Swami Omkarananda

Gedanken zum Tag

Januar

Kalender Jan2000



1. Tag

Unsere unmittelbaren Ziele sind es, nicht von niederen Emotionen beherrscht zu werden, sondern sie zu beherrschen und durch höhere zu ersetzen; mit einem Glauben zu leben, der uns sagt, dass Gott existiert; höheres Wissen zu erwerben und zu versuchen, das Wesen der Natur und die Wirkungsweise und Aktivitäten unseres Gemüts zu verstehen; gemäß der mächtigen Emotion der Verehrung zu leben, die beständig das Göttliche hier und überall verehrt, und das Leben zu einer herrlichen Bewegung in Richtung Vollkommenheit zu machen. Von da an werden wir zu noch höheren Stufen der Entwicklung aufsteigen, angeführt direkt von den stärker werdenden Kräften der Seele in uns.


2. Tag

Augen können die Wirklichkeit nicht sehen, Ohren können sie nicht hören, Hände können sie nicht fassen. Und trotzdem ist es die Wirklichkeit der Wirklichkeiten, ohne die Augen nicht sehen, Hände nicht greifen, keine Erfahrungen stattfinden, keine Ereignisse eintreten können und auch die Freuden des Lebens nicht genossen werden können. Sie ist der Mittelpunkt des Allganzen: das Zentrum jeder vorstellbaren Kraft, jeder Erfahrung, jeden Schatzes, jeder Eigenschaft. Über dieses wunderbare Bewusstsein immer wieder nachzudenken, darüber zu meditieren – das ist es, was dich schließlich zu diesem Bewusstsein werden lässt, was dich zur Erfahrung Gottes hinführt.

3. Tag

Dein wahres Wesen ist subtiler als Raum. Es ist überall anwesend. Alles, was du jetzt über das Göttliche denkst, ist in dir selbst. Wenn du sagst: „Gott, du bist allgegenwärtig“, meinst du dich damit selbst, weil es sich auf das gleiche Bewusstsein bezieht, jenes Bewusstsein nämlich, das in dir und in allem ist. Alles, was Gott betrifft, betrifft auch dich. Denke immer wieder über dein wahres inneres Wesen, das Bewusstsein ist, nach. Lasse den Halt an der Umgebung und dem Körper los. Plötzlich wirst du dich selbst überall im Raum finden – im ganzen Universum.

4. Tag

IIm Zustand deines wahren Wesens gibt es nur Glück – keine zwischenmenschlichen Beziehungen, keine Umgebung, keine differenzierten, vielfältigen Erfahrungen. Alles ist Frieden, Freude und Stille. Diese Erfahrung hast du, während du völlig wach und bei klarstem Bewusstsein bist. In diesem Zustand bleibst du unangefochten von allen Herausforderungen der Welt. In Wirklichkeit ist der Mensch Gott selbst. Das ist die Wahrheit; das sagt die Erfahrung; das ist die Höhe der mystischen Wahrnehmung; das ist die Wirklichkeit.

5. Tag

Auf einer bestimmten Erfahrungsebene ist das Böse eine Realität. Auf einer höheren Ebene der Erfahrung ist das gleiche Böse keine Realität. Die Bibel sagt uns: „Gott erschuf die Welt und fand, dass sie gut war.“ Die Welt ist also ewig gut für Gott. Aber für die menschliche Erfahrung gibt es zwei Kräfte: das Gute und das Böse. Doch das ist nicht die Erfahrung Gottes. In den Augen Gottes ist jeder schön. Alle sind Seine geliebten, gesegneten Kinder. Er findet uns gut und schön und liebt uns grenzenlos. Sein Herz ist mit Erbarmen und Mitgefühl für uns erfüllt. Er hat alle Seine Kräfte in unsere Seele gelegt und uns schon das ganze Königreich des Himmels vermacht.

6. Tag

Die Tragödie ist der menschliche Zustand. In diesem Zustand ist es schwierig, Gott zu verstehen, sich nach Gott zu sehnen, nach Gotterfahrung zu streben. Es gibt Fähigkeiten zur sinnlichen Wahrnehmung in uns, wie Sehen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken; sie alle führen uns in die Irre und offenbaren uns nur eine illusorische, falsche, alles verunreinigende, Leiden und Tod gebärende Welt. Die innere Seele des guten, Gott hingegebenen, gläubigen Menschen sehnt sich deshalb nach Gott, und bittet das Göttliche in Gedanken und Gefühlen, in seinem Leben zu wohnen und sein ganzes Wesen zu erfüllen. Er bittet eine höhere Kraft darum, die göttliche Gegenwart in Gemüt und Herz zu erwecken.


