
ZWEIMONATLICH Jahr
41 OFFIZIELLES
ORGAN DES
DIVINE LIGHT ZENTRUMS
8400 WINTERTHUR SCHWEIZ
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Swami Omkarananda:
Von der Klangstruktur zum Licht der Wahrheit
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Komm nahe, Devi!
Sei bei mir, hier vor meinen Augen.
Werde Du das Objekt meiner
Verehrung,
wohne in meiner Verehrung und Liebe!
Liebe ist der Thron, auf den ich Dich setzen will.
Du bist das Leben meines
Lebens.
Ohne Dich kann ich nicht atmen.
Ohne Dich kann ich nicht sehen.
Ohne Dich bleibt alles dunkel,
auch wenn die Sonne scheint.
Die Wahrheit bleibt
verborgen.
Ohne Dich ist alles mit Finsternis bedeckt.
Aber wenn Du bei mir bist,
ist alles Licht, und ich erblicke die Wahrheit.
Komm, bleibe bei mir!
Wenn Du bei mir bist,
sehe ich die Wahrheit, das Ewige wird sichtbar,
ich nehme das Nichtwahrnehmbare wahr.
Wenn Du bei mir bist, sehe
ich alles.
Du bist das Licht, Du bist meine Sehkraft,
Du bist mein Schatz, meine Kraft.
Du bist Gnade, Vollkommenheit und
unbeschreibliche Schönheit.
Du bist alles.
Komm, und bleibe bei mir!
Du bist die höchst Verehrungswürdige!
Ich bitte Dich nicht um
Brot;
denn wenn ich Dich habe,
habe ich Brot und tausend Diener.
Wenn Du bei mir bist, kommt
alles zu mir.
Wenn Du nicht bei mir bist, habe ich nichts.
Und selbst wenn ich etwas hätte, aber nicht Dich,
wäre es wertlos wie Asche und nur Grund zur Sorge,
Ursache aller Probleme.
Komm, und bleibe bei mir, Du höchstes Licht!
Lasst uns einige Augenblicke
meditieren,
dem Göttlichen die Gebete
unseres Herzens darbringen,
damit Es allen Wesen der Welt
Frieden, Glück, Gedeihen,
Wohlergehen, ein langes Leben,
gute Gedanken, gute Gefühle und
Glauben an jene Wahrheit gewähre,
die der Atem unseres Atems ist,
nämlich Gott.
Meine tiefste Verehrung
euch allen!
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Alle haben Sehnsucht nach Frieden ...... und suchen überall danach; finden können sie ihn aber nur im Göttlichen, in dem, was in ihnen als das Überirdische, Nichtkörperliche ist, in dem, was ewig, was geistig in ihnen ist, was unberührt ist von ihren Gedanken, ihrem Schicksal, ihren Problemen, ihren Gefühlen, der Welt, in der sie leben und dem sie umgebenden Universum.
Weltfrieden ist nur möglich, wenn die Welt danach strebt, nach dem Licht zu leben, das in den Lehren Christi niedergelegt ist und in Seinem Leben aufscheint. Die Welt hat alle Methoden ausprobiert, um Frieden zu finden, aber bisher ohne Erfolg; und sie kann keinen Erfolg haben, solange die Menschheit nicht zu den Lehren Christi erwacht und die daraus folgende Verantwortung übernimmt. Wir können keinen Frieden schaffen in dieser Welt, solange das Herz des Menschen unrein ist, solange der Geist des Menschen nicht von den Lehren Christi erleuchtet ist.Friede auf dieser Erde ist möglich, Harmonie unter den Nationen ist möglich, die Einheit der menschlichen Rassen ist möglich, doch nur, wenn wir beginnen, der Botschaft Christi zu lauschen.
Christus hat uns alle in Gott geeint. Wenn wir Gott vergessen, können wir keine Einheit beanspruchen. Christus hat uns die Bruderschaft aller Rassen und Menschen der Welt enthüllt und sie auf ein starkes, unzerstörbares Fundament gestellt. Die geistige Botschaft Christi allein kann die Grundlage einer internationalen Harmonie sein. Sie allein kann eine menschliche Einheit möglich machen, sie allein kann die Menschheit von ihrer animalischen Natur erlösen.
Wenn wir der Welt Frieden bringen wollen, müssen wir zuerst selbst Frieden besitzen, und wir können keinen Frieden besitzen, wenn wir keine Liebe und kein Verstehen haben, wenn wir kein Vertrauen und keinen Glauben an die unendliche Macht, die Gnade, die Schönheit und das Königreich, das Gott ist, haben.
Unbedingtes Vertrauen, Auslieferung an Gott und Schweigen erzeugen Wunder über Wunder in unserem Leben, und wir leben sorglos und zufrieden wie ein Kind, das im Schoß der Allmutter in Frieden ruht. Das klingt alles sehr fantastisch, aber es ist wahr. Und so einfach!
Mein Leben atmet Frieden
Ich habe in meinem ganzen Leben niemals jemanden als Feind oder als schlechten Menschen angesehen. Auch jetzt sehe ich nirgends auf der ganzen Welt einen schlechten Menschen, jemanden, der meine Verachtung verdiente.
Vom Standpunkt menschlicher Erfahrung aus gesehen mag es einige geben, die gegen mich sind und sich als meine Feinde betrachten; aber wie lange können sie das durchhalten, wenn ich absolut passiv bin und ihnen nicht widerstehe? Nicht nur, dass ich ihnen nicht widerstehe und absolut passiv bin, sondern ich überhäufe sie auch, wann immer sich eine Gelegenheit bietet, so sehr mit Liebe, dass sie nicht nur völlig entwaffnet sind, sondern sogar damit beginnen, intensiv und dynamisch für mich zu arbeiten. Es ist ein großes universales Gesetz, das besagt, dass es keine Feindschaft geben kann, außer man lässt sie zu.
Mein ganzes Leben, mein ganzer Geist, meine Gedanken, meine Bewegungen atmen Frieden für die Welt, ja selbst mein Körper atmet Frieden für die Welt. Ich kenne nichts als Frieden, und ich kann mir nichts anderes als Frieden wünschen. Mein ganzer Lebensstil ist in absoluter Einheit mit Frieden, und ich atme Frieden aus für den Osten, den Westen, den Norden und den Süden und nicht nur für die Menschen auf dieser Erde, sondern auch für die Wesen, die andere Welten bevölkern.
Friede ist der ureigenste Lebensatem unseres Seins. Friede ist die Grundlage aller Liebe, aller spirituellen Erfahrungen, allen Wachstums und aller Entwicklung.
Kriege und Schlachten können niemanden bereichern, sie dienen nur den animalischen Instinkten, der Boshaftigkeit, dem Bösen und der Disharmonie. Krieg ist nur dort möglich, wo Gott längst aus den Herzen der Menschen verbannt worden ist.
All die Kriege und internationalen Konflikte sind Ausdrucksformen des falschen Pfades, den der Mensch eingeschlagen hat des Pfads der Isolation von Gott, des Pfads, der darin besteht, fern von göttlichen Offenbarungen zu leben. Die Unwissenheit und die Irrtümer des Menschen müssen auf ihn zurückfallen, und es kann zu Zerstörungen kommen. Aber für jene, die reinen Herzens sind, das Wesen eines Kindes haben, sich der Gegenwart und Kraft Gottes bewusst und von Güte und Liebe erfüllt sind, ist die Zeit der Offenbarungen sehr nahe, und sie werden nicht untergehen, denn sie werden von der allmächtigen Kraft des Göttlichen beschützt werden. Die allsehende Gottheit wird für sie mit tausend unsichtbaren Händen sorgen.
"Meinen Frieden gebe ich euch!" (Joh. 14,27)
Gott allein ist Befreiung. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Jesus Christus ist eins mit Gott. Er ist der Sohn Gottes. Er ist die Wahrheit. Er ist das Leben. Er ist der Weg. Es spielt keine Rolle, ob du Christus kennst oder Gott oder die Wahrheit. Kennst du Christus und hältst dich an Seine Lehre und lässt sie zu deinem Blut und Leben werden, das heißt, hast du Glauben an Ihn, dann kannst du Berge versetzen. Hast du Liebe zu Christus, ist dein Leben voll Frieden und Erbarmen.
Hat Jesus Christus dich angenommen, bist du der glücklichste Mensch der Welt, bist du voll Frieden und Liebe, Licht und Gnade. Ist das nicht der Fall, bist du kein wahrer Christ.
Paulus spricht vom Frieden, der alles Verstehen übersteigt.
