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ZWEIMONATLICH

Jahr 35

OFFIZIELLES ORGAN DES
DIVINE LIGHT ZENTRUMS
8400 WINTERTHUR SCHWEIZ

 Archiv

Aktuelle Ausgabe

November/Dezember 2000

 

INHALT

Swami Omkarananda:
Im Herzen Gottes

Die ganze Schöpfung ist eine Blume der Liebe

Alles ist in mir; alles ist in allen

OM

Unendliches Entzücken

Hridayam te naama - Herz ist Dein Name
(Grafiken zwischen den Texten führen zum Inhaltsverzeichnis zurück.)
 

Möge die Kraft des Göttlichen meine Hände füllen!

Möge der Wille des Göttlichen meinen Willen ersetzen!

Möge das Herz des Göttlichen mein Herz ersetzen!

Möge mein ganzes Leben vom Leben des Göttlichen ersetzt werden!

Überall ist die mächtige, allsehende, allwunderbare,

allsegnende Macht des Göttlichen gegenwärtig.

Möge das Göttliche mir mehr Gnade gewähren, damit ich die göttliche Wahrheit überall erfahre, damit ich kompromisslos im Göttlichen lebe, für das Göttliche lebe, aus dem Göttlichen lebe, für das Göttliche atme und arbeite!

Swami Omkarananda

 

 Im Herzen Gottes

Man stellt sich die Gegenwart des Göttlichen nicht einfach nur vor! Sie ist wirklich da! Aber was nicht immer da war, das ist der Zustand als Mensch. Dieser hat einen Anfang und wird ein Ende haben; während die Gegenwart des Duftes des Göttlichen immer da war, immer da ist und immer da sein wird. Das Wesen dieser Wahrheit oder Gottes ist Sein, Bewusstsein, Seligkeit. Sein ist Sat, Bewusstsein ist Chit, Seligkeit ist Ananda. Diese drei fassen die ganze Gottheit unendlicher Eigenschaften, Kräfte und Vollkommenheiten zusammen.

Die reinen Herzen können nichts tun, ohne zur gleichen Zeit intensiv das Göttliche zu fühlen, zu erkennen und zu erfahren. Sie können ihre Augen nicht öffnen, ohne das Göttliche wahrzunehmen. Sie können nicht arbeiten, ohne sich der Energien und der Gegenwart des Göttlichen bewusst zu sein, sie können nicht ein- und ausatmen, ohne gleichzeitig die göttliche Gegenwart zu spüren. Sie werden eins mit der Intelligenz in allen Wesen, dem Herzen in allen Wesen, dem göttlichen Bewusstsein in der Seele aller Wesen. Für sie gibt es keine Nacht und keinen Tag. Es ist alles ein unaufhörliches Fest der göttlichen Erfahrung.

Lasst uns in unserem inneren Bewusstsein beständig die Wahrheit festhalten, dass wir mitten im Herzen Gottes sind, von Gott beschützt, von Gott geführt und von Gott geliebt werden.

Wenn wir das Göttliche haben, haben wir alles andere. So einzigartig ist das innere Bewusstsein im Menschen, dass es alles in sich trägt; es ist zeitlos, es ist unzerstörbar, es ist allwissend, allmächtig und auch allgegenwärtig. Manchmal geschieht es, dass die innere Seele, die alles weiss und sieht, sich in einer seltenen Sprache ausdrückt, denn alle Sprachen, alle Wissenschaften und alles Wissen sind latent in ihr vorhanden. Das Licht des Göttlichen - das innere Königreich in uns - kennt keine Grenzen, keine Dunkelheit, keine Schwäche; sein Name ist Vollkommenheit, sein Charakter unbegrenzte Schönheit, unbegrenzter Frieden, unbegrenzte Freiheit und Kraft.

Versuchen wir, unsere besten Gedanken und Kräfte in der Suche nach dieser Erfahrung einzusetzen. Während die Jahre vergehen und das körperliche Leben sich seinem Ende nähert, sollten wir nicht versäumen, uns intensiv dieser zentralen Aufgabe, die Wahrheit zu erkennen, Gott zu finden und das innere göttliche Bewusstsein zu erfahren, zu widmen.

Swami Omkarananda

 

Die ganze Schöpfung ist eine Blume der Liebe

"Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren."

Johannes,14.21

Jeder Mensch, der ein wenig nachdenkt und solch grundlegende Fragen stellt wie: "Wer bin ich?" "Was hält das Universum in Gang?" "Was ist Wahrheit?", "Was ist wahres Glück?", "Was ist der Sinn des Lebens?", ist ein Philosoph.

Empedokles, der grosse griechische Philosoph des fünften Jahrhunderts vor Christus sagte einmal: "Gott ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt überall und dessen Umfang nirgendwo ist." Es ist dieser Mittelpunkt, den der heilige Franziskus überall sah und erlebte. Er sah Gott und sprach mit Gott im Vogel und im wilden Tier, im Stein und in der Sonne, im Fluss und im Mond.

Dieser Mittelpunkt ist unendliche Fülle. Erkenne Gott als unendliche Fülle! Er ist unendlich vollkommen in jedem Punkt des Raumes. Seine unendliche Vollkommenheit wohnt auch im winzigsten Atom. Es gibt keinen Ort, wo Gott nicht wäre.

Er ist Deine Mitte, Er ist das Herz Deines Herzens, die Seele Deiner Seele, Dein Schatz, Deine Stärke, Deine Freude.

Es gibt keinen Ort, wo Er nicht in der ganzen Fülle seines Lebens, Friedens, Bewusstseins, seiner Schönheit und Vollkommenheit zugegen wäre.

Gott ist allgegenwärtige Fülle. Wir werden durch die Gegenwart Gottes erhalten. Wir sind in dieser grenzenlosen Gegenwart, und diese Gegenwart ist in uns als das Herz unseres Herzens.

Sprechen wir von dieser göttlichen Gegenwart, sind wir gezwungen zu einem Paradox zu greifen. Du kannst dieser Gegenwart nicht entfliehen, noch kann sie sich von Dir zurückziehen.

Gott ist die Quelle und das erhaltende Prinzip Deines Seins. Er ist unser Alpha und Omega, unser anfangloser Anfang und unser endloses Ende.

Der deutsche Philosoph Immanuel Kant sagt in seinem Meisterwerk "Kritik der reinen Vernunft": "Zwei Dinge erfüllen meinen Geist mit zunehmend grösserem Staunen und mit Ehrfurcht, je öfter und intensiver ich darüber nachsinne: der gestirnte Himmel über mir und das Gesetz der Moral in mir."

Unsere Erfahrung zeigt, dass der sternenfunkelnde Himmel über uns und das moralische Gesetz in uns ein und dasselbe göttliche Licht sind. Das göttliche Licht besitzt Myriaden Ausdrucksformen: Alle Lichter sind Erscheinungsweisen seines Seins. Das moralische Gesetz im Menschen ist die Stimme Gottes. Es ist das Gewissen. Es ist die stille feine Stimme.

Der Laut ist Energie, Energie ist Licht, und dieses Licht ist dasselbe wie das Licht des gestirnten Himmels über uns oder das Licht, das Gott ist. Mystiker ist jener, der innen und aussen nichts anderes als dieses eine Licht erlebt, das ewig, unendlich, allvollkommen ist, welches das Eine ohne ein Zweites ist; das Licht, das war, ist und immer sein wird, das Licht, das keine Dunkelheit kennt.

Jesus Christus ist der grösste geistige Lehrer, ein wahrer Mystiker und Philosoph, das Licht unseres Lebens, der wahre Liebende und Sänger Gottes.

William Blake, der englische Dichter sagte: "Wenn die Tore der Wahrnehmung geläutert sind, erscheint dem Menschen alles als das, was es wirklich ist: als unendlich." Vergleiche diese Aussage mit der Aussage Christi in der Bergpredigt: "Selig sind die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen." Die Läuterung der Wahrnehmung und des Herzens bedeuten das gleiche, und die Folge einer solch geläuterten Wahrnehmung ist, dass wir Gott überall sehen, dass wir das Unendliche wahrnehmen, die ewige Wirklichkeit erkennen - hier, dort, überall, innen und aussen.

Wer in dieser Wahrnehmung des höchsten Seins verwurzelt ist, der ist das Licht der Welt, das Licht für alle Zeitalter. Jesus Christus ist das göttliche Licht, das ewige Licht, das Licht des unendlichen Bewusstseins und der unendlichen Wirklichkeit. Er ist die Verkörperung der Weisheit Gottes, der Liebe Gottes, der Güte und Schönheit Gottes, des Friedens Gottes. Er hat den allgegenwärtigen und allwissenden Gott als Vater erfahren und ist darin verwurzelt, weshalb Er der Heilige aller Heiligen, der wahre Sohn Gottes ist. Er hat Gott auch als die Wahrheit erfahren, als die namenlose, gestaltlose, unwandelbare, immer ein und dieselbe bleibende Wahrheit, als die Wahrheit, die grenzenloser Frieden ist. Jesus Christus ist der Überwinder des Todes und der Welt, und daher ist Er auch der Weise aller Weisen, der Philosoph aller Philosophen, der ewige göttliche Lehrer, der, in unseren Herzen wohnend, unsere Hingabe an das Göttliche erweckt.

Unsere Erfahrung der ewigen Wahrheit, des "Ich bin der Ich bin" - hier, jetzt und immer - offenbart, dass Liebe das innerste Wesen der höchsten Wirklichkeit ist. Es ist die Seele und Substanz Gottes, das Licht und das Wesen Jesu Christi, und das lebendige Bild des Königreichs des Himmels, mit dem der Mensch erschaffen wurde. Die Bestätigung hierfür finden wir im Neuen Testament, wo es heisst: "Gott ist Liebe."

Gott ist Liebe, und Liebe ist Gott. Du bist Liebe, ich bin Liebe. Jeder ist Liebe. Liebe ist der tiefste Grund unserer Existenz. Niemand könnte atmen oder weiterbestehen, wäre die Liebe nicht, die das Zentrum unseres Wesens ausmacht.

Die ganze Schöpfung ist eine Blume der Liebe, die ihre Wurzeln in der Liebe hat, und von den Kräften der Liebe erhalten wird, der Liebe, welche die Macht der Mächte, das Licht der Lichter, das Sein des Seienden ist. Es ist die Liebe, die den Menschen zum Tempel Gottes macht, den Boden unter seinen Füssen heiligt und die Arme Gottes in seinen immerwährenden Dienst stellt; denn Gott ist Liebe und Christus ist der Prinz der Liebe, die Friede und Vollkommenheit ist.

