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Gespräche und Reden |
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Verschmelzung von Transzendenz und Materie im Denken Swami Omkaranandas.Friede, Freude und Kraft gehören zu jenem Bereich des Wesens im Menschen, der jenseits des Psychologischen ist, der sich vom Materiellen unterscheidet, der oberhalb von diesem liegt und dennoch als erhaltende Substanz in ihm zugegen ist. Deshalb kann er allein die Materie in allen ihren Daseinsformen, Bedürfnissen und Bestrebungen erhalten, sie erfüllen, durchdringen und dennoch transzendieren. Jeder Versuch, Friede, Freude und Kraft nur aus dem äusseren Bereich des Lebens und dessen Möglichkeiten zu gewinnen, muss von Grund auf fehlgehen, weil er seinem ureigensten Bestreben zuwiderläuft und es zunichte macht. Es ist dagegen der natürliche und beste Weg, sie aus ihrem Ursprung im innersten Prinzip zu schöpfen und das äussere Leben damit zu überfluten.
Da jenes Prinzip der Atem unseres Atems, die Intelligenz unserer Intelligenz und die bleibende Wirklichkeit hinter allem Vergänglichen ist, können wir zu allen Zeiten, an jedem Ort, in jeder Lage, und unabhängig von allen Bedingungen mit ihm in Beziehung treten. Und mehr noch: Friede, Freude und Kraft haben ihre absolute Quelle in der immateriellen Dimension der Materie, in dem transpsychologischen Prinzip im psychologischen Sein. Sie sind weder Begrenzungen noch Veränderungen unterworfen, wie jener Friede, jene Freude oder jene Kraft, die durch rein materielle und psychologische Mittel oder auf menschliche Weise erlangt werden, während alles nur Materielle, Physische und Psychologische seinem Wesen nach unwiderruflich begrenzt und vergänglich ist. Dieses wurde mir nicht nur durch das Leben im engen Kreise um Swami Omkarananda erkennbar, sondern auch durch ein tiefgreifendes Studium seiner Literatur in Deutsch wie in Englisch, besonders aber durch die erste Auflage dieses Buches.
Lassen Sie mich hier einige erhellende Worte aus Swami Omkaranandas Erfahrung einfügen: "Die Schönheit und der Wert des Materiellen beruhen darauf, wie weit sie von den Eigenschaften der Transzendenz durchdrungen sind. Ein Leben ohne Liebe - die ein transzendenter Faktor ist - verliert allen Duft und Anreiz. Ein Denken, dem das Licht der immateriellen metaphysischen Intelligenz fehlt, ist ohne Wert und kann niemals schöpferisch sein. Und wiederum: die Liebe welkt, wo sie nicht die Fähigkeit entwickelt, in wachsendem Masse ihre organischen, inneren Beziehungen mit den unerschöpflichen Quellen der Liebe im transzendenten Absoluten zu offenbaren. Die Intelligenz verflüchtigt sich und erleidet schwerste Einbussen, sofern sie nicht ihre konstitutionellen Beziehungen mit dem transzendenten absoluten Erkennen bewusst entdeckt hat. Das Leben wird, wenn der Körper vergeht, nicht bewusst unsterblich, um wissend in das ewige Leben einzumünden, wenn es nicht zur Erfahrung der transzendenten, ewigen, unsterblichen Liebe gelangt und ihre ursprunghafte Beziehung und Einheit mit ihr auszudrücken in der Lage ist. Kein wahrer Friede, keine wahre Freude und wahre Stärke sind möglich, ohne dass das materielle Leben sich der über alle Werte erhabenen Transzendenz bewusst und zum Mittel der Offenbarung seiner höchst ausdrucksvollen Eigenschaften wird. Dies ist dann das Königreich des Himmels in unserer Mitte, unter uns und in uns. Ganz gleich, wie machtvoll, freudvoll und gedeihlich im Materiellen ein Leben sein mag - wenn es nicht diese Herrlichkeiten aus dem Himmel der Transzendenz, die allem Leben innewohnt, erkennbar werden lässt, fehlt ihm das Kostbarste, das es bleibend werden lässt."
Das Transzendente behält seinen transzendenten Charakter, während ein Teil seines Wesens mit dem Substanzhaften im Denken Swami Omkaranandas verschmilzt. In diesem Zusammenhang mögen noch einmal seine eigenen Worte wiedergegeben werden: "Dies ist die Logik des Unendlichen, das absoluter Friede, absolute Freude und absolute Kraft ist. Das Transzendente allein kann die Materie aus ihren Begrenzungen befreien, sie beseelen und ihr Unsterblichkeit verleihen. Nichts gibt dem Leben eine grössere Bedeutung, nichts ist dringlicher und begehrenswerter. Dies ist wahre Erkenntnis, wahre Bildung, Kultur, Kunst, Wissenschaft und Religion, wahres Leben und ewig neue Erfüllung.
Eine solche Logik des Unendlichen mag den Intellekt verwirren - für eine höhere Fassungskraft wird sie sehr leicht verständlich. Nehmen wir als Beispiel einen grossen Architekten, der in seinem Geist die gesamte Struktur einer prächtigen Kathedrale einschliesslich der darin betenden Menschen vor sich sieht. Dieses Bauwerk nun ist aus seiner Vorstellungskraft geformt und von ihr beseelt, also aus geistiger Substanz hervorgegangen. Während ein Teil seiner Intelligenz noch verbessert und, wo es nötig ist, verschönt, beobachtet ein weiterer Anteil dieser Geisteskraft das Ganze - und es ist immer noch eine weitere Dimension in dieser Intelligenz, die beide transzendiert. Sie beobachtet jenen Teil der Intelligenz, die ihrerseits die Kathedrale sieht, die ihr entsprungen ist und in ihr besteht. Die Transzendenz erschafft, erhält, verwandelt und erfüllt so das Materielle und weilt doch gleichzeitig jenseits von ihm. Sollten nun jene, die in dieser Kathedrale Gott loben und preisen, aufgrund irgend einer verkehrten Neigung ihre private Individualität behaupten wollen, und sich funktional der Intelligenz des Architekten als etwas Transzendentem, Unerfasslichem entziehen - wie dies bei der heutigen Menschheit in Anbetracht der letzten Wahrheit der Fall ist - gingen sie der sie erhaltenden und schöpferischen Essenz verlustig und welkten in Unwissenheit und Unglück, Irrtum und Tod dahin.
Sollten andererseits die betenden Menschen in jener Kathedrale, die der Vorstellungskraft des Architekten entsprangen, versuchen, sich der Intelligenz des Architekten zu nähern, um in gewisser Weise eine Einheit mit ihr herzustellen, dann dürften sie des ständigen Verwurzeltseins in der erhaltenden Kraft der endlosen Möglichkeiten jener Intelligenz gewiss sein. All ihre Möglichkeiten, Kräfte, Vollkommenheiten, ihre ganze Genialität und schöpferische Freude, die Schönheit der Konstruktion, das freudvolle Entzücken des Beschauers würden ihnen zuteil, und ihr Leben wäre ein beständig neues Abenteuer, ein Gesang des Friedens, der Freude und der Kraft. Das Gleiche erfahren jene, die in ihrem Alltag ganz bewusst Beziehungen zu der schöpferischen und alles besiegenden Wahrheit pflegen. Diese ist die Grundlage allen Seins, ist ihr eigenes Selbstsein und das Selbstsein all dessen, was je Dasein und Wesen hat, das oberste Subjekt in allem, das dennoch immerzu in höchstem Masse alle Dinge transzendiert."
Swami Omkarananda ist ein Weiser, dem schon im Alter von dreizehn Jahren ausserordentliche Erfahrungen der einen universalen Wahrheit zuteil wurden. Diese ist nicht nur die Quelle von Frieden, Freude und Kraft, sondern auch von Leben, Liebe, Licht und Schönheit im absoluten Sinne. Mit achtzehn Jahren hat Swami Omkarananda sein Leben als geweihter Mönch in den Himalayas ganz in den Dienst der Erforschung und Erfahrung jener einen grossen Wahrheit gestellt.
Worin besteht nun die Erfahrung der Wahrheit? Lassen wir Swami Omkarananda selbst zu uns sprechen: "Voraussetzung dafür ist, dass wir mit unserem ganzen inneren Sein und Wesen an der Natur der Wahrheit, an ihrer Zeitlosigkeit, Raumlosigkeit, Formlosigkeit, Namenlosigkeit, Unermesslichkeit und Transzendenz und all ihren unzähligen Eigenschaften und Möglichkeiten bewusst Anteil haben. Die Wahrheitserfahrung erwächst daraus, dass man weiss, wer der Erkennende ist, indem man selbst dieser Erkennende ist; man versteht den Verstehenden, indem man selbst dieser Verstehende ist; man sieht den Sehenden, indem man selbst der Sehende ist. Das klingt für den Intellekt widersinnig, doch handelt es sich um eine Erfahrungstatsache. Die Erfahrung übersteigt die Vernunft und erfüllt, vollendet und transzendiert sie. Ganz gleich, wie lange man in einer solchen Erfahrung verweilt, die Erfahrung ist bedeutend. Kehrt man aus ihr zur täglichen Erfahrung der Arbeit und des Lebens, zu den Erinnerungen und Beziehungen im menschlichen Bereich zurück, dann weilt jene Wahrheitserfahrung immerzu im Hintergrund, lenkt das Walten der Intelligenz, regiert unser Wollen und Wirken wie auch die Regungen unseres Herzens, indem sie die Führung in den Beziehungen zu anderen und zur Umwelt übernimmt und uns Ziele vor Augen hält, die zu verwirklichen sind, und überall auch im äusseren Leben jenen sichtbar wird, die selbst in ihrem Wesen geistig sind und sich durch klares Denken, geschärfte Unterscheidungskraft und hohes Streben auszeichnen.
Die Wahrheitserfahrung offenbart erst ganz, dass Wahrheit Gott ist, dass Gott Geist ist, und dass Geist Liebe ist. Licht und Leben sind die Substanz der Liebe selbst. Wo Wahrheit oder Gott, wo Geist oder Liebe ist, da sind auch Friede, Freude, Kraft, Schönheit und Vollkommenheit. Die Wahrheit oder das Göttliche ist das Selbst in allem, was Dasein hat, der letzte Urgrund allen Seins, das absolute Zentrum, das zugleich in allen Herzen und überall als der Zeuge und Seher zugegen ist, den keiner sehen kann, und der dennoch jeden befähigt, alles zu sehen ausser Ihn selbst. Denn jene, die Er zu sehen befähigt, sind nach Seinem eigenen Sein und Wesen gebildet, sie sind Er selbst. Um Ihn zu sehen, müssen sie in ihrem ganzen inneren Wesen Er selbst sein. Um Ihn zu sehen, müssen sie ihr eigenes Selbst, ihre eigene innere Wahrheit sehen, und dies ist nicht möglich, solange sie sich nicht selbst als jenes Selbst, als jene Wahrheit erfahren. Gott oder die Wahrheit oder das Selbst kann nicht mit leiblichen Augen gesehen werden, wie wir etwa ein Flugzeug, ein Segelboot, ein Rennpferd oder eine Tasse Tee in unserer Hand sehen. Obschon allgegenwärtig, ist das Göttliche oder das Selbst, ist die Wahrheit nichts Äusseres und nichts Objektives an sich, in jedem und für jedes Ding ist es das unbegrenzbare, unendliche, absolute, ewige Zentrum, das Subjekt, die Fülle, von allem unabhängig, doch alles erfüllend. Nichts ist ihm äusserlich; auch für uns ist es nicht etwas Äusseres und kann daher weder körperlich noch mit dem menschlichen Verstand wahrgenommen oder äusserlich erlangt werden. Was äusserlich wahrgenommen oder erworben werden kann, ist ein Ding unter anderen Dingen. Gott jedoch ist kein solches Ding unter anderen und darum auch nicht wie die Dinge dem Wechsel und Vergehen unterworfen. Da die Wahrheit oder Gott oder die Liebe oder das Licht nichts Objektives und auch nichts Äusseres ist, sind Seine sich selbst offenbarenden Werte, Sein grundlegendes Wesen oder Frieden, Freude, Kraft, Schönheit und Vollkommenheit auch nicht Gegenstände unter anderen, nichts Äusseres und darum auch nicht von aussen her erreichbar. Sie können niemals durch irgendwelche äusseren Dinge oder Menschen gefunden werden, auch wenn diese als Spiegel dienen mögen, um unsere Aufmerksamkeit auf die Wahrheit, das Selbst, den Geist, das Göttliche in uns zu lenken und uns zur Erfahrung jenes Friedens, jener Freude und jener Kraft gelangen zu lassen, die Gott oder die Wahrheit in sich trägt. Frieden, Freude und Kraft allein im äusseren Bereich zu suchen, wird ganz vergeblich sein und uns Illusionen nachjagen lassen. Kein Mensch der wahren Erkenntnis aber läuft Illusionen nach oder lässt sich von einem Irrlicht verführen.