Gemeint ist der göttliche Friede, der keine Grenzen kennt, der wahre und wirkliche Friede, der ohne Ende ist. Er ist ein Merkmal der Gegenwart Gottes. Solche Merkmale der Gottgegenwart sinken in unsere Persönlichkeit ein und prägen mehr und mehr unser inneres Wesen, wenn wir alles, was wir sehen und woran wir denken, auf Gott beziehen: Sehen wir etwas Schönes, sollen wir darin die Schönheit Gottes erblicken. Beobachten wir gütiges Handeln bei Menschen, sehen wir Gottes Güte am Werk.
"Das Reich Gottes ist Friede und Freude", sagt Paulus (Röm. 14,17).
Wenn du Gott liebst und der Wahrheit hingegeben bist, lebst du ständig außerhalb deiner selbst.
Was ist damit gemeint? Im Tiefschlafzustand lebst du außerhalb deiner selbst, außerhalb deines kleinen Ichs, des kleinen Egos, des Gemüts mit seinen Gefühlen und Gedanken. Bist du ein wahrhaft spiritueller Mensch, dann erlebst du das, was du im Tiefschlafzustand erfährst, ganz bewusst im Wachzustand. Du lebst außerhalb deines kleinen Ichs. Darin liegt deine Rettung, dein Frieden, deine Stille und Ruhe, dein Freisein von den Krankheiten und Problemen des Lebens. Solange du im kleinen, persönlichen Ich eingefangen bist, gibt es endlose Schwierigkeiten, du bist verloren, leidest, hast keinen wahren Frieden. Aber sobald du außerhalb deiner selbst, außerhalb deines kleinen Ichs lebst, genießt du grenzenlosen Frieden und tiefe Freude. Und wann bist du außerhalb deines Ichs? Nur, wenn du in deinem Inneren, in deinem wahren Selbst bist, nur, wenn du in etwas anderem lebst als in diesem mit Äußerlichkeiten, Gedanken, Wünschen und Geschwätzigkeit beladenen Gemüt; nur, wenn du dieses kleine unruhige Ich transzendierst und in etwas anderem lebst, das größer ist als deine Person. Und was ist dieses Andere? Es ist das stille, reine Selbst.
Man ist erst dann geläutert und hat sein Ich transzendiert, wenn man außerhalb des persönlichen Ichs im Bewusstsein der göttlichen Gegenwart lebt. Dann ist man eins mit seinem wahren Selbst.
Wir können nicht als Christen bezeichnet werden, solange wir nicht von Gottes oder Christi Gegenwart berührt sind.
Kein Mensch ist Christ, solange nicht etwas von Christi Sein und Wesen in sein tägliches Leben und Erleben, sein Denken und Handeln eingegangen ist. Wahre Christen werden wir erst, wenn dieser Friede, der alles Verstehen übersteigt, ständig unser Fühlen und Denken leitet, wenn der Glaube, der, obschon klein wie ein Senfkorn, doch Berge versetzt, in unserer Seele wohnt, und das eigene Ich durch ständige Bezugnahme auf Gott sich allmählich auflöst.
Christus als einer, der eins ist mit der Wahrheit, ist eine spürbare Gegenwart.
Unser Eintreten ins Gespräch mit Ihm, voller Hingabe, ist Religion.
Christus ist nicht nur der, der den Frieden schenkt, sondern Er selbst ist der Friede. Er ist nicht nur der, der das Licht schenkt, sondern Seine Natur ist Licht. Er ist das Licht der Lichter. Er ist Allgegenwart.
Ein Herz, das ohne Unterlass betet, weiß das, versteht das, denn es wird zu einer Erfahrungstatsache.
Erfahre die Welt nicht durch deine Gedanken und Gefühle, durch deine Zwänge und Instinkte.
Erfahre die Welt durch den Frieden, der das Wesen deines inneren göttlichen Seins ist. Erfahre die Welt durch die Augen des göttlichen Bewusstseins in dir, durch die Liebe und Freude, die dem Sein in dir angehören, durch die Wahrheit und das grenzenlose Licht des göttlichen Bewusstseins, welches dein wahres Selbst ist. Lass die Seele in dir sich als einen Ozean des Friedens in die ganze Schöpfung ergießen. Versuche die höheren Dimensionen deines inneren Bewusstseins zu entwickeln und die Welt mit Hilfe der Fähigkeiten dieses Bewusstseins zu erfahren.
Diese Welt ist ein Spiegel.
Du siehst in ihm, was in dir selbst ist. Setze Gott in dein Herz, und du wirst in der Welt nur Gott sehen. Was du in dir trägst, das erscheint in der Welt.
Ein Mensch, der von Hass erfüllt ist, denkt, dass alle ihn hassen, und beginnt, andere noch mehr zu hassen. Ein Mensch, der von Frieden erfüllt ist, trifft überall Frieden an, und selbst wenn andere kommen und stören, wandelt dieser Mensch die Störungen in Frieden um.
Du erfährst, was du in dir selbst bist. Du liest in der Welt, was in deinem Gemüt ist. Die Welt ist so gut oder schlecht wie dein Herz. Die Welt ist so freudig oder deprimiert wie es dein Herz ist.
Alles hängt von dir ab.
Wenn du Gott, Wahrheit, Frieden und Liebe in dein Herz einflößt und trotzdem in deiner Umgebung das Gegenteil erfährst, dann sei nicht besorgt! Warte, und du wirst sehen, dass nur das in deiner Umgebung sein wird, was in Harmonie ist mit deinem Gott, deiner Wahrheit, deinem Frieden und deiner Liebe.
Wenn es wahr ist, dass Gott in dir ist, dass du Frieden, Liebe, Güte und Weisheit in dir trägst, dann warte ab und beobachte, ob die Umstände und Menschen um dich herum gut sind. Sei nicht besorgt, wenn sie das Gegenteil von dem sind, was in dir ist; gib deinen Frieden, deine Güte und deinen Gott deshalb nicht auf; wünsche nicht, wie die anderen zu sein, sondern stärke deine Güte, deinen Frieden, deine Liebe und dein Licht noch immer mehr, und du wirst sehen, dass alles, was nicht in Harmonie mit Gott, der Güte, der Wahrheit, dem Frieden in dir selbst ist, aus deiner Umgebung verschwinden wird.
Jene deiner Freunde, die nicht in Harmonie mit Gott, dem Frieden und der Liebe in deinem Herzen sind, werden dich langsam verlassen.
Nichts Disharmonisches, Widersprüchliches, Unglückliches kann lange bei dir bleiben, vorausgesetzt, du bist in Gott, der Liebe, der Weisheit, der Wahrheit und Reinheit verwurzelt. Nur solche Umstände stellen sich ein, die in Harmonie mit dem sind, was in dir ist; und alles, was nicht in Harmonie mit deiner inneren Substanz ist, fällt weg.
Habe Geduld! Du wirst alles erhalten, was für die Erfüllung der höchsten Ziele deines Lebens notwendig ist.
Bleibe deinem Streben treu, wähle das Gute, wie schwierig es auch für dich sein mag; weise das Schlechte zurück, wie leicht es auch auszuführen wäre, und alles wird wunderbar sein.
Denke also daran, dass die Welt um dich herum und die Menschen in deiner Umgebung genau so sind, wie du es verdienst. Und wenn dir gute Leute schlecht erscheinen, dann kannst du sicher sein, dass dies eine Widerspiegelung deiner eigenen Schlechtigkeit ist. Deine eigene Schlechtigkeit lässt dir gute Leute schlecht erscheinen.
Alles um uns herum ist, was wir sind. Je besser wir sind, desto besser wird uns die Welt erscheinen. Je mehr wir Gott in uns tragen, desto sichtbarer wird Gott für uns in der Welt sein. Für den guten und frommen Menschen ist das Königreich des Himmels überall und zu jeder Zeit zugegen, unabhängig davon, wie viele Übel, Kriege und Leiden es heute in der Welt gibt. Erfülle dein Wesen deshalb mit endloser Güte, endlosem Gottbewusstsein, endlosem Frieden, endlosem Licht, endloser Weisheit und Reinheit!
Gibt es ein Paradies auf Erden?
Wenn wir uns zusammentun und eine Regierung gründen würden, für Weltfrieden sorgten und die ganze Welt mit endlosen Reichtümern füllten, mit Glück und wachsendem Wohlstand, wenn wir für hundert oder tausend Jahre ein Paradies hier auf Erden erschaffen würden sogar dann hätten wir nichts getan. Deshalb wäre es dumm, überhaupt damit zu beginnen; denn nach einiger Zeit, auch wenn es siebentausend Jahre wären, würde die Welt in ihren alten Zustand zurückfallen. Wir können die Welt nicht länger als zwanzig, hundert oder tausend Jahre in einem Zustand von Frieden, Glück, Wohlstand und Perfektion erhalten; denn alles, was wir errichten würden, wäre äußerlich, und weil äußerlich, der Veränderung unterworfen. Es kann deshalb nicht lange in dieser Form bestehen bleiben und fällt wieder in einen unvollkommeneren Zustand zurück.