Die ganze Menschheit kennt Christus und seine Botschaft, die Seligpreisungen der Bergpredigt. Man hat sich darüber beschwert, dass es eine in der Praxis völlig undurchführbare Botschaft sei und dass es nur einen einzigen Menschen gegeben hat, der sie je leben konnte, und das war Jesus Christus selbst, der vor 2000 Jahren gestorben ist. Solche Feststellungen können nur aus der Dunkelheit einer totalen Unwissenheit heraus geboren werden; denn Jesus Christus war die Seele höchster Einfachheit, und Er richtete sich mit dieser Botschaft an die einfachsten Menschen.

Es ist eine äusserst praktische Botschaft, und nichts ist einfacher, als sie in die Tat umzusetzen, vorausgesetzt, man hat den Willen und die Güte dazu. Ist es unpraktisch, den Fischen zu sagen zu schwimmen, den Vögeln zu fliegen und den Lilien des Feldes, in ihrer ganzen Pracht zu leuchten? - Aus diesem Grund ist nichts einfacher und leichter für den Menschen, das Geschöpf der Liebe, seinen Schöpfer zu lieben, der die höchste Liebe, Gott genannt, ist.

Es besteht kein Grund, vor der langen Liste der Tugenden, die in der Bergpredigt aufgeführt sind, zu erschrecken. Wir können sie ebensogut ignorieren; denn wir werden der beispielhafteste Kommentar zur ganzen Bergpredigt sein, wenn wir nur damit fortfahren, unsere allernatürlichste Fähigkeit auszuüben, nämlich die Fähigkeit zu lieben.

Liebe ist uns näher als unser eigener Atem und zentraler als unsere eigene Existenz. Liebe ist zugleich die grundlegendste und die höchste Fähigkeit im Menschen. Ungeachtet, was wir an der Oberfläche zu sein scheinen, sind wir Geschöpfe der Liebe, Träger der Liebe; und Gott, der uns erschaffen hat - der unendlich überall gegenwärtig ist, zu jeder Zeit, mit seiner ganzen Substanz absoluter Vollkommenheit -, ist Liebe, und unser Pfad zur Gotterfahrung ist und muss Liebe sein.

Wenn Du ein- und ausatmest, dann atme in Liebe ein und aus, so wie Du Luft zur Erhaltung des physischen Körpers brauchst. Entwickle Liebe! Lass Deine Liebe universal werden, lass sie in die Natur und hin zu allen Geschöpfen fliessen, zu allem, was schön ist, zu allem, was Du bewunderst, schätzt und anstrebst. Lass die Liebe wachsen und richte diese wachsende Liebe als eine allesverzehrende Flamme auf das, was höchste Schönheit ist, höchstes Glück ist, höchste Freiheit, höchster Frieden ist, auf das, was die Liebe der Liebe, die Freude der Freude ist, nämlich Gott!

Eine solche Liebe wird ganz von selbst, auch ohne dass Du es willst, eine Reinheit des Herzens schaffen, die Gott sieht und Dir das ganze Königreich des Himmels offenbart.

Liebe schliesst alle jene Kräfte, Tugenden und Fähigkeiten in sich, die aus Jesus einen Christus gemacht haben. Liebe schliesst alle Wissenschaften ein, alle Techniken, alle Philosophien, alle Schönheiten, das ganze Leben und alle Vollkommenheiten.

Du kannst Gott verleugnen, aber nicht die Liebe, und indem Du die Liebe bestätigst, bestätigst Du Gott, der Liebe ist. Der Weg zu Gott ist Liebe. Liebe ist alles. Du bist ein Tempel der Liebe und hast eine ewige organische Blutsverwandtschaft mit Gott, der die Liebe der Liebe ist und mit Christus, der das Licht der Liebe ist.

Übe Dich immer mehr in der Liebe, und Du wirst der König der Könige sein, die Krone der Schöpfung und mit Christus Erbe aller Schätze und Vollkommenheiten des Königreichs Gottes!

Millionenfache Verehrung dem Gott, der als Liebe in Deinem gesegneten Herzen wohnt!

 

Alles ist in mir; alles ist in allen

Wenn die zehntausend Dinge in ihrer Einheit gesehen werden,

kehren wir zurück zum Ursprung und bleiben, wo wir immer gewesen sind ...

Eines in allem, alles in Einem - wenn das verwirklicht ist,

gibt es keine Sorge mehr um die eigene Vollkommenheit.

Der dritte Zen-Patriarch

Alles ist in mir. All die Musik der grössten Musiker der Welt ist in mir! All die Schönheit aller Blumen der Welt, all die Grösse der grössten Menschen der Welt, all die vergangenen Schöpfungszyklen, alles Wunderbare, Grosse im Leben ist in mir.

Alle Sprachen sind in mir. Alle Materialien sind in mir. Alles Wissen ist in mir, denn Gott ist in mir! Da alles in Gott ist, und Gott in mir ist, ist alles in mir.

Allmacht ist in mir. Ich brauche nichts zu fürchten, was von aussen kommt. Ich erkenne alles, was war und sein wird oder was ich zu erkennen wünsche. Da alles in mir selbst ist, ist ebenso alles in jedem andern. Deshalb verehre ich jeden als mich selbst. Ich werde niemandem schaden, und ich werde mein Leben den anderen widmen, ihnen meine Dienste und meine Liebe schenken. Alles ist in jedem, weil Gott in jedem ist. Das Herz eines jeden kann grossartige Wunder vollbringen, weil Gott im Herzen eines jeden ist.

Alles ist in allem, deshalb respektiere ich, verehre ich alles. Da Gott in allem ist, ist unendlicher Friede in allem, ist unendliche Schönheit, unendliche Vollkommenheit, unendliche Erkenntnis in allen: Deshalb respektiere ich alles, deshalb verehre ich alles, deshalb nutze ich alles in rechter Weise, mit Achtung, mit Hingabe ans Göttliche.

Alles ist in mir selbst, darum ist alles in jedem und alles in allem. Das Alles-in-mir, das Alles-in-anderen, das Alles-in-allem ist ein und dasselbe. Deshalb gibt es nichts, was fremd für mich wäre; es gibt nichts, was ich nicht selbst wäre.

Das Wohlergehen der Sterne ist mein Wohlergehen. Das Glück der Tiere ist mein Glück. Der Fortschritt und der Wohlstand der Menschen ist mein Fortschritt und Wohlstand.

Ich werde leben und arbeiten, damit die ganze Schöpfung gefördert werde. Ich werde nicht nach Annehmlichkeiten und Vergnügen ausserhalb von mir suchen. Ich werde nicht irrational oder unweise sein, indem ich nach irgend etwas ausserhalb meiner selbst Ausschau halte - sei es Licht, Vollkommenheit, Frieden oder Glück. Alles ist in mir selbst, deshalb brauche ich nichts von ausserhalb, deshalb brauche ich mit niemandem zu kämpfen, mit niemandem in Disharmonie zu leben, niemanden abzulehnen.

Beständig bin ich in der Wahrheit verwurzelt. Alles ist in mir selbst, alles ist in jedem, alles ist in allem. Ein Wort für das "Alles-in-mir-selbst" ist "Gott".

Wenn Du meditierst, wenn Du das Mantra wiederholst, dann lass alle Energien des Bewusstseins, des Willens, der Rede, des Handelns, des Denkens und Fühlens vereint in dieser Bewegung hin zur Erfahrung des "Alles-in-einem-selbst" konzentriert sein!

 
 
OM

... OM, die unteilbare Silbe. Diese Silbe ist unaussprechbar und jenseits des Gemüts... Es ist das höchste Gute, das Eine ohne ein Zweites. Wer immer OM - das Selbst - kennt, wird zum Selbst.

Mandukya Upanishad

Solange das Gemüt in irgendeiner Form weiterbesteht, solange das Gemüt als Dein Körper, die Dich umgebende Welt, Dein Name, Deine Erfahrungen, Gedanken und Gefühle, als Deine Wahrnehmung der Erde unter Deinen Füssen weiterbesteht, solange kann es keine wahre Erfahrung Gottes geben.

Wenn Dein Gemüt das Wesen Gottes annimmt und aufhört, der Körper zu sein, der Du bist, und die Welt, die Dich umgibt, dann hast Du die Erfahrung Gottes.

Das Gemüt muss sich selbst vergessen, und es muss alles vergessen, womit es sich identifiziert. Wenn das Gemüt diesen Schritt machen kann und das Wesen und die Form des Herzens Gottes annimmt, wird es göttlich und hat eine wahre Erfahrung Gottes. Bis dahin hat es keine wahre Erfahrung Gottes. Es erfährt alles andere, aber nicht Gott.

Die Wiederholung eines Mantras ist ein machtvolles Mittel, um mit dem unendlichen und absoluten Gott in Einklang zu sein. Die einfachen Heiligen sagen millionenmal "Gott, Gott, Gott", den ganzen Tag lang, und heften so ihre Erfahrung auf nur ein einziges Objekt: Gott.

Der gewöhnliche Mensch geht in Hunderten von Erfahrungen unter. Deshalb ist er so unwissend, moralisch unvollkommen, unglücklich, ruhelos und sucht beständig, Ziele zu erreichen, die ihn nie zufriedenstellen können.

Das Gemüt ist so verräterisch, dass es uns immer Gott vergessen lässt und uns statt dessen eine materielle, sinnlich erfahrbare Welt vorgaukelt. Das Gemüt stürzt uns völlig in die irdische Erfahrung von Schmerz und Vergnügen, von Gut und Böse. Es erlaubt uns nicht, Gott näherzukommen. Deshalb müssen wir besondere Methoden entdecken, mit denen wir das Gemüt dazu bringen können, beständig an Gott zu denken. Eine der einfachsten und gleichzeitig besten Methoden, dies in die Tat umzusetzen, ist die Wiederholung eines Mantras oder eines Namens Gottes, zum Beispiel "OM" oder "Jesus".

Die grössten Mystiker und Heiligen haben entdeckt, dass dieses OM identisch ist mit Gott, und Hunderte von christlichen Heiligen hatten Visionen von Jesus Christus und haben Gott durch Jesus erfahren. Wenn das so ist, warum sollten wir nicht das Gemüt dadurch kontrollieren, indem wir es durch die Wiederholung von "OM" oder "Jesus" beständig an Gott erinnern?

 
Es gibt viele Arten von Mantras. Die Art des Mantras, das Du zur Wiederholung wählst, hängt von der Art der Vorstellung ab, die Du von Gott hast.

Das Mantra kann ein Vers sein oder auch nur eine einzige mystische Silbe wie OM. Es kann auch ein Name Gottes sein. Das Mantra muss immer und immer wieder wiederholt werden, bis das Gemüt kontrolliert, transformiert, erhoben und mit Gott vereint ist.

 
Mantras wie OM sind ursprüngliche Laute oder Tonschwingungen: mystische Laute.