7. Tag

Der Schöpfer ist der Atem in dir. Er ist das Leben deines Lebens. Er wird dich nicht verlassen. Es gibt niemanden, den Er mehr liebt als dich. Er ist immer bei dir, in allen Situationen des Lebens und zu jeder Zeit. Versinke im Ozean – Er ist bei dir. Fliege hinauf in den Raum – Er ist bei dir. Es gibt keinen Ort, an dem Er nicht wäre und keinen Umstand, keine Situation, in der Er nicht gegenwärtig wäre. Er ist deine Stütze, deine Stärke, dein Leben, deine Seele, dein Vater, dein Freund, dein Licht. Er ist dein Eigentum. Dein ganzes inneres Herz besteht nur aus Ihm. Und wo Er ist, da ist das Königreich des Himmels. Je mehr du an Seine Allgegenwart, Allwissenheit und Sein allschöpferisches göttliches Bewusstsein denkst, desto größer wird deine Stärke, deine Kraft, deine Weisheit und dein Glück.

8. Tag

Auch wenn wir uns auf dem spirituellen Pfad von allen Beziehungen und aller menschlichen Liebe losgesagt haben, lieben wir dennoch alle und alles mit einer höheren Liebe. In unseren Gebeten übergeben wir ständig alle diese Menschen in die Hände der göttlichen Fürsorge. In diesem Fall hören auch unsere Bekannten, Freunde und Feinde auf, ein Hindernis auf dem Weg zur Wahrheitserfahrung zu sein.

Wenn wir auf diese Weise verfahren, allem entsagen, alles Gott übergeben und seinem Belieben anheimstellen, in allen und allem das Göttliche und das Wirken Gottes sehen, werden aus Hindernissen Hilfsmittel.


9. Tag
 
Die Sucher nach der Wahrheit und die Gottliebenden sind tapfere Geister, reine Seelen. Es geht hier bei ihnen um einen Grund, der vorbereitet ist, einen gereinigten Spiegel, der das Göttliche reflektiert. Darum sind auch die Beschreibungen Gottes und die Namen, welche die Upanishaden Gott verleihen, überwissenschaftlich. Gotterfahrung wird durch unbegrenzte Reinheit und eine völlige Sublimierung oder Transformation des inneren Wesens erlangt.

10. Tag

Können wir die großen griechischen Philosophen Plato und Aristoteles überhaupt mit den Weisen der Upanishaden vergleichen? Würden wir dies tun, kämen sie uns wie Kindergartenkinder vor. Warum? Bei den Weisen der Upanishaden ist es nicht mehr die Vernunft, die arbeitet, sondern eine großartige Erleuchtung durch das Unendliche, das versucht, die höchste Wahrheit bezüglich der Wirklichkeit in inspirierender mystischer Sprache auszudrücken. Will man einen Gegenstand beschreiben, beschreibt man ihn möglichst genau, eben so, wie man ihn sieht. Genauso ist jede Aussage in den Upanishaden eine Beschreibung des Göttlichen, des Unendlichen. Es ist das allsehende Auge, das hier sieht.

11. Tag

Gott ist die Wahrheit, die unbedingte, zeitlose, raumlose Wahrheit. Deshalb besteht unser Weg zur Gotterfahrung in der Hingabe an die Wahrheit und im Festhalten an der Wahrheit.

Alle Formen von Falschheit müssen aus dem Gemüt eliminiert werden. Alle Arten von Falschheit, die für die Hässlichkeit und das Unglück des täglichen Lebens verantwortlich sind, müssen beseitigt werden.


12. Tag

Gott ist Schweigen – ungestörtes, unbeschreibliches Schweigen. Durch Schweigen gelangen wir zur Gotterfahrung. Es ist ein Schweigen, das keine Verwandtschaft hat mit der äußerlichen Abwesenheit von Geräuschen; ein Schweigen unseres inneren Seins; ein Schweigen, das nicht von flüchtigen Emotionen gestört wird; ein Schweigen, das die Belohnung eines lebendigen Glaubens an die Wahrheit ist; daran, dass Gott uns beschützt und wir keinen Grund zu Angst und Sorge haben; ein Schweigen, das unserer Unschuld entspringt und der Liebe unseres inneren Herzens zu Gott entstammt.