Angenommen, dieses irdische Paradies wäre durch die innere Evolution der ganzen Menschheit zustande gekommen und alle Menschen wären Heilige und Weise, dann wäre dies in Ordnung. Ein solches Reich würde eine längere Zeitspanne überstehen; doch ist selbst das vom Standpunkt des Transzendenten aus gesehen nicht erstrebenswert. Wir können auf dieser Welt nicht auf ewig einen Zustand der Harmonie und des Glücks errichten, außer diese Harmonie und dieses Glück seien direkte Abkömmlinge des inneren göttlichen Bewusstseins eines jeden auf der Welt lebenden Individuums.
Frage:
Aber wird dieser Fall je eintreten?
Swami:
Dieser Fall kann nicht eintreten. Seien Sie deshalb nicht unweise, indem Sie versuchen, Präsident der Weltregierung zu werden. Kein Glückszustand oder Paradies, das durch unsere Anstrengungen auf dieser Erde geschaffen werden würde, kann überleben oder sich selbst erhalten, wenn es nicht etwas ist, das tief aus dem Herzen, der Seele, der Intelligenz und dem Bewusstsein aller Wesen, welche die Menschheit ausmachen, aufsteigt.
Frage:
Denken Sie, dass die Menschheit je eine gewisse Vollkommenheit im äußeren Bereich erreichen wird?
Swami:
Das ist nicht möglich! Es gibt im materiellen Bereich, in Raum und Zeit keine Vollkommenheit. Sind Sie vollkommener als ich, weil Ihr Körper schöner und größer ist als meiner? Das hat mit Vollkommenheit nichts zu tun! Wo ist dann Vollkommenheit zu finden? Ist sie im Intellekt zu Hause? Auch da ist sie nicht! Vollkommenheit kann nur im transzendenten Bewusstsein gefunden und Millionen und Abermillionen von Jahren aufrechterhalten werden; sie ist selbsterhaltend und unabhängig vom Körper, von Raum, Zeit und Kausalität. Darum ist sie dauerhaft. Vollkommenheit ist direkt in unserem eigenen Bewusstsein, nicht im Körper, nicht im Intellekt, nicht im Gemüt und nicht im menschlichen Genius. Auch nicht in menschlichen Intuitionen, denn diese kommen und gehen, und das, was kommt und geht, ist nicht die Wirklichkeit oder die Wahrheit. Wo ist die Vollkommenheit also? Sie ist im ewig bestehenden, allvollkommenen, selbstleuchtenden, selbstgenügsamen, selbsterhaltenden, ewigen, zeitlosen Sein zu Hause.
Wo Liebe herrscht, ist Frieden.
Wie könnten wir Opfer von Angst und Sorge werden oder das Spiel des Hasses in unseren Herzen erlauben, wenn wir die gleiche, allsehende, allliebende Gegenwart Gottes in allen Wesen erfahren würden?
Wenn ein Mensch sich bewusst ist, dass sein eigenes göttliches Selbst im Herzen aller gegenwärtig ist, wird es ihm dann nicht äußerst leicht fallen, seinen Nächsten als sein eigenes Selbst zu lieben? Hier haben wir den Schlüssel für ein besseres Verständnis des biblischen Gebotes: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!" Niemand kann behaupten, seinen Nächsten tatsächlich wie sich selbst zu lieben, außer er hätte denn Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung.
Dies ist auch eine wunderbare Grundlage für eine Organisation wie die Vereinten Nationen (UNO). Wenn Weltorganisationen, die für die Schaffung des Weltfriedens eingerichtet wurden, auch nur ein Teilchen dieser Weisheit als integralen Bestandteil ihrer Konstitution und der Prinzipien für internationales Verhalten und Vorgehen hätten, wäre damit eine wirkliche Grundlage für menschliche Verbrüderung, menschliche Einheit, Weltharmonie und Weltfrieden, für Fortschritt und Vervollkommnung der Welt geschaffen.
In der Verwirklichung des Selbst oder der Erfahrung Gottes in allen Wesen liegt echte Lebensfreude, die wirkliche Grundlage für alle, in Freude, Frieden und Erkenntnis zu leben. Wie können wir jemanden fürchten oder verdächtigen, wenn wir uns des Königreichs des Himmels in jedem Herzen bewusst sind, wenn wir das gleiche Selbst in allen Wesen gewahren, wenn wir in allen Wesen die gleiche Gottheit sehen, die Gottheit, die wir verehren, lieben, erkennen und durch die wir leben?
Langsam müssen wir unsere Interessen und Aktivitäten über unseren Körper hinaus ausdehnen, über die unmittelbaren körperlichen Bedürfnisse hinaus, über die Familie und die Nation, der wir angehören, hinaus; langsam müssen wir unseren Gefühlen und Gedanken eine kosmische Weite verleihen und unser inneres Wesen mehr und mehr kultivieren. Erst dann werden wir zu gestaltenden Kräften für den Aufbau von Weltharmonie und Weltfrieden, wenn wir den Rest der Gesellschaft durch unser Vorbild inspirieren und beeinflussen.
Wirkliches inneres Wachstum und wirklicher innerer Fortschritt bilden die zentrale Lösung für einige der fundamentalsten Probleme der Menschen.
Das Wichtigste in Beziehung auf den Frieden oder die Rettung der Welt ist, dass wir fühlen, dass die Verantwortung für den Frieden und das Glück der Welt auf uns ruht.
Das ist ein Aspekt.
Der zweite wäre: Denken wir daran, dass der Friedensstifter nicht unser Gemüt sein kann. Das Gemüt erzeugt Schwierigkeiten, Zweifel, Missverständnisse, Streitigkeiten. Deshalb können wir mit Hilfe der Aktivitäten unseres Gemüts keinen Frieden in der Welt schaffen. Wenn Frieden einkehren soll, dann muss er vom Bewusstsein in uns kommen. Das Bewusstsein allein kann dieses Ziel verwirklichen. Das Gemüt ist voller Vorurteile, voller Begrenzungen und kann deshalb keinen Frieden schaffen, und selbst dort, wo es Gutes tut, ist dieses Gutes-Tun durch eine starke Absicht motiviert. Wenn ein Land Frieden mit einem anderen schließt, besteht oft irgendwo im Hintergrund eine Klausel, die es ihm ermöglicht, das andere Land anzugreifen.
Man kann dem Gemüt nicht vertrauen, wenn es um Frieden geht. Friede, wirklicher Friede, kann nur vom Bewusstsein kommen, vom göttlichen Bewusstsein im Innersten unseres Wesens. Der erste Schritt aber, den wir unternehmen müssen, ist zu erkennen, dass die ganze Verantwortung für den Frieden und das Glück der Welt auf uns selbst ruht.
Es gibt noch einen dritten Schritt: Dieser besteht darin, dass wir unsere Fähigkeit nutzen, mit Gott zu kommunizieren und Kontakt mit Ihm aufzunehmen. Je größer unsere Liebe zu Gott, je größer unser Glaube an Gott, desto machtvoller ist die Fähigkeit unseres Bewusstseins, der Welt Frieden und Glück zu vermitteln.
Wenn wir uns an diese drei Punkte halten, und es in der Welt noch einige andere solche Individuen gibt, dann wird es eine Menge Frieden, Freude und Inspiration in der Welt geben.
Ohne diese drei Schritte zu vollziehen, können wir der Welt keinen wirklichen Frieden und kein wirkliches Glück bringen. Der Mensch hat außerhalb dieser drei Schritte alles versucht, Frieden und Glück zu schaffen, hatte damit aber keinen Erfolg, im Gegenteil: Die Welt ist heute ruheloser und friedloser als je zuvor. Äußere Mittel sind hier nicht von Nutzen.
Wenn wir uns aber an die oben genannten Schritte halten, wird Gott uns als Instrumente erwählen, um der Welt Frieden und Glück zu bringen.
Auch gibt es noch einen vierten Schritt: Betrachten wir die Welt nicht, um herauszufinden, ob sie friedlich und glücklich ist, sondern konzentrieren wir unsere Kräfte darauf, Frieden und Glück in diese Welt hinein auszustrahlen. Nutzen wir unsere Zeit dazu, den Frieden und das Glück in uns selbst zu vermehren und zu stärken. Stören wir unser Gemüt und unsere Willenskraft nicht, indem wir deprimierende Gedanken über die Friedlosigkeit und Glücklosigkeit der Welt unterhalten. Ohne uns Sorgen über die Friedlosigkeit der Welt zu machen, sollten wir besser den Frieden in uns selbst stärken, und die Welt wird nicht anders können als sich daran zu erfreuen.