Es sind keine von Menschen erfundenen Worte. Der Genius des Menschen hat viele Sprachen geformt und geschaffen. Kommunikation und Verständigung wurden erst durch die besonderen Sprachen möglich, die der Mensch entwickelt hat, aber OM und andere mystische Silben bestehen aus Lauten, die ewig, zeitlos, unerschaffen sind. Es gibt natürlich auch Mantras, die von der Heiligkeit und Göttlichkeit einer strebenden Seele geschaffen wurden. Auch diese Mantras führen einen im Lauf der Zeit zur Gotterfahrung.

Die mystischen Silben erwecken die Erkenntnis, die latent in der Wahrheit schlummert. Das menschliche Individuum wird allumfassend gereinigt.

In erster Linie jedoch sind die mystischen Silben selbst das Wesen Gottes, das Wesen der Wahrheit. Sie sind das Herz und die Seele der Wirklichkeit. Sie sind voll von unendlichem Licht. Sie sind potentielle Atombomben.

All das sind Tatsachen, aber es hängt von der Reinheit eines Menschen ab, ob er sie erkennt oder nicht. Wenn ein Mensch vollkommen rein ist, hat er blitzartig eine geistige Erfahrung, selbst wenn er das Mantra nur ein einziges Mal hört.

Wenn seine Reinheit nicht so gross ist, reinigt die Wiederholung des Mantras den Menschen zuerst, um danach sein wirkliches Wesen auszudrücken.

 
OM ist das höchste Mantra.

Es wird jedem anderen Mantra vorangestellt. Es ist die Batterie, die das Licht liefert. Füge irgendeinem Namen das Wort OM hinzu, dann hast Du ein Mantra. Zum Beispiel: "OM Jesus Christus OM". Wenn Du nun dieses Mantra beständig und ununterbrochen wiederholst und Dein ganzes Herz und Gemüt in diese Tätigkeit hineinlegst, dann ist es Dein Mantra. Man-tra bedeutet: "Jenseits des Gemüts".

Das Mantra ist also das Mittel, mit Hilfe dessen Du eine Verbindung zu Gott herstellst. Das Mantra ist das, womit Du die Gottheit anrufst und sie bittest, bei Dir, in Dir und in Deiner Erfahrung zu sein. Das Mantra ist etwas, das Dein Herz mit Licht und Inspiration erfüllt. Das Mantra reinigt und erhebt das Gemüt, lässt es einhellig werden, so dass Du besser meditieren kannst. Das Mantra gibt Dir auch Kraft in Zeiten der Angst und der Überanstrengung. Es hilft Dir, die Dinge in Zeiten des Zweifelns und der Schwierigkeiten gedanklich klar sehen und beurteilen zu können.

 
Gott ist die grösste Wirklichkeit, wirklicher als die Knochen in Deinen Fingern. Er ist immer bei Dir und hört Dir zu.

Mantra darf nicht nur eine verbale Wiederholung sein, es muss von Liebe zu Gott, von Glauben an Gott begleitet werden, Einstellungen, die an und für sich schon eine gründlich reinigende, transformierende Kraft auf Dein Inneres ausüben.

Wenn Du ganz auf das Mantra konzentriert bist, kann all der Unsinn, den Du zu hören gezwungen bist, nicht in Dein Gemüt eindringen. Wenn Du vom Mantra absorbiert bist, berühren Dich die Schmerzen nicht, die Dein Körper ertragen muss. Wenn Du im Mantra bist, beeinträchtigen Dich die hundert Begrenzungen und Schwächen, die Du hast, nicht. Und wenn Du Tag für Tag und Jahr für Jahr in diesem Mantrabewusstsein bist, wird Dich nichts mehr plagen: Du bist vollkommen geworden, vollkommen wie der Vater im Himmel.

 
Im Anfang war das Wort ...

OM ist ein göttliches Wort, das Wort Gottes, das am Anfang war und das am Ende sein wird; das immer im Universum gegenwärtig ist und immer in Deinem inneren geistigen Herzen vibriert. All die höchsten Mysterien des unendlichen Bewusstseins, die Mächte und Möglichkeiten des absoluten Bewusstseins haben ihren Sitz in OM. Deshalb ist OM der Schlüssel zur ganzen Wirklichkeit des Unendlichen. OM ist jener grundlegende Laut, in dem alle anderen Laute, Arten von Lauten und Frequenzen ihren Ursprung haben. OM ist die Energie hinter allen Energien; OM ist das Unendliche. Es hat Raum und Zeit ins Dasein gerufen und ist im Raumzeituniversum anwesend, transzendiert es aber zugleich. Der schöne Baum mit seinen grünen Blättern, seinen Blüten und Früchten ist auch ein Produkt des OM und wird von der Energie des OM am Leben erhalten.

 
OM ist die überall vorhandene, alles durchdringende Energie im Universum.

OM ist die Musik der himmlischen Sphären, die all die prachtvollen Aktivitäten der jenseitigen Sternenuniversen begleitet; es ist die grundlegende, alles durchdringende, alles erschaffende Kraft, die Kraft, die die Grundlage und das Fundament selbst des Bewusstseins, der Intelligenz und des Gewahrseins ist, die Kraft, die in sich allen Magnetismus trägt.

Alle Kräfte - wie die Gravitation und sogar die Kraft der Liebe und des Glaubens - sind Energien, die dem universalen, alles durchdringenden OM entstammen. Dieses grossartige, unendliche Sein, das OM ist, hat also durch die Millionen in ihm vorhandenen Kräfte nicht nur dieses Universum erschaffen, sondern ist auch zugleich etwas Transzendentes und überschreitet als solches alles, was es erschaffen hat, indem es jenseits davon steht.

 
OM, das nur ein kleinwinziges Teilchen ist, hat all diese weiten und unermesslichen Räume des Universums - die ganze Schöpfung - erschaffen und auch die Zeit, in der sich alle kosmischen Prozesse abspielen.

All das kam aus diesem kleinwinzigen OM hervor! Was ist dieses winzige Ding mit seinen unendlichen Ausdrucksformen und Möglichkeiten? - Eine Stelle in den Upanishaden sagt, dass Gott, die höchste Wirklichkeit, kleiner als das Kleinste und weiter als der unendliche Raum sei. Ist das nicht ein Paradox? Wie kann das kleinste, winzigste Ding, das kleiner als das kleinste Atom ist, gleichzeitig grösser sein als der grosse, unermessliche Raum? - Ja, das ist ein grosses Paradox, aber nicht für jene, welche die direkte Erfahrung Gottes erlangt haben.

 
OM ist sowohl der unpersönliche, transzendente Gott, wie auch der immanente, persönliche Gott. Beide Aspekte sind in OM vereinigt.

OM ist göttliche Harmonie. Es ist göttliches Bewusstsein. Es ist göttliche Intelligenz. Seine wesentliche Natur ist Licht. Es ist unbeschreiblich strahlend. Sein Wesen ist auch Liebe. Es ist unendliche und grenzenlose Liebe. Es ist auch Schönheit und Fülle, unendlicher und absoluter Friede. OM ist die Musik der Musik. Es ist absolute Freude. Es ist alles und transzendiert alles. OM enthält in sich die manifestierten und unmanifestierten Aspekte des Göttlichen.

 
Wann immer Dein Frieden, Deine Inspiration oder Dein Gewahrsein Gottes nachlassen, wiederhole sofort OM!

Wenn OM gesungen wird, entlässt es ein solches Feuer, eine solche Kraft und Energie, dass dies die Atmosphäre um Dich herum harmonisiert, dass es die disharmonischen Kräfte in Deiner Umgebung zerstört. Fühle mit jeder Wiederholung des OM die unmittelbare Gegenwart Gottes in Dir und überall! Fühle, dass OM Gott ist, dass Gott sich selbst durch OM ausdrückt, dass dieses Mantra das Mittel ist, mit dessen Hilfe Du Beziehungen zu Gott herstellen kannst. Wo OM wiederholt wird, wird sofort Gottes Gegenwart erzeugt, und alle Schleier, die seine Gegenwart verhüllen, werden augenblicklich zerstört.

 
Die Menschen der höchsten Gottverwirklichung lauschen stets dem Laut des OM, der überall im Universum erklingt.

Die ganze Welt und alle Universen hallen wider mit der Schwingung des Urlautes OM.

Das menschliche Ohr ist so grob und begrenzt, dass es die feineren und höheren Töne nicht hören kann; aber im Zustand des mystischen Bewusstseins und der Gotterfahrung werden diese Töne den grossen Weisen offenbart.

Alle unsere vedischen Mantras hier sind direkt im Herzen der göttlichen Wahrheit entstanden. Grosse Weise, Heilige und Seher - was haben sie gesehen? - Die Wahrheit, von Angesicht zu Angesicht, die Wirklichkeit.

 
Das beste Gebet ist diese eine Silbe OM.

Die Seele des ganzen Universums versteht dieses Wort. Die göttliche Gegenwart reagiert, wenn wir diese mystische Silbe ertönen lassen.

OM ist Licht, es ist Vollkommenheit, es ist Liebe, es ist die ganze Seele Gottes, es ist das Wesen, der Charakter Gottes. Es ist allgegenwärtig, trägt Allwissenheit und Allmacht in sich und hat die Dimension der absoluten Stille. Absolute Stille ist das Wesen dieses Om-Lauts und auch Deines: Dein wahrer Name ist OM. Gott wohnt in Dir. Deine wahre Persönlichkeit, Dein wahres Herz, Deine wahre Intelligenz ist Gott.

Durch Unwissenheit, Unvollkommenheiten, Unreinheiten vergisst man diese Tatsache und ist verloren in menschlichen Emotionen, Instinkten, Gedanken, Gefühlen und Taten, aber in Wahrheit und Wirklichkeit bist Du dieses Licht Gottes; Du bist ein Kind Gottes. Du bist in der Tiefe Deiner Seele schon eins mit Gott. Und Gott ist grenzenlose Freude. Du suchst im täglichen Leben Freude, ausserhalb von Dir, wo Du sie nicht finden wirst. Aber in Deinem geistigen Leben suchst Du am richtigen Ort - bei Gott. Und Gott ist die Seele Deiner Seele. Er wohnt in Dir. Du erfährst Ihn ganz unbewusst im Tiefschlafzustand. Was erfährst Du im Tiefschlafzustand? - Eine zeitlose Stille. Gehört diese zeitlose Stille zum Körper oder zum Gemüt, zur Gesellschaft oder zur Welt? - Zu keinem von all diesen! Niemandem gehört diese zeitlose Stille; sie gehört nur zu Gott. Und das erfährst Du im Tiefschlafzustand, ohne zu ahnen, was es ist, weil Du es in totaler Finsternis oder Unwissenheit erfährst - absolut unbewusst. Du erfährst im Tiefschlafzustand auch eine zeitlose, raumlose Freude, eine Ruhe, ein Wohlgefühl. Das ist Gott. Das ist Gottes Wesen.