13. Tag

Halte dich fest an der Hand Gottes, und von selbst wird dir die Weisheit, die du brauchst, um anderen zu helfen, zuteil werden. Du wirst ihrem Leben Gottes Kraft einhauchen. Gott übernimmt die Verantwortung für sie, für Vater, Mutter und alle anderen, wenn du dir die Suche nach Gott, die Liebe zu Gott und die Erfahrung Gottes als Lebensziel setzt.

Es ist schon hart, eine Freundschaft aufzugeben oder sich der geliebten Mutter zu entziehen. Mutterliebe ist die höchste Liebe in dieser Welt. Aber auch diese Liebe ist keine ganz reine Liebe. Wahre Liebe, reine, schöne, dauerhafte Liebe findet man nur bei der Göttlichen Mutter.


14. Tag

Jnana heisst Erkenntnis. Es ist aber mehr als eine bloße gedankliche Erkenntnis. Gedankliche Erkenntnisse widersprechen sich immer. Wie zum Beispiel die wunderbaren Entdeckungen Newtons später widerlegt wurden und auch Einstein schon heute in einigen Punkten seiner Theorien als widerlegt gilt. Mentale Erkenntnisse stehen nie auf sicherem Grund, sie können leicht widerlegt werden. Sie sind voller Begrenzungen. Ein solches Wissen ist nutzlos. Gut, es kann dazu verwendet werden, um Brot zu backen, den Naturkräften einige Tricks zu entlocken oder dem Körper eine bequeme Existenz zu sichern. Um die Wahrheit zu erkennen, ist es jedoch nutzlos.

15. Tag

Was ist Jnana, Erkenntnis? – Es ist eine Erkenntnis jenseits der gedanklichen Erkenntnis. Es ist eine Erkenntnis des göttlichen Bewusstseins, es ist ein integraler Teil des Unendlichen. Es ist eine aus sich selbst seiende Erkenntnis. Diese Erkenntnis ist Gott. Gott ist auch Schönheit. Wo unendliche Erkenntnis ist, wo ein wunderbares, schöpferisches Bewusstsein ist, da ist auch unendliche Schönheit. Was auch immer du auf Erden an schönen Dingen entdecken kannst – es sind nur matte, ärmliche schattenhafte Ausdrucksformen der unendlichen Schönheit Gottes.

16. Tag

Es handelt sich also bei den Beschreibungen der Wahrheit in den Upanishaden nicht um mentale Vorstellungen, sondern um Formulierungen einer allumfassenden, intuitiven Erfahrung. Wir bereiten unser inneres Wesen auf eine Weise vor, die es ihm ermöglicht, Gott so zu sehen, wie wir den Tisch mit unseren körperlichen Augen vor uns sehen. Es war diese Erkenntnis, nach der viele junge Männer, Hausfrauen, Frauen und Mütter sowie die älteren Männer im Indien der Upanishaden strebten – eine Erkenntnis, die Gott zum Gegenstand einer intimen, persönlichen, dynamischen Erfahrung machte; und sie hatten in diesem Bestreben Erfolg.

17. Tag

Jede Kraft hat ihr eigenes Bewusstsein und ihre eigene Intelligenz, ihren eigenen subtilen Körper und unsichtbaren Aspekt. Es gibt jemanden, den wir den Gott des Todes nennen können. Diese Kraft des Unendlichen, die über den Tod und alles Sterbende herrscht, lenkt jene Energie, jene Kraft in uns, die den physischen Körper im Tode verlässt, und geleitet sie durch höhere Reiche zu Orten, die sie aufgrund der Auswirkungen der zu Lebzeiten vollbrachten Taten aufsuchen muss.
18. Tag

Wir finden in den Upanishaden herrliche Offenbarungen des Göttlichen. Einige der zentralen Tatsachen in den Aussagen der Upanishaden finden sich auch in den Aussagen Meister Eckharts, der sicher ein großer Weiser war. Die Anschauungen aller großen Weisen sind prinzipiell die gleichen. Ihre Erfahrungen sind die gleichen, denn die Gottheit, die in diesen Erfahrungen berührt wird, ist die gleiche. Es ist der eine und gleiche Gott, der überall ist.