Die Wahrheit oder Gott, Geist, Friede, Freude, Kraft oder Vollkommenheit sind alle weder gegenständlicher Natur noch sind sie äusserlich, obwohl sie in gewissen Zuständen ihrer Erscheinungsweise auch in äusseren Gegenständen zum Ausdruck kommen und ihre Offenbarungsformen äussere Dinge sind. Liebe ist subjektiv, unsichtbar und nicht äusserlich; doch die Art und Weise, wie sie sich in den von ihr verliehenen Gaben offenbart, ist äusserer Natur und sichtbar. Das Unsichtbare ist die Quelle des Sichtbaren, des Äusseren, des Objektiven. Unter allen Menschen auf Erden, seien sie gross oder klein, findet nur jener, dessen inneres Wesen eins mit der Wahrheit oder Gott ist, sein Leben bereichert und durch den unerschöpflichen Gehalt dieser Wahrheit genährt."
Doch dieser Bereich der Wahrheitserfahrung bildet nur einen der Bereiche der geistigen Erfahrung Swami Omkaranandas. Wahrheit ist nicht nur das unpersönliche Absolute, das Sein mit den unermesslichen Attributen des Friedens, der Freude, der Kraft und der Schönheit, sondern ist auch der persönliche Gott, mit dem der Swami im täglichen Leben dynamische und innige persönliche Beziehungen pflegt. Die Wahrheit umfasst in sich die unpersönlichen und persönlichen Aspekte des Göttlichen und transzendiert beide. Diese Tatsachen und die grossartige Befähigung, die eigene Erfahrung zu analysieren und zu beschreiben, wo immer es das Bedürfnis einer sich entwickelnden Menschheit erfordert, sowie aus den Tiefen seines unerschöpflichen geistigen Wissens heraus die Fragen eines jeden Wahrheitssuchers zu beantworten, welcher Kultur, Religion, Nation und Entwicklungsstufe er auch angehört, das lässt Swami Omkarananda zu einer der grössten geistigen Autoritäten unserer Zeit werden. Neben anderem sind es seine meisterhafte Beherrschung zahlreicher Methoden zur Gott- und Wahrheitserfahrung, seine wissenschaftliche Veranlagung, seine philosophische und logische Diszipliniertheit, seine weitgehende Kenntnis westlicher wie östlicher Kultur, sein Vertrautsein mit fast allen Wissensgebieten, die ihn zum genialen geistigen Freund und Lehrer der Menschheit qualifizieren und zur Entfaltung eines umfangreichen Dienens in kürzester Frist befähigen. Doch über allem wird in seinem Leben und Wirken sichtbar, dass er von der Wahrheit, die er in sich trägt, sanktioniert und beglaubigt ist.
Dies hier ist nur eine kleine Auswahl aus dem Werk eines Weisen, der schon in seinen Zwanziger Jahren von bedeutenden Gelehrten des Ostens wie des Westens als die grösste aller lebenden geistigen Persönlichkeiten der Welt bezeichnet wurde. Wenige Leser dürften sich dem erhebenden und vergeistigenden, überaus anregenden Einfluss dieses Buches entziehen können, das dem Suchenden Hilfe sein möchte auf dem Weg von Ruhelosigkeit zu Frieden, von Schwäche zu Stärke und von der Last und Bürde des Alltags zu immerwährender Freude.
Wenige Bücher dürften heute auf dem Buchmarkt oder in den Bibliotheken der ganzen Welt zu finden sein, die dieses Thema in einer vergleichbaren Weise behandeln und in denen die Worte Friede, Freude und Kraft einen ähnlich tiefen Gehalt offenbaren, um dem täglichen Leben erhebende Kraft und Fülle zu verleihen. Friede, Freude und Kraft werden hier zu ihrem letzten Urgrund zurückverfolgt. Sie werden im ganzen Reichtum ihrer Bedeutung offenbar gemacht, der ihnen innewohnenden Fülle und lebendigen Schönheit, die sie jenem als Grundlage ihres täglichen Erlebens enthüllen, der sie am rechten Ort sucht, und durch jene Methoden, die dieses Buch ihm zu diesem Zwecke darbietet.
Dr. phil. H.-R. Eckert
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Wie überall die Erfahrung des Alltags tragischerweise zeigt, sind die Freuden des Lebens flüchtig und ziehen oftmals unerwünschte Folgen nach sich. Die bleibende und immer neu aus sich selbst hervorquellende Freude erlangen wir aus den Dimensionen höchsten Bewusstseins, die innerhalb der Reichweite unserer Erfahrung - hinter der psychologischen Persönlichkeit und oberhalb des unbewussten Bereichs - liegen. Solche Freude ist die tiefste und zugleich wahrste, denn sie ist das eigentliche Wesen unseres Seins und darum allein fähig, die Freuden des Lebens von ihrer Vergänglichkeit und ihren unheilvollen Nachwirkungen zu befreien und sie zu einem Teil der bleibenden, unbegrenzbaren Freude zu machen. Auch die durchdringendste Freude, der wir im Alltag der Sinneserfahrung begegnen, hat nur die allerleiseste und flüchtigste Berührung mit dieser unbegrenzbaren Freude in unserer inneren Existenz. Die Freude ist indessen nur eines der Attribute jener Existenz, jenes eigentlichen Seins oder jener göttlichen Wirklichkeit. "Friede, Kraft, Schönheit und Vollkommenheit sind die übrigen", sagt Swami Omkarananda.Die Frage ist nun: Lässt sich diese Freude hier im irdischen Dasein verwirklichen? Die Antwort liegt im Autor selbst. Sein Dasein legt beredtes Zeugnis davon ab, dass sie auf Erden erfahrbar ist und dass es sich lohnt, diesen Höhenweg zu gehen. Dieser führt in Regionen, in denen die Seele befreit aufatmet, in denen die Erkenntnis aufleuchtet und das Bewusstsein aus dem innersten Quellgrund heraus wahren Frieden, Kraft und Freude schenkt.
Erhobenen Geistes zu sein, bedeutet Freude. Diese bedarf keines lauten Ausdrucks; sie kann umso intensiver schwingen, je leiser sie ist. Mit der Höherentwicklung des Bewusstseins verstärkt sich die Verbindung mit dieser Quelle. Die Belohnung für die geistige Bemühung ist unermesslich, denn der Sonnenschein der Gottesfreude wird uns allein durch die Wolken menschlicher Kleinheit und Enge, durch menschlichen Irrtum abgeblendet. Die Freude ist ein wesenseigenes Merkmal des Göttlichen - allerdings ein so tiefverborgener Aspekt, dass er unserer Zeit fast gänzlich zu entgehen scheint. Das Wesentliche aber ist: diese Freude welkt nicht, verblasst nicht, vergeht nicht. Die Stärke, die wir aus ihr gewinnen, ist auf unerschütterlichen Grund gebaut. Sie kennt kein Altern. Dies ist nicht der Weg der Masse, jedoch begehbar.
Dass diese Freude, dieser Friede und diese Kraft aufgrund ihrer innigen Verwurzelung und organischen Beziehung im Menschen jedem offenstehen, ist so eindeutig klar, dass der Verfasser in einer seiner Reden sagen kann: "Die Tatsache, dass mein Friede unzerstörbar ist und auch unter schlimmsten Bedingungen standhält, dass meine Freude aus sich selbst hervorquillt, von allem Äusseren unabhängig in sich selbst gegründet, und dass meine Kraft einzig und allein aus meinem beständigen Gewahrsein der allmächtigen Gottheit abgeleitet ist, gehört zu den normalen Kennzeichen meiner täglichen Erfahrung, kann aber genau so auch zu Deiner Erfahrung werden, da Du ebenso wie ich ein Selbstausdruck der Wahrheit bist. Aus dieser Wahrheit und in dieser Wahrheit lebst Du." Worte können trügen, nicht aber das tägliche Leben und Sein eines Menschen, das einer ganzen Anzahl von Schülern aus nächster Nähe des Alltags bekannt ist und uns darum die Wahrheit dieser Worte verbürgt.
Auf dem Wege über die Vernunft und tiefere Erfahrung der sich selbst erhellenden Erkenntnis und durch die Logik wachsender Bewusstwerdung, über die Schwingung hingebender Liebe und durch ein Leben, das aus der Kraft und Grösse umwandelnder Ideale und Werte gelebt wird, ergeht an uns die Einladung, in all unserem Tun und Erleben - unter allen Umständen - an diesem bleibenden Frieden, dieser stillen inneren Freude und dieser nie versagenden Kraft teilzuhaben.
Ostern 1971 Dr. med. C.-E. Wetter
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Mache die Stille, den Frieden, die Freude und Kraft des Tiefschlafzustandes zur dauerhaften Bedingung Deines wachbewussten Tuns und Erlebens im Alltag.So, wie sich das Eis in den Wasserzustand zurückverwandelt, kann auch das Bewusstsein des Menschen in den ihm natürlichen und eigentlichen Zustand des Unbedingten und der göttlichen Wirklichkeit des unermesslichen Friedens, des Glückes, der Erkenntnis, der Kraft und des Gesegnetseins eingehen.
Aus dem Wachzustand, der durch Mühen und Nöte, durch Probleme und Prüfungen, Pflichten und Anforderungen gekennzeichnet ist, tritt der Mensch in den Tiefschlafzustand ein, der voll Stille, voll Frieden, voll Glück und Stärke ist. Nehmen wir ein Beispiel: Thomas ist ruhelos und in viele Schwierigkeiten verstrickt. Nun hat er Fieber, und seine Sorgen bringen ihn fast um. Er versinkt in tiefen Schlaf. Jetzt ist seine Ruhelosigkeit verschwunden. Auch das Fieber wird nicht mehr empfunden, und seine Sorgenlast hat er zurückgelassen. Sein Bewusstsein ist in die ihm wesenhaft eigene, unbegrenzbare Existenz eingegangen, und infolgedessen lebt er, obschon er sich dessen nicht bewusst ist, in tiefer Stille, im Frieden, im Glück und in der Kraft.
Wie jeder andere, so trägt auch Thomas in sich selbst das eine Sein. die eine Existenz. die fundamentale und höchste Wirklichkeit, in die er im Tiefschlaf eingeht, um so zeitweilig von allen Problemen und Kümmernissen frei zu werden - wenn auch nur so lange, als der tiefe Schlafzustand andauert. Doch während dieser Zeit findet er Befreiung von seinem Unglücklichsein, von dem Erleben des Fiebers, von seinen niederdrückenden Sorgen - nicht indem er in einen Himmel über den Wolken entflieht,noch indem er seinen physischen Körper ablegt, wie im Tode, sondern während er lebt, in einem besonderen Zustand seines Bewusstseins, dem Tiefschlaf.
In diesem Tiefschlafzustand hat Thomas nicht nur seine Sorgen und Kümmernisse vergessen, sondern er ist auch den Dimensionen von Raum und Zeit entflohen. Er weiss weder, welche Stunde des Tages es ist, noch sind ihm räumliche Verhältnisse bewusst, während all die anderen, die sich um Thomas her aufhalten, manchmal friedlich und manchmal ruhelos sind. Sie sind sich der dahinfliessenden Zeit, der wechselnden Umstände und ihrer Probleme bewusst. Ruhelos und unbefriedigt laufen sie Freuden nach, die ihnen wieder entfliehen, und wenn sie dauerhaft sind, dann nur mit negativen Auswirkungen. Von diesem Wechselspiel der Erfahrungen ist Thomas nun befreit. Wodurch? Durch sein Versinken in den Zustand tiefen Schlafes - durch seine Berührung mit jener unbegrenzbaren Existenz, durch die sein Bewusstsein in den ihm eigenen und wesentlichen Zustand der Stille, des Friedens, der Freude und Kraft im grenzenlosunermesslichen Sein des inneren Wesens einkehrte.
Ein grober, vorschneller Verstand mag diesen Tiefschlafzustand mit dem Zustand des Todes vergleichen. Ein solcher Vergleich ist insofern unberechtigt, als Thomas auch im tiefsten Schlafe lebt und atmet und sich, obschon ohne sein Gewahrsein, in tiefer Stille, in Frieden, in Freude am Ursprung der Kraft aufhält. Er befindet sich nur in einer anderen Dimension des Seins, die dem Menschen gemässer ist als die Dimension des Wachbewusstseins, welche durch Begrenzungen aller Art gekennzeichnet ist.