 
OM Tat Sat

Das Wort "Gott" ist ein Wort, das von Menschen geschaffen wurde. OM ist eine Macht, ein Wort, das dem Universum innewohnt und geeignet ist, Gott zu offenbaren. Deshalb haben höchste Mystiker und Rishis des alten Indien, nachdem sie durch die Macht ihrer Seele diesen Urlaut entdeckt hatten, diesen immer als Namen Gottes verwendet und als Mittel benutzt, um die Kraft Gottes in der menschlichen Seele zu erwecken. Alle Upanishaden beginnen mit OM und enden mit OM. Alles göttliche Wissen ist in OM enthalten. Die Upanishaden stammen aus dem OM, und sie sind dazu da, um den Menschen die Herrlichkeit, Grösse und Göttlichkeit des OM-Lautes zu verkünden.

In den Upanishaden finden wir ein anderes Mantra, das aus drei Worten besteht: OM Tat Sat.

Die Welt ist nicht Sat. Sie ist Asat. Was ist Asat? - Unwahrheit, "Nichtwahrheit". Warum ist die Welt eine Unwahrheit? - Die Welt hat einen Anfang und ein Ende. Alles, was kommt, verschwindet auch wieder. Das kann nicht die Wahrheit sein; das ist "Nichtwahrheit", Asat.

Was ist dann aber die Wahrheit? Wahrheit ist das, was immer ist. Es ist das, was schon vor sechzig Millionen Jahren existierte, was auch noch in hundert Millionen Jahren existieren wird, was in aller Zukunft, existieren wird. Die Wahrheit war, ist und wird immer sein. Das anfanglose und endlose Sein ist die Wahrheit. Das ist Sat.

Sat ist Wirklichkeit, Wahrheit. Was ist das Wesen dieser Wirklichkeit? - Sat Chid Ananda. Das heisst, Sat ist nicht nur Wirklichkeit, nicht nur Sein, sondern auch Bewusstsein, Intelligenz, Erkenntnis. Und wo Sein und Bewusstsein sind, da ist auch Ananda - Freude oder Seligkeit.

Wir haben ein Leben, und dieses Leben besitzt Intelligenz. Wir haben Intelligenz und Leben, und darum sind wir glücklich. Wenn jemand unser Leben bedroht, sind wir unglücklich, denn wir wollen unser Leben beschützen. Wo immer Leben ist, da ist auch Intelligenz; und wo immer Leben und Intelligenz sind, da ist auch Freude. Aber im endlichen Leben, in der endlichen Intelligenz gibt es viel Unglück, viel Leiden.

Gott ist also unendliche Intelligenz und unendliches Leben. Wo unendliches Leben ist, da ist auch unendliche Erkenntnis, unendliche Intelligenz und darum unendliche Freude.

Deshalb ist Sat das unendliche Sein, die höchste Wirklichkeit, die höchste Wahrheit. Das eine, unbegrenzte, absolute Sein - das ist Sat.

 
Die Weisen der Gotterfahrung formulierten es so: "Neti neti!" - "Nicht dies, nicht dies!"

Das bedeutet: "Nicht dieses ist Gott, nicht jenes ist Gott." Nicht dieser Name, nicht diese Form, nicht diese Welt, nicht diese veränderlichen Erscheinungen sind Gott. Alles, was vergeht, stirbt und sich wandelt kann nicht Gott, kann nicht die Wahrheit sein. Denn die Wahrheit ist unveränderlich.

Denke an Das (Sat)! Erinnere Dich an Das! Sei Das! Erkenne Das! Verwirkliche Das! - Das ist die zentrale Botschaft der höchsten mystischen Erfahrung. "Sage OM Tat Sat", das heisst: "Gott ist die Wirklichkeit." "Sage immer OM Tat Sat", was Du auch siehst, hörst, tust, erfährst! Wenn Du Dich ständig an dieses Mantra erinnerst, kommt schliesslich all die chaotische, ruhelose Aktivität des Gemüts, die Dich Deiner inneren Energien beraubt, zu einem Ende.

 
Man wiederholt OM und wird OM.

Wenn Du zu OM geworden bist, bist Du allgegenwärtig. Dann wohnst Du bewusst im Herzen aller Menschen und in der ganzen Natur. Und trotzdem bleibst Du jenseits von Natur und Menschheit.

OM ist das Geheimnis aller geistigen Übungen. OM ist die Kraft Gottes, die Dich zu Gott führt; und Gott selbst ist auch OM. OM ist der Weg, OM ist das Ziel, OM ist der anfanglose Anfang und das endlose Ende.

OM ist das Alpha und Omega. OM ist jede mögliche Freude, Freude in ihrer Unendlichkeit, Unbegrenztheit, Vollkommenheit.

Im Tiefschlaf hast Du unbegrenzte Freude, kannst sie aber nicht geniessen, weil Du in diesem Zustand völlig unbewusst bist: Du erfährst überhaupt nichts.

OM ist das erleuchtende Wort, das mystische Wort, das Wort der unendlichen Kraft. OM ist Gott selbst. OM ist allsehend, allwissend. OM ist die Persönlichkeit Gottes.

Wiederhole OM und sei im Einklang mit dem unendlichen Leben, der unendlichen Intelligenz, dem unendlichen Bewusstsein und der unendlichen Energie.

Luft kann sich nicht bewegen ohne OM. Die Erde kann nicht ohne OM existieren. Menschen können nicht ohne OM leben. Das Universum kann ohne OM nicht existieren. OM ist die erhaltende Kraft in der ganzen Schöpfung. Es ist die Seele der Schöpfung, die Substanz der Schöpfung. OM ist alles. Deshalb wiederhole immer wieder OM.

Wenn Du zu OM geworden bist, spielt es keine Rolle, wo Du bist: Du bist überall in Gottes Vollkommenheit. Wenn Du in OM bist, ist es egal, was Du tust - alles wird zu einer geheiligten Tätigkeit. Und ein Mensch im OM-Bewusstsein macht nichts Dummes! Er bringt Wohlergehen für die ganze Schöpfung. Wenn er ein Haus baut, wird dieses Haus zum Herzen des ganzen Universums, zur Wohnstatt für den ganzen Kosmos. Wenn Du in OM zu Hause bist, bist Du heraus aus allen menschlichen Problemen, aus Unwissenheit, Dunkelheit, Begrenzungen und jedem erdenklichen Elend.

 
OM ist der allwissende Gott in uns, rings um uns, über uns, unter uns, links und rechts von uns.

Wo ist oben und unten, links und rechts im Tiefschlafzustand? Wenn Du bewusst eins mit OM bist, wo ist dann links und rechts, oben und unten? - Da gibt es kein Oben und Unten! Es ist rein ein Zustand der Freude, der grenzenlosen Freude. Solange Du im Körperbewusstsein lebst, gibt es rechts und links, unten und oben. Aber sobald Dein Bewusstsein in OM hineinsinkt, gibt es keine Zeit, keinen Raum mehr. Dann bist Du zeitloses, raumloses Leben.

OM ist Jesus Christus, Maria, Heiliger Geist. OM ist alle heiligen Schriften. OM ist ewige Musik. OM ist ewige Kraft und Bewusstsein. Kein Bewusstsein ist ohne OM möglich. Ohne OM gibt es keine Energie, keinen Ton, keinen Laut. Alles ist von OM gestaltet. OM ist das Licht Gottes, das Bewusstsein Gottes, die Vollkommenheit Gottes, die Reinheit Gottes, die Weisheit Gottes, die Seele Gottes, das Herz Gottes, die Liebe Gottes, die Schönheit Gottes.

 
OM ist die Essenz des Lebens, die Musik der Musik, das Leben allen Lebens.

OM ist das Wunder aller Wunder. Es ist nicht nur eine Silbe, sondern ein magisches, göttliches Wort. Es gibt keine Magie ausserhalb der Wahrheit. OM ist der grösste Wunderwirker. Die ganze Schöpfung ist ein Zeichen dieser Wunder, dieser Magie Gottes. Überall gibt es Wunder innerhalb von Wundern. Und alle diese Wunder stammen von einer einzigen Silbe, dem Wort Gottes oder OM - von Gott selbst.

Herrliche Universen! - Der Erschaffer ist OM. Der Erhalter ist OM. Der Auflösende ist OM.

OM ist Deine wahre Natur und Seele. In Wahrheit lebst Du in OM und als OM. Das sollst Du erfahren, statt den Körper zu erfahren, die Zeit, den Raum und die Objekte der Sinne zu erfahren.

Das grösste Organ, das Du hast, ist das Bewusstsein in Dir. Erfahre OM innen und aussen mit Hilfe der Fähigkeiten Deiner Seele. Geniesse eine Freude, die unabhängig ist vom Körper, von den Sinnen und den Sinnesobjekten.

Ist nicht die Freude des Tiefschlafs unabhängig von den Sinnen und den Objekten der sinnlichen Wahrnehmung? - Du erfährst die Freude im Tiefschlafzustand direkt, weil sie Deine eigene Natur ist.

Genauso ist OM Deine eigene Natur. Man kann OM durch OM erfahren; man erfährt OM in OM und als OM. Du musst zu OM werden, um OM zu erfahren. OM zu erfahren, als OM zu leben, das ist das Ziel Deines Lebens. Wenn Du dieses Ziel erreicht hast, wirst Du immer glücklich, friedlich, vollkommen und rein sein und im grenzenlosen Licht leben. Das wahre Licht ist das Licht des Bewusstseins. Alles andere Licht kommt von diesem Licht. Das ganze Sri Chakra ist nichts anderes als OM. Das ganze Shodashakshari-Mantra ist nichts anderes als OM in seiner grenzenlosen Herrlichkeit, Vortrefflichkeit, Vollkommenheit.

 
Wenn Du OM wiederholst, berühre das Göttliche im Raum, in der Natur, in den Bäumen - überall - und sprich mit Ihm.

Werde eins mit dem Herzen der ganzen Schöpfung und vibriere mit Hingabe zum Göttlichen, so dass Dir alle Materie, die ganze Natur, alle Lebensformen freundlich gesinnt sind und Dir das geheime Königreich erschliessen, das sie in ihrem inneren Herzen tragen, und damit Dir kein Unglück zustosse, weder von der Erde, noch vom Wasser, vom Feuer oder vom Raum.

Kein Umstand berührt den Heiligen, den Mönch der göttlichen Gnade, viel weniger die Hand der Zeit; denn er ist im Zeitlosen verwurzelt und bleibt todlos, auch wenn der Körper wegfällt.

Er ist ein Geist Gottes, gestaltet, um als Licht Gottes zu leuchten; und als solches leuchtet er unter allen Umständen und für immer.