19. Tag

Für den Mystiker gibt es keinen Hinduismus und kein Christentum, keinen Buddhismus und keinen Islam. Das sind Unterschiede und Konventionen, welche die Menschen machen. Mystiker leben nicht in einer begrenzten menschlichen Welt. Sie sind eingetaucht in geistige Erfahrung, und ihre Persönlichkeit hat sich darin aufgelöst.

20. Tag

Die Upanishaden stellen fest, dass das Licht in der Sonne das gleiche Licht ist wie das Licht im inneren Wesen des Menschen. Es gibt also nur ein unendliches Licht, das unbegrenzbare Licht, dessen schattenhafter Ausdruck Sonne und Mond sind. Dieses wunderbare unendliche Licht ist im Herzen jedes Menschen eingeschlossen. Hridaya ist die innere Höhle des geistigen Herzens im Menschen. Da ist Gott anwesend. Dieses Licht im Herzen ist das gleiche Licht, das auch in den Herzen aller Wesen ist.


21. Tag

Bedenke, welch erstaunliches Licht selbst in der dunklen Kraft wohnt, die unser Gemüt ist: Alles ist dunkel, ein Mensch schläft. Plötzlich träumt er, dass er in einer Stadt spazieren geht und alles in helles Sonnenlicht getaucht ist. Woher kommt dieses Sonnenlicht? – Es stammt aus dem Licht, das im träumenden Bewusstsein enthalten ist. In diesem Bewusstsein ist ein Licht, das die Nacht zum Tag machen kann, und solange die Traumerfahrung währt, ist sie so wirklich wie eine Erfahrung im Wachzustand. Wenn das Traumbewusstsein schon fähig ist, Licht zu erschaffen, welche kreative Kraft muss dann nicht das Licht im inneren Bewusstsein besitzen!

22. Tag

Das Wesen Gottes selbst ist Licht. Es ist ein allschöpferisches Licht, ein Licht, das Intelligenz und Bewusstsein ist; und wo Intelligenz und Bewusstsein sind, da sind auch Freude und Glück. Deshalb ist Gott auch Glückseligkeit. Wo unendliche Glückseligkeit und Licht sind, da ist auch unendlicher Frieden. Dieser unendliche Frieden ist Gott. Wo Frieden, Licht, Leben und Bewusstsein sind, da ist auch Schönheit. Diese Schönheit ist Gott. Gott ist unendliches Licht, unendliche Liebe, unendlicher Frieden, unendliche Freude und unendliche Schönheit.


23. Tag

Keine wissenschaftlichen Wahrheiten, keine mentalen Wahrheiten, keine die Natur betreffenden Tatsachen, keine das Gemüt betreffenden Tatsachen sollen gehört werden, deshalb auch keine Tatsachen, die eine psychologisch mentale Wissenschaft betreffen. Was sollen wir dann hören? – Hören wir die Wahrheit der Upanishaden, die Wahrheit eines Meister Eckhart oder irgendeines Weisen der Gotterfahrung! Hören wir die Wahrheit des Unendlichen! Lauschen wir den Aussagen der Upanishaden, die das Wesen Gottes beschreiben! Was sagen die Upanishaden über Gott? – Sie sprechen von Brahman als dem unendlichen, dem unvergänglichen und unbeschreiblichen Prinzip, als dem unsterblichen, immerwährenden Sein. Es ist ein Bewusstsein, das hinter dem träumenden, wachenden und dem im Tiefschlaf befindlichen Gemüt steht.

24. Tag

Die Weisen der Upanishaden beschreiben Gott als die subtile, unsichtbare Essenz, die das ganze Universum durchdringt, genauso wie das Salz das Wasser. Sie beschreiben Gott als Sat-Chit-Ananda – unendliches Sein, unendliches Bewusstsein, unendliche Freude. Denke über das Wesen dieser Gottheit nach! Die Upanishaden sprechen von Gott als einem unbegrenzbaren Ozean der Stille. Denke darüber nach! Nimm diese Wahrheit tief in dein inneres Gemüt auf und verankere sie dort durch tiefe Kontemplation!
25. Tag

Gott ist unendliche Schönheit. Nimm diese Wahrheit tief mit in deine Seele hinein und verwirkliche sie! Beständiges Nachdenken über Gott wird hier gefordert. Auch wenn du beim Essen sitzt oder sonstwie beschäftigt bist – lass dein inneres Gemüt vom Wesen des Göttlichen eingenommen und mit Ihm beschäftigt sein. Erwirb zuerst Wissen über Gott – das ist das Hören; dann denke über das, was du weißt, nach. Sei es im Zug oder auf der Straße, lass immer einen Teil deiner Gedanken beim Göttlichen verweilen.