Die Rose kümmert sich auch nicht um den schlechten Geruch, der sie umgibt, sondern schickt einfach ihren eigenen Duft aus; und wenn die Welt auch voller schlechter Gerüche ist, rund um die Rose duftet es gut.
Die Welt mag fried- und freudlos sein, aber zumindest um uns herum ist sie von Frieden und Freude erfüllt. Wenn alle so handelten, würde die ganze Welt zum Königreich des Himmels. Der beste Weg ist zu lächeln, und die Welt wird uns anlächeln. Seien wir friedvoll, und die Welt wird friedvoll sein. Seien wir glücklich, und die Welt wird glücklich sein. Und wenn es unter den Millionen Menschen niemanden gibt, der glücklich und friedlich ist, so sind zumindest wir glücklich und friedlich, und die Welt ist wenigstens nicht absolut unglücklich und friedlos.

Pflege folgende Einstellung:
"Ich selbst bin nichts ohne Gott. Was ich auch an Gutem und Großartigem haben mag,
es ist mir von Gott zugeteilt worden.
Meine Größe und alles Gute in mir
kann noch vervielfältigt werden,
wenn ich Abstand nehme von meiner eigenen Person
und mich ganz Gottes Gnade und Gegenwart ausliefere."
Das in die Tat umzusetzen, ist eine große Kunst. Je mehr wir diese Kunst entwickeln und pflegen, desto glücklicher, edler und wunderbarer wird unser Leben sein. Es ist das Wirken der Gnade Gottes, das uns schon empfänglich für die göttliche Gegenwart gemacht und unseren Erfahrungshorizont ausgeweitet hat.
Lasst uns deshalb sehen und verstehen, welche Schritte wichtig sind, um eine noch höhere geistige Erfahrung zu erlangen.
Der erste Schritt besteht im Nachdenken
Auf diesem Pfad, diesem großartigen, göttlichen Pfad der spirituellen Entwicklung besteht der erste Schritt im ausdauernden, tiefen und vielseitigen Nachdenken über Sinn und Bedeutung des Lebens, über das Wesen des Seins im Allgemeinen, über Vergangenheit und Zukunft des Lebens, sowie insbesondere über das Wesen der Wahrheit oder Gottes.
Durch Nachdenken können wir das Wissen über uns selbst, die Welt und die Wirklichkeit, die sich in und hinter dieser Welt verbirgt, erweitern und vertiefen; durch vertieftes Nachdenken können wir mehr über uns und die umgebende Welt erfahren, unser eigenes Wesen und das Wesen der Welt zu ergründen versuchen.
Der erste Schritt besteht deshalb darin, mehr und tieferes Wissen zu erwerben, und zwar nicht allein durch Nachdenken, sondern indem wir uns auch das einzuverleiben versuchen, was die Größten unter den Menschen, jene mit Intuition und vollkommener Begabung Ausgestatteten, durch ausdauerndes und intensives Bemühen oder auch durch Offenbarung entdeckt haben.
In diesem Prozess des Fragens und Forschens, der unsere Intelligenz reicher und vielschichtiger macht, vertieft sich nicht nur unsere psychologische Selbsterkenntnis, sondern wir erhaschen auch Einblicke in das, was hinter der Psyche liegt.
So ist es recht, wenn wir unsere eigene Psyche einer Prüfung unterziehen, unsere unterbewusste und unbewusste Seite erforschen, unsere Ziele, zentralen Neigungen und Zwänge entdecken. Aber das genügt nicht. Es ist wichtig und wesentlich, dass wir auch über das Wesen, den Ursprung und das Ende des Universums nachdenken sowie über den Sinn und Zweck aller Existenz im Allgemeinen.
Schließlich gelangen wir auf diesem Weg zur Kontemplation über die Wahrheit oder Gott.
Diese zweifache Methode des Nachdenkens über uns selbst und das uns umgebende Universum einerseits, sowie über die Wahrheit andererseits muss eine genügend lange Zeit praktiziert werden, und zwar solange, bis uns die ganze Bedeutungsbreite unseres eigenen Seins und Daseins sehr klar geworden ist und unser Denken völlig von allem Täuschenden und Irreführenden befreit ist.
Dann erst beginnen wir, uns selbst zu verstehen. Wir sehen, dass wir in jeder Richtung begrenzt sind, dass in uns ein unaufhörlicher Kampf in dem Bemühen tobt, allen Begrenzungen zu entkommen, die hindernden Fesseln, die uns angelegt sind, zu zerreißen, mit dem Ziel, wahres Glück, wahren Frieden, wahre Vollkommenheit und Kraft zu erlangen.
Die zentrale Tendenz des Strebens nach immer mehr
Wir alle kennen die Sehnsucht nach mehr Glück, nach dauerndem Glück, nach Frieden und Sicherheit, nach Unsterblichkeit und einem Leben, das frei ist von Disharmonie, Stress und Tragödien aller Art.
Wir alle wollen Meister unser selbst und unserer Umgebung sein, und wir sehnen uns nach immer mehr Wissen, Erkenntnis und Schönheit.
Es sind diese grundlegenden zentralen Antriebe in unserer Veranlagung, die im durchschnittlichen menschlichen Individuum in all ihren entstellten und verdrehten Formen ihr Spiel treiben, anstatt ihre Erfüllung und Vollendung dort zu suchen, wo diese zu haben sind.
Die grundlegende Sehnsucht nach Wissen, Schönheit, Harmonie, Freiheit, Vollkommenheit und Kraft drückt sich beim Durchschnittsmenschen individuell im Muster seines täglichen Lebens und Strebens aus, und dieses Muster ist voll von erstickenden und frustrierenden Begrenzungen.
Nun fragen wir uns, warum diese zentralen Neigungen überhaupt im menschlichen Individuum zu finden sind, und warum es diese unerfüllbare Sehnsucht nach Glück, Frieden, Freiheit, Schönheit, Wissen und Todlosigkeit überhaupt gibt? Der Grund dafür ist, dass Gott selbst als das Bewusstsein hinter unserem Bewusstsein in uns wohnt, als das, was die Seele unserer Seele ist, als das, was man das unbegrenzte, unbedingte, absolute und unendliche Sein nennt. Und dieser Gott erhält uns, drückt Sein Wesen durch uns aus; Er versucht, dem Individuum eine vollständige Erfahrung Seines eigenen Wesens zu gewähren. Was ist das Wesen dieses Gottes, der der Atem unseres Atems ist? Sein Wesen ist unendlicher Friede, absolute Kraft, unendliche Freiheit, unendliches Licht, unendliches Bewusstsein, unendliche Erkenntnis, unbegrenztes, alldurchdringendes, zeitloses ewiges Leben.
Deshalb also finden wir auf der psychologischen Ebene der menschlichen Erfahrung diese Neigung zu Frieden, Glück, Freiheit, Unsterblichkeit usw.
Weil Gott, ohne den wir nichts sind und nicht existieren können, als zentraler Träger unseres Daseins unendliche Fülle und unendlicher Reichtum ist, besteht im menschlichen Individuum die Tendenz danach, Dinge zu erwerben und zu besitzen.
Das Kind will immer mehr und besseres Spielzeug. Der Geschäftsmann häuft immer mehr Reichtum an. Der Arzt möchte gern ein berühmter Arzt sein. Der gewöhnliche Mensch hätte gern mehr Dinge, die er sein Eigentum nennen kann. Diese auf Erwerb gerichtete Tendenz im Menschen ist sehr aktiv.
Der Gelehrte ist süchtig nach mehr Wissen. Der Diktator hat einen Machtrausch und bringt ein Land nach dem anderen unter seinen Einfluss. Die schöne Blondine wäre gern die Allerschönste. Einem starken Mann ist seine Stärke noch nicht stark genug: Er will noch stärker sein.
Diese Tendenz nach immer mehr - mehr zu sein, mehr zu erwerben und mehr zu besitzen - ist universal. Aber wenn diese Tendenz in unserer Unwissenheit über ihre Herkunft auf unsere materielle Existenz beschränkt wird, sitzen wir in der Falle. Wenn wir aber diese Neigung auf das Unendliche, das Göttliche richten, dann werden wir uns die ursprünglichen Eigenschaften des göttlichen Bewusstseins aneignen.
Unterscheidungskraft, Weisheit und eine höhere Sensitivität sollten einem Menschen sagen: ein Haus ist genug, ein Auto ist genug, ein komfortables und anständiges Leben reicht mir. Hat er das erreicht, sollte die auf Erwerb ausgerichtete Tendenz im Menschen eine andere Richtung nehmen.
