht sehen, Ohren können sie nicht hören,
Hände können sie nicht fassen. Und trotzdem ist es die Wirklichkeit der
Wirklichkeiten, ohne die Augen nicht sehen, Hände nicht greifen, keine
Erfahrungen stattfinden, keine Ereignisse eintreten können und auch die
Freuden des Lebens nicht genossen werden können. Sie ist der
Mittelpunkt des Allganzen: das Zentrum jeder vorstellbaren Kraft, jeder
Erfahrung, jeden Schatzes, jeder Eigenschaft. Über dieses wunderbare
Bewusstsein immer wieder nachzudenken, darüber zu meditieren – das ist
es, was dich schließlich zu diesem Bewusstsein werden lässt, was dich
zur Erfahrung Gottes hinführt.
3.
Tag
Dein
wahres Wesen ist subtiler als Raum. Es ist überall anwesend. Alles, was
du jetzt über das Göttliche denkst, ist in dir selbst. Wenn du sagst:
„Gott, du bist allgegenwärtig“, meinst du dich damit selbst, weil es
sich auf das gleiche Bewusstsein bezieht, jenes Bewusstsein nämlich,
das in dir und in allem ist. Alles, was Gott betrifft, betrifft auch
dich. Denke immer wieder über dein wahres inneres Wesen, das
Bewusstsein ist, nach. Lasse den Halt an der Umgebung und dem Körper
los. Plötzlich wirst du dich selbst überall im Raum finden – im ganzen
Universum.
4.
Tag
IIm
Zustand deines wahren Wesens gibt es nur Glück – keine
zwischenmenschlichen Beziehungen, keine Umgebung, keine
differenzierten, vielfältigen Erfahrungen. Alles ist Frieden, Freude
und Stille. Diese Erfahrung hast du, während du völlig wach und bei
klarstem Bewusstsein bist. In diesem Zustand bleibst du unangefochten
von allen Herausforderungen der Welt. In Wirklichkeit ist der Mensch
Gott selbst. Das ist die Wahrheit; das sagt die Erfahrung; das ist die
Höhe der mystischen Wahrnehmung; das ist die Wirklichkeit.
5.
Tag
Auf
einer bestimmten Erfahrungsebene ist das Böse eine Realität. Auf einer
höheren Ebene der Erfahrung ist das gleiche Böse keine Realität. Die
Bibel sagt uns: „Gott erschuf die Welt und fand, dass sie gut war.“ Die
Welt ist also ewig gut für Gott. Aber für die menschliche Erfahrung
gibt es zwei Kräfte: das Gute und das Böse. Doch das ist nicht die
Erfahrung Gottes. In den Augen Gottes ist jeder schön. Alle sind Seine
geliebten, gesegneten Kinder. Er findet uns gut und schön und liebt uns
grenzenlos. Sein Herz ist mit Erbarmen und Mitgefühl für uns erfüllt.
Er hat alle Seine Kräfte in unsere Seele gelegt und uns schon das ganze
Königreich des Himmels vermacht.
6.
Tag
Die
Tragödie ist der menschliche Zustand. In diesem Zustand ist es
schwierig, Gott zu verstehen, sich nach Gott zu sehnen, nach
Gotterfahrung zu streben. Es gibt Fähigkeiten zur sinnlichen
Wahrnehmung in uns, wie Sehen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken; sie
alle führen uns in die Irre und offenbaren uns nur eine illusorische,
falsche, alles verunreinigende, Leiden und Tod gebärende Welt. Die
innere Seele des guten, Gott hingegebenen, gläubigen Menschen sehnt
sich deshalb nach Gott, und bittet das Göttliche in Gedanken und
Gefühlen, in seinem Leben zu wohnen und sein ganzes Wesen zu erfüllen.
Er bittet eine höhere Kraft darum, die göttliche Gegenwart in Gemüt und
Herz zu erwecken.
7.
Tag
Der
Schöpfer ist der Atem in dir. Er ist das Leben deines Lebens. Er
wird dich nicht verlassen. Es gibt niemanden, den Er mehr liebt als
dich. Er ist immer bei dir, in allen Situationen des Lebens und zu
jeder Zeit. Versinke im Ozean – Er ist bei dir. Fliege hinauf in den
Raum – Er ist bei dir. Es gibt keinen Ort, an dem Er nicht wäre
und keinen Umstand, keine Situation, in der Er nicht gegenwärtig
wäre. Er ist deine Stütze, deine Stärke, dein Leben,
deine Seele, dein Vater, dein Freund, dein Licht. Er ist dein Eigentum.