Keine Rose will ein Meister oder Lehrer sein. Viel fremder noch ist dem Spender dieser Botschaft die Idee, ein Meister oder Lehrer zu sein.

Swami Omkarananda

 

Unendliches Entzücken

Wir sehen nichts,
wenn wir die Augen schliessen,
und jeder Laut verstummt,
wenn das Gehör versagt.
Wir können auch nicht hören
mit den Augen,
und keine Farbe leuchtet
unserem Ohr.
Wir können auch nicht singen
mit den Händen
und nichts erdenken mit dem Fuss.
Begrenzt sind alle unsere Sinne
auf die ihnen eigene Funktion
und Tätigkeit:
sie dienen einem winzig kleinen Teil
und sind ein Steinchen nur
in einem wunderbaren Mosaik,
das ohne Raum und Grenzen
und ohne Zeit und Zahl
der Weltenschöpfer
seiner Schöpfung
einverwoben hat und das
im Fluss des Lebens
in immer neuen Lichtern strahlt,
wenn das Gemüt des Menschen
wach und wacher wird,
und seine geistgezeugten Kräfte
ihn zum Künstler prägen,
der ohne Hände
den Geliebten tastet
und ohne Augen
alle Schönheit sieht,
der neue Töne
seiner Seele singt
und keine Ohren braucht,
um ihrer Melodie zu lauschen,
der hier und dort
und überall zur gleichen Stunde ist
und dennoch keinen Fuss
vom Boden hebt,
der, ohne eine Blume aufzuheben,
dem Trauernden ein Licht
und dem Erkrankten
Heilung bringt.
Der Mensch, als Gleichbild
seines Meisters, ist berechtigt,
im Königreich des Himmels
sich selber zu erkennen
als Licht, als Liebe
und als Leben,
als göttliches Bewusstsein,
das ewig nur das einzig Eine bleibt,
ein ungeteiltes Ganzes,
das endloses Entzücken ist.

 

 

Hridayam - das ist das Herz

Herz ist Dein Name

Der Weg des Herzens bei Swami Omkarananda,
mit Zitaten aus den Upanishaden und Veden

Swami gebraucht den Ausdruck "Herz" in verschiedener Hinsicht: Das Herz ist Sitz der Gefühle und als solches Teil des Gemüts; andererseits ist "Herz" die Bezeichnung für den Ort, an dem Gott im Menschen gegenwärtig ist, "das innere Herz", "das Herz Gottes" oder "das Herz des Herzens".

Das andere Herz, das körperliche Organ, ist ja wohlbekannt.

Im Yoga wird noch das Anahatha Chakra erwähnt: Es ist das vierte der sieben feinstofflichen Chakras, ist aber nicht identisch mit "Hrid" oder "Hridayam", von dem in den Upanishaden die Rede ist und das identisch mit Swami Omkaranandas "Herz des Herzens" ist. Der folgende Artikel handelt ausschliesslich vom "Herzen des Herzens", vom "Herzen Gottes im Menschen", vom Herzen, dem Sitz des Atman, des Selbst.

Dieses Herz ist, wie Swami sagt, der "Sitz Gottes und auch der Ort der Gotterfahrung".

Ramana Maharshi, der grosse indische Weise, hat, unter anderem, folgendes über das "Herz" geäussert:

'Hridaya, Herz' ist - im Sprachgebrauch des Vedanta - synonym mit dem Selbst, Chit oder dem reinen Geist. Da es absolut ist, ist es immer unwandelbar, formlos, ein einziges und inaktiv. Aber da 'Herz' die Nebenbedeutung von 'Zentrum' hat, scheint es eine Verbindung zu einem Phänomen mit einzuschliessen, dessen Ursprung oder Kontaktpunkt es ist. Es ist der Punkt, an dem der formlose Geist Form anzunehmen scheint, das heisst, an dem er sich in der Welt der Formen und als diese manifestiert.

Obwohl die Welt mit ihren Myriaden von Formen, Farben, Lauten und Eigenschaften nicht wirklich existiert - beziehungsweise für den selbstverwirklichten Menschen als identisch mit seinem eigenen Selbst in Form von Wellen oder Gedanken in seinem eigenen Bewusstsein existiert -, erscheint sie doch dem Menschen, der darum kämpft, sich vom Zugriff der Sinne zu befreien, zu wirklich, als dass sie leichthin als blosse Gedankenanhäufung zurückgewiesen werden könnte. Ein solcher Mensch braucht Führung auf seiner eigenen Ebene und von seinem eigenen Standpunkt aus. Deshalb verwenden die Schriften verschiedene Namen für ein und dieselbe Wirklichkeit: Selbst, Geist, Gemüt, Herz, Seele, Gott, Reines Bewusstsein, Höchstes Brahman, Grosse Leere, Schweigender Zeuge, Kenner des Feldes und viele mehr. Diese Namen bezeichnen die verschiedenen Facetten, die sie für den Suchenden in der Erscheinungswelt repräsentieren, und gleichzeitig die vielfältigen Versuche, diese zu erklären.

'Herz' bezeichnet deshalb auch den Punkt der Einheit von Selbst und Welt (oder dem Körper), das Schaltbrett der Verschmelzung von Licht und Dunkelheit. Das 'Herz' ist also der Sitz des Granthi, des Knotens des Nichtwissens, der die Illusion erzeugt, dass die Welt etwas anderes sei als Manas, das Gemüt, das heisst, eine Projektion in einem objektiven Raum, unabhängig vom wahrnehmenden Gemüt. Die Illusion entsteht aus der Gegebenheit des Lebens heraus, das vom 'Herzen' in den Körper fliesst und den Eindruck im Gemüt erzeugt, dass es ein Körper sei, eine Wesenheit (jiva), getrennt und verschieden von allen anderen Wesenheiten. Da das Bewusstsein, das den Körper als Leben erfüllt, seiner Natur nach reines Sein (Sat) ist, erkennt es sich selbst instinktiv als 'Ich', aber weil es mit den Sinnen (durch die es die Welt wahrzunehmen gewohnt ist) nichts wahrnimmt, auf das es den Titel 'Ich' übertragen könnte, ausser den Körper, versagt es, sich als das nicht wahrnehmbare Bewusstsein zu erkennen und fällt der ursprünglichen Illusion zum Opfer, nämlich, dass der Körper es selbst sei. Nachdem es auf diese Weise seine wahre Natur vergessen hat, verstrickt es sich immer tiefer in die von Tamas und Rajas gekennzeichneten Bedürfnisse und Sehnsüchte des materiellen Körpers und bringt so für sich selbst das Mühlrad von Leben und Tod, Geburt und Wiedergeburt, Vergnügen und Schmerz, Wissen und Nichtwissen in Gang, bis zum bitteren Ende, wenn das Verlangen nach einem Daheim und nach Ruhe es anstacheln, nach ihnen und der führenden Gnade des Göttlichen Meisters mit Hilfe von Tapas und Sadhana zu suchen."

 
Millionenfache Verehrung dem Gott, der als Liebe in Deinem gesegneten Herzen wohnt!

Das Herz in Dir - das Herz überall - ist meine Kathedrale, die herrlichste Kathedrale der ganzen Welt. In dieser lebendigen Kathedrale befindet sich das einzig wahrhaftige Sanctum Sanctorum. In dieser Kathedrale ist Swami Papst, da verehrt Swami den allgegenwärtigen, allwissenden Gott.

Das Herz in Dir hat noch ein anderes Herz in sich: das psychische Herz. Und es gibt noch ein Herz:

das Göttliche Herz, welches der Wohnort des Unsterblichen und Ewigen ist. Dieses Herz ist das unvergängliche Herz (Hrid oder Hridayam); es ist wie der leere Raum.

Wenn Du einen tönernen Topf zerbrichst, schadet das dem Raum in diesem Topf nicht - er bleibt unversehrt und ist immer noch derselbe Raum und wird immer derselbe Raum bleiben.

Wie der Raum, so ist auch das Göttliche Herz im Innersten des Menschen unzerstörbar und wird für immer und ewig unzerstörbar bleiben, auch wenn das körperliche Herz transplantiert wird.

Möge Dein gesegnetes Herz, das voller Verehrung ist, dieses innere Göttliche Herz entdecken, das der Tempel des Bildnisses Gottes ist, das Heiligtum des lebendigen und ewigen Gottes. Swami verehrt Gott in Deinem gesegneten inneren Herzen. Immerzu verehrt er - in Gedanken und im Geist - die allsehende, allwissende, allsegnende, allwunderbare Gottheit im Herzen aller Wesen.

 
Erkenne Dein innerstes Herz als Swamis Herz
unendlicher Verehrung für Dich.
Wisse auch, dass dieses Herz die Kathedrale Gottes ist,
der einzige Wohnort der lebendigen,
allwunderbaren Gottheit.
Das Herz ist deshalb der Schlüssel zur Erfahrung Gottes.
Es ist auch das Feld für die Erfahrung Gottes.
Trage Gott in jedem Teil Deines Bewusstseins, trage Gott in
Deinem Herzen, und Du begegnest dem Himmel überall!
 
Worin ruht das Unendliche? - Es ruht in seiner eigenen Herrlichkeit - nein, nicht einmal darin ...! Wo soll das Unendliche ruhen, ausser in sich selbst?

Chandogya Upanishad

 
Im Herzen eines jeden Atoms wohnt der Mensch
der Herrlichkeit, der Herrlichkeit des Unsterblichen.
Inmitten des Atoms befindet sich die Struktur
der Summe aller Bewegungen im Universum.
 
Man sollte sich selbst unter diesem Aspekt der Ewigkeit betrachten und wissen, dass jede unserer Zellen sich auf die offenbarende und befreiende Energie des Göttlichen zubewegen muss, die schon in ihnen selbst enthalten ist, und dass, gerade durch diese Bewegung und das dadurch schliesslich Erreichte, nichts anderes mehr existieren wird, als das Aufflammen des göttlichen Bewusstseins.
 
Wir sind in Gottes Herzen;
Gott ist in unserem Herzen.
Die Kerze auf dem Tisch ist etwas anderes als wir; selbst unsere eigenen Knochen sind weit von unserem eigentlichen Wesen entfernt.
In der Stadt Brahmans, die der Körper ist, da befindet sich das Herz, und im Herzen ist ein kleines Haus. Dieses Haus hat die Form eines Lotus, und darin wohnt DAS, nach dem man suchen muss, nach dem man forschen und das man verwirklichen muss.

Was dann ist es, das in diesem kleinen Haus wohnt, in diesem Lotus des Herzens, das man suchen muss, nach dem man forschen muss, das man verwirklichen muss?

So gross wie das Universum aussen, so gross ist auch das Universum im Lotus des Herzens. Darinnen sind Himmel und Hölle, die Sonne, der Mond, der Blitz und all die Sterne. Was im Makrokosmos ist, ist auch im Mikrokosmos.