Der Mensch hat Liebe und Weisheit in seinem Herzen, aber beide sind zu klein: Er sollte sich größere Weisheit und mehr Liebe aneignen. Er sehnt sich nach Vollkommenheit, also sollte er danach streben, selbst vollkommener zu werden. Er sollte seine auf Erwerb ausgerichtete Tendenz auf den Gewinn von mehr Wissen, von höherem Wissen einsetzen und zur Entwicklung von moralisch-seelischen Eigenschaften, zur Entfaltung der Eigenschaften des inneren Bewusstseins gebrauchen.
Die Entwicklung der Fähigkeiten des inneren Bewusstseins, von Liebe und Weisheit das ist wirklicher Gewinn. Stirbt der Mensch einmal, was nützen ihm dann seine Häuser und Bankkonten? Nichts wird ihm folgen! Aber seine Liebe, sein Wissen, seine Hingabe, seinen Glauben und seine Güte kann er mitnehmen, wohin er auch immer geht.
Äußerer Reichtum muss dazu genutzt werden, um die inneren Reichtümer aufzubauen.
Die menschliche Tendenz der Selbsterhaltung
Niemand will sterben. Jedermann fürchtet sich vor dem Tod. Aber alle lieben das Leben! Um das Leben zu bewahren, betreiben wir den ganzen Aufwand unseres Daseins. Der Selbsterhaltungstrieb ist sehr stark. Wir essen, um zu leben. Wir schlafen, um zu leben. All unsere Aktivitäten gruppieren sich auf eine Art um diesen Drang, das Leben zu erhalten.
Wir wollen nicht altern. Wir versuchen, den Alterungsprozess hinauszuschieben und wollen immer jünger erscheinen als wir sind.
Wenn wir diese Tendenz nicht in eine höhere Richtung lenken, und zwar unter der Führung der Kraft des Nachdenkens und der Weisheit, dann finden wir uns als Opfer dunkler Kräfte wiederum in einer Falle!
Wenn wir auch nur versuchen würden, die Neigung zur Selbsterhaltung in eine höhere, wahrere Richtung zu lenken, dann würden wir verstehen, dass sie eine Perversion ist, eine Verdrehung des aus sich selbst existierenden, sich selbst genügenden Wesens unseres inneren Bewusstseins, des Gottes in uns, der unser wirkliches Sein ist, der wir unserem innersten Wesen nach selbst sind.
Und dieses innerste Wesen ist unsterblich, unzerstörbar; es ist das Eine ohne ein Zweites, allmächtig, unsterblich, es kann nicht vernichtet werden; es gibt keine Kraft, die sich ihm entgegensetzen könnte. Weil es unsterblich, unzerstörbar, sich selbst erhaltend, alles erhaltend und enthaltend ist, haben wir auf der psychologischen Ebene diese Krankheit, unsere belanglose, vergängliche äußere Form, nämlich den physischen Körper, verewigen zu wollen. Dabei handelt es sich um eine Entstellung der ursprünglichen Bedeutung dieser Tendenz in uns; denn wir können uns nur dann wirklich und für immer bewahren und erhalten, indem wir das unsterbliche, unzerstörbare Sein in uns erfahren.
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Die Sehnsucht nach Einheit
Es gibt eine Tendenz in sozialen Gruppen oder zwischen zwei Menschen: die Sehnsucht nach Einheit, Harmonie, Gemeinschaft.
Metaphysisch gesehen ist die Quelle dieser Sehnsucht im Wesen Gottes zu finden, das Einheit, vollkommene Harmonie und deshalb Glück ist.
Gott ist einer, und alles befindet sich in diesem Einen. Er ist der Eine in den Vielen und die Vielen in dem Einen. Weil Er einer nur ist, weil Er identisch mit Sich Selbst ist, ist unendliche Harmonie in Ihm, sind unendliche Glückseligkeit und Schönheit in Ihm.
Dieses wesentliche Charakteristikum des göttlichen Bewusstseins in uns wird auf der psychologischen und menschlichen Ebene in eine große Anzahl unglückseliger Tendenzen pervertiert. Unfähig, die Einheit mit Gott zu erlangen, versucht der Mensch, alle Arten von körperlichen oder sozialen Formen von Einheit zu verwirklichen, ohne aber je einen wirklichen Erfolg damit verzeichnen zu können, und das weder auf der politischen noch auf der menschlichen Ebene.
Viele Zivilisationen sind entstanden und wieder verschwunden. In der äußeren Welt können wir keine wirkliche Einheit errichten.
Wir können im äußeren Bereich Einheit nur soweit wie möglich anstreben und von dieser Grundlage aus die wirkliche Einheit - die Einheit mit Gott - zu erreichen versuchen. Nur in der Einheit mit unserem inneren göttlichen Sein, unserem göttlichen Selbst, können wir vollständiges Glück und absolute Sicherheit haben.
Die menschlichen Erfahrungen zeigen sehr klar, dass Glück, das auf äußere Harmonie und Einheit gründet, immer prekär ist und nicht lange anhält.
Die Tendenz, immer mehr Wissen anzusammeln
Täglich nimmt die Welt an Wissen zu. Wir wissen verblüffend mehr über das Universum, die Welt und die Natur als unsere Vorväter.
Gleichzeitig aber werden unser Herz, unser Wesen und unsere Seele mit jedem Fortschritt an äußerem Wissen immer primitiver. Wir scheinen uns durch unser Wissen selbst zu schaden, und dieses Wissen wird auch immer gefährlicher; es scheint uns sogar zerstören zu wollen. Unser Schicksal ist schlimmer als das des Mephistopheles.
Es besteht keine Möglichkeit, wirkliches Glück, Vollkommenheit oder Erleuchtung durch diese Art rastloser Suche nach mehr Wissen in der äußeren Welt zu erlangen. Dabei handelt es sich lediglich um eine Verdrehung der wesentlichen Neigung in uns, das göttliche Sein zu erkennen.
Deshalb müssen wir ein wenig weise sein und uns und unseren Weg nicht im verwirrenden äußeren Wissen verlieren.
Wir müssen nun diese Tendenz, immer mehr wissen und verstehen zu wollen, in die richtige Richtung lenken, indem wir Gott, das Sein unseres Seins, zum Objekt unseres Wissens und Erkennens machen.
Der beste und einzige Weg alles zu wissen, ist, Gott zu erkennen. Wenn wir Gott kennen, kennen wir auch alles Übrige. Aber wenn wir uns abmühen, alles Übrige zu kennen, verfangen wir uns immer mehr in der Unwissenheit bezüglich der Existenz Gottes, und wir werden von Schwierigkeiten und Problemen überwältigt werden und so den weiteren Fortgang unserer Suche verhindern.
Wir müssen das erkennen, durch dessen Erkennen wir alles übrige erkennen.
Erkenne Gott! Erkenne das, was das höchste Wesen in dir und überall um dich her ist, dann wirst du Allwissenheit erwerben, dann wirst du alles wissen und zwar direkt und unmittelbar.
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Die Tendenz, glücklich sein zu wollen
Jeder Mensch will glücklich sein, und in seinem Streben nach Glück begeht er hundert Irrtümer. Er ist voller Unruhe und denkt, wenn er eine Reise rund um die Welt machen würde, wäre er glücklich und zufrieden. Während er unterwegs ist, hat er das Gefühl, glücklich zu sein; aber dann, wieder daheim, überfällt ihn von Neuem die Unruhe und er plant etwas anderes.
Jeder kann beobachten, wie sehr sich die Menschen anstrengen, um etwas Glück oder Vergnügen zu erhaschen, und wie sie immer wieder frustriert werden und von vorne anfangen müssen. Viele heiraten, gründen eine Familie und hoffen auf das große Glück. Und was kommt danach? Werden sie wirklich glücklich? Wir sehen, dass es keine einzige Seele in dieser Welt gibt, die durch diese Welt wirklich glücklich geworden wäre.
Wer weise ist, stürzt sich nicht in solche Aktivitäten, was aber nicht heißt, dass diese Art von Glück aus dem Leben verbannt werden sollte; es heißt nur: Mache jedes Glück, das dir zufällt, sofort zum Ausgangspunkt zur Erlangung des wahren Glücks. Versuche deiner Sehnsucht nach Glück eine neue Richtung zu geben!
Was ist das richtige Objekt für unser Glück? Es ist das, was eine Unendlichkeit an Schönheit, Reichtum, Kraft, Vollkommenheit und Leben ist.