Das Problem aller Probleme oder der ganze Sinn und Zweck des Lebens ist, diese Stille, diesen Frieden, dieses Glück und diese Stärke, die im tiefen Schlaf unbewusst erlebt werden, unter allen Verhältnissen im wachbewussten Erleben andauern zu lassen. Selbst dann noch, wenn Du den grössten Anforderungen und Prüfungen ausgesetzt bist, wirst Du damit zum Meister über das Leben und seine Umstände, bleibst immer frisch, immer friedlich, freudig und dynamisch, bist niemals müde, gepeinigt oder verzweifelt, selbst wenn Dir die Last der ganzen Menschheit mit all ihren Kümmernissen überantwortet wäre. Dann nur erreicht Deine überlegende, forschende Vernunft und Unterscheidungskraft ihre höchste Vollendung, so dass Du, als ein wahrhafter Philosoph und Weiser, als eine erleuchtete Persönlichkeit von hohem Wert für die Menschheit betrachtet werden kannst. Das ist das höchste Ziel der Kunst und Wissenschaft des Lebens auf Erden. Das ganze Leben soll eine Freude sein; es wurde uns nicht zuteil, um neben ein wenig Vergnügen viel Kummer zu haben.
Jeder auf der Welt, ob gross oder klein, ob Mann oder Frau, ob reich oder arm, ob jung oder alt, ob mehr oder weniger begabt, trägt in sich den Spender höchsten Friedens, der Freude und Kraft. Jeder unter der Sonne Geborene ist Träger dieses Hintergrunds, dieses alles erhaltenden, inneren Seins, der unendlichen Stille, des Friedens, der Freude, der Schönheit und Vollkommenheit. Das Mass unseres Friedens, unserer Freude und unserer Kraft im täglichen Leben beruht auf dem Ausmass, in dem wir bewusste Beziehungen zu diesem grenzenlosen inneren Sein aufgenommen haben. Innige Berührung mit diesem Sein im Inneren im tiefen Schlafzustand - auch wenn er noch so unbewusst ist - bedeutet tiefen Frieden und tiefes Glück, während uns ein flacher Schlaf nur oberflächliche Ruhe und Stärke vermittelt. Ein inniger und bewusster Kontakt mit dem inneren Sein im Meditations oder Erleuchtungszustand, in erhabenen Zuständen erhöhter Erkenntnis oder grossen liebenden Verstehens, bedeutet bewusste Erfahrung von Frieden, Freude und Kraft inmitten des Alltags mit seinen vielfältigen Anforderungen. Dieses innere Sein voll grenzenlosen Friedens, voll Freude, Bewusstsein, Schönheit und Vollkommenheit bezeichnet der Heilige als Gott, der Weise als Wahrheit, der Philosoph als das Absolute, der Künstler als Schönheit, der grosse Wissenschaftler als die höchste Intelligenz, der Gläubige als den himmlischen Vater, als Reich Gottes oder als Christus in uns.
Keinem Menschen, wer immer er sein mag, ist vom höchsten Sein dieser innere Friede, dieses Glück und diese Kraft versagt. Jeder kann überall, zu jeder Zeit und in jeder Lage zur Erfahrung des grossen Friedens, der Freude und Stärke, die aus diesem Sein hervorgehen und die im Zustand tiefen Schlafes unbewusst sind, gelangen. Sie ist auch während der Arbeit im bewussten Verstehen und Erleben berührbar.
Eine Mutter, die gerade ihre einzige Tochter verloren hat, versinkt in tiefen Schlaf und wird so von ihrem unerträglichen Leid befreit. Ein bekannter Leiter einer der grössten Industrieunternehmen der Welt wird von fast nicht zu bewältigenden geschäftlichen Anforderungen bedrängt; auch er geht in eine Dimension unbewussten Friedens, der Freude und Kraft ein, sobald er in Tiefschlaf versinkt. Ein Mensch höchsten geistigen Verständnisses und grosser Weisheit, Liebe und Erleuchtung dagegen, wird auch angesichts ganz besonders tragischer Umstände, auch unter Prüfungen, die jeden anderen an Geist und Seele vollkommen zerrütten würden, durch seinen bewussten inneren Kontakt mit dem Sein allen Seins in ihm in unbeschreiblichem Frieden, voll innerer Freude und Kraft bleiben.
Jeder Mensch birgt in sich einen Ort der Befreiung, in den kein Kummer einzudringen vermag. Dieser ist das Zentrum, das jedem Freiheit von aller Begrenzung gewährt. Wo gäbe es ein atmendes Wesen, das nicht diesen höchsten Befreier in sich trüge, der zum grenzenlosen Frieden, zur Freude, zur Freiheit, zur Kraft und Vollkommenheit führt? Wer könnte auch nur atmen oder leben, wenn dieses höchste Zentrum der Freude nicht in ihm wäre? Können wir leben ohne das, was Existenz, Wahrheit, Gott, Urquell der Freude, des Friedens, der Erkenntnis und Freiheit, allen Lichtes und Gesegnetseins genannt wird? Dies sollten wir erkennen und verstehen lernen; dieser Kontakt sollte bewusst hergestellt werden - nicht nur allein durch den tiefen Schlaf.
Die völlige Befreiung von allen Schmerzen, Kümmernissen, Sorgen, Problemen und Begrenzungen, die uns im tiefen Schlaf zuteil wird, ist jedoch nicht begehrenswert, obschon zeitweilig willkommen; denn der Schlafzustand ist durch Unbewusstsein gekennzeichnet, und ein Mensch, der reich oder glücklich ist, ohne es zu wissen, ist nicht wirklich reich oder glücklich, da er ja nicht weiss, was er ist oder was er erlebt. Unwissenheit ist Tod; Erkenntnis ist Leben. Abgesehen von diesem wesentlichen Mangel, der in der Unbewusstheit liegt, ist der Schlafzustand vergänglich, er hält nicht an und nimmt ein Ende. Schwerwiegender jedoch ist, dass Friede, Glück und Stärke, die der Tiefschlafzustand mit sich bringt, nur Aufschub, jedoch keine echte Lösung unserer Sorgen und Probleme bedeutet. Sobald wir erwachen, bedrängen uns alle Kümmernisse und Fragen von neuem.
Nicht der Schlaf, nicht irgend ein unbewusster Zustand, weder irgend eine Art der Sucht und Betäubung noch der Tod, sondern tiefstes Verstehen, Erkenntnis, Erleuchtung und Erfahrung sind die Antwort auf das Problem des Lebens. Der Schlaf ist nicht dazu da, um Probleme zu lösen oder um den Forderungen des Lebens und der Welt, die uns von der höchsten Wahrheit gestellt werden, auszuweichen; er ist nicht dazu geschaffen, bleibende Erkenntnis, Freiheit, Frieden, Glück und Vollkommenheit zu gewähren. Die Natur versetzt den Menschen in den Schlafzustand, um ihn näher an das innere Sein heranzuholen und seine Kräfte und die Harmonie des gesunden Organismus zu erneuern.
Das Sein, die Existenz, ist die Quelle allen Friedens, aller Freude, aller Kraft und Erfüllung Der Weise lebt von innen heraus. Er lebt aus den Tiefen des Friedens, der Freude, der Erleuchtung. Jener, der nicht weise ist, lässt sich von der Oberfläche des Lebens gefangennehmen. Er verstrickt sich in den Kreislauf der psychologischen Erfahrungswelt, in der ein Übel dem nächsten die Hand reicht. Er lässt sich von seinem seelischen Erleben beherrschen, anstatt sich, wie der Weise, darüber zu erheben. Die Antwort auf das Rätsel des Lebens liegt in der Erleuchtung, und Erleuchtung liegt innerhalb der Reichweite eines jeden Menschen, der sich darum bemüht, genau so wie das Glück des tiefen Schlafes für jeden Menschen erreichbar ist. Erleuchtung ist unbegrenzter Friede, Kraft, Freude und Gesegnetsein. Sie ist die Quelle aller grössten und dauerhaften Werke, aller schöpferischen, aufbauenden und wirklich förderlichen Arbeit, die der Menschheit über Jahrtausende hinweg Bereicherung schenken.
In Dir liegt der unbedingte und unendliche Friede, das unendliche Glück. In Dir ist die unendliche Wirklichkeit. In Dir ist das höchste Reich göttlichen Seins und Bewusstseins. Es befreit Dich von allen menschlichen Bedingungen und giesst Dir jede denkbare göttliche Eigenschaft, Fähigkeit und Erfahrung ein. Ein Schlafender gelangt unbewusst in diese zentrale Welt des Friedens und der Freude, während der Mensch der Erkenntnis und Kontemplation, der an die Wahrheit Hingegebene, der Gottliebende, der aus der Erleuchtung heraus Grosses vollbringt, bewusst in diese eintritt, um dann, inmitten aller Arbeit, aus jenem Frieden heraus zu leben, der alles Verstehen übersteigt, aus jener Freude, die unerschöpflich und von allem unabhängig ist, aus jener Kraft, die über allen Kräften steht, aus jener Freiheit, die alle anderen Freiheiten überragt. Jede andere Freiheit, Kraft, Freude, jeder andere Friede ist nur eine abgeleitete, begrenzte, unverlässliche Form. Ausser in der zentralen Existenz im Inneren, in diesem göttlichen Bereich, in der Wahrheit, gibt es keine unbegrenzte Freiheit, keine von allem unabhängige Freude, keine alles besiegende Macht, keinen immerwährenden Frieden und keine alles zur Erfüllung bringende Vollkommenheit.
Im Wissen, dass es sich um den Schatz aller Schätze, das Wunder über alle Wunder handelt, gehen einige ganz bewusst in seine unendliche schöpferische Stille, Schönheit und Freude ein, durch besondere kontemplative Zustände, durch innige göttliche Hingabe oder durch das Wirken höchster Genialität und Weisheit voll Liebe, Güte, Dienst- und Opferbereitschaft, welche die innere Umwandlung vollziehen. Einige betreten seinen unerschöpflichen Quellgrund voll Frieden, Freude und Erleuchtung, indem sie ihr Bewusstsein von dem Gewahrsein aller Begrenzungen freimachen und es in der Wirklichkeit ihres Inneren aufgehen lassen, genau so wie der Schlaf das Bewusstsein des Schläfers vom Körper, von der Umgebung, vom äusseren Leben befreit und in der Stille des inneren Seins verweilen lässt.
Im Tiefschlafzustand berührt jeder Mensch auf der ganzen Welt die gleiche innere Existenz, das gleiche innere Sein und findet während dieser Zeit völlige Befreiung von den Belästigungen, die das Leben mit sich bringt. Das Kind, die Frau, der Mann, der Vogel und die Vierbeiner - sie alle kennen den Schlaf und gehen auf diese Weise in eine Welt der Stille und des Glücks ein. Und doch sind sich nur wenige dieses Zustandes bewusst, selbst nicht beim Aufwachen, es sei denn durch eine vage Erinnerung: "Ich befand mich in einem tiefen, friedlichen, glücklichen Schlaf."
Je mehr wir von diesem inneren göttlichen Sein, das wir mit jedem anderen Wesen im Universum teilen, erkennen und wissen, umso stärker werden unsere Intelligenz, unser Charakter, unsere Persönlichkeit, unser ganzes Leben. Wir werden dann nicht mehr von den Launen des Schicksals und der Umstände umhergetrieben. Denn dann sind wir weise, und etwas vom Wesen und Charakter des göttlichen Seins in uns fängt an, sich in unserem täglichen Leben und Verhalten auch nach aussenhin kundzutun.
So sind wir also zuerst und zuletzt im tiefsten Grunde jene zentrale Existenz, die vom Schlafenden unbewusst berührt wird, damit sein Körper die für ihn notwendige Erholung findet, sich sein psychologisches Wesen beruhigt und seine ganze Seele sich an jenem Glück labt, nach dem sie sich sehnt, denn in Wahrheit ist dieses Sein, das von Menschen hoher Weisheit und Liebe bewusst berührt wird, unser eigentliches Wesen.
Während sich alles innen und aussen ändert, bleibt das innere Sein des unendlichen Friedens, der Freude, der Kraft, der Freiheit, des Reichtums und der Vollkommenheit unwandelbar dasselbe. Es ist das einzige, worauf wir uns verlassen können, auf das wir angewiesen sind und von dem alles, was Wert hat, selbst der Atem unseres Lebens, abhängt. Unsere Körper sind dem Wandel unterworfen, und damit vergehen Glück und Stärke. Auch die menschliche Umgebung wandelt sich. Um Frieden und Kraft zu erlangen, dürfen wir uns nicht auf menschlichen Reichtum verlassen. Auch auf das menschliche Gemüt lässt sich nicht vertrauen, denn es hat seine Launen. Und unsere Sinne bringen uns nicht nur Vergnügen, sondern auch Pein.
Aber das innere Sein bleibt immer das gleiche grossartige Königreich voll unendlicher Stille, voll Licht, Freiheit, Freude, Frieden, Schönheit, Macht und Vollkommenheit. Wäre es dem Wandel unterworfen, würde Thomas im tiefen Schlaf heute Stille und Frieden, morgen Ruhelosigkeit und Kummer erleben, und einen Tag später vielleicht wieder etwas anderes. Wäre dieses dem Wandel unterworfen, dann würde auch der Meditierende oder der Weise, der Erleuchtete im inneren Kontakt mit diesem Sein heute Glück und morgen Schmerz und dann wieder etwas anderes erleben. Etwas Vergleichbares ist der menschlichen Erfahrung unbekannt. Jeder Kontakt mit diesem inneren Sein, sei es im Schlaf oder im bewussten Gewahrsein, bringt immer nur tiefe Ruhe, Stille, Frieden, Freude und Stärke hervor. Das war immer so und wird immer so sein. Unter allen Umständen legt diese Berührung Zeugnis ab von einem Sein, das voll unendlicher Stille und Freude, Erkenntnis und Freiheit ist - von einer ewig unwandelbaren Wirklichkeit endloser göttlicher Vollkommenheit. Sie bleibt dieselbe im Sünder wie im Heiligen, im Glücklichen wie im Unglücklichen, im Grossen wie im Kleinen, im Jungen wie im Alten.