Alles, was existiert, alle Wesen und alle Wünsche sind in der Stadt Brahmans. Was wird dann aus ihnen, wenn das Alter kommt und der Körper sich im Tod auflöst? - Obwohl das Alter den Körper heimsucht, der Lotus des Herzens wird nicht alt. Beim Tod des Körpers stirbt er nicht. Der Lotus des Herzens, wo Brahman in all seiner Herrlichkeit existiert, das, und nicht der Körper ist die Stadt Brahmans. Brahman, das darin wohnt, ist unberührt von jeder Tat, ist alterslos, todlos, frei von Sorge, frei von Hunger und frei von Durst. Seine Wünsche sind rechte Wünsche, und seine Wünsche werden erfüllt.

Chandogya Upanishad

 
Wir tragen in unserem inneren Herzen den ewigen Zeugen des Ewigen, der sich innerhalb und jenseits von allem befindet, was dem menschlichen Geist und den Sinnen offenbar ist.

Wenn Du Deine Zehen erreichen willst, musst Du Deine Hände ausstrecken. Alles in Dir und ausserhalb von Dir ist weit weg von Dir. Nur Gott ist Dir ganz nahe - in Wirklichkeit am allernächsten.

Er ist das Herz Deines Herzens, die Seele Deiner Seele,
die Intelligenz Deiner Intelligenz, das Bewusstsein Deines
Bewusstseins. Er ist Dir näher als irgend etwas sonst.

Erkenne diese Tatsache an und lebe bewusst in Gott, atme, esse, schlafe und arbeite in Gott, mit Gott und durch Gott!

 
Das 'Herz' wird in den Veden und anderen Schriften als der Ort angegeben, wo die Vorstellung 'Ich' entspringt. Ist damit das körperliche Organ gemeint? - Nein! Sie entspringt in uns, irgendwo gerade in der Mitte unseres Seins. Das 'Ich' kann nicht lokalisiert werden. Alles ist das Selbst. Es gibt nichts als das. Man muss also feststellen, dass das 'Herz' unser ganzer Körper und das ganze Universum ist, das als 'Ich' wahrgenommen wird. Aber um dem Übenden zu helfen, wird dem Selbst ein bestimmter Ort im Universum oder im Körper als Sitz zugewiesen. Doch in Wahrheit sind wir überall. Wir sind alles, was ist, und es gibt nichts anderes.

Ramana Maharshi

 

In jedem Menschen - wo er sich auch immer aufhalten mag -
befindet sich das Herz Gottes, das Zentrum Gottes, die Seele
Gottes. Unser Herz ist das Herz und das Zentrum Gottes,
es ist Gottes Hauptquartier, der zentrale Punkt Gottes.

Wo hat der grenzenlose Himmelsraum sein Herz? - Auf dem Mond oder auf der Erde, in der Sonne oder in einem der unzähligen Sterne? - Jeder Stern könnte behaupten: "Ich bin das Zentrum des Raumes!", und es wäre wahr! Die Erde könnte sagen: "Ich bin der Mittelpunkt des Raumes!", und auch das wäre wahr, weil in einem unendlichen Raum jeder beliebige Punkt irgendwo das Herz des Raumes ist.
In der grenzenlosen Wirklichkeit, die Gott ist,
kann jedes Herz innerhalb dieser Wirklichkeit
den Anspruch erheben,
der Mittelpunkt oder
das Herz dieser Wirklichkeit zu sein.

Jeder Mensch also, der offen für Gott ist,
der gottbewusst ist,
ist das Zentrum und das Herz Gottes.
In einer grenzenlosen Wirklichkeit ist das Herz überall. Es ist nur ein einziges Herz! Es ist ein Zentrum ohne Umfang. Das Zentrum ist grenzenlos, unermesslich. Deshalb ist jeder Mensch das Herz Gottes, das Zentrum Gottes, das Hauptquartier Gottes, der Zugang zu Gott.

Fühle die unmittelbare Gegenwart Gottes in Deinem Herzen! Jedes kleine Gebet, jede kleine Meditation, jeder kleine Dienst, jede kleine Arbeit für das Göttliche ist ein gewaltiger Gewinn. Am Anfang mögen die Ergebnisse unserer Bemühungen nicht sichtbar sein, auch nicht nach zwanzig Jahren; aber lassen wir uns davon nicht täuschen! Der Sieg ist sehr nahe, denn es gibt keinen Verlust auf dem geistigen Pfad!

Höre nicht auf, ernsthaft und aufrichtig nach Gott zu suchen. Gott ist Dir näher als Deine eigenen Knochen und Dein eigener Atem.

Du bist das Zentrum und Herz Gottes.
 
Verneige dich in Hingabe vor deinem Meister. Dann betritt den Lotus des Herzens und meditiere da über die Gegenwart Brahmans, das Reine, Unendliche, Selige ...

Kaivalya Upanishad

 
Gott ist Herz - Herz ist Gott.

Liebe ist Gott - Gott ist Liebe.

Gott ist Licht - Licht ist Liebe.

Es gibt kein Geschöpf, dessen Form, Gestalt und Struktur nicht die Substanz der absoluten Liebe des Schöpfers in sich enthalten würde.

Der Schöpfer weilt im Geschöpf und das Geschöpf im Schöpfer.

Des Menschen Liebe kennt keine andere Bestimmung - und erfüllte sie sich auch erst nach vielen Inkarnationen -, als ihren Ausdruck, ihre Erfüllung und Einheit in der unendlichen und ewigen Liebe des Herzens Gottes zu finden.

Das Herz ist die wahre Liebe und das wahre Glück;
es ist Träger des Königreichs des Himmels,
es ist absorbierende Hingabe und ekstatische Anbetung;
es ist ein Fest des Lichts
und das Alpha und Omega des Lebens.

Gewähre Dir im täglichen Leben die Freude, die Kraft und Herrlichkeit, als ein solch grossartiges und göttliches Herz zu leben. Du bist gesegnet!

Das geistige Herz birgt in sich tausend Vorzüglichkeiten, Tugenden und Kräfte.
Bete aus der Tiefe Deines Herzens - das ist die Schau Gottes!
Meditiere aus der Tiefe Deines Herzens - das ist mystische
Erfahrung!
Sprich aus der Tiefe Deines Herzens - das ist inspirierende Rede!
Schreibe aus der Tiefe Deines Herzens - das ist Dichtkunst
und erleuchtende Weisheit! Denke aus dem Herzen - das ist lebensumwandelnder Genius!
Handle aus dem Herzen - das ernährt und bereichert das Leben!
 
Nichts ist so wertvoll, so anbetungswürdig, so kostbar wie Gott.

Er wohnt in Dir und in allem.

Gott ist das Herz aller Herzen.

Er ist der Schatz.

Als Baby warst Du der Schatz Deiner Mutter.

Als Erwachsener wurdest Du zum Schatz Deines Gefährten oder Deiner Gefährtin.

Als Wahrheitssucher bist Du nun der Schatz Gottes, und als Verkünder der Wahrheitserfahrung bist Du der Schatz der ganzen Menschheit.

Lass die Süsse Deines gütigen, verständnisvollen, edlen und weisen Herzens mit Heiligkeit und Göttlichkeit verschmelzen.

Ein liebevolles und heiliges Herz ist ein Herz des Lichts, ein Herz des Sonnenscheins, ein Herz der Schönheit, der Freude, der Weisheit, der Kraft und Vollkommenheit.

Fasse noch in dieser Stunde den Entschluss, Dein Herz mit stetiger Ausdauer in einen solch wunderbaren Schatz zu verwandeln!

 
Niemand sieht Ihn mit den Augen, denn er ist ohne sichtbare Form. Und doch offenbart Er sich im Herzen durch Selbstkontrolle und Meditation. Jene, die Ihn erkennen, werden unsterblich.

Katha Upanishad

 
Denke intensiv an folgenden Punkt:
Wo Du bist, da ist Gott!

Im Wald stehen Millionen Bäume. Sie hören die Musik von Radio London nicht, die durch den Äther schwingt. Alle möglichen Radiostationen strahlen Musik aus. Die Bäume hören sie nicht. Für sie gibt es so etwas wie Musik nicht. Mitten unter den Bäumen steht ein Radioempfänger mit einer Antenne. Die Antenne ist fähig, alle Wellen aufzufangen, und das Radiogerät reproduziert die vom Sender ausgestrahlte Musik. Wo immer also ein Empfänger, eine Antenne ist, da ist auch die Musik.

Es gibt Millionen von Dingen in der Welt: Steine, Bäume, Tiere. Nirgendwo unter ihnen scheint Gott gegenwärtig zu sein, doch sobald die Antenne des menschlichen Herzens in hingegebenem Gebet und Streben ausgefahren ist, da ist die Musik der Gegenwart Gottes hörbar.

Wo immer ein menschliches Herz ist, da ist Gott!

Denn das Herz des Menschen kann sich zu Gott erheben, kann unerschütterlichen Glauben an Gott haben, kann in Hingabe erblühen, kann in Liebe zu Gott schmelzen und die Musik des Göttlichen empfangen und sie ausdrücken. Sei kein toter Stock, sondern eine Antenne!

Empfange das göttliche Licht, die göttliche Gnade, die göttliche Kraft und das göttliche Wissen und wende sie alle im täglichen Leben an!

 
Ich wurde nicht geboren. Ich habe weder Körper noch Sinne, noch Gemüt. Ich, das höchste Selbst, wohne im Lotus des Herzens. Ich bin rein. Ich bin der Eine ohne ein Zweites.

Kaivalya Upanishad

 
Selbsterkenntnis im Sinne von Gotteserkenntnis, Wahrheitserkenntnis ist seit meiner Kindheit in meinem Blut. Spontan hat diese Erkenntnis mich Tausende von spirituellen Wahrheiten gelehrt und tut dies immer noch. Ungefragt und von selbst offenbart sie mir die Wahrheiten Gottes.

Eine der Wahrheiten, die mir so offenbart wurden, ist:

Ich bin im Herzen Gottes. Ich war im Herzen Gottes.
Ich werde immer im Herzen Gottes sein.

Meine Beziehungen zu Gott sind organischer Natur. Sie sind zeitlos, unzertrennlich, ewig. Man kann vielleicht die Wärme vom Feuer trennen, aber nichts kann mich von Gott trennen. Man kann vielleicht die Kälte vom Eis trennen, aber nichts kann mich von Gott trennen. Man kann vielleicht das Licht von der Sonne trennen, aber nichts kann mich von Gott trennen.

Wenn die Menschen diese Wahrheit nicht kennen, dann liegt dies an ihrer geistigen Unwissenheit. In Wahrheit, in Wirklichkeit, ist nichts und niemand von Gott getrennt.