Wenn wir Gott zum Objekt unseres zentralen Glücks machen, Ihn zum Ziel unseres Lebens bestimmen, dann wird unser Glück im täglichen Leben und auch das Glück in unserem inneren Wesen gesichert sein.
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Die Sehnsucht nach dauerhaftem Frieden
Es gibt im menschlichen Individuum auch die Sehnsucht nach unerschütterlichem Frieden. Die Leute denken oft, sie könnten in den Bergen ihren Frieden finden. Doch entschlüpft der Friede ihrem Zugriff, stattdessen scheint Ruhelosigkeit ihr Leben zu beherrschen.
Friede kann nicht in einem Universum von Raum und Zeit gefunden werden.
Die Suche nach Frieden in der äußeren Welt ist eine große Täuschung. Friede können wir hier und jetzt haben, in uns selbst, in einem anderen Bewusstseinszustand, einem Zustand, in dem Gott die einzige Wirklichkeit ist, in dem die Erleuchtung der Gottgegenwart erfahren wird.
Gott allein ist vollkommener Friede. Sein Name ist Unendlicher Friede. Ihn zu berühren, zu erkennen, zu erfühlen, zu erfahren das ist der Weg zum Frieden, das ist das Ziel des Lebens, das ist die Psychologie menschlichen Strebens, dessen metaphysische Grundlage hiermit ihren psychologischen Ausdruck findet.
Wenn sich all diese zentralen Antriebe oder Tendenzen zu einer einzigen Kraft des Strebens nach Vollkommenheit und Gotterfahrung zusammenschließen, dann wird das ganze Leben auf eine höhere, würdigere Ebene emporgehoben und in Kraft und Licht verwandelt.
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Ein alles einschließendes Streben
Vom Nachdenken, das den ersten Schritt hin zur Erfahrung Gottes darstellt, gehen wir nun über zur nächsten Stufe eines wirklichen und allumfassenden Strebens, das die Ketten der Begrenzungen des Lebens, die uns gesetzt sind, sprengen soll, das die physischen, emotionalen und mentalen Hindernisse auflösen soll. Es soll ein Streben nach echtem Wachstum sein, einem Wachstum der Kräfte von Herz und Geist, von Wille und Seele; einem Wachstum, das den Frieden und die Glückseligkeit Gottes zu einem normalen Zug unseres alltäglichen Lebens macht; einem Streben mit dem Ziel, die Ursachen aller Irrtümer, Begrenzungen und allen Unglücks aufzulösen; einem Streben, das uns immer höhere Ebenen des inneren Bewusstseins und der Evolution erreichen lässt; einem Streben danach, Gott von Angesicht zu Angesicht zu erblicken und in Seinen Vollkommenheiten zu leben, während wir noch auf dieser Erde weilen; einem Streben, das die Maske unserer menschlich-begrenzten Person ablegt und dem Anspruch Geltung verschafft, als die Kinder Gottes, die wir sind, zu leben.
Universalität
Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Pfad zu Vollkommenheit oder Gotterfahrung ist, dass wir universal werden, das heißt, die engen Grenzen unseres persönlichen Daseins sprengen, unsere Identität auf alle und alles ausweiten und somit zur universalen Person werden, die alles Existierende umfängt.
Gott ist universal. Er ist kosmisch und überkosmisch. Er ist in der Schöpfung enthalten und transzendiert sie dennoch zur gleichen Zeit. Er ist nur einer. Er ist unbegrenzte Weite, vollkommenes Glück und vollkommener Friede. Er ist die homogene, alles durchdringende Essenz. Wir können Ihn nicht wirklich erkennen, wenn wir nicht werden wie Er.
Unser Bemühen auf diesem Pfad ist es also, zu werden wie Er. Um Ihn erfahren und erkennen zu können, müssen wir versuchen, so universal zu werden wie Gott selbst es ist.
Die Situation, in welcher der Mensch sich befindet, ist ein Zustand großer Dunkelheit und Unwissenheit. Deshalb sind die Menschen so unglücklich. Wenn wir das Unendliche, das wir sind, begrenzen und endlich machen, ist das Ergebnis Unglück, Schwäche, Begrenzung an Wissen, Erfahrung und Leben. Das menschliche Individuum ist das Unendliche in der Form eines endlichen Individuums. Diese Individualität ist ein Zustand des Leidens, der Unwissenheit, deshalb müssen wir versuchen, sie aufzugeben.
Durch die Gnade Gottes, des Unendlichen, steigt in uns das Streben auf, größer zu werden als wir gegenwärtig sind. Wir sollen aufhören, endliche, begrenzte Individuen zu sein. Wie können wir das zustande bringen? Wir müssen universal werden, indem wir das entdecken, was in uns selbst und in allem anderen universal, transzendent und göttlich ist eben jenen Faktor, der allen und allem gemeinsam ist.
Es gibt viele unterschiedliche Formen von Nasen, aber alle atmen sie dieselbe Luft. Die individuelle Form der verschiedenen Nasen spielt hier keine Rolle. Der Atem ist allen gemeinsam. Wenn wir das gemeinsame Prinzip entdecken und verstehen, wird diese Entdeckung zu unserem Führer.
Das Nachsinnen über das, was alle gemeinsam haben, ist der erste Baustein im Prozess, über unser abgekapseltes individuelles Dasein hinauszuwachsen und universal zu werden.
Das, was wir gemeinsam haben, ist nur eines. Die wertvollsten Dinge sind eines: Gott ist einer; das Leben ist eines; Bewusstsein ist eines; der Atem, der das Leben erhält, ist einer nur. Und weil diese Dinge, die wir alle gemeinsam haben, das Wesentliche unserer Persönlichkeit ausmachen, sind wir unserem Wesen nach gegenseitig ineinander enthalten. Jemanden zu verletzen heißt deshalb, sich selbst zu verletzen. Jemandem Wohlergehen wünschen heißt daher, sich selbst Wohlergehen zu wünschen.
Wir müssen also universal werden und die Tatsache anerkennen, dass der Lebensatem in uns derselbe ist wie der in der Fliege oder im Vogel. Wir müssen mit dem Licht und der Kraft der Vernunft entdecken, dass das Bewusstsein in allen das gleiche Bewusstsein ist wie in uns, dass die Gottheit in allen Wesen die gleiche ist wie in uns.
Im Versuch, universal zu werden, müssen wir uns immer mehr des einen Lebens bewusst werden, das wir mit dem Rest der Schöpfung gemeinsam haben. Wir müssen uns immer bewusster werden, dass das innerste Herz in uns auch das innerste Herz in allen Dingen und Wesen ist.
Von dieser ersten Stufe an werden die Gnade Gottes und höhere Formen der Kontemplation uns weiterführen, hin zu einem Zustand innerer Erleuchtung, in dem unser Herz von selbst erklärt: "Ich bin das Licht in den Sternen. Ich bin in den Vögeln und Tieren der Welt. Ich bin überall und zu allen Zeiten."
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Vergöttlichung
Von der Umwandlung unserer persönlichen Gefühle und Gedanken in universale Gefühle und Gedanken gehen wir einen Schritt weiter zur Vergöttlichung.
Was heißt das? Die menschliche Erfahrung sagt: Alles ist Materie, alles ist weltlich, körperlich, irdisch. Das ist der Bericht der menschlichen Sichtweise.
Die Erkenntnisse und Ansichten, die in dieser Welt gewonnen werden, sind in anderen Erfahrungsbereichen nicht gültig. Die Gnade Gottes und die Reinheit unseres Herzens entschleiern uns eine andere Welt der Erfahrung innerhalb dieser Welt der Begrenzungen, eine großartige göttliche Welt, eine zeitlose, unzerstörbare, allvollkommene Welt, die uns sagt, dass überall nur Gott allein existiert, dass alles göttlich ist. Sie sagt uns weiterhin, dass wir im Grunde genommen geistige Individuen sind, die in sich die endlosen Kräfte und Möglichkeiten des göttlichen Wesens tragen. Es wird uns gezeigt, dass sich die Gottheit in den Bäumen, den Menschen und in allem, was wir sehen und was uns begegnet, befindet, dass alle unsere Energien vom Göttlichen stammen, dass wir im Göttlichen und durch das Göttliche leben und dass das ganze Leben ein großartiges göttliches Phänomen ist. Aus diesem Grund müssen wir alles vergöttlichen. Wir müssen die Tatsache akzeptieren, dass der Atem göttlich ist, dass das Leben göttlich ist, dass die Erde heilig ist, dass wir uns im Göttlichen befinden, dass wir vom allsehenden Auge der allwissenden Gottheit beobachtet werden, dass wir von der allerhaltenden Essenz der höchsten Wirklichkeit erhalten werden. Wir müssen ferner die Tatsache akzeptieren, dass es keinen Tod, keine Krankheit, keinen Missklang in unserem inneren Wesen gibt, dass die Quelle wirklicher Schönheit, wirklichen Friedens und Glücks in uns selbst liegt, dass wir hier und jetzt bedingungslose Glückseligkeit erfahren können, eine Glückseligkeit, die unabhängig ist von Menschen, Dingen und Emotionen.