Nur was absolut vollkommen ist, kann die unwandelbare Wahrheit sein, von der die Bibel als dem Fels spricht, auf den wir unser Leben bauen sollen. So lange wir nicht zu einer tiefen Erkenntnis dieser inneren Existenz, dieser göttlichen Wahrheit, gelangen, fehlt es unserem Leben am eigentlichen Gehalt, ganz gleich, wie intelligent und stark, wie reich und mächtig wir sonst sein mögen. Wer nicht in dieser oder jener Weise die Gnade dieser grossen, wunderbaren göttlichen Wirklichkeit besitzt, muss irgendwann einmal zusammenbrechen.
Wie entgeht Thomas seinen schrecklichen Bedrängnissen? Indem er unbewusst im Tiefschlafzustand in Beziehung zu diesem inneren Sein tritt. Wie gelangen Heilige, Weise, Mystiker - alle erleuchteten und edlen Menschen über die Begrenzungen des Lebens hinaus? Durch bewusste Vereinigung mit dieser zentralen Wirklichkeit. Angenommen nun, Thomas wäre sich dieses inneren Seins - der unendlichen Stille, des Friedens, der Freude, der Macht, der Erkenntnis und Vollkommenheit - bewusst und seiner auch im Wachzustand gewahr, auch inmitten aller Anforderungen und Herausforderungen des Lebens - wie würde er dann auf seinen kränklichen Körper, seine ihn bedrängende Umwelt und seine Welt voller Begrenzungen reagieren? Er würde sich sicherlich sagen: "Ich bin weder der Körper noch seine Krankheit. Ich bleibe unberührt von der Umgebung, in der ich lebe. Ich habe das Leben, die Materie und die Welt überwunden. Mein Leben ist ohne Ende. Meine Freude, mein Friede und meine Freiheit sind grenzenlos. Ich bin furchtlos und unendlich gesegnet in der Wirklichkeit aller Wirklichkeiten. Ich habe die höchste Dimension meines Seins entdeckt, in ihr besitze ich alles."
So wollen wir um tiefere Erkenntnis ringen und bewusste Beziehungen zu diesem göttlichen Sein suchen. Es gibt Menschen, die sich vom Zorn oder vom Ehrgeiz treiben lassen; wieder andere sind von Neid und Eifersucht besessen oder von Angst und Unwissenheit. Wir aber wollen uns völlig von diesem inneren Sein ergreifen lassen und all unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen, unser ganzes Leben aus dieser Stille, diesem Frieden, diesem Licht, dieser Freiheit, Freude und Kraft fliessen lassen. Der Wert, die Würde. die Kraft und Grösse unseres Lebens beruhen auf der inneren Erkenntnis und Erfahrung unseres innersten göttlichen Seins.
Der Sieg gehört der Liebe, der Wahrheit, der Güte, dem ernsten und ehrlichen Tun. Siegen werden weder Nationen noch Gruppen, weder Sekten noch Rassen; vielmehr gehört der Sieg der Liebe im Herzen des Menschen, der Wahrhaftigkeit des Lebens, der ehrlichen Arbeit, dem hohen Streben und Ringen der Menschenseele.Lange schon sucht der Mensch nach Frieden und hat ihn doch nicht gefunden. Unzählige Kriege sind geführt worden, und auch heute ist die Menschheit noch nicht von diesem Übel befreit. Frieden ist der Menschheit etwas Fremdes. Der Friede, den sie kennt, ist zerbrechlich wie Glas und wird von jedem Windhauch umgestossen.
Der Mensch hält Ausschau nach Ruhe, Einsamkeit und Stille. Doch selbst wenn er sein Haus an einem einsamen Berghang baut, bleibt er nicht von Lärm verschont, denn Flugzeuge brausen über ihn hinweg. Und wenn die äussere Umgebung still und friedlich ist, so herrscht in seinem Herzen wie in seinem Denken doch kein Friede.
Sage daher nicht: "Kriege sollen abgeschafft werden." Gehe nicht umher und mache Propaganda gegen den Krieg. Du kannst damit nur Dein Leben vergeuden. Sieh jedoch zu, dass kein Krieg in Deinem Inneren sei - und Du kannst sicher sein, dass in der äusseren Welt weniger Krieg sein wird. Millionen Menschen auf der Welt sagen täglich, dass es keinen Krieg geben solle; doch das ist nicht der Weg, um dem Krieg ein Ende zu bereiten. Der Krieg im Herzen eines jeden Einzelnen muss enden, ehe den Kriegen auf der Welt Einhalt geboten werden kann. Sieh also zu, dass in Deinem Inneren, in Herz und Seele kein Krieg herrsche.
Was geschieht, wenn wir uns als Weltverbesserer betätigen? Wir gehen darüber selbst verloren. Halten wir uns andererseits an Gott, werden wir stärker und stärker. Gottes Gnade fliesst durch uns und vollbringt Wunder, während wir mit unseren eigenen Kräften und Fähigkeiten, unserer eigenen Klugheit und unseren eigenen Möglichkeiten niemals Frieden stiften können.
Der Sieg gehört der Liebe, der Wahrheit, der Güte, dem ernsten und ehrlichen Tun. Siegen werden weder Nationen noch Gruppen, weder Sekten noch Rassen; vielmehr gehört der Sieg der Liebe im Herzen des Menschen, der Wahrhaftigkeit des Lebens, der ehrlichen Arbeit, dem hohen Streben und Ringen der Menschenseele.
Lange schon sucht der Mensch nach Frieden und hat ihn doch nicht gefunden. Unzählige Kriege sind geführt worden, und auch heute ist die Menschheit noch nicht von diesem Übel befreit. Frieden ist der Menschheit etwas Fremdes. Der Friede, den sie kennt, ist zerbrechlich wie Glas und wird von jedem Windhauch umgestossen.
Der Mensch hält Ausschau nach Ruhe, Einsamkeit und Stille. Doch selbst wenn er sein Haus an einem einsamen Berghang baut, bleibt er nicht von Lärm verschont, denn Flugzeuge brausen über ihn hinweg. Und wenn die äussere Umgebung still und friedlich ist, so herrscht in seinem Herzen wie in seinem Denken doch kein Friede.
Sage daher nicht: "Kriege sollen abgeschafft werden." Gehe nicht umher und mache Propaganda gegen den Krieg. Du kannst damit nur Dein Leben vergeuden. Sieh jedoch zu, dass kein Krieg in Deinem Inneren sei - und Du kannst sicher sein, dass in der äusseren Welt weniger Krieg sein wird. Millionen Menschen auf der Welt sagen täglich, dass es keinen Krieg geben solle; doch das ist nicht der Weg, um dem Krieg ein Ende zu bereiten. Der Krieg im Herzen eines jeden Einzelnen muss enden, ehe den Kriegen auf der Welt Einhalt geboten werden kann. Sieh also zu, dass in Deinem Inneren, in Herz und Seele kein Krieg herrsche.
Was geschieht, wenn wir uns als Weltverbesserer betätigen? Wir gehen darüber selbst verloren. Halten wir uns andererseits an Gott, werden wir stärker und stärker. Gottes Gnade fliesst durch uns und vollbringt Wunder, während wir mit unseren eigenen Kräften und Fähigkeiten, unserer eigenen Klugheit und unseren eigenen Möglichkeiten niemals Frieden stiften können.
Es ist ein grosses allgemeines Gesetz, dass es keine Feindschaft auf Erden geben kann, ohne dass Du deren Fortdauer möglich machst. Deshalb sage Dir: "Mein ganzes Leben, mein Atem, mein Geist, meine Gedanken, meine Bewegungen und selbst mein Körper atmen Frieden für die ganze weite Welt. Ich kenne nichts anderes als Frieden. Ich kann nichts anderes als Frieden wünschen. Mein ganzes Leben ist in absoluter Einheit mit dem Frieden, ist ganz auf Frieden gegründet. Ich atme beständig Frieden aus und sende Schwingungen des Friedens nach Osten und Westen, nach Norden und Süden. Nicht nur allen Menschen auf dieser Erde, sondern auch allen anderen Welten sende ich Frieden zu."Der menschlichen Erfahrung entsprechend ist es wahr, dass es Menschen gibt, die sich uns gegenüber feindlich einstellen. Wie lange aber können sie auf ihrer Feindschaft beharren, wenn wir uns nicht nur völlig passiv verhalten und ihnen keinen Widerstand entgegensetzen, sondern sie mit Liebe überschütten, wenn immer sich eine Gelegenheit dazu bietet? Das hat zur Folge, dass sie nicht nur völlig entwaffnet sind, sondern sich schliesslich sogar intensiv und dynamisch für uns einsetzen werden.
Das Beste, was wir tun können, um den Frieden zu sichern, ist, unseren Blick auf Gott zu richten. Schauen wir auf Ihn, verbinden wir uns innerlich mit Ihm, dann kommen Stärke, Licht und Liebe zu uns, und jene, die uns ansehen, finden Frieden, Glück und Kraft. Selbst jene, die in der Welt dem Unrecht Vorschub leisten und das Böse verstärken helfen, werden auf eine ihnen unerklärliche Weise durch eine ihnen unbekannte Macht in Schach gehalten. Sie wissen nicht, von woher und auf welche Weise ihnen Einhalt geboten wird. Dies geschieht darum, weil wir fortwährend Ströme der Liebe und des Segens von uns ausgehen lassen, weil wir mit der göttlichen Gegenwart innige Gemeinschaft pflegen. Aus diesem Grunde gibt es dann weniger Böses, weniger Not und weniger Unglück auf der Welt und dafür mehr innere Stärke und Kräfte der Güte.
Als den wichtigsten Punkt, was das Wohl, den Frieden und die Rettung der Welt betrifft, solltest Du Dir vor Augen führen, wie wunderbar es ist, dass Friede und Glück der Welt von Dir abhängen. Sei Dir auch immer bewusst, dass menschliches Sinnen keinen Frieden zu geben vermag. Denn das menschliche Gemüt schafft Zweifel, Schwierigkeiten, Missverständnisse und Streit. Durch menschliche Kraft lässt sich auf dieser Welt niemals Frieden schaffen. Er muss aus Deinem inneren Bewusstsein hervorgehen. Das innere göttliche Bewusstsein allein kann das zuwege bringen.
Gott ist die Ursache, der Mensch die Wirkung. Als solche wiederum hat er keine Stärke, keine Kraft, kein Leben, keine Freude und keinen Frieden, solange die Beziehung zur Ursache nicht bewusst aufgenommen wird. Der Mensch kann das himmlische Königreich bewusst erfahren und es hier auf Erden Wirklichkeit werden lassen. Sobald wir den Vorhang zerreissen und durch den Schleier, der uns die Wahrnehmung des Himmlischen verhüllt, hindurchblicken, erkennen wir es als schon gegenwärtig. An jedem beliebigen Ort kann es zu uns kommen. Wo immer wir der Gottesgegenwart bewusst sind, wo immer wir unser inneres Sein vom Glauben, von der Hingabe an Gottes Gegenwart erleuchten lassen, erfahren wir das Göttliche und erfreuen uns eines Lebens im himmlischen Reich. Hier und jetzt ist es jedem von uns möglich, das innere Bewusstsein in höhere Zustände und Bedingungen unseres Seins zu erheben und das Antlitz des allgegenwärtigen und allwissenden Gottes unmittelbar zu erschauen. Hier, in diesem Punkt des Raumes, ist Gott als die raumlose Dimension zugegen. In diesem Augenblick ist Gott als das zeitlose Sein gegenwärtig. Es gibt keinen Ort, an dem Er nicht zugegen wäre. Es gibt keinen Umstand und keine Lage, in der Er nicht erfahren werden könnte. Der Mensch ist eine Manifestation Gottes und besitzt darum strukturelle und organische Beziehungen zu Gott.