Dein ganzes inneres Herz besteht nur aus Ihm. Und wo Er ist, da ist das
Königreich des Himmels. Je mehr du an Seine Allgegenwart,
Allwissenheit und Sein allschöpferisches göttliches
Bewusstsein denkst, desto größer wird deine Stärke,
deine Kraft, deine Weisheit und dein Glück.
8.
Tag
Auch
wenn wir uns auf dem spirituellen Pfad von allen Beziehungen und aller
menschlichen Liebe losgesagt haben, lieben wir dennoch alle und alles
mit einer höheren Liebe. In unseren Gebeten übergeben wir ständig alle
diese Menschen in die Hände der göttlichen Fürsorge. In diesem Fall
hören auch unsere Bekannten, Freunde und Feinde auf, ein Hindernis auf
dem Weg zur Wahrheitserfahrung zu sein.
Wenn
wir auf diese Weise verfahren, allem entsagen, alles Gott übergeben und
seinem Belieben anheimstellen, in allen und allem das Göttliche und das
Wirken Gottes sehen, werden aus Hindernissen Hilfsmittel.

9.
Tag
Die
Sucher nach der Wahrheit und die Gottliebenden sind tapfere Geister,
reine Seelen. Es geht hier bei ihnen um einen Grund, der vorbereitet
ist, einen gereinigten Spiegel, der das Göttliche reflektiert. Darum
sind auch die Beschreibungen Gottes und die Namen, welche die
Upanishaden Gott verleihen, überwissenschaftlich. Gotterfahrung wird
durch unbegrenzte Reinheit und eine völlige Sublimierung oder
Transformation des inneren Wesens erlangt.
10.
Tag
Können
wir die großen griechischen Philosophen Plato und Aristoteles überhaupt
mit den Weisen der Upanishaden vergleichen? Würden wir dies tun, kämen
sie uns wie Kindergartenkinder vor. Warum? Bei den Weisen der
Upanishaden ist es nicht mehr die Vernunft, die arbeitet, sondern eine
großartige Erleuchtung durch das Unendliche, das versucht, die höchste
Wahrheit bezüglich der Wirklichkeit in inspirierender mystischer
Sprache auszudrücken. Will man einen Gegenstand beschreiben, beschreibt
man ihn möglichst genau, eben so, wie man ihn sieht. Genauso ist jede
Aussage in den Upanishaden eine Beschreibung des Göttlichen, des
Unendlichen. Es ist das allsehende Auge, das hier sieht.
11.
Tag
Gott
ist die Wahrheit, die unbedingte, zeitlose, raumlose Wahrheit. Deshalb
besteht unser Weg zur Gotterfahrung in der Hingabe an die Wahrheit und
im Festhalten an der Wahrheit. Alle
Formen von Falschheit müssen aus dem Gemüt eliminiert werden. Alle
Arten von Falschheit, die für die Hässlichkeit und das Unglück des
täglichen Lebens verantwortlich sind, müssen beseitigt werden.
12.
Tag
Gott
ist Schweigen – ungestörtes, unbeschreibliches Schweigen. Durch
Schweigen gelangen wir zur Gotterfahrung. Es ist ein Schweigen, das
keine Verwandtschaft hat mit der äußerlichen Abwesenheit von
Geräuschen; ein Schweigen unseres inneren Seins; ein Schweigen, das
nicht von flüchtigen Emotionen gestört wird; ein Schweigen, das die
Belohnung eines lebendigen Glaubens an die Wahrheit ist; daran, dass
Gott uns beschützt und wir keinen Grund zu Angst und Sorge haben; ein
Schweigen, das unserer Unschuld entspringt und der Liebe unseres
inneren Herzens zu Gott entstammt.
13.
Tag
Halte
dich fest an der Hand Gottes, und von selbst wird dir die Weisheit, die
du brauchst, um anderen zu helfen, zuteil werden. Du wirst ihrem Leben
Gottes Kraft einhauchen. Gott übernimmt die Verantwortung für sie, für
Vater, Mutter und alle anderen, wenn du dir die Suche nach Gott, die
Liebe zu Gott und die Erfahrung Gottes als Lebensziel setzt. Es
ist schon hart, eine Freundschaft aufzugeben oder sich der geliebten
Mutter zu entziehen. Mutterliebe ist die höchste Liebe in dieser Welt.