Die Trennung von Gott ist rein psychologisch. Das Baby, das sicher im Schoss seiner Mutter liegt, hat einen schrecklichen Traum, in dem es verzweifelt nach seiner Mutter sucht. In Wirklichkeit aber liegt es wohlgeborgen im Schoss seiner Mutter und diese lächelt es in Liebe an!

Das ist die Situation des Menschen in bezug auf Gott.

 
Er, der Verehrungswürdige, der im Herzen sitzt, ist die Macht, die den Atem verleiht. Vor Ihm verneigen sich alle Sinne.

Katha Upanishad

 
Niemand ist vom Herzen Gottes getrennt. Jeder Mensch ist im Herzen Gottes, war im Herzen Gottes und wird für immer und ewig im Herzen Gottes sein! - Wissen es die Menschen? - Sie wissen es nicht! Sie haben sich psychologisch von Gott getrennt, nicht in Wahrheit und Wirklichkeit. Ihre Trennung von Gott ist rein illusorisch, gedanklich, wie im Traum - eine selbstverursachte psychologische Trennung.

Denke daran und meditiere über die Wahrheit, die das innere Licht offenbart: Ich bin das Herz Gottes, das Zentrum des Universums. Ich bin die Quelle des Lichts. Ich bin die Seele aller Schönheit. Ich bin die Quelle ewigen Lebens. Mein ganzer Körper ist der Tempel Gottes. Ich bewege mich in der Ewigkeit. Ich lebe in der Unsterblichkeit. Mein Name ist unendliche Vollkommenheit. Mein Atem ist endloses Glück.

Meditiere intensiv über diese Offenbarung des inneren Herzens:

Jede Zelle meines Körpers ist das Zentrum von Gottes Allmacht und Allwissenheit. Jeder Punkt des äusseren Raumes und des Raumes in mir ist ein Zentrum unendlicher Intelligenz, Allwissenheit und Allmacht.

 
König Janaka sprach: "Vidagdha sagte mir, dass das Herz Brahman ist."

Yagnavalkya: "Das Herz ist Brahmans Wohnung und Äther seine Stütze. Man sollte über das Herz als den Ruheplatz meditieren; denn alle Wesen finden Ruhe im Herzen. Das Herz ist Brahman."

Brihadaranyaka Upanishad

 

Ziehe Dich immer wieder in das Herz Gottes zurück!

Erfahre das Eine und kehre in das Reich der Dualität zurück, um möglichst grosse Harmonie zu schaffen!

Niemand kann Frieden schaffen, wenn Gott ihn nicht berührt und er Gott nicht berührt hat. Und es kann keine Gotteserkenntnis geben, keine Berührung Gottes, wenn wir uns nicht sehr anstrengen, leiden, leiden, leiden, das Beste in uns ausdrücken und Weisheit, Liebe und Glauben entwickeln.

 

Wenn Du betest, bete allein! Wir leiden, wir haben Schwierigkeiten, wir vollbringen aussergewöhnliche Leistungen und wir müssen von Zeit zu Zeit einen Kontakt zu Gott herstellen. Vielleicht schreist Du Gott an, vielleicht weinst Du vor Gott. Es ist eine rein persönliche Angelegenheit, die zu heilig, zu geheim ist, um ausgeplaudert zu werden. Es ist etwas, das in Deinem Herzen und dem Herzen Gottes geschieht.

Alle Schriften, wie auch die Bibel, sagen Dir, dass Du insgeheim - schweigend und im Geiste - beten sollst.

 
Yagnavalkya: "Indha ist das Selbst, das sich mit dem physischen Selbst identifiziert. Viraj, die physische Welt, ist seine Frau, der Gegenstand seiner Freude. Der Raum im Herzen ist ihr Ort der Vereinigung im Traum, wenn das Selbst mit dem subtilen Körper oder Gemüt gleichgesetzt wird.

Das Selbst wird im traumlosen Schlaf mit der Lebenskraft gleichgesetzt. Jenseits davon ist es das höchste Selbst ..."

Brihadaranyaka Upanishad

 
Gott ist formlos und hat gleichzeitig eine Form. Er ist Dir das Allernächste. Gott ist so wunderbar: Obwohl Er formlos und namenlos ist, hat Er doch alle Namen und Formen. Obwohl Er transzendent ist, hat Er doch wunderbare Ohren und hört alles. Obwohl Er unendlich ist, hat Er doch eine schöne Form und wohnt in den Herzen aller Wesen. Er wacht alle vierundzwanzig Stunden des Tages über uns und lächelt über das, was wir tun und denken.
 

Es gibt keine andere Zuflucht für uns:
Nirgendwo können wir wirklich glücklich werden oder
in Frieden leben, ausser im Herzen der Gottheit.

Wir müssen in unserem innersten Herzen alles vergessen, was wir sind: unsere gehobene Stellung in der Gesellschaft oder unseren grossen Besitz. In grosser Demut, mit einer machtvollen, vielseitigen Hingabe an Gott und mit überwältigender Liebe zu Ihm müssen wir mit grosser Ruhelosigkeit versuchen, aus diesem Zustand eines Erdenwurms, in dem wir gegenwärtig leben, herauszukommen und Gottes allerlösende Gegenwart zu erfahren.

 
Im Lotus des Herzens wohnt Es, wo - wie die Speichen eines Rades in der Nabe - die Nerven zusammentreffen. Meditiere über das Selbst als OM und du wirst mit Leichtigkeit den Ozean der Dunkelheit überqueren.

Das Selbst, das alle versteht, das alle kennt und dessen Herrlichkeit im Universum offenbar ist, lebt im Lotus des Herzens, dem lichten Thron Brahmans.

Von den Reinen im Herzen wird Es erkannt. Das Selbst ist im Menschen, im Lotus des Herzens und ist der Meister seines Lebens und seines Körpers. Mit einem von der Kraft der Meditation erleuchteten Gemüt erkennt Es der Weise, das Selige, das Unsterbliche. Der Knoten des Herzens, der aus Nichtwissen besteht, wird gelockert, alle Zweifel werden aufgelöst, alle schlechten Auswirkungen früherer Taten werden zerstört, wenn das, was gleichzeitig persönlich sowie unpersönlich ist, verwirklicht wird.

Im strahlenden Lotus des Herzens wohnt Brahman, das leidenschaftslos und unteilbar ist. Es ist rein. Es ist das Licht der Lichter. Zu Ihm gelangen die Kenner des Selbst.

Dieses unsterbliche Brahman ist vorne, dieses unsterbliche Brahman ist hinten, dieses unsterbliche Brahman dehnt sich nach rechts und links, nach oben und unten aus. Wahrlich, alles ist Brahman, und das Brahman ist das Höchste.

Mundaka Upanishad

 
Wir können die Stimme Gottes als OM hören. Dieses OM ist überall gegenwärtig, auch im Stein, in den Pflanzen. Im eigenen Herzen ist die Quelle und das Zentrum dieser Stimme Gottes. Wir sollen das Licht sehen, aus welchem unsere Seele besteht. Der Stoff unserer Seele ist Licht, und darin wohnt Gott. Dieses Licht sollen wir wahrnehmen. Zu diesem Licht sollen wir werden. Dieses Licht sollen wir in unserem Leben zum Ausdruck kommen und wirken lassen.

Im überbewussten Zustand treten wir bewusst in die tiefe Stille, Ruhe und das Schweigen Gottes ein. Auch wenn rund um uns Bomben fallen, hören wir es nicht. Wir befinden uns in einem überbewussten Zustand unendlicher Stille und unendlichen Schweigens.

Wo ist diese unendliche Stille?
Sie ist überall. Sie ist im Herzen.

Der Mensch kann in sie hineinsinken, in sie eingehen, wie er es auch im Tiefschlaf tut. Unglücklicherweise sind wir uns im Tiefschlaf nicht bewusst, dass wir in die unendliche Stille eingetreten sind: Tiefschlaf ist keine bewusste Erfahrung, sondern ein total unbewusster Zustand.

Im überbewussten Zustand, in Momenten der Meditation, wenn wir tief in die göttliche Wahrheit eingetaucht sind, erfahren wir bewusst einen tiefen Frieden. Dieser Zustand muss langsam entwickelt werden. Wir müssen aus dem Gemüt alle unnötigen Ablenkungen und nutzlosen Gedanken entfernen, das innere und äussere Leben vereinfachen und uns auf das Wesentliche beschränken. 

Es gibt nichts, das nicht das Unendliche und Ewige in sich trüge. Alles ruht im Urgrund des Herzens des Zeitlosen und Ewigen. Die ganze Schöpfung ist durchstrahlt vom Licht des allschöpferischen göttlichen Bewusstseins.

 
Wer könnte leben, wer könnte atmen, wenn nicht dieses selige Selbst im Lotus des Herzens wohnen würde?

Das Selbst ist es, das Freude spendet.

Taittiriya Upanishad

 
Das unbedingte, absolute, unendliche, ewige unzerstörbare

und unveränderliche Bewusstsein ist der Ursprung und das Herz

alles begrenzten, bedingten, wechselnden und individuellen

Bewusstseins, und aufgrund der inneren Logik der

organischen Beziehungen zum zeitlosen Bewusstsein

kann es ständig seine Einheit und ewige Identität

mit dem unbedingten Bewusstsein wiedererlangen.

 
Jener, der weiss, dass Brahman im Lotus des Herzens wohnt, wird eins mit Ihm und erfreut sich aller Segnungen.

Taittiriya Upanishad

 
Das Unendliche trägt das Endliche. Das Transzendente durchdringt das Empirische. Das Noumenale ist die Grundlage aller Phänomene.
Das Absolute ist das geheime Herz des Individuums.

Wie ein Stück Eis in den Tiefen des Ozeans, so ist alles im Ewigen enthalten, von ihm umgeben und beseelt. Jedes Ding allüberall wird aus dem Unendlichen geboren; es hat im Unendlichen sein Sein und kehrt wieder ins Unendliche zurück.

  
Im Herzen aller Dinge, im Herzen von allem, was es im ganzen Universum gibt, wohnt der Herr.

Er allein ist die Wirklichkeit.

Isha Upanishad

 
So wie die Ereignisse eines Films sich auf dem unbeweglichen Hintergrund der weissen Leinwand abspielen, so entfaltet sich das ganze Drama der Raumzeitwelt auf dem unbeweglichen Hintergrund des Zeitlosen. Die Beziehung zwischen der Zeit und dem Zeitlosen ist aber nicht ganz so einfach. Das Zeitlose ermöglicht nicht nur die Vorgänge in der Zeit und bildet den Hintergrund und ihr Wirkungsfeld, sondern es ist auch selbst im Zeitprozess mit enthalten. Genauso wie das Licht auf der feststehenden Leinwand den im Film erscheinenden Gestalten Leben verleiht und in ihnen enthalten ist, so gibt auch das Zeitlose den in der Zeit ablaufenden Vorgängen das Leben und ist in ihnen enthalten.