Die Bibel sagt: der Mensch ist nach dem Bilde Gottes erschaffen. Sie sagt nicht, dass er ein kompliziertes Wesen mit vielen verschiedenen Trieben, Instinkten und Neigungen sei. Sie erklärt kühn und bestimmt, dass der Mensch nach dem Bilde Gottes erschaffen ist. Damit ist nicht ein Bild nach Art der von Menschenhand geformten Kunstwerke gemeint. Das Bildwerk, das ein Künstler formt, ist ausserhalb von ihm und etwas anderes als er. Skulpturen sind der Zeit, dem Raum, dem Wandel unterworfen und niemals mit dem Bildhauer selbst identisch. Gott aber hat den Menschen nach Seinem eigenen Bild gemacht. Er nahm Sein eigenes Wesen zum Vorbild. Er legte Sein eigenes Sein in ihn. Mit Seinem ganzen unendlichen Bewusstsein, mit allen Kräften und Möglichkeiten weilt Er in dem Abbild, das Er geschaffen hat. Darum sagt Jesus: Das Himmelreich ist in euch.
Wo in uns ist dieses Königreich des Himmels? Nicht in unserem psychologischen Wesen, das voll Unvollkommenheiten und Begrenzungen ist, noch in unserem Unter- oder Unbewussten, das ebenfalls seine Grenzen und schweren Mängel hat. Wo also ist das Königreich in uns? Es ist im Bildnis Gottes in jedem Menschen. Darum spricht die Bibel vom menschlichen Körper als dem Tempel Gottes. Dieses Bild Gottes ist in jedem von uns. Es ist kein totes Bild. Es ist voll vom Bewusstsein Gottes. Es steht immer, auch ohne unser Wissen und Gewahrsein, in vollkommener Verbindung mit dem Göttlichen. Darum ist es uns auch näher als unser Atem. Gott ist uns näher als unser Blut und unser Gebein, und nichts vermag uns jemals von Ihm zu trennen.
Von grösster Wichtigkeit für alle, die ein normales menschliches Leben führen und den normalen menschlichen Tätigkeiten und Pflichten obliegen, ist, dass es auch unter den Bedingungen des menschlichen Alltags möglich ist, der Erfahrung Gottes näher zu kommen und aus dem unbeschreiblichen Frieden, der Freude und Kraft Gottes heraus zu leben und zu wirken. In uns ist ein Auge des Glaubens, das Ihn uns erkennbar werden lässt. In uns ist eine Liebe, durch die wir Ihn in allen unseren Erfahrungen spüren können. In uns kann sich eine Gabe des Verstehens entfalten, die Ihn für uns fassbar werden lässt.
Um unser Leben mit dem Frieden und der Kraft des Göttlichen zu erfüllen, fangen wir am besten ganz unmittelbar da an, wo wir uns gerade befinden. Sind wir an Haus und Familie gebunden, werden wir uns bemühen, das Heim zum Himmel umzugestalten und in dieser äusseren Welt der Sinneserfahrung zu entdecken suchen, was dem himmlischen Bereich zugehört. Unsere Einstellung zu Familie und Heim soll eine Neuorientierung erfahren. In der neuen Sichtweise gewinnt das Haus neue Bedeutung als ein Ort, an dem Gott wohnt; es wird zu einem Bereich, in dem wir wachsen, uns höherentwickeln und alle edleren Eigenschaften, alle Vorzüge von Herz, Geist und Willen hervorkehren sollen. Wenn wir uns irgendwo ausserhalb des Hauses aufhalten und die Erinnerung an unser Heim in uns aufsteigt, werden wir dieses im Geist als Tempel und Heimstätte Gottes betrachten.
Gott wohnt ja nicht nur in uns, sondern auch in unseren Familienangehörigen. Dies ist die wesentliche und fundamentale Wahrheit über die Welt und über uns selbst. Diese Wahrheit wird durch äussere Unterschiede, Farben, Formen und Namen überdeckt. Darum müssen wir danach trachten, mit dem uns gegebenen Licht eine neue Einstellung zu gewinnen, die tiefer in das eigentliche Wesen aller Menschen und Dinge eindringt. Alles im Haus soll mit dem Göttlichen in deutlichen Zusammenhang gebracht werden. Ganz still und im Geheimen, tief im Inneren unseres Herzens, sollen wir nicht nur Gott im Herzen aller anderen verehren, sondern auch bestrebt sein, dass unsere eigene Gegenwart und unser Lebenswandel selbst die Wände des Hauses mit Geistigkeit aufladen und so eine geistige Atmosphäre schaffen.
Um unseren Geist beständig in erhobenem Zustand zu erhalten und uns an das Göttliche zu erinnern, kann es wertvoll sein, wenn wir Bilder von grossen Heiligen im Hause haben. Auch Schallplatten oder Tonbandaufnahmen können eine geistige Atmosphäre verstärken helfen.
Lade Dich mit unendlicher Stärke, mit Frieden und Freude auf. Erhebe das Bewusstsein und tauche es ins Göttliche ein. Die Materie zieht nieder. Die innere Stärke muss beständig unter Beweis gestellt werden. Auch wenn die äusseren Umstände und Bedingungen schwierig sind und unsere Kräfte herausfordern, sollten wir uns in der Kraft, im Frieden und in der Freude Gottes erhalten. Zu keiner Zeit, unter keinen Umständen sollten wir unserem Übermenschentum, das uns im göttlichen Bewusstsein gegeben wird, eine Absage erteilen. Die Wahrheit aller Wahrheiten besteht in der Tatsache, dass die unendliche Gotteskraft in unserem Inneren wohnt und uns umgibt. Wir sind aus dem Atem des Göttlichen geformt und gebildet. Das ist die zentrale Wahrheit über uns. Der Atem Gottes umgibt uns von allen Seiten. Dieser Atem Gottes ist unendlicher Friede, unendliches Glück, Licht und Liebe. Nichts hält uns davon ab, dieses Königreich des Himmlischen hier und jetzt zu geniessen. Es ist das menschliche Denken, das eine Barriere zwischen uns und dieser Wahrheit aller Wahrheiten errichtet.
Diese Wirklichkeit, das Alpha und Omega aller Dinge zu erkennen, ist die wichtigste Aufgabe im Menschenleben. Diese Erkenntnis giesst unserem Leben nie endenden Segen ein. All die Wunder des Himmelreiches, die ganze unermessliche Gnade Gottes, die das Unmögliche möglich und das Unsichtbare sichtbar, das Unhörbare hörbar, das Unbekannte bekannt macht, die den Himmel zur Erde und die Erde zum Himmel verwandelt, alles ist im Geist, im Odem, im Bildnis Gottes in uns enthalten. Mögen wir sie auch im Herzen aller Wesen erkennen! Sobald wir diese Wirklichkeit erkennen, hören wir auf zu hadern und zu hassen, fangen wir an, den Geist, das Göttliche in den anderen zu lieben und anzubeten.
Wir sind als Abbild des Göttlichen, das heisst nach dem Vorbild und Wesen Gottes selbst erschaffen. Lassen wir diese Tatsache beiseite, dann laufen wir blindlings durch die Welt und begehen Fehler. Wir sind ohne Frieden. Wir verfolgen vergängliche Ziele und sind voll Angst und Ruhelosigkeit, auch wenn wir äusserlich unter den besten Bedingungen leben und die verlässlichsten Freunde besitzen. Darum sollten wir die unabtrennbare Gegenwart dieses Bildes Gottes in uns zu erkennen suchen. Hier liegt das Wunder aller Wunder verborgen. Nehmen wir einmal an, ein Eisberg schmelze zurück ins Meer. Was geschieht? Er erwirbt die Macht, das Bewusstsein, die Grösse und Schönheit des Meeres und kann sich rühmen, Millionen Schiffe und Boote auf seiner Oberfläche zu tragen und Billionen Lebewesen in seinen Tiefen zu nähren. Wenn es uns gelingt, unser Herz und unser Bewusstsein in der göttlichen Wahrheit in uns aufgehen zu lassen, sei es durch tiefere Erkenntnis, durch innere Betrachtung oder durch intensive Liebe und Hingabe zum Göttlichen, so folgt daraus eine immer grössere Leuchtkraft und Reinheit unseres Wesens, bis wir eins und identisch werden mit diesem Bildnis Gottes in unserem Inneren und so die Kraft und Würde Gottes erlangen. Ist dies in uns vollbracht, dann sind wir der Aufforderung der Bergpredigt nachgekommen, vollkommen zu sein, wie der Vater im Himmel.Das Bild Gottes in uns ist grösser als das ganze Universum, das wir im Äusseren sehen. Der Kosmos ist nicht mehr als ein kleines Fleckchen vor dem grossen Sein des grenzenlosen Schöpfers. Da sich das Göttliche mit all seinen Dimensionen in uns befindet, werden wir zu Herren über alle Schöpfung. Unser wahres Königtum liegt in diesem Bild des Göttlichen in uns, das unvergängliche Schönheit, unsterbliches Sein, unwandelbare Wahrheit, vollkommen unabhängiges Glück, unbedingte Stille, Frieden und Vollkommenheit ist. Es gibt keine Vollkommenheit ausser in diesem Bildnis Gottes in uns. Wo wäre der Mensch, der vollkommen genannt werden könnte? Kein Denker, kein Musiker, kein noch so reicher Mensch, kein Genie auf welchem Gebiet auch immer, kein Gelehrter oder Wissenschaftler ist jemals vollkommen, wie reich seine Gaben auch sein mögen. Die Vollkommenheit ist nur diesem Bildnis Gottes eigen. Darum wollen wir die Vollkommenheit des Gottesbildes in uns zu verwirklichen suchen. Nicht in den Sinnen, nicht im Körper, nicht in der materiellen Welt, sondern in diesem Bildnis des Göttlichen in unserem Inneren liegt die Vollkommenheit. Daher sollen wir für diese Gegenwart des Göttlichen wach und empfänglich werden und auf die Wahrheit des göttlichen Wesens in uns Antwort geben. Denken wir immer wieder über das Göttliche nach, dann wird das Herz still, die Seele schön. Die ganze Persönlichkeit wird dynamisch und lässt sich von göttlicher Erkenntnis leiten, anstatt von Ruhelosigkeit geplagt zu sein. Das Leben erhebt sich über Freud und Leid und ist fest in der Freude des Unbegrenzten verankert. Um diese Reichtümer zu erfahren und das äussere Leben von ihren Schätzen überquellen zu lassen, sind wir in diese Welt hineingeboren.
Lassen wir die Unterscheidungen zwischen Mensch und Mensch fallen, und bringen wir den wahrhaft christlichen Charakter zum Ausdruck, indem wir den einen Geist Gottes in allen sehen. Gott macht keine Unterschiede. Gott hat alles nach Seinem eigenen Bild und Wesen erschaffen, nach dem Vorbild Seines eigenen, unendlichen Seins und in Seiner Freude. Gott hat die Menschheit als Einheit gesehen, während sich die Menschen in Unterscheidungen gefallen. Gott ist Einer, und die Menschheit ist eins in Gott. Die Vielheit gilt nur im Bereich des Menschlichen, des Begrenzten. Der Ozean ist ein einziger, und die vielen Millionen Wellen sind durch den Ozean zur Einheit verwoben. Eine Vielheit sind sie nur ihrer eigenen begrenzten Bildung und Form nach. Die Menschheit kann nur so weit als Einheit leben, als sie ihre Einheit im Göttlichen erkennt. Das eine göttliche Prinzip durchdringt und erhält alles. Trennungen und Unterscheidungen sind vom Menschen erschaffen. Sie sind für das Herz Jesu Christi nicht annehmbar. In Gott haben sie keine Existenz, und so lange wir an diesen Unterscheidungen, Abtrennungen und Unterteilungen festhalten, die in geheimem Egoismus, in Selbstsucht und grosser geistiger Unwissenheit wurzeln, können wir weder wahre Christen sein noch die Stärke besitzen, die uns die Aufrichtigkeit und den Mut verleihen, uns als wahre Nachfolger Jesu Christi zu erweisen. Ohne Demut, Liebe und Glauben, ohne diese auf Einheit hinwirkenden Eigenschaften ist der christliche Charakter undenkbar. Demut macht uns liebenswert, und Liebe führt zur Einheit; Glauben, wenn er echt ist, lässt alle in Gott eins werden und eine Stärke, ein Glück und einen Frieden erlangen, die unerschöpflich sind und jedes Verstehen übersteigen.
Die Bedeutung des menschlichen Lebens in den Begrenzungen dieser Welt liegt darin, Liebe und Frieden auszudrücken, die Kraft, die Stärke und Herrlichkeit Gottes, unseres Vaters, offenbar werden zu lassen. Jesus Christus hat dies getan, als Er hier auf Erden in einem vergänglichen physischen Körper lebte und sich so unter Männern und Frauen bewegte. Das Leben und die Lehren Jesu sind uns Weg und Licht. Der unsterbliche Vater ist die herrliche Quelle all unseres Seins und unserer Freude, und Er ist stets untrennbar bei uns, in uns und rings um uns her.