Aber auch diese Liebe ist keine ganz reine Liebe. Wahre Liebe, reine,
schöne, dauerhafte Liebe findet man nur bei der Göttlichen Mutter.
14.
Tag
Jnana
heisst Erkenntnis. Es ist aber mehr als eine bloße gedankliche
Erkenntnis. Gedankliche Erkenntnisse widersprechen sich immer. Wie zum
Beispiel die wunderbaren Entdeckungen Newtons später widerlegt wurden
und auch Einstein schon heute in einigen Punkten seiner Theorien als
widerlegt gilt. Mentale Erkenntnisse stehen nie auf sicherem Grund, sie
können leicht widerlegt werden. Sie sind voller Begrenzungen. Ein
solches Wissen ist nutzlos. Gut, es kann dazu verwendet werden, um Brot
zu backen, den Naturkräften einige Tricks zu entlocken oder dem Körper
eine bequeme Existenz zu sichern. Um die Wahrheit zu erkennen, ist es
jedoch nutzlos.
15.
Tag
Was ist Jnana,
Erkenntnis? – Es ist eine Erkenntnis jenseits der gedanklichen
Erkenntnis. Es ist eine Erkenntnis des göttlichen Bewusstseins, es ist
ein integraler Teil des Unendlichen. Es ist eine aus sich selbst
seiende Erkenntnis. Diese Erkenntnis ist Gott. Gott ist auch Schönheit.
Wo unendliche Erkenntnis ist, wo ein wunderbares, schöpferisches
Bewusstsein ist, da ist auch unendliche Schönheit. Was auch immer du
auf Erden an schönen Dingen entdecken kannst – es sind nur matte,
ärmliche schattenhafte Ausdrucksformen der unendlichen Schönheit Gottes.
16.
Tag
Es
handelt sich also bei den Beschreibungen der Wahrheit in den
Upanishaden nicht um mentale Vorstellungen, sondern um Formulierungen
einer allumfassenden, intuitiven Erfahrung. Wir bereiten unser inneres
Wesen auf eine Weise vor, die es ihm ermöglicht, Gott so zu sehen, wie
wir den Tisch mit unseren körperlichen Augen vor uns sehen. Es war
diese Erkenntnis, nach der viele junge Männer, Hausfrauen, Frauen und
Mütter sowie die älteren Männer im Indien der Upanishaden strebten –
eine Erkenntnis, die Gott zum Gegenstand einer intimen, persönlichen,
dynamischen Erfahrung machte; und sie hatten in diesem Bestreben Erfolg.
17.
Tag
Jede
Kraft hat ihr eigenes Bewusstsein und ihre eigene Intelligenz, ihren
eigenen subtilen Körper und unsichtbaren Aspekt. Es gibt jemanden, den
wir den Gott des Todes nennen können. Diese Kraft des Unendlichen, die
über den Tod und alles Sterbende herrscht, lenkt jene Energie, jene
Kraft in uns, die den physischen Körper im Tode verlässt, und geleitet
sie durch höhere Reiche zu Orten, die sie aufgrund der Auswirkungen der
zu Lebzeiten vollbrachten Taten aufsuchen muss.
18.
Tag
Wir
finden in den Upanishaden herrliche Offenbarungen des Göttlichen.
Einige der zentralen Tatsachen in den Aussagen der Upanishaden finden
sich auch in den Aussagen Meister Eckharts, der sicher ein großer
Weiser war. Die Anschauungen aller großen Weisen sind prinzipiell die
gleichen. Ihre Erfahrungen sind die gleichen, denn die Gottheit, die in
diesen Erfahrungen berührt wird, ist die gleiche. Es ist der eine und
gleiche Gott, der überall ist.
19.
Tag
Für
den Mystiker gibt es keinen Hinduismus und kein Christentum, keinen
Buddhismus und keinen Islam. Das sind Unterschiede und Konventionen,
welche die Menschen machen. Mystiker leben nicht in einer begrenzten
menschlichen Welt. Sie sind eingetaucht in geistige Erfahrung, und ihre
Persönlichkeit hat sich darin aufgelöst.
20.