Wir müssen die Menschen, die uns begegnen, als wirkliche Verkörperungen des göttlichen Seins anerkennen. Was immer ihre äußeren Merkmale sein mögen, es gilt die grundlegende Tatsache, dass der Gott, der in uns ist, derselbe Gott ist, der auch in ihnen, in jedem Einzelnen und überall ist. Auch wenn wir jemandem mündlich widersprechen und äußerlich jeden gemäß seinem Status und den Umständen entsprechend behandeln, so können wir uns doch innerlich und insgeheim, in unserem inneren Herzen und Bewusstsein, die Freude gönnen, mit dem Göttlichen in diesen Personen in Kontakt zu treten.
Diese Vergöttlichung ist der wichtigste Schritt bei unserem Versuch, Gott zu erfahren.
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Meditation
Der nächste und letzte Schritt in unserer Bewegung hin zur Gotteserkenntnis ist die Meditation.
In einem Zustand wirklicher und echter Meditation befinden wir uns dann, wenn unser Bewusstsein vollkommen vom Körper und der Umgebung, von jedem Gewahrsein des Raum-Zeit-Universums abgezogen und im strahlenden Licht, der Kraft, dem Frieden und der Freude der allgegenwärtigen Gottheit aufgegangen ist.
Wenn wir diese Art von Meditation Tag für Tag, Monat für Monat, vielleicht sogar jahrelang aufrechterhalten können, gelangen wir zu einer permanenten, allumfassenden göttlichen Erleuchtung. Da diese Erleuchtung ununterbrochen und von Dauer ist, gibt es in diesem Zustand nichts mehr, das uns von Gott trennt.
Gott Selbst lebt und spricht dann durch uns. OM
Fühle die göttliche Gegenwart ganz intensiv und bete, meditiere oder wiederhole die Mantras, als ob du nur noch eine Stunde auf dieser Erde leben würdest. Lasse alles mit dir beten, mit dir meditieren, mit dir das Mantra wiederholen. Lasse alles göttlich und lichtvoll werden, ja lasse selbst den Boden unter deinen Füßen, die Wände, jedes Haus, jeden Baum, jeden Gegenstand mit dir beten, mit dir das Mantra wiederholen. Lasse die Erde und den Himmel und den weiten kosmischen Raum mit dir beten.
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Materie, Energie, Ton, Bewusstsein, Licht
Jeder Klang oder Ton hat seine eigene Form, Farbe, Persönlichkeit und Energiestruktur.
Doch der Mensch ist so wenig empfindungsfähig, dass er die Millionen von Wirklichkeiten um ihn her nicht wahrnimmt. Es gibt Töne aller Art, Wunder aller Art im Universum. Die Töne, die wir hören, sind nur ein winzig kleiner Ausschnitt aus einer praktisch unendlichen Bandbreite. Weil unsere Wahrnehmungsfähigkeiten in unserem gegenwärtigen Zustand extrem begrenzt sind, bleiben uns zahllose Wirklichkeiten im Universum verborgen, und wir sehen die Strukturen nicht, die von Klängen hervorgerufen werden.
Wir leben in einer Welt großer Unwissenheit. Es gibt Wirklichkeiten über Wirklichkeiten, und über all diesen Wirklichkeiten steht die höchste Wirklichkeit, von der der Mensch so gut wie nichts weiß; und in seinem Nichtwissen geht er sogar so weit, selbst ihre Existenz zu leugnen.
Ein Wissenschaftler ist im Allgemeinen so unwissend, dass er alles ablehnt, was nicht innerhalb der kurzen Reichweite seines gegenwärtigen Wissens liegt. Und sogar wenn es eine Menge Beweise für das gibt, was er noch nicht weiß, versucht er es in Begriffen des ihm Bekannten zu interpretieren.
Es gibt unzählige Wirklichkeiten, von denen wir sehr wenig wissen, und unser Versuch, sie in Begriffen des uns Bekannten zu erklären, anstatt sie von innerhalb ihres eigenen Bereichs und von ihrem eigenen Standpunkt aus zu sehen, ist eine Meisterleistung an Dummheit.
Wenn jemand von einem Geist besessen ist und diesen sogar des öfteren schon gesehen hat, und mit diesem Problem zum Psychologen geht, wird dieser ihm erklären, dass es sich bei ihm um einen Defekt des Nervensystems handelt und er unter Halluzinationen leidet.
Die tägliche Erfahrung zeigt, dass Spezialisten alles mit Begriffen aus ihrem eigenen Fachwissen zu erklären versuchen.
Jeder Ton oder Klang hat also eine Persönlichkeit, eine spezielle Form, eine eigene Struktur, einen Namen und eine Farbe sowie eine Wirkung auf die Umgebung und auf die Person, die diese Klangstruktur erzeugt hat. Dasselbe gilt natürlich umso mehr für die verschiedenen göttlichen Klänge: die mystischen Silben.
Jede Klangform ist eine Energiestruktur. Und Energie ist ohne Bewusstsein als Grundlage unvorstellbar.
Materie ist nichts anderes als eine bestimmte Zustandsform, ein besonderer Status des Bewusstseins.
Ein Stück Eis ist so hart, dass man sich daran verletzen kann, während das gleiche Eis in Form von Wasser flüssig ist. Und doch sind es zwei Zustandsformen ein und derselben Substanz. In gleicher Weise ist Materie eine Zustandsform des Bewusstseins.
Materie, die für uns tot zu sein scheint, ist in Wirklichkeit Bewusstsein.
Es war also Unwissenheit, wenn die Wissenschaft vor einiger Zeit noch behauptete, dass die Materie etwas Totes sei.
Später hat die Wissenschaft diesen Mythos von der toten Materie entschleiert. Sie sagt jetzt, dass Materie Energie ist. Das ist schon ein großer Fortschritt, aber die Wissenschaft ist noch nicht so weit, dass sie sagen könnte, Energie sei Bewusstsein, woraus folgen würde, dass Materie Bewusstsein ist. Wenn die Wissenschaft einmal so weit ist, dass sie eine solche Feststellung treffen kann, hätte sie in der Tat einen enormen Fortschritt gemacht.
Alles Wasser ist nicht gefroren; der Anteil von Eis an der Gesamtmenge von Wasser ist minimal. Aber Wasser ist universal, es durchdringt alles. Es ist überall in der Luft, in den Ozeanen, in den Wolken, im Tau. Es ist einfach überall. Es ist in unserem Körper, in unserem Atem und unserer Haut. Wasser ist also mehr als das, was als Eis sichtbar ist.
So verhält es sich auch mit dem göttlichen Bewusstsein: Es ist mehr als das, was als Materie für uns sichtbar ist. Materie ist nur eine besondere Zustandsform des Bewusstseins. Töne haben eine materielle Struktur. Innerhalb dieser materiellen Struktur befindet sich eine Energiestruktur. In der Energiestruktur ist eine Bewusstseinsstruktur; und Bewusstsein ist Licht.
Es befindet sich also im Bewusstsein noch etwas Subtileres: die Lichtstruktur. Diese Lichtstruktur ist das Göttliche, und dieses ist vollkommen rein. Es ist strahlend - deshalb bezeichnet man Gott auch als Licht - Deva (Sanskrit).
Gott ist Licht. Das ist also die Wahrheit, nämlich dass Gott Licht ist. Und dieses Licht ist auch wirkliche Liebe.
Das Licht hier, das Sonnenlicht oder das Licht unserer elektrischen Lampen, ist ein totes Licht, ein mechanisches Licht, aber das Licht, das Gott ist, ist Liebe, ist Leben, ist Erkenntnis, ist Kraft, es ist eine wunderwirkende, magische Realität. Es erschafft alles. Aus dem luftigen Nichts kann es Nahrung hervorbringen oder eine neue Welt erschaffen oder einen Fluss, Gold und Lebewesen.
Der leere Raum ist also nur für uns leer, nicht aber für das Bewusstsein.
Für das Bewusstsein ist alles überall.
Es kann alles möglich machen alles Unmögliche kann es möglich machen. Es hat all die materiellen Ressourcen in sich selbst. Es kann sofort aus dem Winter einen Sommer machen und umgekehrt.