Du Kind des unendlichen Reichtums! Das zeitlose schöpferische Sein, das Gott genannt wird, hat Dich nach Seinem eigenen Bild erschaffen und all Seine grenzenlosen Schätze restlos in Dich hineingelegt. Warum also kleinmütig, verzagt und engherzig sein, wenn es darum geht, alle Arten des Duftes, die Du in Deinem Inneren trägst, hervorzuholen und zu verbreiten: den Duft der Weisheit, den Duft des Glaubens, den Duft der Liebe, den Duft des Friedens, den Duft der Reinheit und der Schönheit, den Duft der grenzenlosen schöpferischen Erkenntnis und Freude; lasse alle Arten des Duftes reichlicher aus Deinem Inneren strömen! Die Welt braucht Dich! Sie hält Ausschau nach Hilfe, nach Kraft und Frieden, nach Glück und nach jeglicher Art des Duftes.
Wer wird schon sagen wollen, die Welt des Duftes, die sich um eine Blüte verbreitet, sei weniger natürlich und weniger wirklich als die Fehler, Ungerechtigkeiten, Unglücksfälle, Versuchungen und Nöte dieser Erde? Segne also die Welt mit der Welt des Segens, die aus Deinem innersten Geiste quillt, wie die Rose den Duft ihres eigenen Wesens in die geplagte Menschenwelt verströmen lässt.
Der grösste Krieg ist innen: Das eine Mal sagst Du ja, das andere Mal sagst Du nein. Einmal bist Du ein Zweifler, ein andermal ein Glaubender. Einmal liebst Du, ein andermal hassest Du jemanden. Manchmal erwacht die Liebe in Dir, ein andermal die Leidenschaft. So herrscht ein endloses Chaos. Schaffe also Ordnung in Deinem Herzen.
Warum gelingt es nicht, Frieden auf der Welt herzustellen? Warum sind so viele Menschen ohne Frieden? Die Friedlosigkeit ist eine Schöpfung des Menschen. Eine ganze Anzahl von Ursachen liegen ihr zugrunde. Jedem Menschen ist es möglich, zum Frieden der Welt beizutragen: denn der Unfriede im Äusseren entspringt der Friedlosigkeit im Inneren, und dort kann kein Friede aufkommen, so lange im Herzen Aufruhr tobt und der Mensch von seinen Gefühlen, Neigungen und Leidenschaften umhergetrieben wird. Die Friedlosigkeit besteht weiter, solange wir unser Herz und Denken ausschliesslich den Dingen dieser Welt zuwenden: Während Du an einem fremden Haus vorbeigehst, bemerkt es drinnen ein Hund. Er bellt Dich an. Das Bellen liegt in seiner Natur. Nun solltest Du es zu Deiner Natur werden lassen, dieses Bellen nicht zu beachten und ruhig weiterzugehen. Wenn Du Deine Gemütsruhe verlierst, Dich erregst und auf das Bellen des Hundes hörst, wird er um so stärker bellen und Dich noch mehr stören. Jede derartige Reaktion ist ein sicheres Zeichen der Schwäche. Sobald Du das Bellen beachtest und darauf reagierst, spürt das Tier die leise geheime Furcht irgendwo in Deinem Wesen und bellt Dich um so drohender an. Nichts Böses, nichts Schlechtes, nichts Unglückliches kann weiter bestehen, wenn es in Deinem Interesse, Deiner Aufmerksamkeit und Deinem Willen keinen Platz mehr findet.
Um Friedensstifter sein zu können, müssen wir in unserem eigenen Inneren Frieden haben. Dies ist nur möglich, wenn Liebe und Verständnis in uns sind, wenn Glaube und Vertrauen in die unendliche Allmacht, Gnade und Schönheit Gottes in uns zur Herrschaft kommen. Unser Leben findet sein Glück im grenzenlosen Licht, in der Liebe und der Gnade Gottes. Im Geist und in der Wahrheit, aus der ganzen Tiefe unseres Herzens wollen wir auf die Welt und die Menschheit Liebe, Sanftmut und Licht ausgiessen. Darin soll unser hauptsächliches inneres Wirken bestehen, und all unser Tun soll sich danach richten. Die Hand Gottes wird es ordnen.
Lasst uns nach allen Himmelsrichtungen Frieden ausströmen. Es besteht kein Grund zur Furcht. Angst und Ruhelosigkeit sind Zeichen innerer Unvollkommenheit und etwas Unbekanntes für den, dessen Wesen vom deutlichen Gewahrsein der ihn umgebenden Allmacht, Liebe und Fülle Gottes geläutert ist. Sie stellen sich ein, wo es an Liebe, Glauben, Verständnis, Weisheit und Güte mangelt.
Die beste Art, das Dunkel zu vertreiben, besteht darin, positive Eigenschaften zu entwickeln. So wollen wir uns selbst das Glück bereiten, Frieden auf dieser Welt auszubreiten.
Wer der andere auch sein mag - segne ihn. Wenn Du ein Haus betrittst, entbiete ihm den Friedensgruss. Tue keinen Atemzug, ohne zur selben Zeit die Gegenwart und die Segnungen Gottes einzuatmen. Von Gott bist Du erschaffen. Rings um Dich her, in Dir und über Dir ist Er mit Seiner Gnade und Liebe gegenwärtig. Es besteht kein Grund zu Nervosität, Furcht und Angst. Alles arbeitet zu Deinen Gunsten. Alles wird wunderbar. Bewahre in Dir Liebe, Frieden und verständnisvolle Weisheit, und Du wirst sehen, wie sich Gott im Alltag stärker zum Ausdruck bringt. Der Geist Christi, der schon in Dir ist, will aus Dir hervorleuchten. Das Mass, in dem Er sichtbar wird, hängt von Deinem ernsten und ehrlichen Streben ab, Ihm Ausdruck zu verleihen.
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Herr, mache mich zum Werkzeug Deines Friedens: Lass mich Liebe bringen, wo Hass ist. Lass mich verzeihen, wo Schuld ist. Lass mich vereinen, wo Zwietracht herrscht. Lass mich Wahrheit bringen, wo Irrtum ist. Lass mich Glauben bringen, wo Finsternis ist. Lass mich Freude bringen, wo Leid ist.
Ach Herr, lass Du mich trachten: Nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste. Nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe. Nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer da hingibt, der empfängt, wer sich selbst vergisst, der findet, wer verzeiht, dem wird verziehen, und wer da stirbt, der erwacht zum ewigen Leben. Amen Franz von Assisi |
Dass der Mensch sich vor den Mächten dieser Welt fürchtet, ist die Ursache seiner Unfähigkeit zum Frieden. Zu den ersten Früchten wahren geistigen Lebens gehört völlige Furchtlosigkeit. Wie aber kannst Du unter allen Umständen furchtlos bleiben? Mache Dir klar, dass Gottes Macht in Dir und um Dich ist und nicht von Dir getrennt werden kann.Ein kleines, dreijähriges Kind ist auf dem Schoss seiner Mutter eingeschlafen und träumt, es befinde sich in einem Wald und werde von wilden Tieren verfolgt. Es fühlt sich allein und verlassen und beginnt nach seiner Mutter zu schreien. - Ist es nun wahr, dass es fern von seiner Mutter ist? Nein, nur im Traum, in seiner eigenen Traumvorstellung ist das Kind von seiner Mutter getrennt. In gleicher Weise sind wir unzertrennlich von Gott, der immer bei uns ist. Wenn wir aber in der Erfahrung der äusseren Welt aufgehen, bedeutet dies, dass wir in einer Art Traumerleben befangen sind und Gott vergessen haben.
In Dir ist Friede ohne Grenzen. Erfahre ihn hier und jetzt und lasse ihn im täglichen Tun und im Umgang mit Menschen zum Ausdruck gelangen. Sage nicht: "Wie unwirklich, von der Grenzenlosigkeit des Friedens zu sprechen! Wo ist denn dieser Friede? Zeige ihn mir."
- Grenzenloser Friede ist weit wirklicher als die Tatsache, dass die Sonne scheint, der Fluss fliesst, der Wind weht, das Kind lächelt und Felsen hart sind. Sieh doch, wie friedlich Du im Tiefschlaf bist. Wärest Du in diesem Zustand Deiner selbst bewusst, würdest Du grenzenlosen Frieden erfahren. Im tiefen Schlaf stört Dich nichts von alledem, was in der Aussenwelt geschieht. Man kann ein Tuch auf Dich legen und es wieder wegnehmen. Furchterregende Gestalten können bei Dir stehen. Draussen kann der Donner rollen. Ein paar Kilometer weiter können bei einem Erdbeben Häuser einstürzen und Menschen verschüttet werden. All das bringt Dich nicht aus der Ruhe. Überall herrscht Unrast. Wenn Du aber schläfst, weisst Du von alledem nichts. Du bist in grenzenlosem Frieden. Du bist unbehelligt, unbeeindruckt und in tiefe innere Stille versunken.
Alles ist in uns selbst. Wenn wir es aufrichtig und ernst meinen, wird uns das Göttliche all diese Wunder erfahren lassen. Wir sind nicht auf der Welt, um ein wenig Freude oder Frieden von äusseren Dingen oder Umständen zu erhaschen, sondern um den unendlichen Frieden, die unendliche Freude, das unendliche Licht, die unendliche Erkenntnis und Schönheit, die unser Inneres birgt, in die Aussenwelt zu tragen. Unsere Umwelt ist uns gegeben, damit wir zum Ausdruck bringen, was in uns verborgen liegt. Die Welt ist so schön, so voll Wohlklang und Musik, wie wir in unserem Inneren sind. Oder sie ist so arm und unglücklich, so voll Missklang, wie wir selbst sind.
Die Menschen begehen einen grossen Fehler, wenn sie glauben, sie müssten etwas von der Welt und dem Leben erwarten. Bei dem Versuch, sich an ihnen zu bereichern, stecken sie immer wieder Fehlschläge ein und erfahren Enttäuschungen. Ihre Träume haben bald ein Ende, weil man nach dem rechten Ding nicht am falschen Ort suchen soll. Und so verfliegen ihre Freuden bald und ihre Erwartungen erfüllen sich nicht. Sie gehen nicht nur rasch zu Ende, sondern hinterlassen zudem noch Verdruss und Unbehagen. Alles, was man besitzt und braucht, nimmt einmal ein Ende oder wandelt sein Gesicht.
Wenn Dein Bewusstsein, Deine Gefühle und Gedanken sich um Deinen Körper drehen, und wenn Du Deinen Körper für ein und alles hältst, wirst Du erleben, dass andere Körper sich ihm entgegenstellen und Du von Widerständen umgeben bist. Ein Wind kann Dich umblasen oder ein Stärkerer Dich überwinden. Mechanische, materielle und tierische Kräfte können Dich besiegen.
Die Begrenzungen unserer Macht erfahren wir, weil wir in unserem Frieden, unserer Liebe und Erkenntnis begrenzt sind. Durchbrich die Schranken, die Dich an der Ausdehnung Deines Friedens, Deiner Liebe und Erkenntnis hindern, so wirst Du mit Jesus Christus sagen können, dass Du eins mit dem Vater bist und keine Macht der Welt kann Dich begrenzen. Keine Macht der Welt kann Dich besiegen, denn die unendliche Kraft der Gottheit ist in Dir, um Dich und überall.
Ohne den Geist Gottes kann nichts existieren. Nichts vermag zu leben, keiner kann denken, lieben oder glücklich sein ohne diesen allem zugrundeliegenden Gottgeist. Der Geist Gottes ist in allem. Er ist alles. Er, der in Blitz und Donner wohnt, spricht: "Fürchte Dich nicht. Nichts kann Dir geschehen. Du bist ein Teil meines unzerstörbaren Geistes und Lebens." Er, der auch im Erdbeben ist, das uns zu erschrecken, zu bedrohen und zu peinigen scheint, sagt: "Ich bin es, fürchte Dich nicht. Ich bin hier doch nicht als dieses Furchterregende, dieses Beunruhigende, als diese Not, sondern hinter diesen und bereit, Dir zu helfen darüber hinauszugelangen. Mein Reich ist nicht von dieser Welt (Joh. 18, 36). Mein Reich besteht nicht aus Furcht und Not, aus Unglück und Jammer, aus Schwächen, Fehlern, Unwissenheit und Übel. Mein Reich ist ewiger Friede."
Du Sohn oder Tochter des höchsten Bewusstseins! Die grösste Wahrheit in bezug auf Dich liegt in der Tatsache, dass Du ewig eins mit der unendlichen Würde der inneren Seele, dem Licht, dem Bewusstsein, dem göttlichen Bereich in Deinem Inneren bist. Die höchste Intelligenz, die alles durchdringt und das Geschick der Universen lenkt, ist auch in Dir. Ein unendliches Meer der Freude und der Schönheit, der Macht und Gnade liegt in Dir. Du bist Träger des unendlichen Bewusstseins, der Allgegenwart, Allmacht und Allwissenheit. Es gibt keine Freude, keine Form von Frieden und Vollkommenheit, die nicht aus Deinem inneren Wesen zum Vorschein kommen kann.Alles, was die göttliche Wirklichkeit in sich trägt, ist Dir übergeben. Alle Schätze schöpferischen Denkens, die sich im Unendlichen befinden, sind in Deinem inneren Wesen, das Dein Eigentliches enthält. Dieses ist allvollkommen, vollendet schön, voll Schöpferkraft und Allmacht. Es ist Mittelpunkt und Ursprung jeglicher Kraft, die durch Deine Sinnesfunktionen und andere Fähigkeiten zur Wirksamkeit gelangt.