26. Tag

Wenn du allein bist, dann meditiere über das Wesen des Göttlichen. Sei auf diese Weise ständig mit dem Wesen, mit all den Eigenschaften Gottes beschäftigt und in sie vertieft, dann wird – nach einer längeren Zeit der Übung, wenn du große Reinheit erlangt hast – eine totale Transformation deines inneren Wesens einsetzen, und nach einer Umformung des Gemüts in das Wesen Gottes wirst du Gott erkennen.

27. Tag

Wenn du einen Eisenstab ins Feuer legst, wirst du sehen, dass dieser nach einiger Zeit zu glühen beginnt und die Natur des Feuers annimmt. So sollst du mit dem Gemüt verfahren: Lege den Eisenstab des Gemüts in das Feuer des Gottbewusstseins, in das Feuer des Wissens von Gott, in das Feuer eines ausdauernden Nachdenkens über das Wesen Gottes. Nach mehreren Jahren einer solchen Praxis wird dein Gemüt selbst zu Feuer und ist dann nicht mehr unterscheidbar vom Feuer des Wesens und Bewusstseins Gottes. Alle Eigenschaften Gottes werden dir bewusst und zu eigen, und du wirst den unbegrenzten Frieden, die Freude und Kraft erfahren, die nur Gott schenken kann.


28. Tag

Verströme wie die Sonne unablässig das Licht der Liebe, des Friedens, des Glaubens und des liebenden Vertrauens!

Beschäftige dich nicht mit den negativen Seiten anderer; sei du ein Licht in dieser Welt, indem du deinen Blick auf Gott gerichtet hältst!



29. Tag

Wenn unser inneres Bewusstsein beständig diszipliniert wird, wird es so sensitiv, dass es sich ins Wesen des Göttlichen hinein auflöst. Es beginnt zu sehen, was für körperliche Augen nicht sichtbar ist; es beginnt zu hören, was für körperliche Ohren nicht hörbar ist. Solche Erfahrungen sind eine Freude in sich selbst. Verglichen mit ihnen sind die sinnlichen Freuden der Welt nur ein dummes, erniedrigendes Vergnügen. Wir müssen also in unserem Kopf und Bewusstsein die Wahrheit des Göttlichen tragen. Tag für Tag erhalten wir dann eine Erkenntnis, die ohne Ende ist, eine Freude, die unabhängig vom Körper, von der Zeit, vom Raum und den Umständen ist.


30. Tag

All die wunderbaren Erfahrungen der Heiligen werden von dir später als kleine, dumme und unbedeutende Erfahrungen erkannt werden, verglichen mit der größten aller Erfahrungen, der Erfahrung des unendlichen Bewusstseins, die uns erwartet. Die innerliche Wirklichkeit oder Wahrheit scheint farblos zu sein – ein Nichts! Versetze dich in den Tiefschlafzustand: Was siehst du da? – Ein farbloses Nichts! Aus diesem farb und formlosen Nichts entsteht eine ganze Welt, viele Welten, endlose Welten, endloses Licht, das all diese Welten mit Licht erfüllt.



31. Tag

Das Geheimnis des Erfolgs und der Entwicklung liegt darin, dass wir unsere Fähigkeiten voll entfalten und benützen. Wenn das Haus, das du bewohnst, zu klein wird für deine Zwecke, weil jede Ecke ausgenützt ist, dann ist die Zeit reif, einen Erweiterungsbau vorzunehmen. Ebenso erweitert die Natur deine Fähigkeiten nur, wenn du die vorhandenen voll ausgenützt hast. Wenn du also wachsen und die nächste Stufe der Entwicklung erreichen willst, dann nutze hundert Prozent aller deiner Fähigkeiten, und zwar zu jeder Zeit. Verlange nicht zu wenig von dir. Je mehr du von dir verlangst, desto mehr entfalten und entwickeln sich deine inneren, verborgenen Fähigkeiten.


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Januar 2026

Monatliche Zeitschrift, Jahrgang 50, Nr. 591

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