Tag
Die
Upanishaden stellen fest, dass das Licht in der Sonne das gleiche Licht
ist wie das Licht im inneren Wesen des Menschen. Es gibt also nur ein
unendliches Licht, das unbegrenzbare Licht, dessen schattenhafter
Ausdruck Sonne und Mond sind. Dieses wunderbare unendliche Licht ist im
Herzen jedes Menschen eingeschlossen. Hridaya ist die innere
Höhle des geistigen Herzens im Menschen. Da ist Gott anwesend. Dieses
Licht im Herzen ist das gleiche Licht, das auch in den Herzen aller
Wesen ist.
21.
Tag
Bedenke,
welch erstaunliches Licht selbst in der dunklen Kraft wohnt, die unser
Gemüt ist: Alles ist dunkel, ein Mensch schläft. Plötzlich träumt er,
dass er in einer Stadt spazieren geht und alles in helles Sonnenlicht
getaucht ist. Woher kommt dieses Sonnenlicht? – Es stammt aus dem
Licht, das im träumenden Bewusstsein enthalten ist. In diesem
Bewusstsein ist ein Licht, das die Nacht zum Tag machen kann, und
solange die Traumerfahrung währt, ist sie so wirklich wie eine
Erfahrung im Wachzustand. Wenn das Traumbewusstsein schon fähig ist,
Licht zu erschaffen, welche kreative Kraft muss dann nicht das Licht im
inneren Bewusstsein besitzen!
22.
Tag
Das
Wesen Gottes selbst ist Licht. Es ist ein allschöpferisches Licht, ein
Licht, das Intelligenz und Bewusstsein ist; und wo Intelligenz und
Bewusstsein sind, da sind auch Freude und Glück. Deshalb ist Gott auch
Glückseligkeit. Wo unendliche Glückseligkeit und Licht sind, da ist
auch unendlicher Frieden. Dieser unendliche Frieden ist Gott. Wo
Frieden, Licht, Leben und Bewusstsein sind, da ist auch Schönheit.
Diese Schönheit ist Gott. Gott ist unendliches Licht, unendliche Liebe,
unendlicher Frieden, unendliche Freude und unendliche Schönheit.
23.
Tag
Keine
wissenschaftlichen
Wahrheiten, keine mentalen Wahrheiten, keine die
Natur betreffenden Tatsachen, keine das Gemüt betreffenden
Tatsachen
sollen gehört werden, deshalb auch keine Tatsachen, die eine
psychologisch mentale Wissenschaft betreffen. Was sollen wir dann
hören? –
Hören wir die Wahrheit der Upanishaden, die Wahrheit eines Meister
Eckhart oder irgendeines Weisen der Gotterfahrung! Hören wir die
Wahrheit des Unendlichen! Lauschen wir den Aussagen der Upanishaden,
die das Wesen Gottes beschreiben! Was sagen die Upanishaden über
Gott? – Sie sprechen von Brahman
als dem unendlichen, dem unvergänglichen und unbeschreiblichen
Prinzip,
als dem unsterblichen, immerwährenden Sein. Es ist ein
Bewusstsein, das
hinter dem träumenden, wachenden und dem im Tiefschlaf
befindlichen
Gemüt steht.
24.
Tag
Die
Weisen der Upanishaden beschreiben Gott als die subtile, unsichtbare
Essenz, die das ganze Universum durchdringt, genauso wie das Salz das
Wasser. Sie beschreiben Gott als Sat-Chit-Ananda – unendliches Sein, unendliches Bewusstsein,
unendliche Freude. Denke über das Wesen dieser Gottheit nach! Die
Upanishaden sprechen von Gott als einem unbegrenzbaren Ozean der
Stille. Denke darüber nach! Nimm diese Wahrheit tief in dein inneres
Gemüt auf und verankere sie dort durch tiefe Kontemplation!
25.
Tag
Gott
ist unendliche Schönheit. Nimm diese Wahrheit tief mit in deine Seele
hinein und verwirkliche sie! Beständiges Nachdenken über Gott wird hier
gefordert. Auch wenn du beim Essen sitzt oder sonstwie beschäftigt bist
– lass dein inneres Gemüt vom Wesen des Göttlichen eingenommen und mit
Ihm beschäftigt sein. Erwirb zuerst Wissen über Gott – das ist das
Hören; dann denke über das, was du weißt, nach. Sei es im Zug oder auf
der Straße, lass immer einen Teil deiner Gedanken beim Göttlichen
verweilen.
26.