Wenn wir ein Haus bauen wollen, brauchen wir zunächst einmal verschiedene Materialien. Doch das Bewusstsein erschafft ein Haus mit den Materialien, die es selbst erzeugt. Es kann alles erschaffen: Ziegelsteine, Eisenträger, Zement, Wasser und sogar die Maurer. Es erschafft und trägt alles in sich selbst.
Was wir also eine Tonstruktur nennen, trägt in sich eine Bewusstseinsstruktur, die wiederum eine Lichtstruktur in sich trägt: die göttliche Lichtstruktur.
Sobald wir also ein Mantra sprechen, bringen wir tatsächlich das Göttliche hervor. Wir sind direkt in der Gegenwart des Göttlichen, wenn wir das Mantra sagen. Jene Form, die wir durch das Aussprechen des Mantras erzeugen, ist vom Wesen des Göttlichen. Wir können das innerlich erschauen, wenn wir rein genug sind, und wir würden eine herrliche Struktur sehen, die in sich die Form, die Persönlichkeit des Göttlichen trägt. Die großen Weisen nehmen diese Tatsache wahr.
Grobe, unwissende Geister, entstellt und konditioniert durch die Vorurteile einer Wissenschaft, die noch in den Kinderschuhen steckt, verstehen solche Dinge nicht. Doch heutzutage wächst die Wissenschaft sehr schnell, und deshalb werden alle Phänomene, die in Zusammenhang mit Tönen stehen, wenigstens mit den zur Verfügung stehenden Mitteln gründlich erforscht.
Die mystischen Silben sind grundlegende Töne. Sie sind vom Wesen der Wahrheit, und ihr Aussprechen hat eine Wirkung auf unser Herz, unseren Geist und unser Schicksal.
Unsterbliche Töne
Töne bringen eine Struktur hervor. Was geschieht nun mit dieser Struktur? Sie besteht eine Zeitlang und verschwindet dann, aber der psychische Eindruck eines Tons bleibt. Sogar nach Millionen von Jahren kann der Ton, den jemand zu einer bestimmten Zeit erzeugt hat, reproduziert werden. Das heißt, dass jeder Ton einen unzerstörbaren Aspekt hat.
Sagen wir, jemand klatscht in die Hände. Dieser Ton hat eine Form produziert und eine Energie entlassen. Was geschieht mit beiden? Sie verschwinden schnell wieder! Wir hören das Klatschen und vorbei! Aber was geschieht mit der Seele dieses Tons? Sie ist unzerstörbar und ist da in der Atmosphäre, im kosmischen Geist, im Geist Gottes, der überall ist.
Nichts in der Natur geht unter, und selbst wenn die äußeren Formen für immer verschwunden zu sein scheinen, der innere Same vergeht nie. Dieser kann wieder aktiviert werden, und alles, was einst geschah, wird von Neuem ins Leben gerufen. Nichts wird zerstört, alles wird in einem gewissen Sinn aufbewahrt. Jeder Gedanke, den wir gedacht haben, jedes Gefühl, jede Erfahrung, alles, was wir je gesehen und wieder vergessen haben, ist im kosmischen Geist aufbewahrt und kann wieder wachgerufen werden. Aus diesem Grund können die großen Weisen alles sehen, was sich einst in der Vergangenheit abspielte.
Nichts in der Natur wird je zerstört, alles wird aufbewahrt. Da du dies jetzt weißt, musst du besonders wachsam sein, was deine Gedanken, Gefühle und Handlungen angeht.
Nun, was geschieht mit dem göttlichen Bild, jener Lichtstruktur, die bei jedem Aussprechen der Mystischen Silben entsteht? Es muss irgendwohin gehen und bleiben.
Wenn unser Herz rein ist, geht es in unsere innere Seele ein und wird Teil davon. Dadurch wird diese lichter, weil das Licht, das im Klangkörper des Mantras enthalten ist, in unsere Seele eingeht. Nachdem wir das Mantra millionenmal wiederholt haben, haben wir Millionen Lichtfunken in unserer Seele gespeichert, und diese ist insgesamt leuchtender geworden.
Das ist eine zeitlose Wissenschaft. Sie ist so alt wie die Wahrheit selbst. Das Göttliche ist überall und es wird insbesondere durch die Wiederholung von Mystischen Silben hervorgerufen: Ein Teil der göttlichen Kraft und des göttlichen Lichts manifestiert sich dadurch.
Das ganze Nervensystem, Körper und Psyche müssen zuerst gereinigt werden, bevor man die Mystischen Silben wiederholen darf. Für andere, gewöhnliche Mantras gilt das nicht: Jeder darf sie gebrauchen.
Aber was die Mystischen Silben angeht, müssen Bedingungen erfüllt werden. Solange wir unrein sind, können wir sie nicht wiederholen.
Bei gewöhnlichen Mantras dauert es oft eine lange Zeit, bis eine Wirkung eintritt oder eine Antwort kommt. Bei den Mystischen Silben ist die Antwort sofort da; sie sind ja die Seele und das Licht des Göttlichen.
Die Mystischen Silben
Es gibt alle möglichen Töne im Universum, alle Arten von Klängen und Lauten, alle Arten von Musik.
Jeder Ton hat seinen eigenen Klangkörper, hat Struktur, Name, Farbe, Schwingung, Energie, Kraft und Wirkung. Wenn wir irgendeinen Namen nehmen, zum Beispiel "Jesus", dann ist das ein Name, der von Menschen erfunden wurde.
Die Mystischen Silben jedoch sind nicht Teil einer menschlichen Sprache oder irgendeines Alphabets. Sie sind Töne oder Laute, die dem Kosmos innewohnen; sie sind der Klang der Wahrheit.
Es bestehen demnach Welten von Unterschied zwischen einem von Menschen erfundenen Namen und dem Klang der Wahrheit. Der Klang der Wahrheit und die Wahrheit selbst sind nicht zwei verschiedene Dinge. Sie sind ein und dasselbe. Die gleiche Kraft, die die Wahrheit besitzt, wohnt auch im Klang der Wahrheit. Die gleiche Erkenntnis, Weisheit und Liebe, die in der Wahrheit ist, ist auch im Klang der Wahrheit. Der Klang der Wahrheit ist die Wahrheit selbst.
Wenn du "Wasser" sagst, wirst du deshalb nicht gleich ein Glas Wasser auf deinem Tisch stehen haben. Wenn du den Namen "Jesus" aussprichst, steht deshalb Jesus nicht sofort vor dir. Wenn du aber Mystische Silben aussprichst, steht Gott unmittelbar und sofort vor dir Gott selbst, wohlgemerkt!
Mystische Silben auszusprechen ist das Gleiche wie die Gegenwart des Göttlichen unmittelbar herbeizurufen. Das ist das Besondere daran.
Das ist Wissenschaft, das ist Erfahrung, das ist Wahrnehmung: Das ist die Wirklichkeit.
Wir brauchen deshalb viel Eignung, um diese Dinge zu handhaben, eine entsprechende Qualifikation und Reinheit.
Wenn wir uns nicht entsprechend vorbereitet haben, sollten wir nicht mit der Wahrheit spielen.
Bereiten wir uns also darauf vor, die Wahrheit in uns aufzunehmen.
Wunder befinden sich in jedem von uns. In jedem steckt ein Engel, ein Held. Alle Fähigkeiten sind in jedem latent vorhanden. Alle Möglichkeiten sind in uns selbst. Wir sind Mittelpunkt eines unnennbaren Glücks, Quelle eines unbedingten Lichts, der Schönheit und Vollkommenheit.Das äußere Leben, wie es sich zeigt und nun einmal ist, stellt immerhin eine goldene Gelegenheit dar, um ständig etwas aus der verborgenen Größe in uns hervorzulocken.
Es lastet eine schwere Verantwortung auf uns. Wir tragen die höchsten Schätze in uns. Wir haben die Pflicht, das Leben eines jeden um uns her mit Reichtum, Glück, Frieden, Macht und Stärke zu erfüllen. Wie aber soll das geschehen? Es geschieht, indem wir diese Eigenschaften in unserem Leben aktivieren, durch die ständige Übung in der Friedfertigkeit, Geduld, Ausdauer, Kühnheit, in stetem Fleiß und ständiger Güte mit viel Verständnis für andere und dem Wunsch, selbst produktiv zu werden, die ständige Bereitschaft, den Duft eines liebenden Herzens um uns zu verbreiten. Mögen wir unser Leben nicht damit verunstalten, dass wir über andere zu Gericht sitzen! Vielmehr sollten wir mit Verehrung vor dem göttlichen Sein in jedem Wesen stehen und ihm geduldig und verständnisvoll seine Unfertigkeiten zu Fertigkeiten entfalten helfen und die momentanen Fehlgriffe vergeben.
Swami Omkarananda
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