Durch den Kontakt mit diesem göttlichen Bewusstsein kannst Du unendliche göttliche Kräfte in Dir zum Ausdruck bringen.
Wir besitzen auch die Mittel, um auf dem Weg zu dieser Erfahrung des göttlichen Bewusstseins in uns voranzuschreiten. Die Tatsache, dass ein Erkennen, das alle Vernunft übersteigt, dass Wahrnehmungskräfte über allen Sinnesfunktionen, dass die Fähigkeit, das Göttliche zu erfahren und sichtbar zu schauen dem Menschen zugänglich sind, wurde im Laufe der menschlichen Geschichte immer wieder durch Menschen bezeugt, die es selbst erleben durften. Grosse Propheten. Menschen der Gottschau, übermenschliche Wesen, die höhere Kräfte des Göttlichen sichtbar machen konnten, haben die besten Kräfte ihres inneren Wesens dazu verwendet, die unsichtbare Gottheit für uns sichtbar zu machen und uns den Weg zu ebnen. Es ergab sich eine Vielfalt scheinbar verschiedener Wege lediglich daraus, dass sich jeder nach Temperament und Begabung vom anderen unterschied. Dringen wir in tiefgründigem Forschen in den vorhandenen Schatz göttlichen Wissens ein, erschliessen sich zahllose Methoden, mit deren Hilfe wir zum göttlichen Bewusstsein in uns vorstossen und die höchsten Kräfte in uns wachrufen können.
Jeder ist ein Mittelpunkt des unendlichen Geistes, der alles durch unsere Sinne Wahrnehmbare ins Dasein rief. Somit besteht die Grösse des Menschenlebens in der Tatsache, dass es hier auf Erden aus der Gotterfahrung heraus gelebt werden kann. Darin liegt die Grösse eines jeden Menschen: als das Göttliche zu leben, zu atmen und sich zu regen. All die Unvollkommenheiten, Schwächen, das Übel, das Unrecht, der Irrtum und die Unwissenheit, die durch die Sinne und das menschliche Denken hindurch wahrgenommen und erlebt werden, sind nur an der Oberfläche, den Schaumkronen der Wellen vergleichbar, und all die Ruhelosigkeit und Unvollkommenheit der äusseren, materiellen Welt ist nichts, verglichen mit dem unendlichen Meer der Stille, des Friedens, der Ruhe und Vollkommenheit in Dir. Unter den aufschäumenden Wogen und dem Tosen der Brandung herrscht in der Tiefe unendliche Stille und grosser Friede. Wie sehr Du auch über Unvollkommenheiten und Versagen im Äusseren klagen magst - tief drinnen herrscht vollkommene Stille, Kraft und Schönheit. Den Kräften aus Deinem Inneren ist es möglich, Krankheit und Unglück, das Böse, alles Unvollkommene und Schwache, ja selbst den Tod zu überwinden. Dein Körper ist nicht unsterblich; Du aber bist unsterblich. Dein menschliches Erkennen mag begrenzt sein; Du aber bist allwissend. Dein Herz mag von sich widersprechenden Gefühlen ruhelos umhergetrieben sein, Schmerz und Pein mögen Dich ergreifen - tief im Inneren jedoch in ewiger Stille wohnen Friede und Freude, ruht Dein wahres Sein.
Du bist ein Träger des Bewusstseins, aus dem das Universum hervorging. Dem göttlichen Bewusstsein in Dir entspringen unzählige Kräfte. Das ganze weite Universum ist letztlich nur ein winzig kleines Staubkorn aus diesem unermesslichen Urgrund göttlichen Bewusstseins, das sich in seiner ganzen Fülle in Dir selbst befindet. Die Ursache Deiner Weigerung oder Deiner Unfähigkeit, diese Unendlichkeit an Kraft, Freude und Vollkommenheit zu erleben, liegt darin, dass Du Dich so gänzlich in das Vordergründige und Sinnenhafte menschlichen Denkens verlierst.
Die zeit- und raumlose Dimension des menschlichen Bewusstseins gelangt jedoch erst zur Wirksamkeit, wenn die notwendigen Voraussetzungen gegeben sind, wenn schon eine gewisse Bewusstseinserhellung voranging. Die folgenden Tatsachen sind nicht ganz leicht zu verstehen. Sie zu erfahren, erfordert eine in hohem Masse disziplinierte Vernunftkraft; auch zu phantastische Vorstellungen über Gottesmänner sollten wir ablegen. Ferner ist etwas Mut erforderlich, um die Wahrheiten und Prinzipien der Existenz zu erforschen, wie sie in Zuständen erleuchteten geistigen Bewusstseins empfangen und offenbar werden. Doch ist es grundsätzlich jedem Menschen möglich, nach Gott zu suchen und Gott als unendlichen Frieden, als Glück und als Kraft zu erfahren, und zwar hier und jetzt, wo immer wir uns gerade befinden, ganz gleich unter welchen Lebensumständen.
Der inneren Potenz nach ist in jedem von uns ein Plato, ein Franz von Assisi; man kann sagen: alle Mystiker der Welt, alle Kräfte des göttlichen Bewusstseins, alle Vollkommenheiten des Vaters im Himmel befinden sich in uns. Wären diese Vollkommenheiten nicht in uns, bestünden nicht lebendige, unauflösliche, unverbrüchliche organische Verbindungsfäden zwischen Gott und uns, dann hätte die biblische Forderung, vollkommen zu sein wie der Vater im Himmel (Matth. 5,48), keine Geltung. Wenn diese Möglichkeit jedoch besteht, muss sie auch schon in uns angelegt sein.
Wer beobachtet das Wirken der Intelligenz in unserem Denken? Nicht unsere leiblichen Augen. Die äussere Sichtwahrnehmung ist nicht in der Lage, es zu sehen. Es ist eine Fähigkeit in der Intelligenz selbst, die das Wirken der Intelligenz wahrnimmt. So sind es nicht unsere menschlichen Fähigkeiten, nicht die Fähigkeiten unserer Intelligenz, die den Geist Gottes gewahren, sondern es ist eine Fähigkeit des göttlichen Wesens in uns, die das Göttliche begreift. Um das Wirken unserer Intelligenz zu erkennen, müssen wir mittels des der Intelligenz innewohnenden Prinzips erkennen, was der Intelligenz am ähnlichsten und was mit ihr letztlich identisch ist. Ebenso müssen wir, um Gott zu erkennen, Ihn durch das erkennen, was Ihm am ähnlichsten ist und sich als Göttliches in uns befindet: Gott selbst. Die Tatsache, dass Gott in jedem von uns ist und wir ohne Ihn weder atmen noch uns bewegen, weder denken noch fühlen können, bildet die Grundlage all unserer Möglichkeiten. Die Stärke, die Würde und der Genius des menschlichen Individuums beruhen auf der Fähigkeit, die äusseren wie die inneren, subjektiven Beziehungen mit dem Göttlichen in allen Wesen anzuknüpfen. Wenn die Menschen das einmal begreifen und aufhören, am falschen Ort, in der Aussenwelt, nach Glück und Frieden zu suchen, ist eine der Hauptursachen für Streit und Not beseitigt.
Das Bewusstsein Deiner selbst, das Wissen, dass Du bist, dass Du lebst und nicht tot bist, ist Glück. Wo immer Bewusstsein ist, wo immer ein Erkennen, ein Gewahrsein seiner selbst ist, sind auch Glück und Freude zugegen. So gehören also Existenz, Bewusstsein und Glück zusammen. Existenz ist die Grundlage des Bewusstseins, und Bewusstsein ist die Grundlage aller Erkenntnis, aller Freude:An einem reich gedeckten Tisch sitzen zwei Menschen. Der eine schläft, der andere betrachtet die Speisen. Der Schlafende hat keine Freude an den Gerichten, die vor ihm auf dem Tisch stehen, während der andere wach und bewusst die Speisen betrachtet und sich des Anblicks erfreut. Das Glück dieses Menschen ist aus der Erkenntnis entstanden, dass köstliche Gerichte auf dem Tisch stehen, deren Genuss Freude vermitteln kann. Der Schlafende dagegen, dessen Bewusstsein zeitweilig seine Aussenweltfunktionen eingestellt hat, weiss von alldem nichts.
Sobald also das Bewusstsein in Funktion tritt, sind Glück, Erkennen und Freude da. Wo immer Existenz ist, da ist Bewusstsein, und wo Bewusstsein ist, da ist Glück. Dieses sind grundlegende Aspekte der höchsten Wahrheit, alles andere ist darauf aufgebaut.
Aus dem Bewusstsein gehen alle Sprachen, alle Wissenschaften, alle Künste, alle schöpferischen Tätigkeiten hervor und aus diesen wiederum jede Art von Glück, Schönheit, alle Fähigkeiten und Kräfte. Alle Farben, Formen, Namen und Erscheinungen nehmen in diesem Bewusstsein ihren Ursprung. Dies zu erkennen ist an sich schon Freude. So sind Existenz, Erkenntnis und Freude die besten Umschreibungen Gottes.
Hier ist die materielle Welt. Auch im menschlichen Körper ist selbsterkennendes Leben vorhanden und ein Bestreben, sich dieses Lebens zu erfreuen. Doch wir sind begrenzt. Darum wissen wir nicht aus Erfahrung, was wahres Glück und wahre Freude sind. Gott ist reines Glück, das nichts von Unglück weiss, während menschliches Glück vom Wissen um menschliches Leid getrübt ist. Unser Glück ist nicht beständig und unbedingt. Doch wenn wir erfahren, wie wechselhaft das Leben mit seinen Schmerzen und Freuden ist, werden auch die Schmerzen leichter überwunden. Solange wir aber die Glückseligkeit Gottes, die unbedingt und immerwährend ist, nicht erlangt haben, wird dem Leben nicht die richtige Antwort zuteil.
Wie könnten wir jemals glücklich sein mit dem, was uns wieder genommen werden kann? Wir suchen ein Glück, das frei und unabhängig macht. Wir können die Schwierigkeiten des Lebens nur überwinden, indem wir uns an das halten, was allmächtig, allgegenwärtig und allwissend ist. Wenn wir uns erst dessen bewusst sind, dass eine Kraft in uns ist, die uns nie verlässt, dass eine Gegenwart in uns ist, die uns mit Frieden und mit Freude erfüllen kann, auch wenn der Friede und die Freude dieser Welt dahinschwinden, dann sind wir in Sicherheit geborgen. Wenn wir wissen, dass die innere Seele, das göttliche Bewusstsein in uns nicht sterben kann, besiegen wir durch diese Erkenntnis der Unsterblichkeit den Tod.
Durch das Wissen, dass alles vorübergeht, dass es auf der Welt nichts Bleibendes gibt, dass die Quelle allen Glückes in uns selbst liegt und uns in jedem Augenblick glücklich machen kann, überwinden wir das Unglück. Diese Erkenntnis lässt uns das Glück erobern. Darüber sollten wir nachdenken, wenn wir neue Kraft, neuen Frieden und neuen Geist gewinnen wollen.
Menschliche Freuden sind vergänglich und mühevoll zu erlangen. Haben wir sie endlich, verschleissen sie die Nerven und bringen unsere Kräfte zum Versiegen, bis wir dem Alter und der Schwäche erliegen. Wenn sie uns verlassen, hinterlassen sie Leere, Schmerz und Pein. Sie versklaven uns dem süchtigen Verlangen, ihr flüchtiges Dasein wieder zu erwecken. Suche darum das Unendliche, das Göttliche, denn darin allein liegt unbegrenzte Freude, die unvergänglich, unfehlbar, sich selbst erhaltend, unbedingt und zeitlos ist. Hast Du diese Freude erst gewonnen, dann wird das Leben für Dich zum Paradies, die Freuden des Himmels sind Dir sicher, das Licht, die Gnade, die Macht und die Vollkommenheit des höchsten, geistigen Bewusstseins in Dir zeigen sich in Deinem Alltag. Sowohl körperliche als auch mentale Freuden sind abhängig und begrenzt. Sie bedürfen zu ihrer Erfüllung bestimmter Umstände und sind Freuden mehr äusserlicher Art, die mit negativen Nachwirkungen verbunden sind. Darum sind körperliche, gefühlsmässige, selbst poetische und ästhetische Freuden nicht mit der transzendenten Freude vergleichbar. Sie haben einen Anfang und ein Ende, während die Freude, die wir aus der Erkenntnis und Erfahrung des göttlichen Bewusstseins in uns gewinnen, transzendental und von allem unabhängig ist. Sie ist wesenhafte Freude, ohne Anfang, ohne Ende, sie kann überall und jederzeit genossen werden. In überbewussten meditativen Zuständen erleben wir grenzenlose Freude, grenzenlose Kraft, Schönheit und Vollkommenheit.