Tag
Wenn
du allein bist, dann meditiere über das Wesen des Göttlichen. Sei auf
diese Weise ständig mit dem Wesen, mit all den Eigenschaften Gottes
beschäftigt und in sie vertieft, dann wird – nach einer längeren Zeit
der Übung, wenn du große Reinheit erlangt hast – eine totale
Transformation deines inneren Wesens einsetzen, und nach einer
Umformung des Gemüts in das Wesen Gottes wirst du Gott erkennen.
27.
Tag
Wenn
du einen Eisenstab ins Feuer legst, wirst du sehen, dass dieser nach
einiger Zeit zu glühen beginnt und die Natur des Feuers annimmt. So
sollst du mit dem Gemüt verfahren: Lege den Eisenstab des Gemüts in das
Feuer des Gottbewusstseins, in das Feuer des Wissens von Gott, in das
Feuer eines ausdauernden Nachdenkens über das Wesen Gottes. Nach
mehreren Jahren einer solchen Praxis wird dein Gemüt selbst zu Feuer
und ist dann nicht mehr unterscheidbar vom Feuer des Wesens und
Bewusstseins Gottes. Alle Eigenschaften Gottes werden dir bewusst und
zu eigen, und du wirst den unbegrenzten Frieden, die Freude und Kraft
erfahren, die nur Gott schenken kann.
28.
Tag
Verströme wie die Sonne unablässig das Licht der Liebe, des Friedens, des Glaubens und des liebenden Vertrauens!
Beschäftige
dich nicht mit den negativen Seiten anderer; sei du ein Licht in dieser
Welt, indem du deinen Blick auf Gott gerichtet hältst!
29.
Tag
Wenn
unser inneres Bewusstsein beständig diszipliniert wird, wird es so
sensitiv, dass es sich ins Wesen des Göttlichen hinein auflöst. Es
beginnt zu sehen, was für körperliche Augen nicht sichtbar ist; es
beginnt zu hören, was für körperliche Ohren nicht hörbar ist. Solche
Erfahrungen sind eine Freude in sich selbst. Verglichen mit ihnen sind
die sinnlichen Freuden der Welt nur ein dummes, erniedrigendes
Vergnügen. Wir müssen also in unserem Kopf und Bewusstsein die Wahrheit
des Göttlichen tragen. Tag für Tag erhalten wir dann eine Erkenntnis,
die ohne Ende ist, eine Freude, die unabhängig vom Körper, von der
Zeit, vom Raum und den Umständen ist.
30.
Tag
All
die wunderbaren Erfahrungen der Heiligen werden von dir später als
kleine, dumme und unbedeutende Erfahrungen erkannt werden, verglichen
mit der größten aller Erfahrungen, der Erfahrung des unendlichen
Bewusstseins, die uns erwartet. Die innerliche Wirklichkeit oder
Wahrheit scheint farblos zu sein – ein Nichts! Versetze dich in den
Tiefschlafzustand: Was siehst du da? – Ein farbloses Nichts! Aus diesem
farb und formlosen Nichts entsteht eine ganze Welt, viele Welten,
endlose Welten, endloses Licht, das all diese Welten mit Licht erfüllt.
31.
Tag
Das
Geheimnis des Erfolgs und der Entwicklung liegt darin, dass wir unsere
Fähigkeiten voll entfalten und benützen. Wenn das Haus, das du
bewohnst, zu klein wird für deine Zwecke, weil jede Ecke ausgenützt
ist, dann ist die Zeit reif, einen Erweiterungsbau vorzunehmen. Ebenso
erweitert die Natur deine Fähigkeiten nur, wenn du die vorhandenen voll
ausgenützt hast. Wenn du also wachsen und die nächste Stufe der
Entwicklung erreichen willst, dann nutze hundert Prozent aller deiner
Fähigkeiten, und zwar zu jeder Zeit. Verlange nicht zu wenig von dir.
Je mehr du von dir verlangst, desto mehr entfalten und entwickeln sich
deine inneren, verborgenen Fähigkeiten.
Index
Würdigung Gedanken
zum Tag GzTArchiv Divine
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Januar 2026 Monatliche Zeitschrift, Jahrgang 50, Nr. 591 Herausgeber: Omkarananda Ashram Anton-Graff-Strasse 41 CH-8400 Winterthur Tel: +41 52 202 19 03 E-Mail: omkarananda@sunrise.ch Internet: www.omkarananda.ch und: www.omkarananda-ashram.net Druck und Versand: Verlag DLZ-Service, Anton-Graff-Strasse 65 CH-8400 Winterthur
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Wide Web Edition 2026
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