Das Zeitlose ist Herz und Substanz der Zeit, so wie das Raumlose Herz und Substanz des Raumes ist. Ob Baum oder Stein, ob Mensch oder Tier - alles ist erfüllt vom Ewigen. Innen und aussen ist das Ewige als alleinige Wirklichkeit, als Herz und Substanz alles Geschaffenen gegenwärtig.

Das grosse Reich der Seligkeit, die unbeschreiblich schöne Realität des grenzenlosen Seins, der unendliche Friede des Ewigen, die unfassbaren Möglichkeiten des zeitlosen Bewusstseins werden zur Substanz unserer unmittelbaren Erfahrung, wenn unser Bewusstsein in einen kontemplativen Zustand erhoben ist. Für den Mystiker ist ein solcher Zustand alltäglich. Er beginnt, das Ewige in allem Sichtbaren wahrzunehmen, er lebt in seiner eigenen ewigen Welt des unendlichen Friedens und Glücks. Er ist im Einklang mit dem einen unendlichen Herzen Gottes in allem, was im Erfahrungsbereich der Sinne und jenseits davon liegt.

 
Es, von dem alle Werke, alle Wünsche, alle Gerüche, alle Geschmäcker stammen, Es, das alles durchdringt, das jenseits der Sinne ist und in dem für immer die Fülle der Freude ist, Es, das im Herzen wohnende Selbst, ist wahrlich Brahman.

Ich verehre das Selbst im Lotus meines Herzens und werde zu ihm eingehen, wenn ich sterbe.

Chandogya Upanishad

 
Das transzendente Herz des Ewigen ist unzerstörbar und bleibt völlig unberührt von der Erschaffung, Erhaltung und Auflösung der kosmischen Manifestation. Im ewigen Licht wird die Schöpfung hervorgebracht und erhalten. Das Zeitlose trägt das offenbar gewordene Universum. Wird das Universum wieder aufgelöst, geschieht im Zeitlosen selbst nichts. Es bleibt unberührt davon. Es ist jenseits aller Zeit, obwohl es das Herz der Zeit ist. Es bleibt von allen Vorgängen innerhalb der Zeit unberührt, obgleich die Zeitprozesse in ihm ablaufen.

Das Ewige in der Schöpfung, im Relativen, in der Raumzeitwelt bleibt stets unberührt. Die Zerstörung von Welten oder das Wirken des kosmischen Plans innerhalb des Ewigen beeinträchtigt das Ewige selbst in keiner Weise.

Die ganze Vielfalt der endlosen Schöpfung spielt sich
im transzendenten Herzen der Göttlichen Mutter ab.

Nichts, was in der Welt geschieht, berührt das Ewige, das die Welt durchdringt und sie doch gleichzeitig transzendiert. Mehr noch: Nichts kann ohne das Ewige geschehen. Darin liegt das Geheimnis. Und das ist die Wahrheit. Darin besteht die Grösse Gottes, der unzerstörbarund vollkommen ist.

 
Das strahlende Selbst muss im Lotus des Herzens durch Enthaltsamkeit, durch Beständigkeit in der Wahrheit und der Meditation und durch überbewusste Schau verwirklicht werden. Nachdem alle Unreinheiten weggewaschen sind, verwirklichen Es die Seher.

Mundaka Upanishad

 
Das Bewusstsein ist unergründlich und wunderbar. Es ist ewiges Sein. Sein und Bewusstsein können nicht voneinander getrennt werden.
In diesem Bewusstsein, in diesem göttlichen,
zeitlos ewigen Sein-Bewusstsein (Sat-Chit), welches das Herz Gottes ist, tritt alles Geoffenbarte in Erscheinung.

In allem, was Du siehst, in allem, was Du berührst, fühlst oder an was Du denkst, in allem, was Du erlebst, ist der Pulsschlag des Ewigen, ist die Seele des Zeitlosen gegenwärtig. Die Weisen sehen das, die Mystiker leben darin, die grossen Heiligen wissen es. Die grössten Philosophen der Welt verstehen es. Göttliche Offenbarung enthüllt dieses Geheimnis in spontaner innerer Wahrnehmung.

 Das ewige Sein-Bewusstsein ist das eigentliche, innerste Herz unserer Seele. Es ist das Himmelreich in uns.

Es kann vor uns ein grenzenloses Reich des Friedens, der Schönheit, des Lichtes und der Vollkommenheit ausbreiten; alles ist in ihm enthalten.

Es besteht ein Übergang von der Zeit ins Zeitlose, da das Ewige mit dem Zeitlichen verbunden und das Zeitliche ins Ewige eingebettet ist.

Die zeitlose Wirklichkeit, das Nichtwahrnehmbare, wohnt als Herz in dem, was wahrgenommen wird und trägt es von innen heraus. Doch kennt das Zeitgebundene und Wahrnehmbare das Nichtwahrnehmbare nicht; dieses aber kennt das Wahrnehmbare voll und ganz, das es als dessen Substanz durchdringt.

 
Sehnen wir uns nach unserem Geliebten, unter den Lebenden oder den Toten, oder gibt es noch etwas anderes, nach dem wir uns sehnen und das wir, trotz all unserer Sehnsucht, nicht erlangt haben? - Seht, alles wird unser sein, wenn wir nur tief genug nach innen tauchen, sogar hinab bis zum Lotus des Herzens, wo der Herr wohnt. Ja, das Objekt jedes rechten Wunsches ist in Reichweite, wenn auch ungesehen, verdeckt vom Schleier der Illusion.

Wie einer, der nicht weiss, dass ein goldener Schatz unter seinen Füssen begraben liegt, immer wieder darübergeht und ihn nie findet, so leben alle Wesen jeden Augenblick in der Stadt Brahmans, ohne Es je zu finden, weil der Schleier der Illusion Es verdeckt.

Das Selbst wohnt im Lotus des Herzens. Dies wissend, dem Selbst geweiht, betritt der Weise täglich dieses Heiligtum. Im Selbst aufgegangen, ist der Weise befreit von der Identität mit dem Körper und lebt in seligem Bewusstsein. Das Selbst ist das Unsterbliche, das Furchtlose. Das Selbst ist Brahman. Dieses Selbst ist die ewige Wahrheit.

Das Selbst im Herzen ist wie eine Grenze, welche die Welt von Jenem (d.h. von Brahman) teilt. Weder Tag und Nacht, noch Alter und Tod; weder Sorge und Vergnügen, noch gute und schlechte Taten überqueren je diese Grenze. Alles Schlechte weicht Jenem aus. Denn Jenes ist frei von Unreinheit, und von Unreinheit kann es niemals berührt werden.

Wer diese Grenze einmal überschritten und das Selbst verwirklicht hat, hört auf, blind zu sein, wenn er blind war; hört auf, verwundet zu sein, wenn er verwundet war; wenn er gepeinigt war, hört er auf, gepeinigt zu sein. Wenn diese Grenze überschritten ist, wird die Nacht zum Tage; denn die Welt Brahmans ist selbst Licht.

Chandogya Upanishad

 
Die ganze Schöpfung ist in unserem innersten Herzen,welches das Herz des Ewigen ist.

In dem Augenblick, in dem unser Bewusstsein zur Erfahrung des Ewigen befreit und unser Herz eins mit dem Ewigen in der ganzen Schöpfung wird, schrumpft der Kosmos in seinen Dimensionen zusammen und zieht sich irgendwo in eine winzige Ecke unseres unermesslichen inneren Bewusstseins zurück. Der Mensch als Mikrokosmos wird zum Makrokosmos und transzendiert ihn. Er erlebt, dass sich alles in ihm selbst befindet. Ja, als das unendliche Bewusstsein ist er sogar unbeschreiblich grösser als all die unermesslichen Sternenräume und Weltsysteme. Der Kosmos ist für ihn nichts Äusserliches mehr; er ist zu etwas Innerlichem geworden, und ist nur noch wie eine dünne Schicht auf der Oberfläche des weiten, grenzenlosen Meeres des inneren, ewigen Bewusstseins. Das Äussere wird zum Inneren, welches das Äussere überragt, umfasst und transzendiert. Das Königreich innen ist grösser als das Königreich aussen und trägt deshalb über das letztere den Sieg davon.

Dieses Wunder, dieses unfassbar Wunderbare des Zeitlosen, hält den Mystiker völlig gefangen und beschäftigt den Weisen.

Gesegnet ist die Schöpfung, denn jedes ihrer Atome trägt die Vollkommenheiten des Himmelreichs, des Ewigen, in seinem Herzen.

Die Probleme des menschlichen Bewusstseins sind nicht die Probleme Gottes und nicht die Probleme des Ewigen. Die Logik der unvergänglichen Wirklichkeit ist unverständlich für die Logik der vergänglichen, begrenzten menschlichen Vernunft. Das Ewige schaut auf die Welt und findet sie schön und gut. Es weiss, dass die Universen ein Kosmos und nicht ein Chaos sind. Die Zerstörungen und Verwüstungen, die der Mensch erlebt, sind jenseits des Erfahrungsbereichs des Menschen nicht vorhanden. Sobald das menschliche Individuum sein Bewusstsein zurückzieht und diese Welt vom Standpunkt des Ewigen aus betrachtet, gewahrt es überall das vollkommene Königreich Gottes.

 
Das Selbst wohnt im Lotus des Herzens, von wo hundertundeins Nerven ausgehen. Von jedem dieser Nerven zweigen einhundert weitere Nerven ab, die kleiner sind, und von diesen wiederum zweiundsiebzigtausend andere, die noch kleiner sind. In all diesen bewegt sich Vyana, das ist der vierte Prana. Und dann, im Augenblick des Todes, führt Udana, der fünfte Prana, den tugendhaften Menschen durch den Nerv im Zentrum der Wirbelsäule nach oben zu einer höheren Geburt; und den Menschen, der sowohl tugendhaft als auch sündig ist, in die Welt der Menschen.

Prasna Upanishad

 
Wir sind aus dem Herzen des Ewigen geboren.
Wir sind aus der Substanz des Ewigen geformt.

Deshalb wollen wir uns nicht länger von den menschlichen Bedingungen hypnotisieren lassen. Wir wollen uns von den Ereignissen und Erfahrungen des Alltags nicht länger beherrschen und versklaven lassen. Mögen die höheren Fähigkeiten und Kräfte der Wahrnehmung in unserer bewussten Intelligenz aufbrechen und aus dem Urgrund unseres inneren Seins hervorquellen! Die Liebe unseres Herzens soll universal werden, soll den ganzen Kosmos umspannen und uns in die Lage versetzen, auf das, was ewig und transzendent im Universum ist, zu reagieren.