Wenn wir ein inniges Gotterkennen haben, wenn uns das Selbst, der Odem oder das Reich Gottes im eigenen Inneren zur Erfahrung wurde, öffnet sich uns eine Welt endloser Vollkommenheit, auch während wir uns hier auf Erden in einer Welt von Zeit, Raum und Materie befinden.
In der Erfahrung Gottes liegen unbeschreibliches Glück, unbeschreiblicher Friede, ein nicht zu beschreibendes Mass an Macht, Reichtum und Schönheit. Die Hingabe an diese Erfahrung ist so wunderbar, dass jene, die einmal Berührung mit ihr hatten, niemals mehr zu den Freuden dieser Erde zurückkehren wollen.
Im Vergleich mit dem Glück der Gotterfahrung sind alle Freuden der Menschheit zusammengenommen nicht mehr als ein Kummer, eine Pein, eine leidvolle Erfahrung. Das Glück der Gotterfahrung ist so einzigartig, so unbeschreiblich, dass es mit nichts auf der Welt verglichen werden kann. Wir können uns der Wirklichkeit der Gotterfahrung nur mühsam mit menschlichen Worten und Symbolen in menschlicher Ausdrucksweise anzunähern versuchen, während doch die Freude der göttlichen Erfahrung so unbeschreiblich gross ist, dass es überhaupt keine Analogie in der menschlichen Erfahrung dafür gibt. Jeder Versuch, sie zu beschreiben, muss fehlerhaft bleiben. Doch etwas Licht ist besser als gar kein Licht, und deshalb sind auch die Schriften der Mystiker und Heiligen voll solcher Beschreibungen.
Dein Leben ist ein grossartiger Ausdruck der unendlichen Freude. Das Göttliche, welches unendliches Sein und Glückseligkeit ist, schenkt Sich selbst die Freude, Sich in Form einer endlichen Individualität gegenüberzustellen. Überall und jederzeit ist das Unendliche in Seinem eigenen unendlichen Entzücken, in Seiner Macht und Schönheit festgegründet und wird durch nichts getrübt und durch nichts begrenzt. Es ist Seinem ganzen Wesen nach schöpferisches Bewusstsein voll unendlichen Friedens, aus der Substanz unendlicher Vollkommenheit gebildet. Du bist aus Ihm hervorgegangen und wirst auch wieder zu Ihm zurückkehren. Wenn Du ganz im Gottbewusstsein lebst, wirst Du eins mit der tiefsten Essenz in allen Wesen, in allen Männern, Frauen und Kindern und in der ganzen Schöpfung. Du wirst zur innersten Seele in allen Wesen. Du wirst zum Herzen der Natur. Du wirst zum Licht all dessen, was offenbar geworden ist. Das ist wirkliches Leben. Das ist eine wirkliche Errungenschaft, die eines Gotteskindes würdig ist.
Aber das höchste Bewusstsein lässt sich nicht in uns wachhalten, wenn menschliche Schwächen ins Spiel kommen. Den Zustand innerer Freudigkeit zu einer bleibenden Haltung werden zu lassen, ist das Hauptziel wahrer Geistigkeit. Religion sollte das Glück des Menschen nicht zerstören, sondern es bleibend und vollkommen werden lassen. Wahre Religion verleiht dem Menschen die Fähigkeit, sich über jeden Kummer und alle Sorgen zu erheben. Sie beraubt ihn nicht der Freude. Der beste Beweis für wahres geistiges Leben liegt in einer glücklichen und schöpferischen Haltung, die sich im Alltag bewährt.
Der Mensch ist ein vielschichtiges Wesen. Geistiges Wachstum macht sich auf allen Ebenen seines Seins bemerkbar. Ein Mensch, der Gott liebt, kann nicht negative Gedanken denken, unrechte Gefühle hegen oder falsche Handlungen ausführen. Zu jeder Minute seines Lebens ist er sich bewusst, dass eine alles beobachtende Gegenwart bei ihm ist. Stiehlt ein Dieb in der Gegenwart anderer? Er wird nicht stehlen, wenn er sich beobachtet fühlt. Wie kann ein Mensch, dessen Herz auch nur ein wenig Glaube und Hingabe an das Göttliche besitzt und weiss, dass die Gegenwart, die ihn umgibt, unendlicher Reichtum, unendliche Schönheit, unendliche Kraft und Vollkommenheit ist, jemals in Versuchung geführt werden?
Wie kann ein Mensch, der weiss, dass die Allmacht bei ihm ist und ihre Arme um ihn gebreitet hält, sich je fürchten? Wie könnte er auch nur den Tod fürchten, wenn er doch weiss, dass der Herr des unendlichen, ewigen und unzerstörbaren Lebens bei ihm ist? Wie könnte jemand, der weiss, dass die wundersame Gegenwart des Göttlichen in allen Herzen gegenwärtig ist, jemals irgend einen Menschen hassen oder ihm Böses wünschen?
Ein solcher Mensch wird von selbst die ganze Natur verwandelt und vergeistigt, ja vergöttlicht erleben, sein ganzes Bewusstsein und auch sein inneres psychisches Wesen werden völlig gewandelt. Sein Fühlen und Denken werden anders. So vollzieht sich in ihm eine Umwandlung auf allen Gebieten seines Lebens und seiner Persönlichkeit. Alle Seinsebenen werden emporgehoben. Selbst seine Träume nehmen Bezug auf die Gegenwart der göttlichen Schönheit, auf das göttliche Glück und spiegeln etwas von der Gotterfahrung wider. Unser unbewusstes inneres psychisches Wesen wird durch diesen Läuterungs- und Umwandlungsprozess von allen rohen Kräften befreit.
Wenn wir einen Heiligen wie Franziskus betrachten, sind wir erstaunt, wie spontan und natürlich sein inneres Wesen eins wird mit der Seele in allen Vögeln und anderen Tieren. Sein psychisches Wesen ist durch die Umwandlung für die Schönheit der Natur, die Schönheit in allem Leben höchst empfindungsfähig geworden und empfänglich gegenüber der Wahrheit in aller Schöpfung und der all-segnenden Gegenwart im Herzen aller Dinge.
Das Licht in Deinen Augen spiegelt etwas vom Licht des unendlichen Bewusstseins wider. Die Liebe in Deinem Herzen ist ein Offenbarwerden der Liebe des Unendlichen.Gott wohnt in allen Wesen als ein Licht, das Schönheit ist. Vergleiche einen Schlafenden mit einem Toten. Auch wenn die Augen des Schlafenden geschlossen sind und dieser im tiefen Schlaf nicht weiss, wo er sich befindet, hat der Betrachter doch den Eindruck von Leben. Er gewahrt etwas wie Licht, das in den Zügen spielt. Da sind Bewusstsein und Schönheit. Zuweilen bewegt der Schlafende die Lippen oder seine Glieder. Es öffnet sich vielleicht der Mund und schliesst sich wieder. Auch Laute werden hörbar und verraten Leben.
Wo Leben ist, sind Licht und Schönheit - ja Schönheit ist bedingt durch Leben und Bewusstsein. So ist nun Gott als Ausdruck von Schönheit in allen Wesen gegenwärtig. Schönheit ist das Merkmal des Lebenslichtes im Inneren jeden Wesens. Sieht eine Mutter ihr Kindlein schlafend liegen, dann geht sie hin und streichelt seine Wange voll Zärtlichkeit. Sie findet Schönheit auf den Zügen ihres Kindes spielen - doch fürchtet sie, das Zimmer zu betreten, in dem ein Toter liegt. Der blosse Anblick schon lässt sie erschauern.
Daraus verstehen wir: Wo Leben und Bewusstsein herrschen, ist Schönheit, und Schönheit ist aus Gott. Das Göttliche spiegelt sich in ihr. Die unendliche Schönheit anzubeten, heisst, mit ihr in unserem innersten bewussten Streben eins zu sein. Wir werden eins mit dem, dem unsere Liebe gilt, und was wir denken, sind wir.
Ein Mensch, der beständig an Göttliches denkt, gewinnt ein lichteres Verständnis und ein weiteres, liebevolles Herz. Und was er tut, hat Gott getan. Gott ist bei ihm. Wenn sich auch Prüfungen, Nöte und Fragen ergeben - sie verschwinden wieder: Gott steht ihm zur Seite. Und jedes seiner Gebete stärkt und erhebt ihn, erleuchtet Herz und Bewusstsein.
Gott ist Licht - nicht das äussere Licht, obschon auch dieses leuchten mag. Der Blinde sieht es nicht, er trägt jedoch ein Licht im Inneren, durch welches er Gedanken und Gefühle wahrnimmt. Mit Hilfe dieses inneren Lichtes kann er sich sogar vorstellen, was das Licht im Äusseren sein mag. Licht ist Freude. Und es gibt ein Licht, das über allen Lichtern ist.
Schliesse die Augen. Du siehst nichts von aussen. Innen jedoch siehst Du im Licht des Bewusstseins Gedanken aufsteigen. Du vermagst die guten Gedanken von bösen zu unterscheiden, auch grosse und hohe von kleinen und niedrigen. Wer sieht nun, wie sich dieses Beobachten in Dir ereignet? Es ist ein höheres Bewusstseinslicht, das über der Bewusstseinstätigkeit in unserem Inneren wacht - ein zeitloses Licht, das überall zugegen ist. Es ist in allen und wird von keinem Vorgang in der Zeit betroffen. Es ist unendlich, transzendent, ein Licht ohne jede Finsternis. Es ist das ewige Licht. Es wirkt und schafft in seinen höchst wunderbaren Eigenschaften, die absolut sind. Je mehr wir darüber nachsinnen, umso tiefer erfassen wir Sein Wesen. Je mehr wir darüber meditieren, umso mehr nimmt unser Denken dessen Gestalt und Wesen an und befreit sich aus seiner eigenen engen Form und Begrenztheit.
Wenn ein Raum von innen hell erleuchtet ist, doch weder Türen noch Fenster hat, sondern nur einen Lichtschacht an der Decke, dann findet das Licht aus dem Inneren durch diese Öffnung einen Weg, auf dem es sich mit dem Licht und dem Sonnenschein draussen vereint. Wenn man nun diese Öffnung mit einem dicken Blatt Papier bedeckt, schliesst man das Licht, das drinnen leuchtet, von der allgemeinen Lichtflut draussen ab.
Der Mensch ist diesem Raum vergleichbar. In seinem Inneren befindet sich das Licht des göttlichen Bewusstseins, das Bildnis Gottes. Der Verbindungsweg geht durch das Herz oder das innere Verstehen. Hier vereinigt sich das Licht im Inneren mit dem unendlichen Gotteslicht, das überall zugegen ist.
Wenn nun auf diesem Herzen nur ein einziges Blättchen weltlicher Gefühle liegt - was wird geschehen? Es schliesst das Herz vom Göttlichen ab. So lasse alle Gedanken und Gefühle fallen, die sich nicht auf Gott beziehen. Der geistige Mensch oder der Strebende auf dem geistigen Pfad ist keinesfalls ein Versager im Leben, sondern der produktivste Mensch der Welt. Die grössten Errungenschaften verdankt die Menschheit grossen Geistesmenschen. Wenn wir weltliche Gedanken und Gefühle fallen lassen, gewinnen wir an Kraft und Intelligenz und werden übermenschlich. Sobald sich jedoch auch nur ein dünnes Blättchen weltlicher Gefühle und Gedanken dazwischenlegt, begrenzt es uns, macht uns schwach und schafft Probleme, da es uns von der lebendigen Verbindung mit der endlosen Gnade, Kraft und Schönheit des Göttlichen trennt.
Überall ist strahlend helles Licht. Die Sonne scheint an einem Sommernachmittag. Tausende erfreuen sich des Sonnenscheins, Tausende gehen ihrer Arbeit im Licht der Sonne nach. Doch der Blinde sieht keine Sonne, sieht kein Licht. Für ihn herrscht Dunkelheit wie eh und je. Mühsam tastet er sich vorwärts. Nicht anders ist es mit der Blindheit des menschlichen Geistes. Ringsum strahlt leuchtend hell das Licht von Gottes Gegenwart und Liebe, Gnade, Friede und Vollkommenheit. Überall leuchtet die Sonne der höchsten Wahrheit. Millionen Engel, alle Heiligen und Weisen bewegen sich in diesem Licht und erfreuen sich des Gottesreichs von Ewigkeit zu Ewigkeit; der Mensch in seiner geistigen Blindheit aber sieht Gott nicht und leugnet Seine Existenz.
Angenommen, einem Blindgeborenen würde das Augenlicht geschenkt. Was geschieht? Eine unbekannte Erfahrungswelt tut sich ihm auf, wundersam und neu für ihn. Unendlich viel wunderbarer ist die Welt, die sich uns eröffnet, wenn wir von der Gnade Gottes berührt sind, eine Welt, deren Wunder unbeschreiblich sind. Selbst das beste Leben auf Erden, und sei es das des grössten Menschen dieser Welt, des